Original paper

Ein Beitrag zur Kenntnis der Freiberger Gneiskuppel

Gotte, Wolfgang

Kurzfassung

Seit der Stillegung des einst so berühmten Freiberger Silberbergbaues im Jahre 1913 waren geologisch-lagerstättenkundliche Arbeiten über das Freiberger Gangrevier in der Hauptsache auf überliefertes Material aus der letzten Betriebsperiode angewiesen, so daß die monographische Arbeit von H. MÜLLER (1901) bis heute das einzige das gesamte Gebiet gleichzeitig in geologischer wie auch in mineralogischer und lagerstättenkundlicher Hinsicht umfassende Werk geblieben ist. Kurz vor dem 2. Weltkrieg wurden die Erzgänge im Kern des Freiberger Reviers, d. h. innerhalb und nördlich des Stadtgebietes, wieder in Abbau genommen. Seit einiger Zeit werden durch die Staatliche Geologische Kommission nun auch Untersuchungsarbeiten im Brander Revier, dem südlichen Teil des in der näheren Umgebung der Stadt Freiberg gelegenen Gangnetzes, durchgeführt. Das Brander Revier wurde vom Freiberger Kernrevier eigentlich weniger aus geologischen als aus wirtschaftlichen Gründen getrennt, da die meisten bebauten Gänge von dem einen in das andere fortsetzen. Dagegen liegt zwischen dem Grubenfeld von Himmelsfürst (Abb. 2) und dem nördlichen Teil des Brander Reviers eine Zone mit nur unbedeutendem altem Bergbau. Diese Tatsache wurde bisher noch nicht besonders beachtet, während schon lange bekannt ist, daß als südliche Begrenzung des Himmelsfürster Grubenfeldes ein dem in der weiteren Umgebung verbreiteten Biotitgneis eingelagerter Granatglimmerschiefer auftritt.