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Matthias Kuhle:

Der Dhaulagiri- und Annapurna-Himalaya

Ein Beitrag zur Geomorphologie extremer Hochgebirge- Empirische Grundlage

1983. IX, 383 Seiten, 17x24cm, 820 g
Language: Deutsch

ISBN 978-3-443-01020-1, brosch., price: 45.00 €

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Keywords

HochgebirgeHimalayaAnnapurnaGeomorphologieTropenSubtropen

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Zwei Forschungsreisen hat der Verfasser in den Himalaya unternommen, um die auf über 8000 m ansteigenden Massive des Dhaulagiri- und Annapurna-Himalaya zu untersuchen. Die Expeditionen von zusammen achtmonatiger Dauer wurden von Oktober 1976 bis zum Februar 1977 und von Juni bis Oktober 1977 durchgeführt. Das Ziel war, noch unbearbeitete Areale zum ersten Mal geomorphologisch aufzunehmen und allgemeine Aussagen zur Geomorphologie und Klimageschichte extremster Hochgebirge in den Tropen und Subtropen zu gewinnen.

Dabei sollte untersucht werden, welchen Einfluß das Klima auf die Morphologie und ebenso, welche Bedeutung die große Reliefenergie eines extremen Hochgebirges für die Morphologie haben. Ferner galt das Interesse den klimageomorphologischen Höhenstufen und der paläoklimatischen Entwicklung mit der pleistozänen Vergletscherung.

Einmalig sind die vielen großartigen Fotographien, die der Verfasser in einem bisher kaum bekannten Gebirge aufgenommen und zu großen Panoramabildern kombiniert hat, die als Faltbeilagen im Abbildungsteil des Buches veröffentlicht werden konnten. Ein außerordentlich gutes Beobachtungsmaterial ist auf diesen Fototafeln zusammengetragen worden, mit dem der Verfasser seine Schlußfolgerungen und Beobachtungen stets genau belegt hat. Wichtige geomorphologische und klimatologische Ergebnisse sind auf diesen Forschungsreisen gewonnen worden. Es konnte nachgewiesen werden, wie das primär prägende Klima mit zunehmender Reliefenergie seinen geomorphologischen Einfluß verliert und die gravitativ ablaufenden Prozesse die Gesteinsstrukturen verschärft herausarbeiten.

Die pleistozäne Vergletscherung wies im Inneren Himalaya ein eisstromnetz auf, während im Hohen Himalaya bis zu 50 km lange Talgletscher vorherrschten, die bis auf 1000 - 1100 m in die Himalaya-Vorketten nach Süden abflossen.

Mindestens 10 Stadien- und Staffeln sowie 2 Stagnationen des Eisrückganges wurden seit der maximalen Vergletscherung nachgewiesen.

Anhand von Schneegrenzunterschieden der Gletscher südlich und nördlich des Himalaya-Hauptkammes ließen sich Monsunverstärkungen und -abschwächungen in Luv erfassen.

Die Depression der hocheiszeitlichen klimatischen Schneegrenze um rund 1500 m auf etwas über 4000 m legt die Vermutung sehr nahe, daß Hochasien viel umfangreicher vereist war, als man bisher annahm.

Interessant ist auch, daß der Solifluktionsbereich und die Frostmusterböden in einer Unter- und Obergrenze auslaufen. Es kommt unter den dortigen semiariden Bedingungen zu einer primären periglazialen Obergrenze. Ferner konnte die Permafrostgrenze mit Indikatoren nachgewiesen werden, die bisher in subtropischen Gebirgen noch nicht beschrieben wurden.

Besonders hingewiesen sei noch auf die beigegebene und bisher einmalige geomorphologische Karte im Maßstab 1 : 85.000 — wohl die erste vom Himalaya-Gebiet.

Dieser große Beitrag ist im Supplementband 41 der „Zeitschrift für Geomorphologie“ enthalten, getrennt in einen Text- und Abbildungsteil, mit dem auch die geomorphologische Karte geliefert wird. Die Detailbeschreibungen sind in den „Empirischen Grundlagen“ als zusätzliches, selbständiges Werk veröffentlicht worden.

Interessenten: Geographen, Geomorphologen, Bodenkundler, Geologen, Mineralogen, Petrographen, Hydrologen, Meteorologen, Klimatologen, Alpinisten, wissenschaftliche Bibliotheken.

Synopsis top ↑

The author has undertaken two scientific expeditions to the Himalayas to investigate thethe mass of the Dhaulagiri and Annapurna Himalayas, rising to heights of over 8000 m. These expeditions, lasting altogether eight months, took place from October 1976 to February 1977 and from June to October 1977. The aim was to map the geomorphology of still unknown areas and to research generally the geomorphology and climatic history of extremely high mountains in tropical and sub-tropical regions.

The influence of climate on morphology was to be investigated as well as how morphology is affected by the great relief intensity of an extremely high mountain. The investigation was also concerned with climatic geomorphology at various heights and paleoclimatic development with Pleistocene glaciation.

The many stupendous photos taken by the author of hitherto practically unknown mountains are unique. They form the illustrated portion of the book which comes as a separate issue. Exceptionally good material has been collected in these photographs and serves to substantiate the author’s observations and conclusions.

Major geomorphological and climatological findings were made in the course of these expeditions.

It was proved how primary climate loses its geomorphological influence as relief intensity increases and gravita tional processes bring out the rock structures clearly.

Pleistocene glaciation in the Inner Himalayas was characterized by a network of ice streams whereas 50 km long valley glaciers predominated in the High Himalayas flowing southwards to heights of 1000-1100 m in the Himalayan foothills.

Since maximum glacier level, the post-glacial recession was proved to have gone through at least 10 stades and two stagnation periods.

Snowline fluctuations in the glaciers to the south and to the north of the Himalaya crest were foundto indicate heavierand lighter monsoons in Luv.

The lowering of the climatic snowline during- the high ice age by about 1500 m to slightly more than 4000 m makes it highly probable that High Asia was muchimore extensively covered by ice than has been assumed hitherto.

It is also interesting to note that the solifluction range and the frost patterned ground have a lower and an upper limit. An upper primary periglacial boundary is formed under the semi-arid conditions prevalent there. Furthermore, the permafrost boundary was proved with indicators which had not yet been described in subtropical mountains.

Another item of special interest is the unique geomorphological map, scale 1 : 85.000 — the first to be made of the Himalayan region.

This major contribution is included in Supplementary Volume 41 of the "Zeitschrift für Geomorphologie", divided into two parts with text and illustrations respectively, together with the geomorphological map. Detailed descriptions have been published in "Empirische Grundlage" as-an independent, supplementary work. '

Of interest to geographers, geomorplyologists, pedologists, geologists, minemlogists, petrograpbers, laydrologists, meteorologists, climatologists, Alpinists, scientific libraries.

Inhaltsverzeichnis top ↑

Vorwort 1
I. Einführung 1
A. Allgemeine Problemstellung 1
B. Methode und Gang der Abhandlung 2
C. Lage, Größe und Vertikalausdehnung des Arbeitsgebietes 3
D. Expeditive Erschließung des Arbeitsgebietes 4
E. Karten zum Arbeitsgebiet und das Problem der Höhenangaben 4
F. Die Literatur zur Geologie des Arbeitsgebietes 5
G. Die Literatur zum Klima und einführende Bemerkungen 5
H. Die Literatur zum Quartär des Dhaula und Annapurna Himal und sich zum
Vergleich anbietende Arbeiten 6
II. Regionaler Teil 7
A. Orographie der bearbeiteten Gebirgsgruppen 7
1. Der Innere Himalaya 8
1.1 Der Sangda Himal 8
1.2 Der Mul Lekh Himal 8
1.3 Die Gebirgsgruppe zwischen Unbekanntem Tal und Thak Khola 8
1.4 Der Pukhung Himal 8
1.5 Der Chulu Himal 8
1.6 Der Muktinath Himal 9
2. Der Hohe Himalaya 9
2.1 Der Dhaula Himalaya 9
2.2 Der Annapurna Himalaya 10
3. Die Himalaya-Vorketten 11
3.1 Der Athhazar Parbat 11
3.2 Der Baglung Parbat 11
3.3 Der Kaski 11
4. Das Thak Khola, ein Himalaya-Durchbruchstal 12
B. Zur Strukturmorphologie 13
1. Gipfelniveaus, Gipfelfluren und zur Frage der Altflächen 13
1.1 Der Innere Himalaya 13
1.2 Der Hohe Himalaya 14
1.3 Die Himalaya-Vorketten 14
1.4 Zusammenschau 15
2. Zur Ausbildung des Talnetzes in Abhängigkeit von Topographie und
geologischer Struktur sowie zur strukturbedingten Talformung 15
2.1 Der Innere Himalaya 15
2.2 Der Hohe Himalaya 17
2.3 Die Himalaya-Vorketten 20
3. Einige Beispiele strukturbedingter Gipfel- und Bergflankenformen 21
4. Vorläufige Bemerkung zur Bedeutung der strukturbedingten oder
strukturgesteuerten Morphologie 22
C. Zur klimatischen Geomorphologie 23
1. Der vorzeitliche klimageomorphologische Stockwerkbau 23
1.1 Zeugen des pleistozänen, jüngeren, vermutlich Wurmzeitlichen und eines
älteren evtl. rißzeitlichen Formenschatzes 23
1.1.1 Der glazigene Formenschatz N-lich des Hohen Himalaya-Hauptkammes 23
1.1.1.1 Der Cha Lungpa-Gletscher 23
1.1.1.2 Der Panga Khola-Gletscher und seine N-lichen
Parallel-Gletscher 24
1.1.1.3 Der Syang Khola-Gletscher 25
1.1.1.4 Der Pongkyu Khola-Gletscher und benachbarte hocheiszeitliche
Gletscherbedeckungen 26
1.1.1.5 Der Jhong Khola-Gletscher, die Dhingyo Khola-Gletscher und
benachbarte Eisrandlagen 27
1.1.1.6 Der Panda Khola-Gletscher und die Vereisung des Jomosom Chu 29
1.1.1.7 Der Longpoghyun Khola-Gletscher 31
1.1.1.8 Der Yamkim Khola-Gletscher 32
1.1.1.9 Der Marsyandi Khola-Gletscher und die tributären Nebengletscher 34
Der Kone Khola-Gletscher 34
Der Khangsar Khola-Gletscher 36
Der Stammgletscher des Marsyandi Khola-Systems 39
1.1.2 Der glazigene Formenschatz S-lich des Hohen Himalaya-Hauptkammes 42
1.1.2.1 Die Gletscher der Nilgiri-WNW-Flanke, die Teil- und Parallelströme
des Chokhopani Khola-Gletschers 42
1.1.2.2 Das zentrale Sammelbecken des Thak Khola-Gletschers zwischen
Tukche und Ghasa 43
1.1.2.3 Der untere Thak Khola-Gletscher sowie die Einmündung des
Miristi Khola-Gletschers 46
1.1.2.4 Der obere Einzugsbereich des Thak Khola-Gletschers S1
1.1.2.5 Der Thulo Khola-Gletscher 52
1.1.2.6 Der Mayangdi Khola-Gletscher 55
Der obere Mayangdi Khola-Gletscher 55
Der Dhola Khola-Gletscher und der mittlere und untere
Mayangdi Khola-Gletscher 61
1.1.3 Die hocheiszeitlichen glazifluviatilen und glazilimnischen
Akkumulationen auf der N- und S-Abdachung des Hohen
Himalaya-Hauptkammes 67
1.1.3.1 Die glazifluviatilen und glazilimnischen Akkumulationen auf der
N-Abdachung des Hohen Himalaya 68
1.1.3.2 Die glazifluviatilen Akkumulationen auf der S-Abdachung des
Hohen Himalaya 71
1.2 Die hocheiszeitliche Oberflächengestaltung des Inneren und des Hohen
Himalaya sowie zum Typ ihrer Vergletscherung 72
1.3 Die Spät- und nacheiszeitlichen Rückzugsstadien
bzw. Gletschervorstöße 79
1.3.1 Der Thak Khola-Gletscher 80
1.3.2 Der Thulo- und Syano Khola-Gletscher 89
1.3.3 Der Mayangdi Khola-Gletscher 92
1.3.4 Der Longpoghyun Khola-Gletscher 96

1.3.5 Der Marsyandi Khola- bzw. der Khangsar- sowie Kone Khola-Gletscher 98

1.3.6 Der Jhong Khola- und der Thorong Khola-Gletscher 108
1.3.7 Das Cha Lungpa-Gletschersystem, mit Unbekanntem Tal-Gletschern,
Thije La-Gletscher und Tach Garbo Lungpa-Gletscher 109
1.4 Die hoch-, spät- und nacheiszeitlichen glazifluviatilen und glazilimnischen
Akkumulationen 116
1.5 Die vorzeitliche periglaziale Formungsregion und ihre Indikatoren 119
2. Der rezente geomorphologische Stockwerkbau 119
2.1 Die rezente Vergletscherung des Inneren und Hohen Himalaya
und deren Typen 119
2.1.1 Der Innere Himalaya 120
2.1.2 Der Hohe Himalaya 121
2.2 Die rezente perlglaziale Formungsregion und ihre Indikatoren 124
2.2.1 Zusammenfassende Ergebnisse der Untersuchungen zum rezenten
periglazialen Formenschatz 148
3. Bestimmung der klimatischen Schneegrenzen während des Hochglazials sowie
Spät- und Nacheiszeitlicher Gletscherstände 150
a) Zusammenfassende Auswertung der Schneegrenzverläufe 169
III. Allgemeiner Teil 171
Summary 178
Résumé 187
Rezjume 198
Literaturverzeichnis 216