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Über Rutschfaltung auf den Azoren

Krejci-Graf, Karl

Kurzfassung

I. Einleitung Die Bedeutung schwerkraftbedingter Bewegungen (Rutschungen) für die Tektonik ist zu verschiedenen Zeiten ganz verschieden beurteilt worden. Von den REYERschen Gleitungen und HAARMANNS Oszillationen bis zu praktisch völliger Ablehnung findet man alle Meinungen vertreten. Doch scheinen Anhänger größerer Rutschungen stets in der Minderzahl gewesen zu sein, und selbst für die Deutung von tektonischen Details werden Rutschungen verhältnismäßig selten herangezogen (Literatur bei HAARMANN). Lediglich das Vorkommen einzelner (exotischer) Blöcke und Klötze wurde öfter auf Rutschungen zurückgeführt. Zerrungsbrüche in harten Gesteinen festländischer Randzonen erwecken gelegentlich den Anschein, als ginge ein Zug vom Meere aus. Zeichnet man aber das Oberflächenprofil, so erhält man ganz unwahrscheinlich kleine Neigungen (z. B. 2° in Algarve) für eine Gleitung gegen das Meer. Nun reichen zwar in unverfestigten Ablagerungen Neigungen von unter 1° für Rutschungen aus (Zuger See), für die Bergzerreißungen (AMPFERER) harter Gesteine aber nimmt man erhebliche Neigungswinkel in Anspruch. Eine Beobachtung aber scheint zu zeigen, daß auch in bereits etwas verfestigten Gesteinen flache Neigungen für Rutschvorgänge ausreichen: In Rumänien findet man nicht allzu selten ein Hakenwerfen der Schichten, wobei der Knickpunkt bis 40 m unter der heutigen Oberfläche der Hänge gelegentlich in tiefen Tälern (z. B. Calugareni) aufgeschlossen ist. Die Verbindung der Knickpunkte der einzelnen Schichten liefert eine Fläche, die nur mit wenigen Graden einfällt, selbst wenn man sie unter die heutige Taloberfläche fortsetzt und beträchtliche Aufschotterungen in den Tälern annimmt. - Viele Hypothesen leben allerdings nur von der Überhöhung des Vertikalmaßstabes.

Abstract

Abstracts: Deposits on slopes of volcanoes are showing folds, the sizes of which are dependent on thickness and structure of the material, and on the inclination of the slope.