cover

Das Bodendauerbeobachtungsprogramm von Niedersachsen

Methodik und Ergebnisse

Koord.: Bernd Kleefisch; Jörg Kues

[The long-term soil observation program of Niedersachsen State, Germany. Methods and results]

1998. 1. Auflage, 122 Seiten, 42 Abbildungen, 38 Tabellen, 21x30cm, 420 g
Language: Deutsch

(Arbeitshefte - Boden, Heft 2)

ArtNo. ES185040500, brosch., price: 8.00 €

in stock and ready to ship

Order form

BibTeX file

Contents

Text aus Vorwort top ↑

Neben den Umweltmedien Luft und Wasser stellt auch der scheinbar «stabile» Boden eine verletzbare, auf Belastungen schnell reagierende Größe unserer Umwelt dar. Die besondere Bedeutung des Bodens liegt in seiner Unvermehrbarkeit sowie in seiner Rolle als Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen, in seiner Filterfunktion für das Grundwasser und als Regelgröße im Stoffhaushalt der Natur, als Produktionsfaktor für Nahrungsmittel und nachwachsende Rohstoffe und als Kulturgut. Aufgrund seiner vielfältigen Funktionen muß der Boden mit höchster Priorität geschützt werden.
Nach dem Niedersächsischen Landesraumordnungsprogramm von 1994 soll «der Boden als Teil der natürlichen Lebensgrundlagen für Menschen, Tiere und Pflanzen ... nachhaltig funktionsfähig und nutzbar erhalten werden.» Nachhaltige Wirtschaftsformen sollen zukünftig die Lebensgrundlagen bewahren, die natürlichen Ressourcen sparsamer verwenden und die Umwelt weniger belasten. Darüber hinaus erscheint es notwendig, bereits eingetretene Schäden zu sanieren. Hinsichtlich dieser Zielsetzungen besteht bundesweit Einvernehmen.
Eine wesentliche Voraussetzung für den Bodenschutz sind genaue Informationen über den Boden. Die Landesregierung hat hierz u. a. folgende Programme aufgelegt:
Aufbau eines digitalen Bodeninformationssystems zur einheitlichen Zusammenführung und Anwendung aller verwertbaren Daten und Auswertungsmethoden (Niedersächsisches Landesamt für Bodenforschung, NLfB),
Anlage und Betrieb eines Bodendauerbeobachtungsnetzes auf allen wesentlichen Standorten des Landes zur Dokumentation des Ist-Zustandes und zur Prognose von Veränderungen der Böden als Folge von Bodennutzungen und Bodenbelastungen.
Aufbau, Betrieb und Nutzung des Bodendauerbeobachtungsprogramms (BD-Programm) sind nur durch interdisziplinäre Zusammenarbeit erreichbar. Beim Aufbau des Niedersächsischen BD-Programms ist eine solche Kooperation zwischen dem Niedersächsischen Landesamt für Bodenforschung (NLfB), der Niedersächsischen Forstlichen Versuchsanstalt (NFV), dem Niedersächsischen Landesamt für Ökologie (NLÖ), den Landwirtschaftskammern mit den landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten (LUFAs) und den Staatlichen Ämtern für Wasser und Abfall (StÄWA) beispielhaft gelungen. Die dabei entstandene weitgehende Verzahnung mit dem Gewässerüberwachungssystem Niedersachsen (GÜN) bildet eine ideale Grundlage für die medienübergreifende Umweltbeobachtung und -prognose.
Sechs Jahre nach Beginn des Programms sind mehr als zwei Drittel der geplanten 90 Bodendauerbeobachtungsflächen (BDF) eingerichtet. Die Aufbauphase wird bis zum Jahr 2000 abgeschlossen. In den Beiträgen dieses Heftes wird das BD-Programm des Landes Niedersachsen umfassend hinsichtlich der eingesetzten Methodik sowie deren erste Arbeitsergebnisse vorgestellt.
Die BDF sollen neben ihrer Hauptfunktion der Umweltbeobachtung als Plattformen der Umweltforschung in Niedersachsen dienen. So können Forscher auf vorliegende Meßreihen an repräsentativen Standorten zurückgreifen. Hierdurch werden Anlaufkosten minimiert, Doppelarbeit vermieden, und es wird gewährleistet, daß Ergebnisse der Grundlagenforschung zeitnah in die Praxis eingeführt werden können.

Inhaltsverzeichnis top ↑

Vorwort 5
Danksagung 6
1 Bodendauerbeobachtung in Niedersachsen 7
1.1 Anlaß und Zielsetzung (J. Kues, R. Bartels) 7
1.2 - Darstellung des niedersächsischen
Bodendauerbeobachtungsprogramms (B. Kleefisch, J. Kues) 8
2 BDF auf landwirtschaftlichen Nutzflächen (BDF-L) 11
2.1 Methoden 11
2.1.1 Auswahl und Einrichtung 12
2.1.1.1 Flächenauswahl nach geowissenschaftlichen Grundlagen
- Bodenrepräsentanz der BDF-L (B. Kleefisch, J. Kues) 12
2.1.1.2 Flächenauswahl nach Nutzungskriterien und
Belastungssituationen (B. Kleefisch) 13
2.1.1.3 Vorerkundung und Feinkartierung (Bodenkartierung)
(H. Sponagel, B. Kleefisch) 14
2.1.1.4 Flächensicherung (B. Kleefisch) 16
2.1.2 Inventur Boden 19
2.1.2.1 Untersuchungsumfang (B. Kleefisch, J. Kues) 19
2.1.2.2 Bodenprobenahme (B. Kleefisch, J. Kues) 19
2.1.2.3 Bodenchemische Analytik 28
2.1.2.4 Bodenphysikalische Untersuchungen (W. Schäfer) 31
2.1.2.5 Messung der Radioaktivität (K. Kirchhoff, R. Scheu) 31
2.1.2.6 Mikrobiologische Untersuchungen (O. Heinemeyer, H. Höper) 33
2.1.2.7 Sonderprogramme 34
2.1.3 Wasser- und Stoffhaushalt (B. Kleefisch, J. Kues) 34
2.1.3.1 Atmosphärische Depositionen (A. Gertsmeier) 34
2.1.3.2 Landwirtschaft 36
2.1.3.3 Bodenwasserhaushalt und Stofftransport (W. Schäfer) 41
2.1.3.4 Grundwasserbeprobung und Analytik (R. Nieß) 44
2.1.4 Entwicklung von Flora und Vegetation (U. Rumpf, D. Zacharias) 48
2.1.4.1 Untersuchungsumfang 48
2.1.4.2 Methodik 49
2.2 Ergebnisse 52
2.2.1 Bodenchemische Kennwerte (B. Scheffer) 52
2.2.1.1 Phosphat- und Kaliumgehalte in den Oberböden 52
2.2.1.2 Schadstoffe (B. Kleefisch) 54
2.2.2 Bodenphysikalische Kennwerte (W. Schäfer) 63
2.2.2.1 Korngrößenverteilung 63
2.2.2.2 Bodenmechanische Kennwerte 65
2.2.3 Radioaktivität (K. Kirchhoff, R. Scheu) 66
2.2.3.1 Massenbezogene Radioaktivität im Boden 66
2.2.3.2 In-situ-Gammaspektrometrie 66
2.2.3.3 Kopplung mit anderen Untersuchungsprogrammen 67
2.2.4 Bodenmikrobiologische Kennwerte (O. Heinemeyer, H. Höper) 68
2.2.5 Wasser- und Stoffhaushalt 69
2.2.5.1 Depositionen (A. Gertsmeier) 69
2.2.5.2 Sicherwasserspende (W. Schäfer) 70
2.2.5.3 Sickerwasserqualität (W. Schäfer) 70
2.2.5.4 Grundwasserqualität (R. Nieß) 73
2.2.6 Flora und Vegetation (U. Rumpf, D. Zacharias) 73
3 Bodendauerbeobachtungsflächen auf forstlich genutzten Böden (BDF-F)
(H. Meesenburg, J. Meiwes, A. Schute, & P. Rademacher) 77
3.1 Methoden 77
3.1.1 Flächenauswahl 77

3.1.2 Flächeneinrichtung 78
3.1.3 Bodenuntersuchungen 78
3.1.4 Stoffbilanzierung 80
3.1.5 Vegetationsuntersuchungen 81
3.1.5.1 Vegetationsaufnahmen 81
3.1.5.2 Nährstoffuntersuchungen an Blättern/Nadeln 82
3.1.5.3 Zuwachsermittlung 82
3.2 Ergebnisse 82
3.2.1 Atmosphärischer Eintrag von Nährstoffen und Säure 82
3.2.2 Rückgang von Schwefel- und Säureeintrag 84
3.2.3 Veränderungen der chemischen Zusammensetzung des Bodenwassers 86
3.2.4 Zeitliche Veränderungen der Vorräte an basischen austauschbaren
Kationen 86
3.2.5 Schwermetallbelastung 87
3.2.6 Bodenbelastung durch organische Schadstoffe 91
3.2.7 Bodenbelastung durch radioaktive Stoffe 92
3.2.8 Vegetationskundliche Untersuchungen 93
4 Datenarchivierung und Auswertung (B. Kleefisch, J. Kues, J. Meiwes &
A. Schulze) 95
4.1 Datenbestände BDF-L im Niedersächsischen Bodeninformationssystem
(NIBIS), Fachinformationssystem (FIS) Boden 96

4.2 Datenbestände der BDF-F im Niedersächsischen
Forstinformationssystem NIFIS, Fachdatenbank Boden 98
5 Ausblick (J. KUES) 1OO
6 Literatur 101
7 Autorenverzeichnis 104
8 Verwendete Abkürzungen 106
Anlage 1. 108
Anlage 2. 109