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Johannes Lundbeck:

Die biodynamischen Grundlagen der Befischung und die internationale Regulierung der Seefischerei

[Basics of the biodynamics of commercial fishing and international regulations on fishery]

1967. 367 Seiten, 79 Abbildungen, 18x26cm, 750 g
Language: Deutsch

(Handbuch der Seefischerei Nordeuropas, Band 11 Heft 2)

ArtNo. ES130011002, brosch., price: 50.00 €

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Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Wie wirkt sich die Befischung auf die natürlichen Fischbestände aus? Seitdem es eine moderne Seefischerei gibt, steht diese Frage im Vordergrund aller Diskussionen über die Fischerei, viele Kontroversen entstanden darüber. Internationale Organisationen sind ins Leben gerufen worden, nur um dieses Thema zu behandeln. Dennoch werden die widersprechendsten Auffassungen dazu vertreten. Im Rahmen des "Handbuches der Seefischerei" erschien daher eine ausführliche Übersicht zu diesem Zentralthema notwendig.

Die ersten Kapitel verfolgen die im Laufe von rund 100 Jahren gewonnenen Erfahrungen, die sich aus der Intensivierung der Befischung und im Gegensatz dazu aus der Schonung der Fischbestände, bedingt durch die letzten Kriege, ergaben. Die Fangstatistik wurde laufend verbessert, und allmählich wurden wissenschaftlich gesicherte Ergebnisse gewonnen.

Erst neuerdings fußen diese Deutungen auf der Grundlage der Biodynamik, die ausschließlich die ständig, d. h. praktisch seit Jahrzehnten erzielten, relativ hohen Fischausbeuten zu erklären vermag. Der Verfasser erklärt eingehend die Lebensgewohnheiten der Fische und alle Faktoren, die sie beeinflussen. Es wird besprochen, wie das Wachstum einer Fischpopulation vor sich geht, wie die Sterblichkeit den Bestand verkleinert und die individuelle Lebensdauer bestimmt, wie ferner die Fortpflanzung geregelt wird und wie sich die Brutentwicklung für die Bestandserhaltung auswirkt. Der Autor erläutert außerdem, wie regellose, gleichgerichtete und oszillierende, oder klimatisch bedingte Einwirkungen Schwankungen im Fischbestand hervorrufen. Bewußt wird dabei die mathematische Behandlung auf ein Minimum beschränkt, denn Gleichungen und Kurven sind zwar als Arbeitsmethode unentbehrlich, aber beweisen keine Gesetzmäßigkeiten.

Die Grundlage der biodynamischen Betrachtung beruht darin, die biologischen Vorgänge aufzuzeigen und diese in allen Einzelheiten zu verfolgen. Bei der Schilderung der Fangerträge wird besonders zwischen dem Einzelfang eines Fischereifahrzeuges unterschieden, der von der jeweiligen Bestandsstärke oder Dichte an Fischen abhängt und dem Gesamtfang in einem bestimmten Gebiet, dem die Bestandsproduktivität zugrunde liegt. Diese muß dem Gleichgewichtsbestand etwa entsprechen, der theoretisch einzig und allein zu betrachten ist. Früher rief gerade die unscharfe Trennung eines Einzelfanges vom Gesamtfang viel Verwirrung hervor. Zwar stehen beide miteinander in enger Beziehung, aber sie verändern sich ungleich. Noch ist heute nicht jedermann klar geworden, daß ein höherer Gesamtfang auf Kosten eines sinkenden Einzelfanges gehen muß, d. h., sinkt der Einzelfang, so ist dies ein unvermeidliches Übel und nicht von vornherein ein Zeichen für Überfischung.

Aus diesen grundsätzlichen Darlegungen des Verfassers lassen sich letztlich die möglichen Maßnahmen ableiten, die für die Regulierung der Seefischerei in Frage kommen. Zum Schluß des Werkes wird eine Übersicht der (bisher wenigen) internationalen Vereinbarungen gegeben, die für bestimmte Meeresgebiete getroffen wurden oder sich auf bestimmte Fischarten beziehen. Die vielerlei Unterlagen zu diesem Werk wurden vom Verfasser in jahrelanger, mühsamer Arbeit zusammengetragen. Für jeden Fischereiwissenschaftler ist das Buch unentbehrlich. Jeden Biologen interessiert es besonders deshalb, weil hier die Einwirkungen des Menschen auf eine natürliche Population, nämlich den Fischbestand, beschrieben werden, die sich mit Änderungen der natürlichen Umweltfaktoren verzahnen.

Content Description top ↑

What is the effect of fishing on the natural stock of fish? Ever since modern deep-sea fishing has been in existence this question has been in the foreground of all discussions on deep-sea fishing. There have been numerous controversies on the subject. International organisations have been inaugurated just to deal with this very subject. And yet, the most contradictory opinions have been expressed. Within the framework of "Handbuch der Seefischerei" ("Handbook To Deep-Sea Fishing") a detailed survey on this central point seemed vital. The opening chapters deal with experiences gained in the course of approximately 100 years resulting from intensified fishing and, in contrast to this, from the preservation of the fish stock conditioned by the last wars. Statistics on fishing have been continuously revised, and scientifically substantiated results have been gradually obtained.

It is only recently that evaluation of these has been established on the basis of biodynamics which exclusively can explain the relatively high yield of fish achieved over a continuous period, i. e. practically for decades. The author explains in detail the life and habits of fish and all factors exercising an influence on them. He comments on the growth of a fish population, how it proceeds, how the death-rate diminishes the stock and determines the individual duration of life, further, how the propagation is regulated and how the breeding development effects the maintenance of the stock. Furthermore, the author explains how irregular, equal and oscillating influences or such as conditioned by climate, produce fluctuations in the stock. Mathematical treatment is deliberately restricted to a minimum, for although equations and graphs are indispensable aids to working methods, they give no proof of natural development.

Biodynamic considerations as a basis offer the possibility of pointing out biological processes and of pursuing them in all details. In describing the fishing yield specific difference is made between single fishing from a fishing-boat which depends on the amount of stock or density of fish, and the total fishing in a certain region, which is based on stock productivity. This must approximately correspond to the balance of stock which theoretically alone is to be considered. Formerly much confusion was caused by not carefully distinguishing between single and total fishing. Though both are closely related to each other, yet they each change in a dissimilar way. Even today it is not always realised that a higher total catch must go at the expense of a dropping single catch, i. e. if the single fishing diminishes it has to be accepted as an unavoidable evil and not offhand as a sign of over-fishing.

Such fundamental considerations by the author finally give rise to possible measures that might be applied for regulating deep-sea fishing. The book is concluded by a survey of the international agreements (so far few in number) made for certain oceanic regions or referring to certain kinds of fish. The material for this work has been compiled by the author during long years of investigations with great care. It will be indispensable to scientists of fishery. Biologists will be particularly interested in the description of how man exercises an influence on a natural population, in this case the stock of fish, which is linked with the changes of natural factors of environment.

Inhaltsverzeichnis top ↑

Einleitung 1
Wahrheit und Irrtum des Überfischungsgedankens 8
Kulturbedingter Rückgang 9

Intensivierung der Fischerei 16
Erste wissenschaftliche Forschungen zur Überfischungsfrage 24
Die Erfahrungen aus der Kriegsschonung 33
Theoretische und praktische Kontroversen 48
Das Problem der Befischung in dynamischer Betrachtungsweise 63

Der Gleichgewichtsertrag 64
Der Höchstertrag 72

Das eumetrische Fischen 84
Das analytische Verfahren 102
Die Komponenten der Populationsdynamik 115
Primärproduktion und Nahrungskette 116
Stoffumsatz und Wachstum 126
Die Sterblichkeit 144
Der Nachwuchs 160
Natürliche Bestandesschwankungen 171
Die Erwärmung des Nordens 182
Mathematik des Fangertrages 195
Der Fischbestand 197

Der Einheitsertrag 206
Die Bestandesproduktion 219
Der Gesamtfang und die Befischungsintensität 237
Verfahren und Möglichkeiten zur Regulierung der Seefischerei 266
Die Sicherung des Nachwuchses 258
Die Abschöpfung der Wachstumsproduktion 269
Die Erhaltung und Vergrößerung eines Fischbestandes 286
Die Maßnahmen zur Regulierung der Seefischerei 298

Die ersten Regulierungspläne und -versuche 301
Das Musterbeispiel der pazifischen Heilbuttfischerei 309
Die internationalen Abkommen zur Regulierung der Fischerei im
Nordatlantik 320
Die wirtschaftliche, soziale und völkerrechtliche Seite der
Fischereiregulierung 342
Schriftenverzeichnis 364