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Kulturlandschaftspflege

Beiträge der Geographie zur räumlichen Planung

Hrsg.: Winfried Schenk; Klaus Fehn; Dietrich Denecke

1997. XI, 316 Seiten, 58 Abbildungen, 7 Tabellen, 3 Karten, 17x24cm, 850 g
Language: Deutsch

ISBN 978-3-443-01037-9, brosch., price: 39.90 €

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KulturlandschaftnaturhistorischRaumordnungNationalparkWasserwegOrtsbild

Contents

Text aus Einleitung/Vorwort top ↑

Kulturlandschaften in ganz Mitteleuropa sind gegenwärtig raschen, tiefgreifenden und vielfach unumkehrbaren Änderungen unterworfen.
Diese Veränderungen zerstören über lange Zeit gewachsene kulturgeschichtliche Substanz. Diese Zerstörung bleibt nicht ohne Folgen: Tieren und Pflanzen werden ihre angestammten Lebensräume entzogen, historische Landschaften gehen verloren. Die dabei entstehenden "Standardlandschaften" sind eintönig und bieten dem Menschen nur wenig Abwechslung für Erholung und Fremdenverkehr.
Umsichtige Planung mit dem Ziel der Erhaltung unserer Kulturlandschaften ist daher dringend nötig. Der Bund und die Länder unterstützen diese Planungsaktivitäten durch eine Vielzahl von Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien. Besonders deutlich ist der Auftrag zur planerischen Erhaltung von historischen Kulturlandschaften im Bundesnaturschutzgesetz (§2, Abs. 1 Nr. 13) formuliert.
Auch Europarat und UNESCO legen inzwischen fest, welche wichtigen und einzigartigen Kulturlandschaften schützenswert sind -- ein erster Schritt zur deren Erhaltung.

Das vorliegende Handbuch "Kulturlandschaftspflege" faßt das in vielen geographischen Untersuchungen gewonnene Wissen über den planerischen Umgang mit Kulturlandschaften zusammen. Achtunddreißig Autoren bringen Ihre Erfahrungen in 43 Artikeln ein und beschreiben Projekte und praxiserprobte Verfahrensweisen. Die Beiträge machen deutlich, daß Kulturlandschaftspflege keineswegs die Konservierung von historischen Landschaftsstrukturen und -elementen zum Ziel hat, sondern ausdrücklich deren Nutzung fordert. Welche Elemente unserer ländlichen und städtischen Kulturlandschaften erhaltenswert sind, ist ebenfalls Gegenstand dieser Beiträge.
In diesem Verständnis von Kulturlandschaftspflege werden fallbezogene Lösungsvorschläge, vor ihrem jeweiligen planerisch-rechtlichen Hintergrund präsentiert.
Das Handbuch "Kulturlandschaftspflege" soll allen Landschafts- und Naturschutzplanern, wissenschaftlichen Institutionen, Behörden, Architekten, Landwirten, Landschaftsgärtnern und vielen anderen die Bedeutung der Kulturlandschaftspflege als Aufgabe einer ganzheitlichen Umweltsicherung nahebringen.

Bespr: Raumforschung und Raumordnung, 1. 1999, S. 63 top ↑

Seit Jahrzehnten gehört es zum Grundbestand sozialgeographischer Erkenntnisse, daß Raumstrukturen und räumliche Prozeßabläufe in starkem Maße von gesellschaftlichen Entwicklungen abhängig sind. Es verwundert daher nicht, wenn der Wandel von Kulturlandschaften gerade in der gegenwärtigen Zeit rascher Veränderungen zum besonderen Studienobjekt geographischer Forschungen wird. Dies ist auch der Hintergrund des in weiten Teilen kulturhistorisch ausgerichteten Sammelbandes, der hier zu besprechen ist.
Unter der Herausgeberschaft dreier Wissenschaftler werden Arbeitsergebnisse und Einzelstudien von Autoren vorgelegt, die den Beitrag der geographischen Wissenschaften zum o.a. Thema verdeutlichen wollen. In starkem Maße fließen dabei Arbeitsergebnisse ein, die aus den Diskussionen des 1994 von Geographen begründeten Arbeitskreises ``Kulturlandschaftspflege'''' initiiert wurden.
Der Sammelband umfaßt 45 Beiträge, die in sechs Kapiteln zusammengefaßt sind:
1. Was ist Kulturlandschaftspflege?
2. Methodik und rechtlicher Rahmen der
Kulturlandschaftspflege.
3. Kulturlandschaftspflege auf der Ebene
von Gemeinde und Gemarkung.
4. Kulturlandschaftspflege im regionalen
Bezug.
5. Kulturlandschaftspflege auf der Ebene
der Bundesländer und Staaten.
6. Fachübergreifende Beiträge zur Kulturlandschaftspflege auf der Basis
kulturgeographischer Grundlagenforschung. 

Eine Auswahlbibliographie und ein Orts- und Sachregister beschließen den Band. In Anbetracht der großen Zahl von Beiträgen ist eine Einzelwertung im vorgegebenen Rahmen nicht möglich. Die Zielstellung der Publikationen ergibt sich aus der Formulierung ``das in der Geographie in großer Dichte vorhandene Wissen zum planerisehen Umgang mit Kulturlandschaften (zu) präsentieren''''. Es sollen vor allem ``Planer in Behörden, einschlägigen Institutionen und Büros, die sich mit Kulturlandschaften auseinandersetzen, diesen Ansatz als bedeutsam kennen und in der Planungspraxis berücksichtigen'''' (S. 5).

Von zentraler Bedeutung sind die einleitenden Kapitel 1 und 2, die sich mit terminologischen und methodologischen, für den Sammelband rahmensetzenden Fragen im Hinblick auf die Pflege der Kulturlandschaft beschaltigen Erfreulich erscheint, daß keineswegs nur die Konservierung überkommener Landschaften und Einzelelemente behandelt wird, sondern - trotz starker kulturhistorischer Ausrichtung des gesamten Bandes - auch deren Weiterentwicklung. Auf der Grundlage detaillierter Regionalkenntnisse werden zahlreiche Fallstudien im Hinblick auf das Rahmenthema erläutert. Sie reichen u.a. vom museumsdidaktischen Weg zur Kulturlandschaft bis zur Problematik der Konversion militärischer Liegenschaften, von der Kulturlandschaftsinventarisation bis zur Baudenkmalpflege, wobei mit diesen wenigen Aspekten die gesamte Breite der Darstellungen noch nicht ausgeleuchtet ist.

Die Erkenntnis von der Notwendigkeit der Kulturlandschaftspflege ist nicht jungen Datums. Sie gewinnt jedoch zu Beginn der 2. Hälfte dieses Jahrhunderts neue Bedeutung, u.a. mit der Nichtnutzung landwirtschaftlicher Nutzflächen, den Ansprüchen des Tourismus usw. Keineswegs setzt der auflkommende Umweltschutzgedanke den ersten Anstoß, wie zahlreiche Beispiele z. B. aus dem nur wenig beachteten Alpenraum zeigen. Gerade von Geographen Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre erstellte Gutachten für staatliche Behörden (z.B. Bergbauerngebiet der Alpen) oder gemeinsam mit Ökologen und Ökonomen erstellte Planungsgrundlagen zur Entwicklung der Kulturlandschaft in Bayern usw. griffen damals das Thema Kulturlandschaftspflege auf. Dies gilt auch für die lebhafte praxisorientierte Diskussion um die Pflegedienste, die bereits in den SOer Jahren (Sozialbrache!) ihren Anfang nahmen. Der Weg der Angewandten Sozialgeographie war längst eingeschlagen. Schließlich wurde auch bereits 1970 gesetzlich der Landwirtschaft die Aufgabe der Erhaltung der Kulturlandschaft bzw. der Landschaftspflege zugewiesen (Bayern 1970, Baden-Württemberg 1972).

Stellt man den Inhalt des Sammelbandes - nicht ``Handbuch'''' im Sinne einer Zusammenfassung eines Wissensgebietes oder gar Nachschlagewerks - den beiden im Geleitwort genannten Zielen der Publikation gegenüber, dann ist das zweite Anliegen, ``grundlegende Diskussion um Methoden-, Werte- und Maßstabsfragen beim Umgang mit Kulturlandschaften auf der Basis reichlich vorhandenem Wissens... zu befördern'''', voll erfüllt worden. Der Beitrag bestätigt auch, daß das zeitweise in der Geographie vorherrschende Bestreben, nämlich die Betrachtung konkreter landschaftlicher Strukturen in den Hintergrund treten zu lassen, für die Anwendung geographischer Erkenntnisse in der Öffentlichkeit eine Sackgasse vvar. Das vorliegende Buch zeigt eimnal mehr, daß Kenntnisse räumlicher Organisationsformen und raumbedeutsamer Prozesse unverzichtbare Grundlagen fur die Gestaltung eines Lebensraumes sind.

Die Bewertung des ersten Zieles, ``einen praxisorientierten, gesetzlich geforderten und auf unmittelbare Anwendung ausgerichteten Beitrag (zu) leisten'''', wird dagegen nicht in gleicher Weise erfüllt. Hier fehlt z. B. eine einfache allgemeine Anleitung über Verfahrensweisen, Kritik bisheriger Richtwerte und ein stärkeres Eingehen auf die Nachbarwissenschaften, die in der räumlichen Planung ein wichtige Rolle spielen.

Auch verfügen wohl nicht alle Autoren über die notwendige "Praxisnähe". Hierbei hätte eine systematische Aufarbeitung der Planungsliteratur, Landesentwicklungsprogramme usw., aber auch eine Durchforstung der Vielzahl von Förderansätzen noch eine wesentliche Ergänzung bringen können.

So ist das Verdienst der Autoren vor allen Dingen in der Behandlung verallgemeinerter Fragestellungen z.B. im . und 2. Kapitel, in der Darlegung der Vielzahl von Forschungsansätzen und vereinzelter Lösungsmögliclichkeiten zu sehen sowie in der Anregung, über dieses unerschöpfliche Thema weiter nachzudenken.

Dr. Karl Ruppert (München) Raumforschung und Raumordnung, 1. 1999, Rubrik "Neue Literatur", Seite 63

Bespr. "Schriftentum d. Agrarwirtschaft", Bd. 39, H. 4, 1999 top ↑

Die Kulturlandschaften Mitteleuropas verändern gegenw. mit hoher Dynamik ihr Aussehen und ihre ökologische Struktur grundlegend und vielfach irreversibel. Dabei wird kulturgeschichtliche Substanz - zu fassen in einer Vielzahl von punkt-, linien- und flächenhaften landschaftlichen Einzelelementen und -Strukturen - in großem Umfang mit weitreichenden Folgen überformt oder gar zerstört. So verliert eine große Zahl an Tieren und Pflanzen, die sich auf die spezifischen Bedingungen sukzessive gewachsener Kulturlandschaften eingestellt hat, ihren Lebensraum. Auch treten Verluste hinsichtlich des Quellenwertes und der Erziehungs- bzw. Bildungswerte historischer Landschaften oder einz. Landschaftselemente ein, denn Kulturlandschaften stellen als Zeugnisse der Alltagswelt ähnlich hohe Kulturleistungen dar wie berühmte Bauwerke, Gemälde oder Romane. Der vorliegende Sammelband Kulturlandschaftspflege möchte raumbezogen arbeitenden Praktikern aus Planung und Wissenschaft den spezifischen Ansatz der Geographie zum Umgang mit historisch gewachsenen Kulturlandschaften zugänglich machen. Dazu faßt er das in der Geographie Mitteleuropas in großer Breite und Dichte vorhandene einschlägige Wissen in mehr als 45 Einzelbeiträgen zusammen. Experten beschreiben darin Projekte und Verfahrensweisen geographischer Kulturlandschaftspflege, die in der Praxis erprobt sind. Dabei zeigt sich, daß Kulturlandschaftspflege zwar gelegentlich auch die museale Konservierung von historischen Kulturlandschaftsstrukturen und -Elementen zum Ziel hat, im Normalfall aber deren Nutzung ausdrückt. Anerkannt, sofern dabei nicht Potentiale für künftige nachhaltige Entwicklungen irreversibel zerstört werden. Entsprechend dem offenen und diskursiven Verständnis von geographischer Kulturlandschaftspflege werden keine Rezepte in Form standardisierter Erhebungs- und Bewertungsbogen über alle Planungsbereiche hinweg im Handbuch vorgelegt, sofern fallbezogene und beispielhafte Lösungsvorschläge in Abhängigkeit vom jeweiligen planerisch-rechtlichen Hintergrund. Die vorgestellten Projekte werden jeweils den Ebenen der räumlichen Planung zugeordnet, von der Gemeinde über die Region bis hin zu den staatlichen, überstaatlichen und fachübergreifenden Ansätzen geographischer Kulturlandschaftspflege. Eingangs werden außerdem methodisch-theoretische, nomenklatorische und juristische Aspekte diskutiert. Die Idee zur Herausgabe des Buches sowie das zugrundeliegende Konzept erwuchsen aus Diskussionen unter den Mitgliedern des Arbeitskreises "Kulturlandschaftspflege" in der Deutschen Akademie für Landeskunde, Trier/Leipzig. Inzwischen haben sich viele wissenschaftliche Disziplinen dem Denken in Landschaftenn angenähert. So sind Bemühungen der Geologie um einen "Geotopschutz" weit fortgeschritten, und heute wird sogar in Naturparken die aus dem Naturschutzgedanken erwachsen sind, nach vorbildlichen Schutz- und Pflegemaßnahmen zur Erhaltung historischer Kulturlandschaften gesucht. Denn gegenläufig zu der umweltpolitischen Aufwertung der historisch-geographischen Substanzen vollzieht sich gegenwärtig vielerorts eine Vernichtung kultureller Hinterlassenschaften in beängstigendem Ausmaß. Die Hauptursachen dafür sind die Ausweisung von neuen Gewerbegebieten und neuem Bauland sowie die Anlage von neuen Verkehrsträgern oder auch die bodenverändernden Eingriffe der modernen Technologie in der Landwirtschaft und im Forst. Hinzu kommt die in den Ortschaften meist rege Bautätigkeit, wodurch noch historisch geprägte Bausubstanz aus der Physiognomie der Siedlungen verschwindet, d.h. durch nach städtischem Muster gestaltete Uniformität ersetzt wird. Daraus folgt, daß alle mit landschaftsverändernden Maßnahmen befaßten Personen im Hinblick auf das kulturelle Erbe noch mehr sensibilisiert werden müssen. Der Band gliedert sich in die 7 Abschnitte: Was ist Kulturlandschaftspflege? Methodik und rechtlicher Rahmen der Kulturlandschaftspflege; Kulturlandschaftspflege auf der Ebene von Gemeinde und Gemarkung; Kulturlandschaftspflege im regionalen Bezug; Kulturlandschaftspflege auf der Ebene der Bundesländer und Staaten; fachübergreifende Beiträge zur Kulturlandschaftspflege auf der Basis kulturgeographischer Grundlagenforschung; sowie Auswahlbibliographie "Kulturlandschaftspflege" und ein Sach- und Ortsregister.- Eingehende historisch-geographische Grundlagenforschungen zur Entwicklung von Kulturlandschaften sind wichtig, um die heute noch erhaltenen Relikte einordnen und kulturhistorisch bewerten zu können. Es müssen regional differenzierte Konzepte zur Inwertsetzung der neu zur Verfügung stehenden Freiräume entwickelt werden, die eine Verbindung herstellen zwischen dem Wert dieser Gebiete als Ökotope und den verschiedenen Nutzungskonzepten. Gerade in den neuen deutschen Ländern, wo besonders viele ausgedehnte Flächen einer neuen Zweckbestimmung zugeführt werden müssen, sollten ganzheitliche Entwicklungsleitbilder formuliert werden. "Schrifttum der Agrarwirtschaft", Band 39, Heft 4, 1999

Bespr.:Neues Lausitzisches Magazin, Neue Folge, Bd. 2/1999 top ↑

Historisch gewachsene Kulturlandschaften geben Zeugnis vom Umfang früherer Generationen mit Natur und Landschaft und vermitteln ein anschauliches und ungekünsteltes Bild vom Lebensstil unserer Vorfahren, deren Möglichkeiten und Bedürfnissen. Bei entsprechend erlebbarer Kontinuität sind sie ein wichtiger Bestandteil unserer Heimat und Voraussetzung von lokaler Identität. Gerade in unserem Jahrhundert und insbesondere in den letzten Jahrzehnten erfahren die Kulturlandschaften Mitteleuropas grundlegende Veränderungen in Aussehen, Bestandteilen und ökologischer Struktur. Dies gilt für ländliche wie städtische Räume. Dabei treten Verluste historischer Landschaften oder einzelner Elemente und damit sowohl von Bildungs- und Erlebniswert als auch von Tieren und Pflanzen auf, die ihren Lebensraum verlieren. Raumbezogene Maßnahmen erfordern daher eine gründliche und ausgewogene Planung, bei der nicht nur die Ämter und Behörden, Unternehmer oder Bauwillige, Denkmal- und Naturschützer gefordert sind, sondern sich auch die Wissenschaft begleitend einbringen muß.
Hier setzen die Herausgeber, drei ausgewiesene Geographen, deren Lehrstühle in Bonn, Göttingen und Würzburg/Tübingen zugleich Zentren der Kulturlandschaftsforschung in Deutschland darstellen, an. Sie vereinen in diesem Band 35 Wissenschaftler und Praktiker, die in über 45 Artikeln den Beitrag der Geographie, eigentlich der angewandten historischen Geographie, zur Kulturlandschaftspflege anwendungsorientiert aufzeigen. Sie beschreiben Projekte und Verfahrensweisen geographischer Kulturlandschaftspflege, die in der Praxis erprobt sind, ohne dabei Rezepte geben zu wollen, sondern liefern "fallbezogene und beispielhafte Lösungsvorschläge in Abhängigkeit vom jeweiligen planerisch-rechtlichen Hintergrund" von der Gemeinde über die Region bis hin zu staatlichen bzw. überstaatlichen Ansätzen. Die Beiträge zeigen, "daß Kulturlandschaftspflege zwar gelegentlich auch die museale Konservierung von historischen Kulturlandschaftsstrukturen und Elementen zum Ziel hat, im Normalfall aber deren Nutzung ausdrücklich akzeptiert, sofern aber nicht Potentiale für zukünftige nachhaltige Entwicklungen irreversibel zerstört werden" Voraussetzung für solche geplante Landschaftspflege ist eine möglichst umfassende historisch-topographische Geländeaufnahme und Inventarisation. Hier ergibt sich auch ein Aufgabenfeld für Heimatvereine, Schulen oder Museen.
Das Buch ist in sechs Hauptabschnitte gegliedert: 1. Was ist Kulturlandschaftspflege?; 2. Methodik und rechtlicher Rahmen der Kulturlandschaftspflege; 3. Kulturlandschaftspflege auf der ebene von Gemeinden und Gemarkungen; 4. Kulturlandschaftspflege im regionalen Bezug; 5. Kulturlandschaftspflege auf der Ebene der Bundesländer und Staaten; 6. Fachübergreifende Beiträge zur Kulturlandschaftspflege auf der Basis kulturgeographischer Grundlagenforschung. Während die ersten Teile mit ihrer ausführlichen Zusammenstellung rechtlicher Gegebenheiten und Stichworten wie Fremdenverkehr, Ortsbild- und Kommunalplanung oder Denkmalpflegeplan besonders die Praktiker in Behörden und Verwaltung interessieren wird, spricht das letzte Kapitel namentlich auch die Arbeit von historischen Vereinen an. Themen wie Pflege von Bergbaudenkmalen, Industrielandschaften oder Umwandlung militärischer Liegenschaften sind nicht nur für Sachsen allgemein, sondern für die Lausitz konkret von Bedeutung. Eine umfassende Bibliographie sowie ein Register erhöhen den Wert dieses vorbehaltlos zu empfehlenden Bandes, der fast schon den Charakter eines Handbuches trägt. Rainer Aurig Neues Lausitzisches Magazin, Neue Folge, Bd. 2/1999

GUG info 3/2000, S. 18 top ↑

Das Handbuch "Kulturlandschaftspflege" faßt das in vielen geographischen Untersuchungen gewonnene Wissen über den planerischen Umgang mit Kulturlandschaften zusammen. 38 Autoren bringen ihre Erfahrungen in 43 Abschnitten ein und beschreiben Projekte und praxiserprobte Verfahrensweisen. dabei wird deutlich, daß Kulturlandschaftspflege keineswegs die Konservierung von historischen Landschaftsstrukturen und -elementen zum Ziel hat, sondern ausdrücklich deren Nutzung fordert. Das Handbuch soll allen Landschafts- und Naturschutzplanern, wissenschaftlichen Institutionen, Behörden, Architekten, Landwirten, Landschaftsgärtnern und vielen anderen die Bedeutung der Kulturlanschaftspflege als Aufgabe einer ganzheitlichen Umweltsicherung nahe bringen.

GUG info 3/2000, S. 18

Inhaltsverzeichnis top ↑

1 Was ist Kulturlandschaftspflege?
Schenk, W.: Gedankliche Grundlegung und Konzeption des Sammelbandes
"Kulturlandschaftspflege" 3-9
Quasten, H.: Zur konzeptionellen Entwicklung der Kulturlandschaftspflege 9-12
Fehn, K.: Zur Entwicklung des Forschungsfeldes "Kulturlandschaftspflege aus
geographischer Sicht" mit besonderer Berücksichtigung der Angewandten
Historischen Geographie 13-16
2 Methodik und rechtlicher Rahmen der Kulturlandschaftspflege
Quasten, H.: Grundsätze und Methoden der Erfassung und Bewertung
kulturhistorischer Phänomene der Kulturlandschaft 19-34
Denecke, D.: Quellen, Methoden, Fragestellungen und Betrachtungsansätze der
anwendungsorientierten geographischen Kulturlandschaftsforschung 35-49
Wagner, J. M.: Zur Entwicklung und Anwendung von Bewertungsverfahren im Rahmen
der Kulturlandschaftspflege 49-59
Wagner, J. M.: Zur emotionalen Wirksamkeit der Kulturlandschaft 59-66
Graafen, R.: Das rechtliche Instrumentarium der Landschafts- und
Kulturlandschaftspflege 67-73
Müller, B.: Raumordnung und Kulturlandschaftspflege in den ostdeutschen
Bundesländern 73-79
Quasten, H. & Wagner, J. M.: Vorschläge zur Terminologie der
Kulturlandschaftspflege 80-84
3 Kulturlandschaftspflege auf der Ebene von Gemeinde und Gemarkung
Behm, H.: Kulturlandschaftspflegerische Aspekte einer Flächennutzungsplanung in
ländlichen Räumen auf kommunaler Ebene 87-91
Egli, H.-R.: Flächennutzungsplanung: Ortsbildpflege in der Schweiz 91-95
Gunzelmann, T.: Der denkmalpflegerische Erhebungsbogen zur
Dorferneuerung - historisch-geographische Ortsanalyse in der
Denkmalpflege 96-102
Hildebrandt, H. & Heuser-Hildebrandt, B.: Historisch-geographische
Fachplanung im ländlichen Raum: Fallbeispiel zu einer dörflichen
Gemeinde - Welschneudorf im Unterwesterwald 103-111
Gunzelmann, T.: Die Kulturlandschaftsinventarisation in der
Feldflurbereinigung 112-117
Stanjek, U.: Kulturlandschaftspflege im Rahmen der Rebflurbereinigung in
Rheinland-Pfalz 117-124
Hildebrandt, H. & Heuser-Hildebrandt, B.: Historisch-geographische
Fachplanung zur Forsteinrichtung auf Abteilungsebene. [Reviere
Winkelhof, Staatliches Forstamt Ebrach und Großbirkach-Obersteinach,
Großprivatwald v. Crailsheim im westlichen Steigerwald] 124-128
Schürmann, H.: Fremdenverkehr und Ortsbildentwicklung 129-137
Meynen, H.: Inventare der Baudenkmalpflege am Beispiel Kölner Arbeiten 137-140
Dix, A.: Historisch-Geographische Forschungen im Rahmen des
Denkmalpflegeplans 141-145
4 Kulturlandschaftspflege im regionalen Bezug
Henkel, G.: Beschreibungen von Kulturlandschaften als Orientierungsrahmen der
Regional- und Kommunalplanung 149-155
Grabski-Kieron, U.: Ziele für eine umsetzungsorientierte
Landschaftsplanung in der Agrarlandschaft 155-165
Kleefeld, K.-D.: Schutz von Kulturgütern in der
Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) - das Beispiel Oeding
(Nordrhein-Westfalen) 165-175
Burggraaff, P.: Verankerte Kulturlandschaftspflege im
Naturschutzgebiet "Bockerter Heide" 175-183
Eidloth, V.: Kulturlandschaftspflege im Rahmen von Regionalplanung:
Der Regionalplan der Region Stuttgart 183-188
Renes, J.: Landschaftsstrukturplanung: "Neue Natur" in den
Niederlanden 189-194
Erdmann, K.-H.: Biosphärenreservate und Kulturlandschaftspflege 194-201
Fegert, F.: Nationalparkplanung und Kulturlandschaftspflege im und am
Nationalpark Bayerischer Wald 202-207
5 Kulturlandschaftspflege auf der Ebene der Bundesländer und Staaten
Schenker, J.: Das schweizerische Bundesinventar der Landschaften und
Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) 211-215
Cede, P.: Kulturlandschaftskartierung in Österreich 215-219
Burggraaff, P.: Kulturlandschaftspflege in Nordrhein-Westfalen - Ein
Forschungsauftrag des Ministeriums für Umwelt, Raumordnung und
Landwirtschaft von Nordrhein- Westfalen an das Seminar für Historische
Geographie der Universität Bonn 220-231
Hildebrandt, H., Schürmann, H. & Heuser-Hildebrandt, B.:
Historisch-geographisch bedeutsame Kulturlandschaftselemente in
Rheinland-Pfalz - Regionaltypische Objekte und Ensembles -
Orientierungsrahmen für raumbezogene Planung (Erläuterungen zur
beiliegenden Karte im Maßstab 1 :500.000) 231-233
Vervloet, J. A. J.: Ansätze einer europaweiten Kulturlandschaftspflege
- ein Überblick über wichtige Institutionen 233-240
6 Fachübergreifende Beiträge zur Kulturlandschaftspflege auf der Basis
kulturgeographischer Grundlagenforschung
Denzer, V. & Kleinhans, M.: Erhaltende Kulturlandschaftspflege - ein
Beitrag zur integrativen Umweltbildung 243-248
Ongyerth, G.: "Landschaftsmuseen" als museumsdidaktische Wege zur
Kulturlandschaft 249-253
Frei, H.: Kulturlandschaftserhaltung und Heimatpflege am Beispiel des
Schwäbischen Volkskundemuseums Oberschönenfeld 254-259
Remmel, F.: Kulturlandschaftsgeschichtliche Wanderführer und Lehrpfade
259-265
Born, K. M.: Historische Vereine und ihre Möglichkeiten zur Erhaltung
der Historischen Kulturlandschaft 266-270

Benthien, B.: Tourismus und Kulturlandschaftspflege 271-275
Nagel, F. N. & Goldammer, G.: Wasserwege als Gegenstand der
Kulturlandschaftspflege 275-285
Römhild, G.: Die Technischen Denkmale und Industriedenkmäler, namentlich des
Bergbaus 285-295
Wehling, H.-W.: Industrielandschaften: Werks- und Genossenschaftssiedlungen im
Ruhrgebiet, 1844-1939 295-299
Fehn, K.: Konversion militärischer Liegenschaften als Aufgabenfeld der
Kulturlandschaftspflege 299-301
Dix, A.: Auswahlbibliographie "Kulturlandschaftspflege" 303-307
Sach- und Ortsregister 309-313
Die Autoren dieses Bandes 315-316