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Zur Strukturgeschichte der Salzstöcke von Wesendorf und Hohenhorn

Roll, Artur

Kurzfassung

Zusammenfassung Die Analyse der Geschichte des Salzstockes von Wesendorf führt zu folgender Charakterisierung: 1. Geburt im Anschluß an eine Trogbildung des Mittleren Keupers, bei Vorliegen einer Mächtigkeit des postsalinaren Deckgebirges, die zwischen 2200 und 2500 m liegen mag. 2. Nahezu kontinuierliches Aufsteigen gegenüber der Umgebung, einwandfrei nachweisbar vom Rhät bis zum Cenoman, fortgesetzt wahrscheinlich während der ganzen Oberkreide. 3. Bis zum Dogger (Malm?) Aufsteigen diskordant pflockförmig entlang von Flankenstörungen, von der Unterkreide ab vermutlich flachkuppelförmig und ohne scharfes Absetzen gegen die Umgebung. 4. Geringfügige Verstärkung des Aufsteigens gegenüber der Umgebung während der jungkimmerischen und der subherzynisch-laramischen Phase. 5. Differentielle Aufwärtsbewegung gegenüber der Umgebung nach der Geburt und nach den orogenen Phasen vorübergehend vergleichsweise gering, nach der letzten praktisch aufhörend. 6. Vom Rhät bis zum Cenoman mit Sicherheit, im Anschluß daran bis zum Paleozän möglicherweise, Verharren der Salzstockoberfläche während der Sedimentationsperioden knapp unterhalb der Sedimentationsfläche, während der Phasen orogener Hochbewegung knapp unterhalb des regionalen Erosionsniveaus. Einige Daten über den Salzstock von Hohenhorn werden zusammengestellt. Auch er ist älter als Dogger. HANS STILLE (z. B. 1911, 1914, 1917, 1924) hat im Rahmen der Forschungen über die saxonische Tektonik seine Aufmerksamkeit schon früh auch den Salzstöcken zugewandt, die in Mittel- und Nordsaxonien in denjenigen Flächen auftreten, in denen das Salz der verschiedenen Zechsteinsedimentationszyklen eine gewisse Mächtigkeit überschreitet und die Wanderung nach oben also massiert antreten konnte. Freilich konnte er sich im wesentlichen nur mit den durch den Bergbau aufgeschlossenen und mit den im Kern von Antiklinalen bis zur Oberfläche aufgedrungenen, kartierbaren Exemplaren befassen. Wichtige Erkenntnisse spezieller und allgemeiner Art konnte er aber trotz dieser Beschränkung gewinnen.