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Alfred Wegener:

Die Entstehung der Kontinente und Ozeane

Nachdruck der 1. Auflage 1915 mit handschriftlichen Bemerkungen von Alfred Wegener, Notizen und Briefen sowie neu erstelltem Index
Nachdruck der 4. umgearbeiteten Auflage 1929 mit neu erstelltem Index

Hrsg.: Bremerhaven Alfred-Wegener Institut für Polar und Meeresforschung

[The Origin of Continents and Oceans. Facsimile of the first German edition with handwritten emendations and comments by Alfred Wegener and facsimile of the fourth, expanded edition published in 1929]

2005. 481 Seiten, 17x24cm, 1260 g
Language: Deutsch

ArtNo. ES001200533, gebunden, price: 39.00 €

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KontinentOzeanDriftVerschiebungAlfred Wegener

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Mit seinem Buch Die Entstehung der Kontinente und Ozeane hat Alfred Wegener (1880-1930) die Lehre von der Drift der Kontinente kreiert und begründet. Von 1915 bis 1929 erschienen vier jeweils deutlich überarbeitete Auflagen dieses Buches. Die vierte Auflage wurde in den folgenden Jahren immer wieder nachgedruckt.
Das Werk hat Generationen von Wissenschaftlern beschäftigt und angeregt. Es ist ein "Kultbuch" und für Geo-Wissenschaftler bis heute aktuell. Auch einem Fachfremden bietet es eine Fülle von Anregungen.
In diesem Buch werden anläßlich des 125-jährigen Geburtstages und des 75-jährigen Todestages Wegeners sowie des 25-jährigen Jubiläums des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) die erste und vierte Auflage als originalgetreue Abzüge wiedergegeben - die populärer gehaltene erste Auflage enthält Wegeners handschriftliche Notizen und Exzerpte. Weitere Besonderheiten dieser Ausgabe sind, neben einer Einführung der Herausgeber, zwei Register, Abbildungsverzeichnisse und ein modifiziertes Literaturverzeichnis.

Bespr.: Geographie und Schule 2007, 29. Jg., Nr. 166 top ↑

Mit dem Buch "Die Entstehung der Kontinente und Ozeane" hat Alfred Wegener (1880 bis 1930) die Lehre von der Drift der Kontinente begründet. Von 1915 bis 1929 erschienen vier jeweils deutlich überarbeitete Auflagen. Der Verlag Borntraeger hat anlässlich des 125-jährigen Geburtstages von Alfred Wegener die erste und die vierte Auflage in originalgetreuem Abzug wiedergegeben, wobei die erste Auflage zahlreiche handschriftliche Notizen und Anmerkungen von Wegener enthält. Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass neben einer Einführung zwei Register, Abbildungsverzeichnisse und ein modifiziertes Literaturverzeichnis beigefügt sind. Das Buch ist eine außergewöhnliche Dokumentation aus der Anfangszeit der Theorie der Kontinentalverschiebung.

Geographie und Schule 2007, 29. Jg., Nr. 166

Bespr.: ZGW 34 (2006) 5, S. 346-348 top ↑

Anläßlich des 100. Geburtstages und zugleich des 50. Todestages des Begründers der Kontinentdrift-Theorie fanden im Jahre 1980 in Berlin zwei bedeutende wissenschaftliche Veranstaltungen statt. Während die Geowissenschaftler aus dem Westen Deutschlands im Westen Berlins zum (1.) internationalen Alfred-Wegener-Symposium zusammenkamen, wurde von den Geowissenschaftlern der damaligen DDR das Thema zum Gegenstand der 27. Jahrestagung ihrer Gesellschaft für Geologische Wissenschaften gemacht, die im Ostteil Berlins stattfand. Die wissenschaftlichen Beiträge beider Veranstaltungen wurden publiziert. Aus gleichem Anlaß wurden am ehemaligen Cöllnischen Gymnasium in Berlin-Mitte, wo Wegener 1899 sein "Abituriatenexamen" abgelegt hatte, sowie am ehemaligen elterlichen Wohnhaus in Berlin-Halensee, von wo aus sich Wegener mit Datum vom 12.2.1909 um die licentia docendi an der Universität Marburg (Lahn) beworben hatte, Gedenktafeln enthüllt. Und schließlich erschien im selben Jahr ein photomechanischer Nachdruck der 1. und der 4. Auflage4, 5 von Wegeners Hauptwerk, und zwar, durchaus bemerkenswert für die damalige Zeit, im Vieweg-Verlag Braunschweig und zeitgleich und in gleicher Ausstattung im Akademie-Verlag Berlin (-Ost).

Ein viertel Jahrhundert später fand anläßlich des 125. Geburtstages und 75. Todestages Wegeners in Bremerhaven an dem Institut, das seinen Namen trägt und im selben Jahr auf 25 Jahre seines Bestehens zurückblicken konnte, das 2. Internationale Alfred-Wegener-Symposium statt. Dazu erschien erneut ein Nachdruck der 1. und der 4. Auflage der "Kontinente", womit diese antiquarisch nur noch selten erhältlichen Klassiker jedem an der Geschichte der Geologie Interessierten wieder zur Verfügung stehen.

Inhaltlich und damit in seiner Bedeutung für die geohistorische Forschung geht der neuerliche Nachdruck über seinen Vorgänger von 1980 weit hinaus, indem als Druckvorlage ein seinerzeit außer der Reihe gefertigtes Sonderexemplar mit eingeschossenen Vakatseiten, auf denen Wegener handschriftlich seine zahlreichen Korrekturen, Verbesserungen und Ergänzungen (die auf dieser Seite abgebildete Titelseite des Buches von 1915 zeigt ein Beispiel - in diesem Falle mit Notizen größtenteils in dänischer Sprache) für eine geplante 2. Auflage aufgezeichnet hat, zur Verfügung stand. Neu erarbeitet wurden durch den Herausgeber ein alphabetisch geordnetes Literaturverzeichnis der 4. Auflage, das Wegeners numerisch geordnetes Literaturverzeichnis modifiziert und damit der wissenschaftlichen Nutzung einfacher erschließt, sowie je ein Abbildungsverzeichnis und ein Namens- und Sachregister für die 1. und die 4. Auflage. In einer Einleitung zu Inhalt, Bedeutung und Entstehung (R. Krause, G. Schönharting, J. Thiede) kommt auch einer von Wegeners Enkeln zu Wort.

Weitere handschriftliche Aufzeichnungen Wegeners wurden zeitgleich im Bd. 516 der Berichte zur Polar- und Meeresforschung in Gestalt eines Faksimiledrucks eines Notizbuches aus dem Besitz von Alfred Wegener publiziert und damit erstmals der Forschung zugänglich gemacht. Das über mehrere Jahre geführte Notizbuch umfaßt knapp 200 beschriebene Seiten und enthält Literaturexzerpte, Kommentare, Briefe und weitere Gedanken und wissenschaftliche Daten. Die Aufzeichnungen beginnen Ende 1920 (d. h. unmittelbar nach Erscheinen der 2., gänzlich umgearbeiteten Auflage der "Kontinente") und schließen damit unmittelbar an die Aufzeichnungen in der oben vorgestellten Publikation an, während Wegener den nach Erscheinen der 3. Auflage7 niedergeschriebenen Texten ausdrücklich die Bemerkung "Notizen für die 4. Aufl. d. Entstehung d. Kontinente und Ozeane" vorangestellt hat.

Die originalen Aufzeichnungen belegen, wie Wegener ein Leben lang unermüdlich Material für sein Hauptwerk zusammengetragen und sich damit auseinandergesetzt hat. Vor allem aber erhellen sie in einzigartiger Weise den methodischen Arbeitsstil des Forschers. Anders als Hans Stille, der exponierte wissenschaftliche Kontrahent seines mobilistischen Denkansatzes, kam Wegener zu neuen Erkenntnisen, ohne daß eine konzeptionistisch geprägte Betrachtungsweise sein Denken determinierte. Folgerichtig hatte Wegener - typisch für Nicht-Konzeptionisten - nur sehr wenige Schüler. Die große Schar etablierter und überzeugter Stille-Schüler und also mitnichten die angebliche "Fachfremdheit" des vermeintlichen Außenseiters war es, die einer rascheren Anerkennung seiner Theorie entgegenstand.

Ulrich Wutzke, Ahrensfelde

ZGW 34 (2006) 5, S. 346-348

WLA-online-Archiv, 45. Jahrgang 2006/2, S. 126 top ↑

Unter den geowissenschaftlichen Klassikern kommt Alfred Wegeners wegweisenden Publikationen zur "Entstehung der Kontinente und Ozeane" eine ganz besondere Rolle zu. Die Vorgeschichte seiner bahnbrechenden Theorie - so berichtet Wegener 1929 - "kam mir im Jahre 1910 bei der Betrachtung der Weltkarte unter dem unmittelbaren Eindruck der Kongruenz der atlantischen Küsten." 1912 stellte er dann seine "Kontinentalverschiebungstheorie" in je einer Aufsatzfolge in "Petermanns Geographischen Mitteilungen" und der "Geologischen Rundschau" vor, in den beiden seinerzeit führenden geowissenschaftlichen Zeitschriften Deutschlands. 1915 folgte dann die erste Auflage seines Buch-Klassikers. Weitere Auflagen schlossen sich an, 1929 bereits die vierte. Nun - 2005 - boten der 125. Geburtstag und 75. Todestag Wegeners einen doppelt passenden Anlaß zum Nachdruck der "Entstehung der Kontinente und Ozeane". Allein schon dadurch, daß die Nachdrucke beider Auflagen faksimiliert erfolgen, wird die Aura des "Klassischen" unmittelbar, um so mehr noch, weil für die Faksimilierung der Auflage von 1915 Wegeners Handexemplar mit seinen umfangreichen handschriftlichen Ergänzungen genutzt werden konnte. Das macht die wissenschaftliche Ausdifferenzierung der "Kontinentalverschiebungstheorie" unmittelbar "erlebbar". Eigens im Rahmen des Nachdrucks erstellte Namen- und Sachregister zu beiden Auflagen sind zudem höchst willkommene Arbeitsmittel. Wer deshalb zu den klassischen Quellen der heutigen "Plattentektonik" hinabsteigen möchte, für den sind die beiden Wegener-Nachdrucke eine schier unerschöpfliche Fundgrube. Daß dies nun problemlos möglich ist, ist dem Alfred-Wegener-lnstitut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven zu verdanken. Dies erinnert zugleich daran, daß Alfred Wegener nicht nur der Schöpfer der "Kontinentalverschiebungstheorie" gewesen ist, sondern auch ein wichtiger Polarforscher. Aber beides gehört auch unmittelbar zusammen. Denn die Untermauerung seiner Theorie führte ihn ganz gezielt in die Nordpolarregion.

Dr. Klaus Kremb

WLA-online-Archiv, 45. Jahrgang 2006/2

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Inhaltsverzeichnis 1. kommentierte Auflage 1915:
Vorwort III
1. Kapitel. Die Verschiebungstheorie als Vermittelung zwischen den
Lehren von versunkenen Landbrücken und von permanenten
Ozeanen 1

2. Die Isostasie der Erdrinde 9

3. Salische Kontinentalschollen und simischer Meeresboden 15

4. Plastizität des Sal und Zähflüssigkeit des Sima 28

5. Kettengebirge, Inselgirlanden und Tiefseerinnen 34

6. Mechanik der Verschiebungen 42

7. Spaltung 48

8. Mögliche Ursachen der Verschiebungen 54

9. Der Atlantische Ozean 59

10. Gondwanaland 70

11. Polwanderungen 85

12. Messung der Verschiebungen 90
Inhaltsverzeichnis 4. Auflage 1929:
Erstes Kapitel: Geschichtliche Vorbemerkungen 1
Entstehung der Verschiebungstheorie 1. -- Charakter der
vorliegenden Auflage 2. -- Vorläufer 2.
Zweites Kapitel: Das Wesen der Verschiebungstheorie und ihr
Verhältnis zu den bisher herrschenden Vorstellungen über die
Änderungen der Erdoberfläche in geologischen Zeiten 4
Ehemalige Landverbindungen 4. -- Hypothese versunkener
Zwischenkontinente 8. -- Die Kontraktionstheorie 9. --
Beträge des Gebirgszusammenschubs 10.-- Radioaktive Wärme-
erzeugung 11. -- Flachseenatur der marinen Sedimente 12.
-- Wasserverdrängung der Zwischenkontinente 12. -- Isostasie 13.
-- Postglaziale Hebung Fennoskandiens 14. -- Permanenztheorie 16.
-- Theorie der Kontinentverschiebungen 17.

Drittes Kapitel: Geodätische Argumente 22
Zeitdauer der geologischen Perioden 22. -- Zu erwartende
heutige Verschiebungen 25. -- Anzeichen für Längenänderung
Grönlands nach Mondbeobachtungen 25. -- Nachweis der Verschiebung
Grönlands durch funkentelegraphische Längenbestimmung 28. --
Die Längendifferenz Nordamerika -- Europa 30 -- Änderung
der Länge von Madagaskar 31. -- Breitenänderungen 33.
Viertes Kapitel: Geophysikalische Argumente 34
Die beiden Häufigkeitsmaxima der Höhenverteilung 34.
-- Deutung derselben 36. -- Andere Deutungsversuche 37. --
Komplikationen beim Tiefseeboden 38. -- Schweremessungen 39.
-- Deutung derselben nach Pratt und Airy 40. -- Heutiges
Aufsteigen Skandinaviens und die Schwereverteilung 43. --
Geschwindigkeitssprung der Erdbebenwellen in 60 km Tiefe 45.
Fehlen der Schichtgrenze im Pazifik 46. -- Geschwindigkeit
seismischer Oberflächenwellen auf ozeanischem und kontinentalem
Gebiet 46. -- Andere seismische Verschiedenheiten