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Präalbische Tektonik am Nordwestrand des Gifhorner Troges

Hedemann, Hans-Adolf

Kurzfassung

I. Einleitung Unter "Gifhorner Trog" wird hier die tief eingesenkte Jura-Mulde des ostniedersächsischen Gebietes zwischen Braunschweig und Wittingen ("Broistedt-Wittinger-Trog" A. ROLLS 1949, 1951) verstanden (vgl. O. SEITZ 1950, W. PHILIPP 1954). Er ist deutlich ausgeprägt durch seinen Weiß-Jura-Kern und dessen Dogger-Umrahmung, die unter transgredierender Unterkreide oder - im östlichen Teil - Tertiär anstehen. Die folgenden Mitteilungen beziehen sich auf seinen Nordwestrand zwischen dem Dorf Hohne (20 km östlich von Celle) und dem Flecken Hankensbüttel westlich Wittingen (vgl. Abb. 1). Bei der Suche nach Bodenschätzen hat die geologische Erschließung dieses Raumes in den letzten 2 Jahrzehnten erhebliche Fortschritte gemacht. Dabei wurden die ersten Erdölfelder des Gifhorner Troges bereits 1935 und 1939 erschlossen. Bis 1944 folgte ein Bohrprogramm vorzugsweise im Muldenkern, das der Untersuchung der Weißjura-Eisenerze diente und außerdem den Fund eines ersten größeren Erdölfeldes (Wesendorf) zur Folge hatte. Über diesen Abschnitt hat O. SEITZ (1950) eingehend berichtet, über Wesendorf H. FAHRION und W. RÜHL (1949). Seit 1949 ist die Erdölsuche in diesem Gebiet sehr intensiv und hat zu guten Erfolgen geführt. Daher stammten etwa ein Fünftel der deutschen Erdölförderung 1955 aus dem Gifhorner Trog. Insbesondere am Nordwestrand des Troges konnten mehrere Erdölfelder erschlossen werden, von denen einige zu den bedeutendsten Deutschlands zählen. In der Reihenfolge ihrer Auffindung sind das die Felder Wesendorf, Eldingen, Hohne, Hankensbüttel und Örrel-Süd. Bei den zuletzt genannten handelt es sich zum großen Teil um Ölfallen in den Sandsteinen des ausstreichenden unteren Doggers unter einer abdichtenden Unterkreide-Transgression (vgl. HECHT 1954, HEDEMANN 1955). Die Eigenart dieser Lagerstätten bedingte das mehr oder weniger dichte Abbohren von 25 km der Längenerstreckung des Doggerausbisses am Nordwestrand des Troges (zwischen Hohne und Hankensbüttel, vgl. Abb. 1).