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Die Granitgenerationen des Riesengebirges, ein Beitrag zur Frage der Regeneration von Graniten und Erzlagerstätten

Bederke, E.

Kurzfassung

Der Riesengebirgsgranit, der die Hauptmasse des Riesengebirges und seiner Vorberge sowie einen großen Teil des Isergebirges aufbaut, ist in der Literatur durch die petrographischen Untersuchungen von F. KLOCKMANN, L. MILCH und G. BERG bekanntgeworden. Dieser Granit ist oberkarbonischen Alters, seine Intrusion erfolgte im mittleren Westfal. Im Westfal B bildete sich nämlich jenes Gneiskonglomerat, das sich als gewaltiger Schuttkegel vom östlichen Riesengebirge über 20 km weit in die innersudetische Mulde ausdehnt. Seine Entstehung kann nur auf eine Hebung im Riesengebirgsraum zurückgeführt werden, eine Hebung, wie sie H. CLOOS bei dem Schmelzaufstieg des Riesengebirgsgranits gefordert hat. Mit dieser Altersbestimmung stehen alle sonstigen einschlägigen Beobachtungen in Einklang, insbesondere auch diejenigen von Walther E. PETRASCHECK, nach denen die Lamprophyre in der weiteren Umgebung des Granits das tiefere Westfal noch durchsetzen, im oberen Oberkarbon aber bereits als Gerölle vorkommen. Die gelegentlich angezweifelte Berechtigung des Schlusses vom Alter der Lamprophyre auf dasjenige des Riesengebirgsgranits aber ergibt sich aus dem Nachweis, daß der Aufstieg der Lamprophyre noch in die hydrothermale Phase des Granits fällt (H. CLOOS 1925, E. BEDERKE 1947); demnach kann der geologische Altersunterschied zwischen Granit und Lamprophyren kein großer sein. Die Hauptmasse des Riesengebirgsgranits zeigt deutlich porphyrische Struktur, dabei sind die großen "fleischroten" Kalifeldspatkristalle, soweit sie nicht idiomorph ausgebildet sind, häufig von einer gelblich-weißen Plagioklasrinde umwachsen, es besteht also Tendenz zur Rapakiwi-Struktur. Dieser Granit ist ein echter Granit, wie H. EBERT neuerdings betont hat, und kein Granodiorit oder Adamellit, wie L. MILCH auf Grund der Fehlbestimmungen der Alkalien in den Analysen von W. HERZ angenommen hatte.