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Hansjörg Dongus:

Die Oberflächenformen Südwestdeutschlands

Geomorphologische Erläuterungen zu Topographischen und Geologischen Übersichtskarten

[The surface relief of Southwestern Germany. A geomorphological appraisal of its topography and geology]

2000. 1. Auflage, IX, 189 Seiten, 17 Abbildungen, 1 Tabelle, 17x24cm, 510 g
Language: Deutsch

ISBN 978-3-443-01042-3, brosch., price: 25.00 €

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OberflächeSüdwestdeutschalndReliefGeomorphologieGesteinSchicht

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Dieses Buch soll die Lücke zwischen meist kurzen Darstellungen des südwestdeutschen Reliefs in Länderkunden und geomorphologischen Lehrbüchern und der großen Zahl geomorphologischer und geologischer Spezialarbeiten vermitteln. Es will eine Übersicht vermitteln und entstand auf der Basis eigener Geländebegehungen des Autors und ausgiebiger Literaturarbeit.
Es wendet sich weniger an die wissenschaftlichen Kollegen als vielmehr an eine breitere Öffentlichkeit, die an landschaftsgeschichtlichen Fragen interessiert ist. Weil die Geomorphologie nicht nur die Wissenschaft von der Formung der Erdoberfläche ist, sondern auch den bei der Formung entstandenen und entstehenden Formenschatz betrachtet, hat die Beschreibung des Reliefs besonderes Gewicht. Sie ist entweder im Gelände oder aber, und dies wohl meist, an Hand von Karten nachvollziehbar.
Topographische Karten sind die vielseitigsten, getreuesten und wichtigsten Abbildungen von Teilen der Erdoberfläche. Sie flächig und räumlich zu lesen und zu benutzen ist eine unumgängliche Voraussetzung zum Verständnis des Textes. Empfohlen werden die vom Landesvermessungsamt herausgegebenen (amtlichen) Topographischen Karten 1:100000 und die vom Institut für Angewandte Geodäsie entwickelten Übersichtskarten 1:200000. In den Grundgebirgsschollen bilden sie nahezu die einzige Hilfe für das Verständnis des Reliefs. Die Abbildungsmaßstäbe 1:50000 und 1:25000 sind für Übersichten weniger gut geeignet.
Im Schichtstufenland, wo deutliche Beziehungen zwischen Gestein, Schichtlagerung und Relief bestehen, aber auch auf der Alb, im Alpenvorland und im Oberrheintiefland sind neben den Topographischen auch Geologische Übersichtskarten für das Verständnis des Textes grundlegend. Neben der nur als Grundlage geeigneten, vom Geologischen Landesamt in Baden-Württemberg entwickelten Karte 1:1000000 mit ihren ausgezeichneten Erläuterungen (12. Aufl. 1998) und der Karte 1:500000 bzw. der REGELMANN'schen Karte 1:600000 sind vor allem die Übersichtskarten 1:200000 zu empfehlen. Die seit den Dreißigerjahren mehrfach neu aufgelegte Geologische Übersichtskarte von (Baden-) Württemberg 1:200000 (ohne Höhenlinien) wird durch die modernere Geologische Übersichtskarte der Bundesrepublik Deutschland 1:200000 (mit Höhenlinien) ergänzt, die allerdings noch nicht vollständig erschienen ist. Dazu treten einige für Übersichten geeignete Blätter 1:100000 und 1:50000 mit Erläuterungen. Die ebenfalls noch nicht vollständige Spezialkarte 1:25000 mit Erläuterungen wurde zwar in der Textverarbeitung benützt, ist aber wegen ihres großen Maßstabs für Übersichten kaum geeignet.

Bespr.: "der Aufschluss" 5, Jg. 52, Sept./Okt. 2001, H. 4820 top ↑

In diesem Buch wird die Geomorphogenese Südwestdeutschlands beschrieben von einem der besten Kenner der Oberflächenformen und Formenentwicklung dieser Region. Nach den Ausführungen im Vorwort ist das Ziel der Arbeit, zwischen den meist kurzen Darstellungen der Geomorphologie Südwestdeutschlands in Länderkunden oder geomorphologischen Lehrbüchern und der großen Anzahl geomorphologischer und geologischer Detailinformationen in Spezialaufsätzen zu vermitteln. Diesem Anspruch wird das Werk in hohem Maße gerecht. Es wird darauf hingewiesen, daß das Buch in Verbindung mit Karten gelesen werden sollte. Die hohe Wertschätzung der Topographischen Karte als Informationsträger wird deutlich herausgestellt, was auch dem Untertitel der Veröffentlichung zu entnehmen ist. Das Buch gliedert sich in einen allgemeinen und einen speziel len Teil. Im allgemeinen Teil werden die Großformengruppen, die Schichtlagerung, geomorphologische Formentypen (Faltenrumpfflächen, Tafelrumpfflächen, Schichtstufendachflächen) und die klimatischen Bedingungen der Reliefentwicklung im Tertiär und Pleistozän beschrieben. Der Gebrauch des Begriffes Tafelrumpffläche ist dabei nach wie vor als problematisch einzustufen. Ein weiteres, dem allgemeinen Teil zuzuordnendes Kapitel widmet sich den Grundzügen der Morphogenese, die in drei Zeitabschnitte gegliedert wird: die Entwicklung bis zum Untermiozän, die Entwicklung im Mittelmiozän und Altobermiozän und die Entwicklung des Südwestdeutschen Flußnetzes im Pliozän und Pleistozän. Die speziellen regionalen Kapitel beschreiben die Oberflächenformen und Reliefentwicklung im Oberrheintiefland, im Schwarzwald, im Odenwald und Spessart, im Gäuland, in den Keuperbergen und den Liasplatten, in den Albvorbergen, der Alb und dem Ries, im Südwestdeutschen Alpenvorland und in den Nagelfluhschichtkämmen.

Neben einer im Anhang beigefügten Karte zu eiszeitlichen Moränenwällen und Schmelzwasserrinnen im oberen Schwaben, Hegau und Thurgau enthält das Buch keine neu konzipierten Abbildungen. Diese sind meist den Standardwerken zur südwestdeutschen Geomorphologie und Geologie entnommen. Die von Dongus vorgenommene Zusammenstellung bietet eine kompendiale Übersicht über die Landschaftsräume Südwestdeutschlands und ihre Geomorphologie. Sie ist in ihrem Detailreichtum eine wertvolle Informationsquelle und wird sicher von vielen als Vorbereitung für Exkursionen in diesen Raum genutzt werden.

Karl-Heinz Schmidt

"der Aufschluss" 5, Jg. 52, Sept./Okt. 2001, H. 4820, S. 286

Bespr.:Blätter d.Schwäb. Albvereins, 106.Jg, Nr.6/2000, S.28 top ↑

Eines der wichtigsten Wanderzubehöre ist die Wanderkarte. Sie gibt dem Wanderer sichere Hinweise auf die Wanderwege, vermittelt ihm aber auch einen Überblick der Oberflächenformen. Hier setzt das Buch des Geomorphologen Prof. em. Dr. Hansjörg Dongus ein, indem es in gut verständlicher Form Antworten gibt auf die Fragen, wie Täler und Berge mit ihren unterschiedlichen Formen entstanden sind. In einer kurzen Übersicht schildert er die geologischen Grundlagen des südwestdeutschen Reliefs, nennt die klimatischen Voraussetzungen und beschreibt die Entwicklung der Landstufen und des Flussnetzes in den letzten 30 Millionen Jahren.

Im zweiten, regionalen Teil werden die vielfältigen Landschaftsformen erläutert, die wir im Rheintal, Schwarzwald und Odenwald, in den Gäuflächen, in den Keuperbergen mit ihren Wäldern, den Liasplatten, auf der Schwäbischen Alb und ihrem Vorland sowie dem durch die Eiszeiten geprägten Alpenvorland vorfinden.

Das Buch stellt damit eine wertvolle Ergänzung zu den topographischen Wanderkarten dar und kann jedem an der Entstehung unserer Landschaften mit ihren vielfältigen Formen interessierten Wanderer bestens empfohlen werden.

Blätter d.Schwäb. Albvereins, 106.Jg, Nr.6/2000, S.28

Bespr.: Naturschutz-Info 1/2001, S. 55 top ↑

In naturschutzfachlichen Stellungnahmen zu Eingriffen oder in Würdigungen zu Schutzgebieten spielt das Landschaftsbild oft eine wichtige Rolle. Darüber hinaus ist die Oberflächenform einer Landschaft auch ein wichtiger Standortfaktor für Flora und Fauna. Deshalb ist es gerade für den Naturschützer wichtig, dass er die Landschaft, in der er arbeitet, kennt und über ihre Entstehung Bescheid weiß.

Doch die Frage der Entstehung des Reliefs unserer südwestdeutschen Schichtstufenlandschaft ist nicht immer einfach zu beantworten, erfordert nicht selten eine gehörige Portion abstraktes Vorstellungsvermögen und ist vor allem für den "geologischen Laien" oft nicht einfach zu verstehen. Eine umfassende Darstellung der Oberflächenformen Baden-Württembergs, in einer auch für den Nichtfachmann leicht nachzuvollziehenden Form - aber gleichzeitig fundiert - fehlte bisher. Das jetzt erschienene Buch von Hansjörg Dongus füllt diese Lücke hervorragend. Im ersten, allgemeinen Teil des Buches beschreibt der Autor die geologischen Grundlagen des südwestdeutschen Reliefs, nennt klimatische Voraussetzungen der Reliefbildung und schildert die Entwicklung der Landschaft mit ihrem Flussnetz in den letzten 30 Millionen Jahren. Im speziellen Teil wird das Relief der verschiedenen Naturräume Baden-Württembergs erläutert, deren Werden und Vergehen ausführlich geschildert. Literaturhinweise am Schluss eines jeden Kapitels erleichtern dem interessierten Leser das Auffinden weiterführender Literatur. Jedem, ob er sich nun aus beruflichen Gründen oder aus privatem Interesse mit der Landschaft Baden-Württembergs beschäftigt, kann dieses Werk mit Nachdruck empfohlen werden! Wolf-Dieter Riexinger

Naturschutz-Info 1/2001, S. 55

Bespr.: Geographische Rundschau Juli/August 7-8 2001, X. VI top ↑

Der Verfasser ist der beste Kenner der Geomorphologie Südwest-Deutschlands. Sein Buch beruht ebenso auf eigener Geländearbeit wie auf profunder Kenntnis der Literatur, gerade auch der geologischen. Denn Dongus verfolgt kompromisslos den struktur-geomorphologischen Ansatz, der im klassischen Land der Schichtstufenforschung auch stets die plausibelste Deutung der Landformen und ihrer Genese erlaubt. So wird die Entstehung der prämesozoischen, auf den Rheingrabenschultern exhumierten Rumpffläche, wie auch der Prächartischen Tafelrumpffläche auf der Alb nicht diskutiert, nur ihre spätere Umgestaltung. Die knappe Übersicht über Großformen, Geologie, Tektonik, Schichtstufen und Klimageschichte stützt sich auf viele Abbildungen, die jedoch alle nicht neu sind und auch nicht vom Autor stammen. Sehr detailliert wird die Reliefentwicklung der Süddeutschen Großscholle mit der Sedimentation im Oberrheingraben und vornehmlich im Molassetrog während des Tertiärs verknüpft. Selbstverständlich spielen die Schüttungen der Juranagelfluh eine besondere Rolle für die Entschlüsselung des Abtragungsverlaufs im Schichtstufenland. Einschlüsse in Vulkanschloten und die Ries-Trümmermassen liefern weitere Zeit- marken für die fortschreitende Abtragung der Trias- und Juraschichten. Nicht weniger als 6 Kartenskizzen illustrieren die Flussnetzentwicklung seit dem Obermiozän, also die zunehmende Entwässerung zum Rhein, nachweisbar durch Terrassen- und Sedimentreste. Bei der Beschreibung solcher phogenetisch wichtigen Belege werden Unzählige Orts-, Berg- und Flussnamen genannt; dasselbe gilt im Verstärkten gab für die 126 Sehen umfassende regionale Behandlung der Landformen. Diesem Hauptteil sind nur 3 glazialmorphologische und 4 Stricheulenkamen beigegeben, ungewöhnlich wenig für ein Geomorphologiebuch. Die Erklärung: Der Autor wolke "Geomorphologische Erläuterungen zu Topographischen und Geologischen Übersichtskarten" vorlegen. Dieser Untertitel steht leider nicht auf dem Umschlag.

So gesehen und benutzt stellt das Buch eine unerschöpfliche Quelle für das Verständnis der Formenwelt und besonders für die Planung von Exkursionen dar. Und nur Hansjörg Dongus konnte es schreiben.

Alfred Wirthmann

Geographische Rundschau Juli/August 7-8 2001, X. VI

der Aufschluss 6, Jg. 52, Nov./Dez. 2001, H 4820 top ↑

In diesem Buch wird die Geomorphogenese Südwestdeutschlands beschrieben von einem der besten Kenner der Oberflächenformen und Fomenentwicklung dieser Region. Nach den Ausführungen im Vorwort ist das Ziel der Arbeit, zwischen den meist kurzen Darstellungen der Geomorphologie Südwestdeutschlands in Länderkunden oder geomorphologischen Lehrbüchern und der großen Anzahl geomorphologischer und geologischer Dataillinformationen in Spezialaufsätzen zu vermitteln. Diesem Anspruch wird das Werk in hohem Maße gerecht. Es wird darauf hingewiesen, dass das Buch in Verbindung mit Karten gelesen werden sollte. Die hohe Wertschätzung der Topographischen Karte als Informationsträger wird deutlich herausgestellt, was auch dem Untertitel der Veröffentlichung zu entnehmen ist. Das Buch gliedert sich in einen allgemeinen und einen speziellen Teil. Im allgemeinen Teil werden die Großformengruppen, die Schichtlagerung, geomorphologische Formentypen (Faltenrumpfflächen, Tafelrumpfflächen, Schichtstufendachflächen) und die klimatischen Bedingungen der Reliefentwicklung im Tertiär und Pleistozän beschrieben. Der Gebrauch des Begriffes Tafelrumpffläche ist dabei nach wie vor als problematisch einzustufen. Ein weiteres, dem allgemeinen Teil zuzuordnendes Kapitel widmet sich den Grundzügen der Morphogenese, die in drei Zeitabschnitte gegliedert wird: die Entwicklung bis zum Untermiozän, die Entwicklung im Mittelmiozän und Altobermiozän und die Entwicklung des Südwestdeutschen Flussnetzes im Pliozän und Pleistozän. Die speziellen regionalen Kapitel beschreiben die Oberflächenformen und Reliefentwicklung im Oberrheintiefland, im Schwarzwald, im Odenwald und Spessart, im Gäuland, in den Keuperbergen und den Liasplatten, in den Albvorbergen, der Alb und dem Ries, im Südwestdeutschen Alpenvorland und in den Nagelfluhschichtkämmen.

Neben einer im Anhang beigefügten Karte zu eiszeitlichen Moränenwellen und Schmelzwasserrinnen im oberen Schwaben, Hegau und Thurgau enthält das Buch keine neu konzipierten Abbildungen. Diese sind meist den Standardwerken zur südwestdeutschen Geomorphologie und Geologie entnommen. Die von DONGUS vorgenommene Zusammenstellung bietet eine kompendiale Übersicht über die Landschaftsräume Südwestdeutschlands und ihre Geomorphologie. Sie ist in ihrem Detailreichtum eine wertvolle Informationsquelle und wird sicher von vielen als Vorbereitung für Exkursionen in diesen Raum genutzt werden.

K.-H. SCHMIDT, Halle

der Aufschluss 6, Jg. 52, Nov./Dez. 2001, H 4820

Bespr.: Geographie und Schule Nr. 134, Dez. 2001, S. 46 top ↑

Das vorliegende Buch kann bereits jetzt als ein Standardwek bezeichnet werden, das nicht nur in Südwestdeutschland von Interesse ist. Durch seine konzisen und übersichtlichen Zusammenstellungen der Grundzüge der Reliefentwicklung sowie der einzelnen Regionen (Oberrheintiefland, Schwarzwald, Odenwald und Spessart, Gäuland, Keuperberge und Liasplatten, Albvorgerbe/Alb/Ries und Alpenvorland sowie Nagelfluhschichtkämme) bietet sich der Band für Studierende und Lehrende als ein unentbehrliches Handbuch an. Überblicke, Gliederungen und Zusammenhänge werden deutlich und erleichtern die weitere Arbeit am Thema.

Geographie und Schule Nr. 134, Dez. 2001, S. 46

Bespr.: Fossilien Heft 3 Mai/Juni 2002, S. 140 top ↑

Hansjürgen DONGUS ist ein mit den Oberflächenformen Südwestdeutschlands bestens vertrauter Wissenschaftler. Besonders intensiv hat er sich mit der Schwäbischen Alb, deren Vorland und Oberschwaben beschäftigt. Seine in Jahrzehnten gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen zu diesem Thema hat er in einem Buch zusammengefasst. Knappen, aber prägnanten Ausführungen zu den Großformen, der Schichtlagerung, der Rumpfund Schichtstufenflächen sowie deren klimatischen Bildungsbedingungen im Tertiär und Quartär folgen Grundzüge der Reliefentwicklung. Als Hauptteil des Buches sind die Beschreibungen der einzelnen Landschaftsteile anzusehen: Oberrheintiefland, Schwarzwald, Odenwald, Spessart, Gäuland, Keuperberge mit Liasplatten, Alb mit Vorbergen, Ries, Alpenvorland und Nagelfluhschichtkämme.

Die Beschreibungen sind sehr detailliert und sollten mit dem gleichzeitigen Studium von Karten verbunden sein. Darauf wird auch im Untertitel des Buchs: "Geomorphologische Erläuterungen zu topographischen und geologischen Übersichtskarten" hingewiesen. Dieses Parallelstudium mag zunächst mühsam erscheinen, lohnt sich aber sehr, besonders für Leser, die mit den geographischen Verhältnissen nicht so vertraut sind. Vielleicht hätte aber auch die eine oder andere zusätzliche Abbildung das Studium des Buches etwas erleichtern können. Sehr begrüßenswert ist die Darstellung der klimatischen Verhältnisse, besonders die des Tertiärs, die auf kritische Distanz zu manchen geomorphologischen Schriften geht. Die Gebietsbeschreibungen beschränken sich nicht auf Südwestdeutschland. Wenn erforderlich, werden erfreulicherweise auch Exkurse in benachbarte Gebiete unternommen. Hervorzuheben und eigentlich nicht genug zu loben, ist ein Zug, der sich durch alle geomorphologischen Schriften von H. DONGUS zieht, nämlich die Zusammenführung von Geomorphologie und Geologie. So deutlich wie in diesem Buch hat man das seit Georg WAGNER selten vorgenommen. Der unterschiedlichen morphologischen Beschaffenheit der Gesteine und vor allem der Schichtlagerung werden zu Recht große Einflüsse auf die Oberflächenformung eingeräumt. Damit sollte dieses Buch geomorphologisch forschende Geografen ermuntern, sich näher mit der Geologie zu befassen und Geologen anhalten, auf Forschungsergebnisse dieser Geografen zu achten.

Der Autor schreibt im Vorwort dass das Buch sich mehr der breiteren Öffentlichkeit zuwendet als den wissenschaftlichen Fachkollegen. Nicht nur wegen des interdisziplinären Charakters, sondern auch wegen seiner Detailfülle wird dieses Buch gerade auch Wissenschaftlern und Studenten der Geographie und Geologie wärmstens empfohlen.

Theo Simon

Fossilien Heft 3 Mai/Juni 2002, S. 140

Bespr.: Geographie und Schule Nr. 141, 25 Jg. 2003 top ↑

Das vorliegende Buch kann bereits jetzt als ein Standardwerk bezeichnet werden, das nicht nur in Südwestdeutschland von Interesse ist. Durch seine konzisen und übersichtlichen Zusammenstellungen der Grundzüge der Reliefentwicklungensowie der einzelnene Regionen (Oberrheintiefland, Schwarzwald, Odenwald und Spessart, Gäuland, Keuperberge und Liasplatten, Albvorberge/Alb/Ries und Alpenvorland sowie nagelfluhschichtkämme bietet sich der Band für Studierende und Lehrende als ein unentbehrliches Handbuch an. Überblicke, Gliederungen und Zusammenhänge werden deutlich und erleichtern die weitere Arbeit am Thema.

Geographie und Schule Nr. 141, 25 Jg. 2003

Bespr.: Zeitschr. f. Geomorphologie, Neue Folge, Bd. 48, H.3, 2004 top ↑

Ein Meister der klassischen Geomorphologie hat ein Buch geschrieben, das die Entstehung der Landschaftsformen in Südwestdeutschland zwischen Rhein und Ries und zwischen Odenwald und Bodensee in leicht verständlicher Form darstellen will, denn es soll vor allem jene ansprechen, die etwas über die Reliefentwicklung Baden-Württembergs erfahren wollen. Das Buch gliedert sich in zwei Teile; vorweg werden die Grundzüge von Geologie und Landschaftsgeschichte auf 47 Seiten aufgezeigt, dann folgt auf 125 Seiten ein regionaler Teil. Darin nehmen das Oberrheintiefland 5 Seiten, die anderen Teile 10-20 Seiten ein.

Der allgemeine Abschnitt befasst sich einleitend mit den Großformengruppen, worunter Großlandschaften wie Schwarzwald oder Odenwald verstanden werden, ehe auf die geologischen Voraussetzungen eingegangen wird. Ein eigenes Kapitel klärt die für die Schichtstufenlandschaft wichtigen Begriffe Faltenrumpffläche (als Rumpffläche im gefalteten Grundgebirge), Tafelrumpffläche (als Schnittfläche im flach geneigten Sedimentgestein) und Schichtstufendachfläche (als Verflachung im Niveau der Trauf einer Schichtstufe). Daneben wird auf Vulkandeckenstufen dort hingewiesen, wo sich eine Schicht harten vulkanischen Gesteins über einer weicheren Unterlage ausgebreitet und zur Herausbildung einer schichtstufenartigen Landschaftsform geführt hat (Pseudoschichtstufe nach LIEDTKE 1969). Es folgt ein Kapitel zu den klimatischen Bedingungen im Tertiär und Quartär und über die Grundzüge der Reliefentwicklung, wobei den Veränderungen des Flussnetzes besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Der folgende Abschnitt behandelt das Oberrheintiefland, den Scharzwald, Odenwald und Spessart, das Gäuland, die Keuperberge und Liasplatten, die Albvorberge, die Alb und das Ries, das Südwestdeutsche Alpenvorland und die Nagelfluhschichtkämme. Zum Ende folgen 15 S. Literaturangaben.

Faszinierend sind die ungeheuren Lokal- und Literaturkenntnisse, über die der Autor verfügt und mit denen er seinen Text spickt. Wer als Leser den Raum nicht kennt und ihn sich erarbeiten will, hat es allerdings schwer; aber es wird ja ausdrücklich vorausgesetzt, dass der Leser sich der einschlägigen amtlichen geologischen und topographischen Karten 1:200 000 bedient, um dem Text folgen zu können. Das ist auch unbedingt erforderlich, denn der Text enthält nur 17 Abb. und 1 Tab., wobei fast alle Abb. anderen Veröffentlichungen entstammen, überwiegend der "Geologie von Baden-Württemberg" von GEYER & GWINNER (1991). Davon dienen 4 Abb. der Darstellung der Schichtenlagerung, um die verwickelten Verhältnisse des Einfallens der Schichten verständlich zu machen, tektonische Mulden und Achsen zu markieren und Lage und Länge wichtiger Verwerfungen und Lineamente aufzuzeigen. Das erleichtert zwar das Verständnis für die Verstellungen der Höhenlage der Schichtstufen und deren tektonisch bedingte Unterbrechungen, aber die starke Komprimierung der vorzüglichen und detaillierten Reliefbeschreibung erfordert eine außerordentliche Konzentration beim Lesen des ohne jedes überflüssige Wort gestalteten Textes. Gerade deswegen hätte man sich hier mehr Illustration durch Fotos, Blockbilder, Profile oder Tabellen gewünscht, damit hier für Baden-Württemberg eine so volkstümliche Darstellung der Reliefgenese entstanden wäre, wie einst GEORG WAGNER mit seiner "Einführung in Erd- und Landschaftsgeschichte" (1960) geliefert hat. Bei den schönen regionalen Kapiteln hätte man sich am Ende eine kurze Zusammenfassung gewünscht, und ganz vermisst habe ich eine Diskussion der Frage des Rückwanderns der Stufen oder der Tieferlegung von Flächen im Stufenland im Sinne der Überlegungen von BÜDEL. Aber das kann sicher in einer 2. Auflage noch in Erwägung gezogen werden. Dort würde man sich auch über ein Register freuen.

HERBERT LIEDTKE, Bochum

Zeitschrift für Geomorphologie, Neue Folge, Bd. 48, H.3, 2004

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Vorwort III
1 Die Großformengruppen 1
2 Die Schichtlagerung 7
3 Faltenrumpfflächen, Tafelrumpfflächen, Schichtstufendachflächen 13
4 Klimatische Bedingungen der Reliefentwicklung im Tertiär und Pleistozän 19
5 Grundzüge der Reliefentwicklung 26
5.1 Die Entwicklung bis zum Untermiozän 26
5.2 Die Entwicklung im Mittelmiozän und Altobermiozän 28
5.3 Die Entwicklung des südwestdeutschen Flußnetzes im Pliozän und
Pleistozän 32
5.3.1 Die Donau 35
5.3.2 Wutach, Breg, Brigach und Eschach 39
5.3.3 Die Ur-Lone 41
5.3.4 Brenz, Jagst, Wörnitz und Altmühl 41
5.3.5 Neckar und Enz 45
5.3.6 Oberrhein, Aare, Alpenrhein und Thur 47
6 Das Oberrheintiefland 50
6.1 Die Randhügel 50
6.2 Das Tiefland 51
7 Der Schwarzwald 55
7.1 Der Grundgebirgsschwarzwald und die permotriadischeLandoberfläche 56
7.1.1 Der Hochschwarzwald 57
7.1.2 Der Mittlere Grundgebirgsschwarzwald 60
7.1.3 Der Nördliche Grundgebirgsschwarzwald 62
7.1.4 Glazigene Formen 64
7.2 Der Buntsandsteinschwarzwald 66
7.2.1 Das Gestein 66
7.2.2 Der Südliche Buntsandsteinschwarzwald 67
7.2.3 Der Mittlere Buntsandsteinschwarzwald 68
7.2.4 Der Nördliche Buntsandsteinschwarzwald 69
7.2.5 Die Nordschwarzwaldkare 71
8 Der Odenwald und der Spessart 73
8.1 Der Vordere Odenwald 73
8.2 Der Vordere Spessart 76
8.3 Die Buntsandsteinstufen 77
8.3.1 Das Gestein 77
8.3.2 Der Kleine und der Hintere Odenwald 77
8.3.3 Der Hintere Spessart 79
8.3.4 Altersfragen der Landoberflächen 80
8.4 Das Neckar- und das Maintal im Buntsandstein 80
9 Das Gäuland 83
9.1 Das Gestein 83
9.2 Das Schichtstufenland am Hochrhein 84
9.2.1 Der Dinkelberg und die Hotzenwaldriedel 84
9.2.2 Der nordöstliche Tafeljura 85
9.2.3 Das Klettgaustufenland 86
9.2.4 Das Hochrheintal zwischen Zurzach und Basel 86
9.3 Das Bonndorfer Gäu 87
9.4 Das Baargäu 88
9.5 Das Gäu am oberen Neckar 89
9.6 Die Oberen Gäue zwischen Neckar und Enz 91
9.7 Das Neckarbecken und das Neckartal 96
9.8 Der Kraichgau 98
9.9 Bauland, Taubergrund, Hohenloher und Haller Ebene 101
10 Die Keuperberge und die Liasplatten 109
10.1 Das Gestein 109
10.2 Das Vorland der Südwestalb 111
10.3 Das Keuperbergland im Neckarknie und das Vorland der Mittleren Alb . 112
10.4 Stromberg, Heuchelberg, Steinsberghügelland und Langenbrücker Senke 116
10.5 Der Schurwald und das Vorland der Ostalb 118
10.6 Berglen, Murrhardter und Welzheimer Wald 119
10.7 Heilbronner, Löwensteiner und Waldenburger Berge, Mainhardter Wald 120
10.8 Die Virgundberge und die südliche Frankenhöhe 124
10.9 Keupertalformen 125
11 Die Albvorberge, die Alb und das Ries 127
11.1 Grundlagen des Reliefs 127
11.2 Die Albvorbergstufen und der Altetrauf 131
11.2.1 Die Braunjurastufen 131
11.2.2 Die Weißjurastufen 133
11.3 DieAlbhochfläche 135
11.3.1 Die Kuppenalb 137
11.3.2 Die Flächenalb 146
11.4 Das Donautal 154
12 Das Südwestdeutsche Alpenvorland 157
12.1 Uberblick 157
12.2 Das Altmoränenland 158
12.3 Das Jungmoränenland 162
12.3.1 Der würmeiszeitliche Rheingletscher 162
12.3.2 Die Äußeren Jungendmoränen 163
12.3.3 Die Inneren Jungendmoränen 166
12.3.4 Die Stammbeckenmoränen 168
12.3.5 Das Hochrheintal von Stein bis Waldshut 169
12.3.6 Das Bodenseebecken 171
12.3.7 Die zentripetale Entwässerung und die Argentäler 172
13 Die Nagelfluhschichtkämme 173
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