Original paper

Sediment budget and morphodynamics of an alpine talus cone on different timescales

Heckmann, Tobias; Haas, Florian; Wichmann, Volker; Morche, David

Abstract

The sediment budget and morphodynamics of a single talus sheet-debris cone complex in an Alpine glacial valley of the Northern Calcareous Alps is analysed on three different time scales. The undercutting, truncation and dissection of this sedimentary storage system caused by a high-magnitude event in August 2005 is documented and analysed using multitemporal geodetic surveys. On an intermediate timescale, the erosion or redistribution of sediment by debris flows is analysed by means of multitemporal orthophoto interpretation. Finally, the dissection of the talus sheet by debris flows is estimated to have started in the second half of the 19th century, based on estimations of debris flow magnitude and frequency. It seems to be caused by a change in catchment size rather than by climatic change at the end of the Little Ice Age alone. The most recent persistent change in system behaviour has been initiated by the August 2005 high-magnitude event, the consequences of which will be monitored in the future.

Kurzfassung

Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit dem Sedimenthaushalt und der Entwicklung eines komplexen Sedimentspeichers (Schuttdecke + Murkegel) in einem Trogtal in den nördlichen Kalkalpen. Die Untersuchung erfolgt in drei Zeithorizonten:a) Die kurz- bis mittelfristige Reaktion des Systems auf eine Flutwelle infolge eines Starkregenereignisses im August 2005 wird anhand detaillierter tachymetrischer Vermessungsdaten quantitativ beschrieben.b) Die Auswertung multitemporaler Luftbilder ermöglicht eine Aussage über die Aktivität von Muren, die die Schuttdecke zerschneiden und den Murkegel aufbauen, für die vergangenen ca. 50 Jahre.c) Mithilfe der gemessenen bzw. abgeschätzten Erosionsbeträge wird für die Zeit ab ca. der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Entwicklung des Murkegels aus der Zerschneidung der Schuttdecke rekonstruiert.Der Beginn der Zerschneidung der Schuttdecke durch Muren markiert das Maximum der paraglazialen Sedimentspeicherung; es wird davon ausgegangen, dass der Grund dafür vor allem in einer Veränderung der Einzugsgebietsgröße zu suchen ist. Die durch das Ereignis vom August 2005 herbeigeführten tiefgreifenden Veränderungen der Systemstruktur des Sedimenthaushaltes werden auch in Zukunft weiter verfolgt werden.