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Die Auswirkungen junger, sehr starker diluvialer und rezenter orogener Bewegungen im Gebiete Griechenlands

Trikkalinos, J.

Kurzfassung

Die Geologische Rundschau (Bd. 34, Heft 1, 1955) veröffentlicht unter dem Titel "Lebendige Tektonik" eine Reihe von wissenschaftlichen Aufsätzen, welche junge Krustenbewegungen in verschiedenen Erdteilen behandeln. Angeregt durch diese interessanten wissenschaftlichen Arbeiten, beabsichtige ich, im folgenden ein Bild der intra- und nachdiluvialen, sehr lebendigen Bewegungen zu geben, die auf den griechischen Boden noch heute intensiv einwirken. Die Morphologie der griechischen Halbinsel zeigt kein einheitliches Bild. Sie ist in großen Zügen in ein westliches und ein östliches Gebiet zu gliedern. Während in Westgriechenland die Gebirgsketten sich von Albanien über Epirus-Peloponnes-Kreta weiter nach Westkleinasien hinziehen, sehen wir, daß in Ostgriechenland die Gebirge anders gerichtet sind und daß hier im griechischen Archipel noch dazu ein Schwarm von Inseln vorhanden ist. Dieses grundverschiedene morphologische Bild ist auf paläogeographische und tektonische Ursachen zurückzuführen. So wissen wir heute, daß zu der Zeit, als im westlichen Gebiete bis in die Jungtertiärzeit eine tiefe Orthogeosynklinale bestand, in Ostgriechenland ein Sedimentationsraum existierte, dessen Kontur durch die vorhandenen kristallinen Massive bedingt war. Hier hat das paläogeographische Bild durch die Einwirkung von mehreren Bewegungen oft gewechselt. Die jüngeren orogenen Bewegungen, welche für die Tektonik Griechenlands von Bedeutung waren, sind für das östliche Gebiet die pyrenäische und für das westliche die savische Phase gewesen. Durch diese Bewegungen sind die verschiedenen Gebirgsketten Griechenlands entstanden. Gleichzeitig oder etwas später haben hier paratektonische Bewegungen stattgefunden, welche die verschiedenen Gebirgsketten in Schollen zerlegt haben.