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Tertiär und Alt-Quartär in den nordwestlichen keltiberischen Ketten

Brinkmann, R.

Kurzfassung

Ausgehend von der Villafranca-Fossilfundstelle Villaroya wird die geologisch-morphologische Entwicklung der nordöstlichen Sierra de Cameros und des vorgelagerten Teils des Ebrobeckens während des Tertiärs und des älteren Quartärs dargestellt. Fast 30 Jahre sind verflossen, seit von Göttingen aus eine geologische Durchforschung der westlichen Mediterrangebiete begonnen wurde. Ausgangspunkt der Problemstellung waren die Zusammenhänge zwischen den Faltensträngen, die das westliche Mittelmeer umschlingen (H. STILLE 1927). Die Untersuchungen begannen in den Keltiberischen Ketten als einem besonders kritischen Teilstück. Von da aus dehnten sie sich über weitere Einheiten der Iberischen Halbinsel aus und vertieften sich durch Heranziehung biostratigraphischer und paläogeographischer, morphologischer und feintektonischer Methoden. Beim Tertiär etwa unterschied man anfangs nur eine ältere und eine jüngere Stufe. In der Folgezeit wurde das fazielle Bild der tertiären Beckenfüllungen geklärt, die Diskordanzen fanden stärkere Beachtung; man erkannte die klimatische Bedingtheit und die spätere tektonische Verformung der tertiären Verebnungsflächen. Dieser Fortschritt unserer Erkenntnis sei im folgenden an einem Beispiel aus Nordspanien erläutert, dessen stratigraphisches Profil durch das Auftreten fossilführender Villafranca-Ablagerungen ausgezeichnet ist. Das Gebiet liegt etwa halbwegs zwischen Zaragoza und Burgos. Es umfaßt einen Ausschnitt aus dem Südrand des Ebrobeckens und dem Nordwestteil der Keltiberischen Ketten, die hier den Namen Sierra de Cameros tragen (Abb. 1).