Original paper

Ein Diskordanter und ein konkordanter Granitpluton in Portugiesisch-Indien

Oertel, Gerhard

Kurzfassung

Einleitung Es war eine besondere Freude für den Verf., an der HANS-STILLE-Festschrift mitwirken zu dürfen. Auf diese Weise darf er zeigen, daß er sich als Schüler von HANS CLOOS, eines Forschers, der am gleichen Gegenstand - Tektonik - so verschieden von HANS STILLE arbeitete, zu dessen Bewunderern und Freunden rechnet. So, wie es sehr wohl möglich ist, "Magmatist" und "Transformist" zugleich zu sein (ESKOLA, 1955), wie es auch der Verf. mit verschiedenen Arbeiten an Graniten erfahren hat, so kann ein treuer CLOOS-Schüler von HANS STILLE lernen und an seinem wichtigsten Forschungsbereich mitarbeiten. Dies kann er tun, indem er tektonische Vorgänge mit der analytischen Methode von HANS CLOOS in ihrer Mechanik zu verstehen sucht, sie aber außerdem auch möglichst genau datiert (s. auch OERTEL, im Druck, 1). Da eine Festschrift an einen Termin gebunden ist und nicht warten kann, bis der Verf. seine Arbeit abgeschlossen hat, sind seine hier mitgeteilten Ansichten, vor allem über die Stratigraphie, nicht als endgültig anzusehen. In der Abgeschnittenheit eines weit entfernten und noch dazu von seinem Nachbarn blockierten Landes konnte er nur die wenigen Schriften in seinem Besitz benutzen. Eine Arbeit über einen Granitpluton in Südschottland (OERTEL, 1955, 1) brachte als Ergebnis, daß dieser Pluton nicht durch magmatische Intrusion sondern durch metasomatische Umwandlung entstanden sei. Obwohl dort betont wurde, daß dies nicht auf alle Granitplutone verallgemeinert werden darf, ist es erfreulich, daß der Verf. schon nach kurzer Zeit an andersartigen Granitplutonen für sich selbst bestätigt fand, daß es "Granite und Granite" (H. H. READ, 1948) gibt.