Original paper

The bolsa concept - a distinct phenomenon in the Caribbean

Haubold, Fritz; Faust, Dominik

Abstract

Sea coasts as the transition zone between ocean and continent represent important geomorphologic components. In this respect the so-called bolsas represent a perfect object for studies. These bottle-necked bays mostly are part of the mouth of small rivers draining the adjacent coastal area. Bolsas are the result of internal and external processes. Because of their relatively small inlet they are often subject to sediment build up. One of the most influencing external processes is the change of the sea-level. The bolsas mostly are accompanied by a large number of Quaternary reef terraces in East Cuba. Raised beaches are not only the result of eustatic changes but also of isostatic or tectonic processes. Tectonic uplifts occurred frequently during the Cainozoic era in Cuba and in the Caribbean as well. Both of these processes ? uplifts and sea-level changes ? involve a particular problem closely linked with the reconstruction of bolsa stages. That means it is necessary to differentiate not only regionally but also chronologically. These processes can increase or offset each other in strength. As a result the erosion base level is altered. Evidence suggests that the sediments of the bolsas keep records of a long landscape history and even of eustatic medium-term sea-level changes. We assume that the conditions of the sedimentation changed gradually during the course of a bolsa-cycle. Until now bolsas have not been acknowledged regarding their geo-archive significance. There are only a limited number of publications related to similar coastal features. The goal of this study is to give an overview over the bolsa phenomenon.

Kurzfassung

Meeresküsten als Übergangsbereiche zwischen Ozean und Kontinent repräsentieren unter verschiedenen Aspekten wichtige geomorphologische Komponenten. Dafür stellen die sogenannten Bolsas ein ideales Forschungsobjekt dar. Diese sackförmigen Buchten sind meist an Mündungen von kleineren Flüssen gebunden, die die benachbarten Küstenregionen entwässern. Wegen ihrer relativ schmalen Öffnung zum Meer sind sie prädestiniert als Sedimentfalle. Bolsas sind das Ergebnis von internen und externen Prozessen. Einer der auffälligsten externen Prozesse ist die Meeresspiegelschwankung. Strandterrassen, die in Ostkuba in großer Zahl vorhanden sind, sind aber nicht nur das Ergebnis von eustatischen Vorgängen sondern auch von isostatischen oder tektonischen Prozessen. Tektonische Hebungen fanden im Känozoikum mehrfach in Kuba und in der Karibik statt. Beide Prozesse ? tektonische Hebungen und Meeresspiegelschwankungen ? führen zu spezifischen Fragestellungen, die mit der Rekonstruktion der Entwicklungsstadien einer Bolsa im engen Zusammenhang stehen. Das heißt, dass nicht nur regional sondern v.a. regional-zeitlich zu differenzieren ist. Andererseits können sich diese beiden Prozesse sowohl gegenseitig verstärken oder neutralisieren. Letztendlich ändert sich dabei die Erosionsbasis was wiederum morphodynamische Konsequenzen hat. Es gibt zahlreiche Belege dafür, dass die Bolsasedimente Informationen von einer langen Landschaftsgeschichte und sogar von mittelfristigen eustatischen Meeresspiegelschwankungen in sich tragen. Wir gehen davon aus, dass sich die Sedimentationsbedingungen im Verlauf eines Bolsa-Zyklusses fortwährend änderten. Die Rolle der Bolsas als Geoarchiv ist bisher unterschätzt worden. Deshalb sollte dieser Artikel als eine Überblicksdarstellung und insofern als ein kurzer Beitrag zu einem bisher wenig beachteten Phänomen angesehen werden. Aus diesem Grund gibt es auch nur wenige Veröffentlichungen dazu.

Keywords

caribbeancoastal geomorphologypouch-shaped indented coastline