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Über sardische Bewegungen in Spanien und ihre Beziehungen zur assyntischen Faltung

Lotze, Fr.

Kurzfassung

I. Bis vor nicht allzu langer Zeit waren in Spanien an Faunen des Altpaläozoikums nur solche des Mittelkambriums und dann wieder solche des Arenigs und anschließender Stufen des Ordoviz bekannt. Das wurde in dem Sinne gedeutet (so E. KAYSER 1923, S. 83), daß sich im westlichen Mediterrangebiete mit dem Mittelkambrium eine Transgression, mit dem Oberkambrium eine Regression und mit dem Arenig erneut eine Transgression vollzogen habe. Während des Oberkambriums und des Tremadocs sei also die Iberische Halbinsel weitgehend vom Meer entblößt gewesen - mit Ausnahme vielleicht von Katalonien, wo ALMERA (1891) in den "Purpurschiefern von Papiol" und den grünen Tonschiefern von Samalús Tremadoc erkannt zu haben glaubte. Spätere Untersuchungen haben aber ergeben, daß die kambrische Folge der Iberischen Halbinsel mehr umfaßt als nur Mittelkambrium. So erwies sich das Vorhandensein von Unterkambrium erstmalig in Keltiberien (LOTZE 1929, RUD. & E. RICHTER 1941), dann in Südspanien (erste Fossilfunde LOTZE 1937, weitere Untersuchungen SCHNEIDER 1939, Bestimmungen RUD. & E. RICHTER 1941) und schließlich auch in Nordwestspanien (LOTZE 1954), wo als bisher älteste kambrische Fauna der Iberischen Halbinsel eine Olenopsis-Fauna im Liegenden hochunter- bis mittelkambrischer Dolomite und Kalke nachgewiesen wurde (Bearbeitung durch SDZUY 1956). Auch altbekannte Funde kambrischer Trilobiten mußten von Mittel- in Unterkambrium umdatiert werden; das gilt hinsichtlich des Fundpunkts Vila Boim in Portugal (RUD. & E. RICHTER 1940 und 1941, TEIXEIRA 1954) und der Montes des Toledo (WEGGEN 1955).