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Landschaftsökologische Moorkunde

2. völlig neu bearbeitete Auflage

Hrsg.: Michael Succow; Hans Joosten

[Landscape ecology of mires]

2001. XIV, 622 Seiten, 223 Abbildungen, 136 Tabellen, 104 Farbabb., 21x29cm, 2190 g
Language: Deutsch

ArtNo. ES181200004, gebunden

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Keywords

peat moss sphagnum moss mire vegetation fen torfmoosmoorbog

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Das Interesse an Mooren wächst zunehmend. Sie sind wichtig für die Land- und Forstwirtschaft, die Rohstoff- und Wasserwirtschaft, für den Ressourcen- und Umweltschutz, aber auch für den allgemeinen Naturschutz sowie für ur- und frühgeschichtliche Funde.

Überall werden Moore entwässert, und der Abbau von Torf nimmt zu. Moore sind sehr vielfältig nutzbar und wichtige Ressourcen, mit denen äußerst haushälterisch umzugehen ist. Voraussetzung ist jedoch eine genaue Kenntnis der Moore und der darin ablaufenden Veränderungen.

Die sehr unterschiedliche Moorbildung, die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte, der stratigraphische Aufbau, die stofflichen Eigenschaften, die hydrologischen Bedingungen und die mannigfaltigen Vegetationsausbildungen der Moore werden unter Berücksichtigung der Nutzung in diesem Buch ausführlich geschildert.

Gegenüber der 1. Auflage, die sehr rasch vergriffen war, wird in der Neubearbeitung das damals verarbeitete Wissen auf den neuesten Stand gebracht. Die naturräumliche Kennzeichnung in kleinem und großem Maßstab wird fortgeführt, die wesentlichen Geokomponenten, also Substrat, Wasser, Relief und Vegetation, werden charakterisiert. Jetzt wird besonders auf die Prozeßabläufe in den Mooren eingegangen. Als Beispiele werden insbesondere die Moore Norddeutschlands beschrieben.

Das Buch mit vielen farbigen Abbildungen wurde unter Leitung von Michael Succow von 33 Spezialisten verfaßt. Es ist von größtem Interesse für alle, die sich mit den Mooren befassen: Geographen, Land- und Forstwirte, Botaniker, Zoologen, Hydrologen, Raumplaner, Straßenbauer, die Torfindustrie, Natur- und Landschaftsschutzbeauftragte, Geotopschutz.

Synopsis top ↑

The importance of mires to agriculture, forestry, landscape ecology, water resources and environmental protection is increasingly recognized.
All over the world, an increasing number of mires is drained and the extraction of peat is stepped up, destroying mires and making them unavailable as important resources for nature conservation and as habitats for plants and animals.

The conservation of mires requires detailed knowledge of mires, their ecology and the complex processes within them. This is where the completely revised second edition of this book comes in. The formation of mires, its history, stratigraphic structure and hydrology are discussed in detail, always considering mire use as an important angle.

Compared to the first edition of this work, which was out of print shortly after being published, the complete text has been updated and revised. The dichotomy of viewing mires both as small scale ecosystems as well as integrating them into a larger scale landscape context was kept and the principal components of mires, that is the substrate, water, relief and vegetation are characterized in detail. Emphasis is on the processes taking place in mires. The processes are documented in mires worldwide, but due the focus of the 33 authors, many examples are from central Europe and Northern Germany.

Many color illustrations and more than 600 large format pages make this book a valuable reference for geographers, landscape ecologists, foresters, botanists, zoologists, hydrologists, peat specialists.

Bespr.: Naturschutz-Info 2/2001, S. 59-60 top ↑

Moore gehören zu letzten natürlichen Lebensräumen in Mitteleuropa. Auch wenn ihre Zerstörung seit Jahrhunderten voranschreitet und viele Moore nicht zuletzt durch Nährstoffeintrage aus angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Flächen sowie aus der Luft degeneriert sind, bleibt der Besuch der wenigen

verbliebenen Moore ein faszinierendes Naturerlebnis. Wieviel Forschungswissen über Moore sich bereits angesammelt hat, vermittelt die von Succow und Joosten berausgegebene "Landschaftsökologische Moorkunde" in beeindruckender Weise. Sehr ausführlich und ins Detail gehend werden Entstehung, Standortprozesse, unterschiedliche Ausbildungsformen und die Vegetation dieses Lebensraumes charakterisiert. Der hohe wissenschaftliche Anspruch der Publikation erleichtert nicht gerade den Einstieg in dieses Standardwerk. Dennoch vermittelt sie vor allem aufgrund der Vielzahl beeindruckender Farbfotos auch dem interessierten Laien einen faszinierenden Einblick in den Lebensraum Moor.

Profund recherchiert sind auch die Kapitel zu Schutz, Revitalisierung und möglichen naturverträglichen Nutzungsformen von Mooren, in denen jeweils der neueste Stand der Forschung dargestellt wird. Insgesamt bietet die Moorkunde eine der kompetentesten Darstellungen zum Thema und ist deshalb gleichermaßen Wissenschaftlern und interessierten Laien als Lehrbuch und Nachschlagewerk zu empfehlen.

Jochen Dümas

Naturschutz-Info 2/2001, S. 59-60

der Aufschluss 6, Jg. 52, Nov./Dez. 2001, H 4820 top ↑

"O, schaurig ist's übers Moor zu gehen, wenn es wimmelt vom Heiderauche, sich wie Phantome die Dünste drehn und die Ranke häkelt am Strauche." Das Gedicht "Der Knabe im Moor" von Annette von DROSTE-HÜLSHOFF zeigt, wie sich die Einstellung zum und die Wahrnehmung des Moores in den letzten 200 Jahren gewandelt hat. Die "Landschaftsökologische Moorkunde" stellt hierbei einen wertvollen Beitrag dar, dem naturwissenschaftlich oder naturinteressierten Leser das Moor als Element des Landschaftsmosaiks näher zu bringen.

Die "Moorkunde" ist sowohl fachwissenschaftlich wie auch wissenschaftstheoretisch sehr anspruchsvoll geschrieben und nur der kluge Aufbau des Gesamtwerkes und der einzelnen Kapitel ermöglicht es dem Leser, dem fächerübergreifenden Ansatz in seiner Komplexität folgen zu können. Die "Einführung" ist deshalb weniger eine Einführung zum Begriff "Moor", sondern stellt vielmehr den begrifflichen und betrachtungsstrategischen Apparat zum Aufbau des Buches zur Verfügung. Die Einführung aufmerksam zu lesen ist sehr wichtig, da sich dem Leser die Philosophie, die zum Verstehen der "Moorkunde" notwendig ist, sonst kaum erschließt. Denn obwohl von einem Kollektiv geschrieben stellt das Buch keine "Sammlung" von inhaltlich verknüpfbaren Aufsätzen dar, sondern wirkt wie "aus einem Stück gegossen", zusammengehalten durch und sich leitenlassend von dem Ansatz der landschaftsökologischen Betrachtungsweise.

Entsprechend diesem Ansatz sind die folgenden Kapitel nicht klassisch nach den Geokomponenten wie Klima, Wasser, Boden etc. aufgebaut, sondern in eine topische und Chorische Betrachtung untergliedert. Zunächst werden die (vertikalen) Prozesse, die sich auf Moorstandorten abspielen anschaulich und vergleichend geschildert, ehe in einem weiteren Kapitel diese Prozesse zu einer abiotischen Kennzeichnung von Moorstandorten, ebenfalls auf topischer Ebene zusammengeführt werden. Dabei wird der Mensch als landschafts- und prozessmodifizierender Faktor rezenter Naturlandschaften stets gebührend berücksichtigt. Vor allem im Kapitel "Vegetationskundliche Kennzeichnung von Mooren (topische Betrachtung)" kommt der landschaftskundliche Ansatz des Gesamtwerkes hervorragend zum Tragen. Die sehr klare Einführung in das "Konzept der Vegetationsform" ermöglicht es dem Leser, der Logik der geobotanischen Ausgliederung der bioindikatorisch begründeten Vegetationseinheiten zu folgen.

Mit der Betrachtung der "Moorlandschaften aus hydrologischer Sicht" (Kapitel 5) beginnt folgerichtig die Chorische Betrachtungsweise. Bemerkenswert ist hier unter anderem die starke Reminiszenz an die russische Moorkunde (wie das ganze Werk eine Reminiszenz an die landschaftskundliche Schule von L.S. Berg und N. A. Solnzew sind, aus der ja Richter und Haase sowie die ostdeutsche Landschaftskunde allgemein stark geschöpft haben). Das Kapitel ist so geschrieben, dass es sich auch dem physikalisch weniger gebildeten Leser verbal erschließt, aber auch dem Hydrologen durch die Beschreibung der Sachverhalte mittels Formeln genüge getan wird.

Nach dem nun das Rüstzeug zum Verstehen eines Moores als horizontales und laterales Beziehungsgefüge beim Leser vorhanden ist, folgen die Kennzeichnung und Typisierung von Moorlandschaften. Wer hier nun, vielleicht durch den Buchtitel "Landschaftsökologische Moorkunde" etwas getäuscht, eine Übersicht über die Moore weltweit erwartet, wird "enttäuscht"; die betrachteten Regionen befinden sich alle in Eurasien. Aber dafür enthält das Buch etwas, was der Titel nicht verspricht, nämlich in Kapitel 8 und 9 eine ausführliche Darstellung zur anthropogenen Veränderung der Moore und ihrer Nutzung. Einen überaus wichtigen Beitrag stellen dabei die Ausführungen zur Revitalisierung von Moorökosystemen dar. Wobei wir wieder am Anfang sind. Vom "schaurigen Moor" durch das Verstehen von Mooren und Moorlandschaften über ihre Nutzung hin zu ihrem Schutz und ihrer Revitalisierung war es ein Weg von 200 Jahren, ein wichtiges Zeichen auf diesem Weg setzt die "Landschaftsökologische Moorkunde", herausgegeben von Michael Succow und Hans Joosten.

Dr. Michael ZIERDT,

der Aufschluss 6, Jg. 52, Nov./Dez. 2001, H 4820

Bespr.: TELMA Band 31, Nov. 2001 top ↑

Aus dem Bereich der Moorkunde und Moorökologie gibt es im deutschsprachigen Raum nur wenige Bücher, die sich als anerkannte Standardwerke unter den Fachwissenschaftlern etabliert haben. Neben der ,Botanisch-geologischen Moorkunde' von F. -VERBECK aus dem Jahr 1975 und der "Moor- und Torfkunde" von KH. GÖTTLICH (1. Auflage 1976) gehört die ,Landschaftsökologische Moorkunde' von M. Succow von 1988 (1. Auflage in VEB G. Fischer Verlag, Jena) zu den meist genutzten und zitierten und leider seit langem vergriffenen Werken.

Mit viel Spannung und Erwartung wurde deshalb auf die zweite, völlig neu überarbeitete Auflage der "Succow'schen Moorkunde" gewartet. Bereits vor mehr als zwei Jahren angekündigt, erschien sie schließlich im Frühjahr diesen Jahres in den Regalen des Fachbuchhandels und der Bibliotheken.

Die überarbeitete Ausgabe zeigt beachtliche Neuerungen: Während 1988 MICHAEL SUCCOW als alleiniger Autor herausgab, lud er nun HANS JOOSTEN - seinen Kollegen und sehr erfahrenen Moorexperten - für die Editierung und Überarbeitung des Werkes ein. Außerdem waren weitere 31 Moorwissenschaftler am Text des Buches beteiligt.

Trotz der gründlichen Neubearbeitung bleibt der bewährte Tenor des Buches erhalten. Die mittlerweile weit anerkannte naturräumliche Kennzeichnung und Typisierung der Moore in der Chorischen und der topischen Betrachtung in verschiedenen Maßstabsebenen wird fortgeführt, jedoch aufgrund der neuesten Erkenntnisse aktualisiert und erweitert. Die zum Verständnis der Kennzeichnung und Typisierung notwendigen Grundlagen zu einzelnen Geokomponenten der Moore (Wasser, Substrat, Vegetation, Relief) werden von den Mitautoren detailliert und nach dem neuesten Stand des Wissens bearbeitet. Besondere Erwähnung verdient das neu konzipierte Kapitel über die Moor-Hydrologie von Frank Edom, das sich erstmals ausführlich auch mit der russischen Schule der Moorhydrologie auseinandersetzt und auch die Wasserbilanz sowie die dynamische und ökosystemare Moorhydrologie aufarbeitet.

Auch in den übrigen Kapiteln wird gegenüber der ersten Auflage verstärkt auf die Erläuterung der funktionellen Zusammenhänge und Prozesse in Mooren Wert gelegt. Dabei wird auf die neuesten Ergebnisse sowohl der deutschen als auch der internationalen Moorforschung zurückgegriffen (selbst die dazu verwendeten Literaturquellen benötigen 43 Seiten, und stellen damit eine eigene umfassende aktuelle Moorbibliographie dar). Insgesamt ist sehr positiv zu bewerten, dass neben der Handschrift des Erstautors ausreichend Platz und Spielraum für neue und moderne Auffassungen zu moorkundlichen Themen blieb und damit die durchaus gewünschte Fortsetzung einer fachlichen Diskussion ermöglicht wurde. Die Mehrzahl der Autoren stammt aus der Greifswalder Moor-Gruppe um Michael Succow und nahezu alle Autoren sind in den ostdeutschen Bundesländern tätig. Es ist daher verständlich und wird auch im Buch mehrmals erwähnt, dass im Buch der (nord-) ostdeutsche Raum im Vordergrund steht. (Vielleicht ist das Buch auch eine Herausforderung für Moorexperten, das etwas vernachlässigte Süddeutschland und die alpinen Moore einer vergleichbar präzisen Bearbeitung zu unterziehen.)

Bei den internationalen Beispielen werden vorrangig neue Kenntnisse und Erfahrungen der Autoren aus den osteuropäischen Ländern und der ehemaligen UdSSR aufgearbeitet und mit hervorragenden Farbfotos dokumentiert.

Bei der hohen Zahl an Mitautoren und dem sicherlich enormen Aufwand bei der editorialen Arbeit der Herausgeber sind einige formale Fehler und Schwachpunkte nahezu unausweichlich. Einige Abbildungen (Grafiken) wirken wegen großer Datenmengen überladen und schwer lesbar (vgl. z. B. S. 133). Ähnliches gilt auch für einige Tabellen (z. B. S. 166- 167), die oft sehr unterschiedliche Schriftarten nutzen. Auch auf die Formatierung - z. B. Übertrag von Kopfzeilen bei mehrseitigen Tabellen (vgl. S. 176- 177) sollte man achten. In den Abbildungen der Moorprofile werden die einzelnen Substratschichten unterschiedlich gekennzeichnet (durch Text, wie z. B. S. 389-397, durch graphische Symbole, wie z.B. S. 332-333, 384-385, oder durch die Kombination von beiden, S. 328). Ein Hinweis in den Abbildungsunterschriften auf die Legende der graphischen Symbole (Seite 318) würde dem Leser das Verständnis erleichtern und das Suchen ersparen, zumal zu erwarten ist, dass das Buch oft als Nachschlagewerk verwendet wird.

Auf 557 Seiten des Haupttextes wird der heutige Stand des Wissens zur ökologischen Moorkunde zusammengefasst, mit anderen Worten - auf verhältnismäßig begrenztem Raum wird ein enormes Pensum von Fakten und Daten präsentiert. Dadurch ist die neue ,Landschaftsökologische Moorkunde' (auch im Vergleich mit der ersten Fassung) auf keinen Fall ein leicht lesbares Werk und setzt auch gewisse (moor-)ökologische Grundkenntnisse voraus. Aber jeder, der sich mit moorrelevanten Fragen beschäftigt, findet hier reichhaltige und exakte Auskünfte auf einem hohen professionellen Niveau. Hauptsächlich deshalb, aber auch wegen der hohen Druckqualität des Buches, ist der verhältnismäßig hohe Preis (EUR 76,-) durchaus angemessen.

Vor langer Zeit angekündigt, und in diesem Jahr erschienen - man kann mit Sicherheit sagen: Das Warten hat sich gelohnt.

J. SLIVA

TELMA Band 31, Nov. 2001

Bespr.: Tuexenia 21, 2001, S. 300 top ↑

Moore nehmen eine Sonderstellung innerhalb der Landökosysteme ein und werden seit langem von verschiedenen Disziplinen untersucht, sowohl aus wissenschaftlichem wie praktischem Interesse. So gibt es eine schwer überschaubare Fülle von Literatur, von ganz lokalem bis zu großräumigem Blickwinkel. Moore gehören zudem seit längerem zu den besonders bedrohten Ökosystemen, so dass gute Grundlagenkentnisse für ihre Erhaltung notwendig sind. Der erste Verfasser hat sich seit seiner Jugend eingehend mit vorwiegend ostdeutschen Mooren befaßt und ihre Zerstörung seit den 1960er Jahren miterlebt, wie er im Vorwort eindrücklieh schildert. Seine breiten Kenntnisse wurden erstmals in der ersten Auflage dieses Buches (1988) umfassend dargelegt. Nach der Wende wurden von Greifswald aus neue Moorforschungsprojekte konzipiert und durchgeführt, mit zunehmend internationaler Ausrichtung und breiter Thematik. Das erweiterte Wissen findet in der jetzt vorliegenden, wesentlich umfangreicheren zweiten Auflage der Moorkunde seinen Niederschlag. Die große Themenvielfalt läßt sich bereits aus dem umfangreichen Autorenstab von 33 Wissenschaftlern erahnen, die eigenständige Beiträge verfaßt haben.

Das Buch gliedert sich in 9 Hauptkapitel, deren reine Aufzählung schon diese Besprechung überfordert. Sowohl die abiotische wie biologische (ohne Tiere!) und landschaftsökologische Sicht sind mit vielen Einzelkapiteln vertreten, ausmündend in die globale Typisierung ganzer Moorlandschaften und in pflanzengeographische Analysen mit einem reichhaltigen Anhang eindrucksvoller Farbfotos. Ein eigenes Hauptkapitel ist der Genese und dem Aufbau ostdeutscher Moore gewidmet, die auch allgemein einen Schwerpunkt bilden. Die Schlußkapitel gehen auf anthropogene Moorveränderungen, Nutzung und Schutz mit vielen Beispielen ein, wobei die Revitalisierungsmöglichkeiten eine wichtige und aktuelle Rolle spielen. In einem Anhang werden tabellarisch hydrologische und ökologische Moortypen Torfarten, Zersetzungsgrade, Bodentypen u. a. kurz zusammengefaßt, was die Ansprache im Gelände erleichtert. Über 40 Seiten Literatur zeigen das existierende breite Datenmaterial und ermöglichen den Einstieg in Detailfragen.

Aus vegetationskundlicher Sicht ist der stark angewandte Aspekt der Bioindikation mit "Vegetationsformen" (VF) hervorzuheben. Dies sind fein abgestufte Vegetationseinheiten auf der Grundlage von Zeigerartengruppen, die relativ variabel sowohl lokal als regional zur Indikation ökologischer (und dynamischer) Verhältnisse verwendet werden können. Im pflanzensoziologischen System entsprechen sie oft feineren Untereinheiten von Assoziationen. So wird ein System höherer Einheiten entwickelt das über ökologisch verwandte VF-Gruppen zu Formationsgruppen und -klassen führt. Inhaltlich gibt es hier zwar gewisse Ähnlichkeit zum Formationssystem, aber die Grundlage ist eine andere, so daß man wohl besser eine eigene Nomenklatur entwickelt hätte. Der Vorteil der VF liegt in der guten und jeweils anpaßbaren Anwendbarkeit. Ein Nachteil ist die hohe Diversität an Artengruppen und Einheiten. Zwar wird versucht, die VF bestimmten Syntaxa zuzuordnen, es fehlt aber eine entsprechende syntaxonomische Übersicht, die bei vielen Lesern nicht vorausgesetzt werden kann. Ohne Zweifel ist dies das aktuelle Standardbuch für alle Fragen der Moorkunde. Das relativ große, etwas ungewohnte Format ermöglicht klare Textgliederung und übersichtliche Wiedergabe zahlreicher Abbildungen und Tabellen, Ergebnisse zeitaufwendiger Vorarbeiten. Das Buch ist seinen Preis (EUR 76.00) wert und gehört in jede geobotanische und/oder moorkundliche Bibliothek.

H. Dierschke

Tuexenia 21, 2001, S. 300

Bespr.: GMIT 7, März 2002, S. 87 top ↑

Mit viel Spannung und Erwartung wurde auf die zweite, völlig überarbeitete Auflage der "Succow'schen Moorkunde" gewartet. Während 1988 Michael Succow die er. Auflage als alleiniger Autor herausgab, lud er nun Hans Joosten - einen sehr erfahrenen Moorexperten - für die Überarbeitung des Werkes ein, an dem weitere 31 Wissenschaftler beteiligt sind.

Der bewährte Tenor des Buches bleibt erhalten. Die weit anerkannte naturräumliche Kennzeichnung und Typisierung der Moore in der chorischen und der topischen Betrachtung in verschiedenen Maßstabsebenen wird aktualisiert und erweitert. Die zum Verständnis der Kennzeichnung und Typisierung notwendigen Grundlagen zu einzelnen Geokomponenten der Moore (Wasser, Substrat, Vegetation, Relief) werden nach dem neuesten Stand des Wissens ergänzt. Besondere Erwähnung verdient die neu konzipierte Moor-Hydrologie von Frank Edom, die sich erstmals ausführlich mit der russischen Schule der Moor-Hydrologie auseinandersetzt und auch die Wasserbilanz sowie die dynamische und ökosystemare Moor-Hydrologie aufarbeitet.

Auch in den übrigen Kapiteln wird verstärkt auf die Erläuterung der funktionellen Zusammenhänge und Prozesse in Mooren Wert gelegt. Insgesamt ist sehr positiv zu bewerten, dass ausreichend Spielraum für neue Auffassungen zu moorkundlichen Themen blieb. Die Mehrzahl der Autoren stammt aus der Greifswalder Moor-Gruppe um Michael Succow; nahezu alle Autoren sind in den ostdeutschen Bundesländern tätig. Daher steht der (nord-) ostdeutsche Raum im Vordergrund. Bei den internationalen Beispielen werden vorrangig neue Erfahrungen aus den osteuropäischen Ländern und der ehemaligen UdSSR aufgearbeitet und mit hervorragenden Farbfotos dokumentiert.

Bei der hohen Zahl an Mitautoren sind einige formale Fehler und Schwachpunkte nahezu unausweichlich. Einige Abbildungen (Grafiken) wirken wegen großer Datenmengen überladen und schwer lesbar (z.B. S. 133). Ähnliches gilt auch für einige Tabellen (z.B. S. 166-167), die oft sehr unterschiedliche Schriftarten nutzen. Auch auf die Formatierung - z.B. Ubertrag von Kopfzeilen bei mehrseitigen Tabellen (vgl. S. 176-177) - sollte man achten. In den Abbildungen der Moorprofile werden die einzelnen Substratschichten unterschiedlich gekennzeichnet (durch Text, wie z.B. S. 389-397, durch graphische Symbole, wie z.B. S. 332-333, 384-385, oder durch die Kombination von beiden, S. 328). Ein Hinweis in den Abbildungsunterschriften auf die Legende der graphischen Symbole (S. 318) würde dem Leser das Verständnis erleichtern und das Suchen ersparen, zumal das Buch wohl oft als Nachschlagewerk verwendet werden wird.

Auf 557 Seiten des Haupttextes wird der heutige Stand des Wissens zur ökologischen Moorkunde zusammengefasst und damit ein enormes Pensum von Fakten und Daten präsentiert. Aber jeder, der sich mit moorrelevanten Fragen beschäftigt, findet hier reichhaltige und exakte Informationen auf einem hohen professionellen Niveau. Hauptsächlich deshalb, aber auch wegen der hohen Druckqualität des Buches, ist der verhältnismäßig hohe Preis (76,- EUR) durchaus angemessen.

Vor langer Zeit angekündigt, und in diesem Jahr erschienen - man kann mit Sicherheit sagen: Das Warten hat sich gelohnt.

Jan Sliva, Weihenstephan

GMIT 7, März 2002, S. 87

Bespr.: Hydrologie und Wasserbewirtschaftung 46. 2002, H. 3, S. 152, 153 top ↑

Gute zwei Kilogramm Buch! War schon der Vorgänger ein Schwergewicht, was die Bedeutung des Inhaltes anging, so kann sein Nachfolger dies nun auch in Sachen Ausführlichkeit, Anschaulichkeit und Aktualität behaupten. Dafür hat die zweite Auflage des deutschsprachigen Standardwerkes für Moorkunde aber auch lange auf sich warten lassen. Die ersten Ankündigungen und Subskriptionsangebote sind schon doppelt und dreifach verjährt. Kein Wunder, werden Freunde des "Moorpapstes" Prof. Dr. Michael Succow sagen. Sie wissen, dass der Träger des alternativen Nobelpreises 1997 immer in Aktion, aber selten daheim in Greifswald ist, um sich als Lektor zu verdingen. Meist weilt er in den Weiten des Ostens, um mit seinem charismatischen Einsatz für den Naturschutz, mit Hilfe seines guten Rufes und natürlich seinem guten Draht zu den Regierenden einen Nationalpark nach dem anderen aus der Taufe zu heben.

Aber auch für dieses neue Werk, das von Herrn Succow und dem Paläoökologen Dr. Hans Joosten herausgegeben wird, gilt: Was lange währt, wird endlich gut - um nicht zu sagen: erstklassig. Denn hinter dem unauffälligen Titel "Landschaftsökologische Moorkunde" verbirgt sich ein Kompendium des Wissens über Moore schlechthin. Wer etwas über die Phosphor-Umsetzungsprozesse in Torfen wissen möchte, sich für die hydraulischen Eigenschaften von Akrotelm und Katotelm interessiert, wird hier ebenso fündig werden wie Personen, die nach einer Klassifizierung der Moore suchen - nach welchen Kriterien auch immer: Hier werden alle denkbaren Merkmale der Moore ausführlich dargestellt, die Wechselbeziehungen und ökologischen Zusammenhänge anschaulich und umfassend diskutiert. Die Klassifizierungen basieren auf einer gewaltigen Datenfülle und sind somit bestens fundiert (Wie sonst kommen wohl über 40 Seiten eng gedrucktes Literaturverzeichnis zusammen?). Dabei ist ein Löwenanteil der Daten und der resultierenden Klassifikationen ein Ergebnis genuiner Arbeit aus der Forschungs-Umgebung der Autoren.

Der Aufbau des Buches spiegelt den klassischen naturkundlichen Ansatz der bottom-up-Betrachtung wider: Es beginnt mit den Prozessen und abiotischen Eigenschaften der Moore auf topischer Ebene und kommt über die Vegetationskunde zur chorischen Betrachtung, zunächst aus hydrologischer Sicht, dann aus einer ganzheitlichen landschaftsökologischen Perspektive.

Für die Gemeinde der MoorkartiererInnen gibt es ein besonderes Schmankerl: Die gesamte TGL 24 300/04, die bisher nur als vergilbtes Blättchen in den Schränken der "alten Hasen" oder in den Archiven weniger Bibliotheken aufzustöbern war, ist jetzt auf alterungsbeständigem Papier vollständig neu abgedruckt. Dieser DDR-Kartierstandard aus den 70er Jahren verhält sich gegenüber der Bodenkundlichen Kartieranleitung Westdeutschlands wie ein Diamant zu einem Stück Kohle. Dies soll mitnichten ein Affront gegen die AG Bodenkunde sein, aber im Westen gab es eben nicht so viele Moore zu kartieren...

Die Otto-Stiftung machte es möglich, dass in der Mitte des Buches 104 farbige Fotos einen eindrucksvollen Überblick über die Moore der Welt geben. Die wissenschaftliche und private Herkunft der Autoren lässt sich mithin nicht leugnen: So stammen die meisten Beispiele im Text aus Nordostdeutschland, dieser Region ist sogar ein Hauptkapitel gewidmet.

Last, aber mit Sicherheit not least, werden die anthropogenen Veränderungen und Möglichkeiten zum Schutz der Moore diskutiert. Dabei kommen bei den LeserInnen folgende Botschaften an:

- Das Prinzip: Moore spielen eine zentrale Rolle im Landschaftswasser- und -stoffhaushalt. Sie bremsen den Wasserabfluss und speichern Nährstoffe. Moorlandschaften sind geologisch jung und in unseren Breiten oft selbsterhaltend, da hier die Bildungsbedingungen in vielen Fällen schon längst nicht mehr vorherrschen. Daher ist die Zerstürung der Funktionstüchtigkeit der Moore durch Entwässerung oft irreversibel.

- Die Folgen: Der anthropoge, bereits stark beschleunigte Wassertransport aus der Landschaft (Entwaldung, Bodenverdichtung und -versiegelung, Dränage) wird auch durch die Moore, die oft den Vorflutern wie Filter vorgeschaltet sind, nicht mehr gebremst. Nährstoffe, die durch die Flächennutzung und durch den beschleunigten Abfluss vermehrt mit transportiert werden, werden nicht mehr heraus gefiltert - im Gegenteil: Die gespeicherten Stoffe werden durch die Mineralisierung der Torfe remobilisiert. Und all dieses Nährstoff überfrachtete Wasser landet zuerst in den Flüssen und dann im Meer, der ultimativen Nährstofffalle, während die Landschaften des Binnenlandes "austrocknen".

- Die Zukunft: Schutz der noch intakten Moore und Revitalisierung der entwässerten Moore, wo immer es geht - allgemein: Entschleunigung des Landschafts-Wasserhaushaltes, Förderung der landschaftsökologischen Selbstreinigungskräfte.

Auch in diesen Kapiteln gilt wie in dem gesamten Werk die Maxime: Beispiele sagen mehr als sophistische Klügeleien. Und: Erfolgreiche Beispiele der Revitalisierung von Mooren motivieren zur Nachahmung. Man denke nur an die vielfältigen Möglichkeiten, im Rahmen der naturschutzfachlichen Eingriffsregelung einen Eingriff in den Landschafts-Wasserhaushalt mit der Revitalisierung eines Moores zu kompensieren.

Einen Nachteil hat das Buch aber doch: Wenn es auch aufgrund seiner Größe und Schwere nicht so leicht zu entwenden ist, so hat es doch etwas, das wohl jede Bibliothekarin schwer seufzen lässt: eine durchsichtige Lasche in der Innenseite des hinteren Buchdeckels mit zwei Beilagen in äußerst kopierunfreundlichem Format. Wollen wir hoffen, dass es in Zukunft genug BaföG geben wird, dass sich die Studierenden das Buch kaufen oder die Beilagen (auf welche neuartige Weise auch immer) vervielfältigen können, damit die Bibliotheken und ihre Nutzer/innen lange etwas von diesem einzigartigen Werk haben werden.

Ich wünsche dem Buch eine weite Verbreitung und den Mooren eine vitale Zukunft!

B. Goldschmidt, Koblenz

Hydrologie und Wasserbewirtschaftung 46. 2002, H. 3, S. 152, 153

Bespr.: Geographie und Schule, Heft 138, S. 46/47, AULIS Verlag Deubner GmbH & C top ↑

Das in jeder Hinsicht gewichtige Buch behandelt das Thema Moore aus vielschichtiger Perspektive, wobei der landschaftsökologische Aspekt für einen integrativen Zusammenhang sorgt.

Folgende Kapitel werden ausführlich und differenziert behandelt: Prozesse auf Moorstandorten; Abiotische Kennzeichnung von Moorstandorten; Vegetationskundliche Kennzeichnung von Mooren; Moorlandschaften aus hydrologischer Sicht; Kennzeichnung und Typisierung von Moorlandschaften; Genese und Aufbau der Moore an Beispielen Ostdeutschlands; Zur anthropogenen Veränderung von Mooren; Nutzung der Moore -- Schutz der Moore.

Geographie und Schule, Heft 138, S. 46/47
AULIS Verlag Deubner GmbH & Co. KG

Bespr.: Landnutzung und Landentwicklung, Heft 5/2002, S. 232 top ↑

Die erste Auflage erschien 1988 bei Fischer, Jena und Gebr. Borntraeger, Stuttgart. Der Aufschwung der nationalen und internationalen Moorforschung nach Rückkehr von Succow an die Universität Greifswald (1992) und den Aktivitäten von Joosten am Botanischen Institut in Greifswald (seit 1996) wird auch in der vorliegenden zweiten Auflage deutlich. Die Beiträge der 33 Autoren sind wie folgt gegliedert: 1 Einführung, 2 Prozesse auf Moorstandorten (topische Betrachtung), 3 Abiotische Kennzeichnung von Moorstandorten (topische Betrachtung), 4 Vegetationskundliche Kennzeichnung von Mooren (topische Betrachtung), 5 Moorlandschaften aus hydrologischer Sicht (Chorische Betrachtung), 6 Kennzeichnung und Typisierung von Moorlandschaften (Chorische Betrachtung), 7 Genese und Aufbau der Moore an Beispielen Ostdeutschlands, 8 Zur anthropogenen Veränderung der Moore, 9 Nutzung der Moore - Schutz der Moore sowie Anhang (Aufnahme landwirtschaftlich genutzter Standorte (TGL 24 300/04 Moorstandorte) mit: Gliederung der Moorstandorte; Torf- und Muddearten, Zersetzungsgrad der Torfe; Moorsubstrate und Moorsubstrattypen; Horizonte, Bodentypen und Bodenformen; Prüfprotokoll. Herausgeber und Verlag ist zu diesem hervorragend gelungenen Buch (dies betrifft sowohl Inhalt als auch Aufmachung) zu gratulieren. Es ist nicht nur ein gutes, es ist auch ein schönes Buch. Die "topische und chorische Betrachtung" dürfte der eine oder andere Leser nicht verstehen: Der "Top" ist ein "Areal relativer Gleichförmigkeit", d. h. ein Raum, dessen vertikale Komponenten (z.B. Lufthülle, Vegetation, Boden, Gestein) in flächiger Betrachtung homogen sind. Die einzelnen Tope sind zu Mosaiken (den "Choren"), die räumlich heterogen sind, vernetzt. Eine Chore bildet somit ein Areal mehrerer Tope, die zueinander in lateraler Beziehung stehen (Erläuterung der Buchautoren).

K. Lecher, Hannover

Landnutzung und Landentwicklung, Heft 5/2002, S. 232

Landnutzung und Landentwicklung

Bespr.: Botanik und Naturschutz in Hessen 15, 2002 top ↑

Nach der 1988 erschienenen, nach Aussage des Verlages rasch vergriffenen und in den hessischen Bibliotheken häufig bereits verschollenen 1. Auflage ist dies beliebte Lehrbuch nun wieder verfügbar. In der Neubearbeitung wird das seither hinzugekommene Wissen einer zusammenfassenden Darstellung unterzogen. Von den 33 Autoren entstammen die meisten "einer Schule", so dass das Werk nicht wie ein Flickenteppich erscheint, sondern schlüssig in Aufbau und Gliederung ist. Zuerst wird eine allgemeine Einführung und Begriffsbestimmung über Moor, Landschaftsökologie und Naturraumkunde gegeben, die der weniger mit der Materie vertraute Leser genau durcharbeiten sollte, denn ein Glossar ist leider nicht vorhanden. Hier wie auch in den folgenden Kapiteln fallen aber die übersichtlichen Zusammenstellungen in den Tabellen und Abbildungen ins Auge. Die Definitionen sind schlüssig und gut verständlich. Die folgenden fünf Kapitel widmen sich der Kennzeichnung (abiotisch, vegetationskundlich, hydrologisch) und Typisierung der Moore sowie den Prozessen in Mooren in der topischen und chorischen Betrachtungskomponente. Eine Übersicht über die Moorregionen Europas ist durch zahlreiche Farbfotos veranschaulicht.

Auch wenn von Mooren im Allgemeinen die Rede ist, werden doch immer die Beispiele aus dem (nord-)osteuropäischen Tiefland für die konkreteren Ausführungen herangezogen. Das wird in den Kapiteln 7, 8 und 9, die naturnahe und anthropogen veränderte Moore charakterisieren sowie zukünftige Nutzung und Schutz von Mooren diskutieren, noch deutlicher. Michael Succow spricht hier selbst von einer eher regionalen Moorkunde. Der Verzicht auf detailliertere Darstellungen aus anderen Moorregionen ist es auch, der dem hessischen Leser unangenehm auffallen wird, hat er doch unter dem allgemeinen Titel, wenn schon nicht eine weltweite, so doch wenigstens eine europa- oder bundesweite Darstellung erwarten können. Das hessische Gebiet wird nur in einer Übersicht erwähnt. Neue Impulse sind aus den Arbeiten des nordostmitteleuropäischen Raumes ja nicht ohne weiteres auf das hiesige Gebiet übertragbar. Die Bilanzen zum Moorverlust und die Ausführungen über die anthropogenen Veränderungen der Moore sind allerdings äußerst eindrucksvoll.

Bei der Bearbeitung fällt generell die hydrologisch-vegetationsökologische Schwerpunktsetzung auf. Nur in einem konkreten Beispiel sind auch ökofaunistische Untersuchungen angeführt, was zwar für die Landschaftsökologie symptomatisch, aber dennoch in einem solchen Lehrbuch und vor dem Hintergrund der Erwähnung, dass sich die "Fauna als ein sehr schnell reagierender Indikator" anbietet, zu bemängeln ist. Das "Konzept der Vegetationsformen" (ökologisch-soziologische Artengruppen zur Bioindikation) ist als für den Landschaftsökologen praktisch handhabbare Kennzeichnung von Naturräumen für den Vegetationskundler zwar gewöhnungsbedürftig, aber in sich schlüssig und gut begründet. Ein 43 Seiten umfassendes Literaturverzeichnis erschließt dem Leser einen Einstieg in die wissenschaftlichen Details besonders der ostdeutschen Moorforschung; auch "graue" Literatur wie Diplomarbeiten oder Projektberichte ist aufgeführt.

Das Buch leistet einen wichtigen Beitrag zum Erschließen der komplexen Sachverhalte in den Moorökosystemen (ist doch jedes Moor quasi ein "Individuum"). Vor dem Hintergrund, dass Deutschland inzwischen 99?% seiner einst wachsenden Moore verloren hat, sind genaue Grundlagenkenntnisse für die Erhaltung der verbliebenen Restflächen außerordentlich wichtig. Bleibt zu wünschen, dass qualitätsmäßig ebenbürtige Werke auch für die beiden weiteren europäischen Moorregionen aktualisiert beziehungsweise erstellt werden. Das Buch ist jedem moorkundlich interessierten Leser zu empfehlen.

Ellen Ploß

Botanik und Naturschutz in Hessen 15, 2002

Bespr.: Corax Band 19, Heft 1/2002, S. 26 top ↑

Alles klar? Wem bei der hydromorphologischen Grundgleichung noch nicht die Ohren schlackern, der kriegt spätestens bei der Stoffhaushaltsgleichung zur mathematischen Darstellung der Zusammenhänge zwischen Hydromorphologie und Stoffhaushalt in Mooren erste Schweißperlen auf der Stirn. Denn 33 Fachwissenschaftler überwiegend aus der moorkundlichen Hochburg Greifswald wirkten bei der geballten Ladung neuester moorwissenschaftlicher Erkenntnisse in der jüngst erschienenen Moorf(b)ibel herausgegeben von den international bekannten Moorpäpsten Michael Succow und Hans JOOSTEN mit. Gehirnzellen werden beim Konsumieren ebenso gefordert wie Hand- und Armmuskeln beim Händeln des mehr als 2 kg schweren großformatigen Werkes. Nicht unbedingt eine Nachttischlektüre, sondern eher als Nachschlagewerk geeignet - in Häppchen zu verarbeiten und zu genießen. Genießen darf, was Genuss bereitet, die kundige Fachfrau ebenso wie der moorkundlich interessierte Ornithologe mit Sinn fürs Detail und prozesshaftes Denken. Denn die Prozessabläufe stehen im Vordergrund der völlig neu überarbeiteten zweiten Auflage. Gegenüber der 1. Auflage, die schnell vergriffen war und in der moorkundlichen Fachwelt für so manches "Aha"-Erlebnis sorgte, wird das Wissen über unterschiedliche Moorbildungen, Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte, den stratigraphischen Aufbau, die stofflichen wie hydrologischen Bedingungen und die verschiedenartigen Vegetationsausbildungen unter Berücksichtigung der Nutzung aktualisiert und ausführlich dargestellt. Die dafür verwendeten internationalen Literaturquellen sind daher mit 43 Seiten zu einer eigenen aktuellen Moorbibliographie angewachsen. Wie in der 1. Auflage erfolgt die naturräumliche Kennzeichnung und Typisierung der Moore auf der kleinräumigen und großräumigen Betrachtungsebene: Die zum Verständnis der Kennzeichnung und Typisierung notwendigen Grundfaktoren (Substrat, Wasser, Relief und Vegetation) werden ausführlich beschrieben, wobei dem wissenschaftlichen Zeitgeist entsprechend besonders Wert gelegt wurde auf die Darstellung funktionaler und ökosystemarer Zusammenhänge. Besondere Erwähnung verdient dabei das Kapitel zur Moorhydrologie, das erstmals auch die russische Schule mit aufarbeitet. Wer dann noch durchhält, kann an Genese und Aufbau ostdeutscher Moore grundlegendes Moorverständnis erwerben und weiterlesen, bis die Synapsen anfangen zu rotieren. Oder den Einstieg in die moorkundliehe und regenerationsbemühte Praxis durch die zahlreichen Beispiele aus (Nord)-Ostdeutschland suchen und dort Entspannung finden. Dabei spürt der geschätzte Leser und besonders die moorinteressierte Leserin stets den Puls der neuesten Moorforschung ebenso wie das Herz für den Moorschutz.

Will man denn überhaupt Kritik üben, dann allenfalls daran, dass die Lust an der Darstellung der Fülle der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse manchmal der Möglichkeit zur pädagogisch eingängigen Aufarbeitung davongaloppiert. Einige Graphiken oder Tabellen sind wegen großer Datenmengen und unterschiedlicher Schrifttypen schwer lesbar und überladen. Die farbigen, sehenswerten und informativen Abbildungen haben darüber hinaus in Koloration und Drucktechnik nicht ganz den ostdeutschen Charme der Erstauflage verloren. Auch lässt sich eine gewisse "ostdeutsche Einschlägigkeit" durch die zahlreichen Untersuchungsbeispiele aus Ostdeutschland nicht verhehlen.

Dennoch oder auch gerade weil: Die "Landschaftsökologische Moorkunde" ist ein absolutes "muss" für alle, die sich mit Mooren befassen: Forstwirte, Straßenbauer und Torfindustrie ebenso wie die Liga der Moorschützer oder jene, die sich um die charakteristische Fauna der Moore bemühen. Auf, Ihr moorbegeisterten Ornithologen, zählt schon mal die Euros im Portemonnaie! Aktuelle, detaillierte Moorinformationen haben ihren (angemessenen) Preis!

Dr. Silke Lütt

Corax Band 19, Heft 1/2002, S. 26

Bespr.: Kieler Nachrichten Jg. 31, 2003 top ↑

Moore üben schon seit langer Zeit einen ganz besonderen Reiz auf ÖkologInnen aus ­ zahlreiche Exkursionen führen jedes Jahr in unterschiedlich stark degenerierte Moorlandschaften, Wissenschaftler ergründen die Genese, den Wasser- und Stoffhaushalt oder auch die Vegetation der Moore ­ und manch erfahrener Moorkundler freut sich regelmäßig, wenn er oder sie trockenen Fußes über das Moor spaziert, während sich die hinterhertapsenden, mehr oder weniger interessierten Studierenden allesamt nasse Füße holen...

Seit nunmehr 40 Jahren beschäftigt sich M. Succow mit dem Naturraum Moor. Er hat an der Universität Greifswald eine sehr umtriebige Gruppe von Moorkundlern um sich versammelt, mit denen (sowie einigen anderen) er gemeinsam die landschaftsökologische Moorkunde" nun endlich in zweiter Auflage herausgebracht hat. Die Anzahl der moorkundlicher Publikationen ist mittlerweile nahezu unüberschaubar geworden (allein das 41-seitige Literaturverzeichnis umfasst mehr als 1200 Quellen) und so es ist von unschätzbarem Vorteil, sich durch die landschaftsökologische Moorkunde" einen ausführlichen Überblick über den momen- tanen moorkundlichen Wissensstand erarbeiten zu können. Ja, erarbeiten muss man ihn sich schon, denn die über 600seitige Lektüre ist wirklich keine leichte Kost": Neben Prozessen auf Moorstandorten (z. B. Torfbildung und Stoffumsetzung) widmen sich eigene Kapitel ausfürlich der abiotischen und vegetationskundlichen Kennzeichnung von Mooren, der Hydrologie und der Kennzeichnung und Typisierung von Mooren auf chorischer Ebene sowie der anthropogenen Nutzung und dem Schutz der Moore. Anhand ausführlicher Tabellen werden die Charakteristika der Moore erläutert und unterschiedliche Gliederungskonzepte vorgestellt.

Nicht erst nach der Lektüre sollte klar sein: Das Buch ist kein Exkursions-Taschenbuch (es erhöht vielmehr, als unauffälliges Handgepäck im Rucksack verstaut, aufgrund seines hohen Gewichts selbst für erfahrene Moorkundler die Gefahr, im Moor zu versinken), aber es ist ein unverzichtbares Nachschlagewerk für jeden moorkundlich Interessierten!

Kai Jensen

Kieler Nachrichten Jg. 31, 2003

Bespr.: umweltbibliothek Info-Bulletin 2001/27, S. 7 top ↑

Das Interesse an Mooren wächst. Moore sind wichtig für die Land- und Forstwirtschaft, die Rohstoff- und Wasserwirtschaft, für den Ressourcen- und Umweltschutz, aber auch für den allgemeinen Naturschutz sowie für ur- und frühgeschichtliche Funde. Überall werden Moore entwässert und der Abbau von Torf nimmt zu. Moore sind sehr vielfältig nutzbar und wichtige Ressourcen, mit denen äusserst haushälterisch umzugehen ist. Voraussetzung ist jedoch eine genaue Kenntnis der Moore und der darin ablaufenden Veränderungen. Die sehr unterschiedliche Moorbildung, die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte, der stratigraphische Aufbau, die stofflichen Eigenschaften, die hydrologischen Bedingungen und die mannigfaltigen Vegetationsausbildungen der Moore werden unter Berücksichtigung der Nutzung in diesem Buch ausführlich geschildert. Insbesondere wird auf die Prozessabläufe in den Mooren eingegangen. Das Buch ist für all jene von Interesse, die sich mit den Mooren befassen: Geographen, Land- und Forstwirte, Botaniker, Zoologen, Hydrologen, Raumplaner, Strassenbauer, die Torfindustrie, Natur- und Landschaftsschutzbeauftragte, Geotopschutz.

umweltbibliothek

Info-Bulletin 2001/27, S. 7

Inhaltsverzeichnis top ↑

Vorwort
1 Einführung 1
1.1 Zum Inhalt des Buches (M. Succow) 1
1.2 Zum Begriff "Moor" und vom Wesen der Moore (H. Joosten,
M. Succow) 2
1.3 Naturraumkunde und Landschaftsökologie von Mooren (H. Joosten,
D. Kopp, M. Succow) 3
2 Prozesse auf Moorstandorten (topische Betrachtung) 8
2.1 Torfbildung (D. Koppisch) 8
2.1.1 Was ist Torf? 8
2.1.2 Stoffabbau 8
2.1.3 Redoxverhältnisse 10
2.1.4 Stoffabbauraten 11
2.1.5 Resümee: Wie entsteht Torf? 12
2.1.6 Torfakkumulationsraten 13
2.2 Hydrologische Eigenheiten (F. Edom) 17
2.3 Stoffumsetzungsprozesse 18
2.3.1 Umsetzungen von C, N, S, P und Kationen 18
2.3.1.1 Kohlenstoff-Umsetzungsprozesse (D. Koppisch) 19
2.3.1.2 Stickstoff-Umsetzungsprozesse (D. Koppisch) 20
2.3.1.3 Schwefel-Umsetzungsprozesse (D. Koppisch) 22
2.3.1.4 Phosphor-Umsetzungsprozesse (J. Gelbrecht, D. Koppisch) 24
2.3.1.5 Kationenaustauschkapazität, Umsetzungsprozesse von Kalium,
Calcium, Magnesium, Eisen und Einfluß des pH-Wertes) (D. Koppisch) 26
2.3.1.6 Mikronährstoffe - Schwermetalle (D. Koppisch, J. Gelbrecht) 28
2.3.2 Emission, Aufnahme und Klimarelevanz von Spurengasen
(J. Augustin) 28
2.3.3 Stoffein- und -austräge am Beispiel nordostdeutscher
Niedermoore 37
2.3.3.1 Nordostdeutsche Niedermoore als Quelle klimarelevanter
Spurengase (J. Augustin) 37
2.3.3.2 Nordostdeutsche Niedermoore als Akkumulationsräume
(J. Gelbrecht, D. Koppisch, H. Lengsfeld) 38
2.3.3.3 Moore als Stoffilter (D. Koppisch) 40
2.4 Bodenbildende Prozesse in Mooren 41
2.4.1 Bodenkundliche Betrachtung von Mooren (H. Stegmann, F. Edom,
I. Koska) 41
2.4.2 Bodenbildende Prozesse wachsender Moore (H. Stegmann, F. Edom,
I. Koska) 42
2.4.3 Bodenbildende Prozesse entwässerter Moore (H. Stegmann,
J. Zeitz) 50
2.4.3.1 Moorsackung 50
2.4.3.2 Gefügebildung durch Schrumpfung und Quellung 52
2.4.3.3 Gefügebildung durch aerobe Zersetzung und Tätigkeit der
Bodentiere 55
2.4.3.4 Torfschwund durch Mineralisation 55
2.4.3.5 Moorschwund 56
2.4.3.6 Verlagerung und Auswaschung 57
3 Abiotische Kennzeichung von Moorstandorten (topische Betrachtung)58
3.1 Geogenetisch-stoffliche Kennzeichnung 58
3.1.1 Moorsubstrate (M. Succow, H. Stegmann) 58
3.1.2 Torfarten (M. Succow, H. Stegmann) 58
3.1.3 Muddearten (H. Stegmann, M. Succow, J. Zeitz) 62
3.1.4 Ablagerungen in Quellmooren (H. Stegmann, M. Succow) 65
3.1.5 Stoffliche Moorsubstratgliederung (M. Succow, H. Stegmann) 65
3.2 Pedogenetische Kennzeichnung 69
3.2.1 Moorbodenhorizonte und -typen (J. Zeitz, H. Stegmann) 69
3.2.2 Substrattypen (M. Succow, J. Zeitz) 74
3.3 Nährstoffökologisch-chemische Kennzeichnung (M. Succow,
H. Stegmann) 75
3.3.1 pH-Verhältnisse und Basensättigung 75
3.3.2 Trophische Verhältnisse 77
3.3.3 Chemische Eigenschaften von Torf- und Muddearten 80
3.3.4 Zur Veränderung chemisch-stofflicher Eigenschaften von
Niedermoorböden Ostdeutschlands durch Entwässerung 80
3.4 Physikalisch-hydrologische Kennzeichnung (J. Zeitz) 85
3.4.1 Torfe und Mudden 85
3.4.2 Entwässerte Moorböden 86
3.5 Ökohydrologische Kennzeichnung (I. Koska) 92
3.5.1 Wasserstufen 93
3.5.2 Wasserregime 100
3.5.3 Hydrotopkennzeichnung 111
3.6 Übersicht der Kennzeichnungsmöglichkeiten (H. Stegmann) 111
4 Vegetationskundliche Kennzeichnung von Mooren (topische
Betrachtung) 112
4.1 Vegetation als Komponente landschaftsökologischer
Naturraumkennzeichnung (I. Koska, M. Succow, U. Clausnitzer,
T. Timmermann) 112
4.1.1 Konzept der Vegetationsform 112
4.1.2 Vegetationsökologische Standortsfaktoren und Standortstypen 116
4.1.3 Übergeordnete Vegetationseinheiten 123
4.1.4 Methode der aktuellen Vegetations- und Standortsklassifikation 126
4.2 Standortskundliche Kennzeichnung und Bioindikation (I. Koska) 128
4.2.1 Wasserstufen und Wasserregimetypen 128
4.2.1.1 Wasserstufen und Vegetation 128
4.2.1.2 Wasserregime und Vegetation 130
4.2.1.3 Wasserstufen-Ausbildung (Wechselfeuchte) und Vegetation 132
4.2.1.4 Wasserstandsmeßwerte zu den Vegetationsformen und ihren
Ausbildungen 132
4.2.2 Trophie- und Säure-Basen-Stufen 135
4.2.2.1 Trophiestufen und Vegetation 136
4.2.2.2 Säure-Basen-Stufen und Vegetation 136
4.2.2.3 Meßwerte zur Kennzeichnung der Trophie- und Säure-Basen-Stufen 137
4.2.3 Wasserqualität als Standortsfaktor 140
4.2.4 Vegetationskundliche Bioindikaton 143
4.3 Vegetationsformen der Feuchtgebietsstandorte 143
4.3.1 Vegetationsformen der offenen, naturnahen Moore und des
aufgelassenen Feuchtgrünlandes (I. Koska, M. Succow, T. Timmermann)
144
4.3.1.1 Vegetationsformen oligotroph-saurer naturnaher Moorstandorte
(T. Timmermann, M. Succow) 144
4.3.1.2 Vegetationsformen mesotroph-saurer naturnaher Moorstandorte
(T. Timmermann, M. Succow) 149
4.3.1.3 Vegetationsformen mesotroph-subneutraler naturnaher
Moorstandorte (I. Koska, M. Succow) 150
4.3.1.4 Vegetationsformen mesotroph-kalkhaltiger naturnaher
Moorstandorte (I. Koska, M. Succow) 151
4.3.1.5 Vegetationsformen eutropher naturnaher Moorstandorte
(I. Koska, M. Succow) 152
4.3.1.6 Vegetationsformen polytropher nasser Moorstandorte (I. Koska) 153
4.3.1.7 Vegetationsformen salzwasserbeeinflußter nasser Moorstandorte
(M. Succow, I. Koska) 153
4.3.1.8 Vegetationsformen des aufgelassenen Feuchtgrünlandes
(I. Koska, M. Succow) 154
4.3.1.9 Liste der Vegetationsformen mit Angaben zur Synonymik und zur
Gefährdung (I. Koska, T. Timmermann) 156
4.3.2 Vegetationsformen der Gebüsche und Wälder (U. Clausnitzer,
M. Succow) 161
4.3.3 Vegetationsformen des Grünlandes (M. Succow, S. Roth) 170
4.3.3.1 Vegetationsformen der Wiesen und Weiden in traditioneller
Nutzung (M.Succow) 170
4.3.3.2 Vegetationsformen des Saatgraslandes, des Intensivgrünlandes
und daraus wieder hervorgehender Wiesen und Weiden (S. Roth,
M. Succow) 171
4.4 Vegetationsentwicklungsreihen (M. Succow, I. Koska,
U. Clausnitzer) 181
5 Moorlandschaften aus hydrologischer Sicht (chorische
Betrachtung) (F. Edom) 185
5.1 Klassifikation von Moorlandschaften in der quantitativen
Hydrologie 185
5.2 Hydrologische Eigenheiten der Moorlandschaften 186
5.3 Hydromorphologische Zusammenhänge 187
5.3.1 Hydraulische Eigenschaften von Akrotelm und Katotelm 187
5.3.2 Hydromorphologische Grundgleichung 190
5.3.3 Zusammenhänge zwischen Hydromorphologie und Stoffhaushalt 192
5.3.4 Hydromorphologische Strukturelemente 194
5.4 Hydrographische Einbettung in die Landschaft 197
5.4.1 Struktur von Mooreinzugsgebieten 197
5.4.2 Hydrologie von Überflutungsstandorten 198
5.4.3 Hydroklimatische Einbettung in die Landschaft 199
5.4.3.1 Luftmassenaustausch zwischen Landschaft und Moor 200
5.4.3.2 Einbettung in den Landschaftsstrahlungshaushalt 202
5.5 Wasserbilanz von Mooren 204
5.5.1 Niederschlag 205
5.5.2 Zufluß 205
5.5.3 Abfluß 205
5.5.3.1 Oberirdischer und Moorboden-Abfluß als Folge der
hydromorphologischen Struktur 205
5.5.3.2 Unterirdischer Abfluß 207
5.5.4 Verdunstung 208
5.5.4.1 Der Verdunstungsprozeß im Moorökotop 208
5.5.4.2 Mesoklimatische Verdunstungsvariabilität 213
5.5.4.3 Atmosphärische Wasserbilanzen 215
5.5.5 Speicherverhalten 215
5.5.5.1 Statischer Speichervorrat 215
5.5.5.2 Dynamische Speicheränderung 216
5.5.6 Hydrologische Modellierung 217
5.6 Dynamische und ökosystemare Moorhydrologie 218
5.6.1 Hydrologische Selbstregulation 218
5.6.1.1 Hydrologische Selbstregulation in wachsenden Mooren 218
5.6.1.2 Hydrologische Selbstregulation in gestörten Mooren -
Regeneration 220
5.6.2 Hydrologische Vegetations- und Ökotopvorhersage 222
5.6.2.1 Kopplung mit einer Wasserstandsvorhersage und der
Wasserqualität 224
5.6.2.2 Kopplung mit einer Vorhersage integrativer Akrotelm-
bzw. Moorbodenparameter 224
6 Kennzeichnung und Typisierung von Moorlandschaften (chorische
Betrachtung) 229
6.1 Ökologisch(-phytozoenologische) Moortypen (M. Succow) 229
6.2 Hydrogenetische Moortypen (M. Succow, H. Joosten) 234
6.3 Übersicht chorischer Moor-Naturraumtypen (M. Succow) 240
6.3.1 Chorische Naturraumtypen naturnaher Moore 241
6.3.2 Chorische Naturraumtypen entwässerter Moore 248
6.4 Pflanzengeographie mitteleuropäischer Moore (H. D. Knapp) 252
6.4.1 Einführung 252
6.4.2 Arealtypen der mitteleuropäischen Moorflora 252
6.4.3 Pflanzengeographische Charakterisierung der ökologischen
Moortypen 255
6.5 Moorregionen Europas (L. Jeschke, H. D. Knapp, M. Succow) 256
6.5.1 Einführung 256
6.5.2 Die Moorregionen 258
6.5.2.1 Region der hocharktischen Polygonmoore (I) 258
6.5.2.2 Region der arktisch-subarktischen Palsamoore (II) 259
6.5.2.3 Region der borealen Aapamoore (III) 259
6.5.2.4 Region der nordtemperat-borealen Regenmoore (IV) 259
6.5.2.5 Region der minerotrophen Moore der temperaten Laubwaldzone (V) 261
6.5.2.6 Region der minerotrophen Moore der submeridionalen
Waldsteppenzone (VI) 262
6.5.2.7 Region der minerotrophen Moore der submeridional-meridionalen
Steppen- und Halbwüstenzone (VII) 263
6.5.2.8 Region der Moore der Kolchis (VIII) 263
6.5.2.9 Region der Moore des Mittelmeergebietes (IX) 263
6.5.2.10 Region der Gebirgsmoore (X) 264
7 Genese und Aufbau der Moore - am Beispiel Ostdeutschlands 317
7.1 Verlandungsmoore (M. Succow) 317
7.1.1 Zur Entstehung und Entwicklung von Gewässern 319
7.1.2 Hydrologische und ökologische Seentypen 321
7.1.3 Gewässerverlandung und Torfbildung 323
7.1.4 Beispiele für Verlandungsmoore 329
7.2 Versumpfungsmoore (M. Succow) 338
7.2.1 Grundwasser-Versumpfungsmoore 338
7.2.2 Stauwasser-Versumpfungsmoore 341
7.2.3 Waldsumpf-Kleinstmoore 341
7.3 Überflutungsmoore (M. Succow) 343
7.3.1 Auen-Überflutungsmoore 344
7.3.2 Küsten-Überflutungsmoore 346
7.4 Hangmoore (M. Succow) 350
7.4.1 Allgemeine Charakteristik des Moortyps 350
7.4.2 Beispiele für Hangmoore 352
7.5 Quellmoore (M. Succow, H. Stegmann, I. Koska) 353
7.5.1 Allgemeine Charakteristik des Moortyps 353
7.5.2 Beispiele für Quellmoore 356
7.6 Durchströmungsmoore (M. Succow) 365
7.6.1 Allgemeine Charakteristik des Moortyps 365
7.6.2 Beispiele für Durchströmungsmoore 369
7.7 Kesselmoore (T. Timmermann, M. Succow) 379
7.7.1 Allgemeine Charakteristik des Moortyps 379
7.7.2 Beispiele für Kesselmoore 384
7.8 Regenmoore (M. Succow, F. Edom) 391
7.8.1 Tieflands-Regenmoore 391
7.8.2 Mittelgebirgs-Regenmoore 395
7.9 Hydrogenetische Moortypen in der Zeit - eine Zusammenschau
(J. Couwenberg, P. de Klerk, E. Endtmann, H. Joosten,
D. Michaelis) 399
8 Zur anthropogenen Veränderung der Moore 404
8.1 Kurzer Abriß der Nutzungsgeschichte mitteleuropäischer Moore
(M. Succow) 404
8.2 Bilanzen zum Moorverlust 406
8.2.1 Das Beispiel Europa (H. Joosten, J. Couwenberg) 406
8.2.2 Das Beispiel Deutschland (J. Couwenberg, H. Joosten) 409
8.2.3 Das Beispiel Mecklenburg-Vorpommern (U. Lenschow) 411
8.3 Ausgewählte Beispiele der "Anthropogenese" von Mooren
Nordostdeutschlands 415
8.3.1 Beispiele zur Standorts- und Vegetationsveränderung von
Versumpfungsmooren 416
8.3.1.1 Lewitz (M. Succow) 416
8.3.1.2 Finowtal (M. Succow) 418
8.3.1.3 Oberes Rhinluch (J. Zeitz) 420
8.3.2 Beispiele zur Standorts- und Vegetationsveränderung von
Durchströmungsmooren 431
8.3.2.1 Tollense-Flußtalmoor (M. Succow) 431
8.3.2.2 Randow-Welse-Flußtalmoor (J. Zeitz) 434
8.3.2.3 Gartzer Bruch (O. Nalenz, M. Succow) 436
8.3.2.4 Peene-Flußtalmoor (NSG Gützkow) (U. Fischer) 438
8.3.2.5 Ziese-Niederung (F. Jansen, M. Succow) 443
8.3.3 Beispiele zur Standorts- und Vegetationsveränderung von
Verlandungsmooren 453
8.3.3.1 Siebendörfer Moor (M. Succow) 453
8.3.3.2 Oberes Rhinluch (M. Succow) 457
8.3.4 Zur Standorts- und Vegetationsveränderung von Regenmooren
(D. Gremer) 457
8.4 Zusammenfassende Beurteilung der Folgen tiefgreifender
agrarischer Nutzungsintensivierung der letzten Jahrzehnte auf die
Niedermoorstandorte Nordostdeutschlands (M. Succow) 463
8.4.1 Auswirkungen auf Bewirtschaftbarkeit und Grünlandvegetation 463
8.4.2 Auswirkungen auf Wasserhaushalt, Gewässerschutz und
Gewässerunterhaltung 468
9 Nutzung der Moore - Schutz der Moore 471
9.1 Aktuelle Erfordernisse (M. Succow, I. Koska) 471
9.2 Zukünftsfähige Formen der Moornutzung 472
9.2.1 "Moorschonende Grünlandnutzung" - Erste Erfahrungen auf
nordostdeutschen Niedermooren (S. Roth, D. Koppisch, W. Wichtmann,
J. Zeitz) 472
9.2.2 Ökologisches Entwicklungskonzept Oberes Rhinluch
(H. Kretschmer, J. Zeitz, H. Pfeffer) 480
9.2.3 Das Naturschutzgroßprojekt "Peenetal-Landschaft" (F. Hennecke) 487
9.2.4 Umweltverträgliche Erzeugung nachwachsender Rohstoffe - Die
Schilf-Experimentalanlage Biesenbrow (Randow-Welse-Flußtalmoor)
(W. Wichtmann, T. Timmermann) 492
9.3 Revitalisierung von Moorökosystemen - Beispiele aus
Nordostdeutschland 496
9.3.1 Grundsätze (M. Succow) 496
9.3.2 Vom Saatgrasland zum wieder torfspeichernden Niedermoor - die
Experimentalanlage Am Fleethoz/Friedländer Große Wiese (D. Koppisch,
S. Roth, M. Hartmann) 497
9.3.3 Revitalisierung von Flußtalmooren (M. Succow, K. Runze) 504
9.3.4 Revitalisierung eines Quellmoorkomplexes am Sernitz-Oberlauf
(I. Koska, H. Stegmann) 509
9.3.5 Revitalisierung eines Küsten-Überflutungsmoores am
Greifswalder Bodden(G. Müller-Motzfeld) 517
9.3.6 Revitalisierung von Kesselmooren im Serrahner Wald
(Müritz-Nationalpark)(L. Jeschke, C. Paulson) 522
9.3.7 Revitalisierung des Kieshofer Moores bei Greifswald
(L. Jeschke) 528
9.3.8 Revitalisierung von Regenmooren an ihrer klimatischen
Arealgrenze (F. Edom) 534
9.4 Schlußbetrachtung (M. Succow) 543
Anhang: Aufnahme landwirtschaftlich genutzter Standorte
TGL 24 300/4 Moorstandorte 547
Literaturverzeichnis 558
Register 601