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Per Smed:

Steine aus dem Norden

Geschiebe als Zeugen der Eiszeit in Norddeutschland

Deutsche Übersetzung und Bearbeitung: Jürgen Ehlers

[Rocks from the North. Rocks and pebbles as witnesses of the glaciation of Northern Germany: their origin and their identification]

2002. 2. Auflage, 194 Seiten, 157 Abbildungen, 34 Tafeln, 83 z.T. farb. Abb. im Text, 15x22cm, 470 g
Language: Deutsch

ISBN 978-3-443-01046-1, gebunden, price: 22.00 €

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Stein Geschiebe Eiszeit Norddeutschland rock pebble glaciation Northern Germany

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Das vorliegende Werk ist bereits die 2. verbesserte Auflage eines Bestimmungsbuch für "Leitgeschiebe".
Die Gletscher der Eiszeit haben grosse Mengen von Steinen aus Skandinavien, Finnland und dem Baltikum nach Norddeutschland transportiert. Einige davon sind so charakteristisch, dass sie ihr Herkunftsgebiet als Leitgeschiebe verraten.
Der Autor erweitert das geologische Wissen des Lesers systematisch bis dieser mit Hilfe der Farbtafeln und einfachen Untersuchungsmethoden die wichtigsten Leitgeschiebe bestimmen kann.
Geologische Vorkenntnisse sind nicht nötig, denn alle Fachausdrücke werden erklärt und die wichtigsten Minerale beschrieben. Auf den letzten Seiten findet sich noch ein kleines Fachlexikon.
Das Buch wendet sich an Anfänger und fortgeschrittene Steinsammler und bietet einen guten Überblick über die Vorstöße des Inlandeises und die dabei abgelagerten Gesteine.
Lehrer werden manche Anregungen im Unterricht oder auf Exkursionen verwenden können, Studenten mögen dieses Buch als Einführung in die Glazialgeschichte benutzen.

Der Geschiebesammler, Jg. 35, Heft 2, Juni 2002 top ↑

Die Original-Ausgabe von Per Smed "Sten i det danske landskab" erschien 1989, fünf Jahre später kam die deutsche Auflage des Buches auf den Markt. Binnen kürzester Zeit hat es die Bücherschränke aller Geschiebesammler erobert. Jeder Strandwanderer greift bei Fragen zu den Steinen aus dem Norden zum Smed/Ehlers.

Jetzt legen die Autoren eine verbesserte Neuauflage ihres Standardwerkes vor. Dank der Mitarbeit von Prof. Dr. R. Vinx, Hamburg, haben unter anderem Varberg-Charnockit, Västervik-Fleckengneis und Flammenpegmatit Eingang gefunden. Auch die nordbaltischen Rödö-Gesteine sind neu. Viele Fotos wurden gegen neue ausgetauscht. Insgesamt wurden fast 50 Abbildungen aktualisiert, 10 Tafeln neu gestaltet. Auch der Text hat grundlegende Revision erfahren. Besonders die Kapitel zur Gesteinsbestimmung und der westschwedischen Geologie wurden überarbeitet, ebenso die Eiszeitgeschichte Schleswig-Holsteins unter Mitwirkung von Dr. H.-J. Stephan. Da rund 1/4 des Buches überarbeitet wurde, ist es auch für die Besitzer der alten Auflage uneingeschränkt empfehlenswert.

Das Buch ist für Anfänger und fortgeschrittene Sammler, Lehrer und Strandwanderer gleichermaßen geeignet. Der Smed/Ehlers ist nach wie vor das beste und einzig brauchbare Bestimmungsbuch für kristalline Geschiebe, das auf dem deutschen Markt zu bekommen ist.

Frank Rudolph

Der Geschiebesammler, Jg. 35, Heft 2, Juni 2002

Bespr.: Die Küste Heft 67, 2003 top ↑

Per Smed und Jürgen Ehlers legen ihr Bestimmungsbuch für Leser ohne jegliche geologische Vorkenntnisse in einer 2. verbesserten Auflage vor. Nach einer straffen Einführung zur Mineral- und Gesteinskunde (Kap. 2) gehen die Autoren ausführlicher auf magmatische Gesteine und den darin enthaltenen Mineralen ein (Kap. 3). Daran schließt sich ein Uberblick über die regionale Geologie Skandinaviens an (Kap. 4), der auch die 'v'e,hältnisse im tieferen Untergrund der Ostsee streift. Im 5. Kapite' besprechen Smed und Ehlers die Eiszeitalter von Elster bis Weichsel sowie die glazialen Prozesse, die für den Transport der Geschiebe nach Norddeutschland verantwortlich waren. Nach einem Einschub über Besonderheiten der Geologie Skandinaviens und der Erläuterung von Begriffen wie "Rapakivi" oder"Hälleflinta" (Kap. 6) folgt der ausführliche Leitfaden zur Bestimmung der Geschiebe (Kap. 7).

Das Buch schließt mit einer Mineralliste, dem Literaturverzeichnis sowie einem ausführlichen Register und einer Definition wichtiger Fachausdrücke. Das Buch ist vor dem Ziel, interessierte Laien anzusprechen, in Aufbau und Darstellung gelungen. Die ausgezeichneten Farbtafeln mit kurzen und prägnanten Gesteinsbeschreibungen sind auch für Fachleute ein sehr hilfreiches Nachschlagewerk bei der Bestimmung von norddeutschen Geschieben. Die Kartendarstellungen im Text sind klar strukturiert und aussagekräftig. Das Werk von Smed und Ehlers schließt eine Lücke zwischen den zahlreichen Fachbeiträgen zur Geschiebeforschung und den in der Regel allgemein gehaltenen Bestimmungswerken und ist ein kompakter und kompetenter Begleiter auf Streifzügen durch Norddeutschland.

Manfred Zeiler

Die Küste Heft 67, 2003

Bespr.: Natur und Museum, Febr. 2003, Bd. 133, Heft 2 top ↑

"Steine aus dem Norden" basiert auf der zweiten Ausgabe von SMEDS "Sten i det danske landskap" aus dem Jahre 1989, einem vornehmlich für südskandinavische Leser bestimmten Werk. Die vorliegende, deutschen Gegebenheiten nur leicht angepaßte Übersetzung hält sich über weite Passagen offenbar nahezu wörtlich an den dänischen Originaltext. Damit sind gewisse Ausdrucksschwächen in der deutschen Fassung nicht zu vermeiden, die Verständlichkeit der Darstellung bleibt davon allerdings unberührt.

Nach dem einführenden Kapitel "Wozu dient dieses Buch?" werden zunächst Metrographische Grundbegriffe und Sachverhalte auch für Laien verständlich erläutert. Spätestens mit dem anschließenden Kapitel "Magmen, Laven und die darin enthaltenen Minerale" wird dem Leser klar, daß sich der Band überwiegend kristallinen Geschieben zuwendet. Zunächst werden also vulkanische Prozesse erläutert. Grundlegend für das Verständnis norddeutscher Geschiebegemeinschaften ist die Kenntnis der geologischen Geschichte des baltischen Schildes und seiner unmittelbaren Nachbarschaft. Hierzu liefert Kapitel 4 eine adäquate Zusammenfassung, die auch der geologisch vorgebildete Leser nicht überblättern sollte.

Unter der Kapitelüberschrift "Wie kamen die Steine nach Norddeutschland?" werden die mittel- und oberpleistozänen Vorstöße des skandinavischen Inlandeises einschließlich entsprechender Moränen in geraffter Form besprochen. Sehr wertvoll werden dem deutschen Publikum hier die angefügten Kartendarstellungen zu den Herkunftsräumen zahlreicher Leitgeschiebe sein. Ein wenig verloren wirkt dagegen ein folgendes Kapitel 6 "Weitere Beobachtungen", das in knapper Form nun auch genetische Prozesse von Metamorphiten und Sedimentgesteinen abhandelt. Warum "Dichter Kalkstein" auf S. 92 einem Abschnitt "Sedimentgesteine und Flint" vorangestellt wird, bleibt unverständlich. Auch die beiden Abbildungen nur einiger weniger Geschiebefossilien belegen, daß Sedimentite nicht eben das bevorzugte Interessengebiet des Autors bilden. Wirkliche Bedeutung erlangt das Buch ab S. 97. Hier kann SMED profundes Spezialwissen offerieren: Begleitet von einer knappen Darstellung metrographischer Einteilungsprinzipien für Kristallingeschiebe werden Porphyre (mit und ohne Quarzeinsprenglinge), Ignimbrite, Basalte und Diabase, zahlreiche Granite, Syenite und verwandte Gesteine sowie Metamorphite und einige Sedimentärgeschiebe abgehandelt. Die detaillierten Beschreibungen jeweiliger Gesteinseigenschaften und -vorkommen finden in einem vorzüglich farbig gestalteten Tafelwerk adäquate Ergänzung. Zahlreiche, für Sammler ebenso wie für Berufsgeologen wesentliche Einzelbeobachtungen lassen auf etwa 80 Seiten ein Kompendium kristalliner Leitgeschiebe entstehen.

Das Buch "Steine aus dem Norden" öffnet die Augen für Schönheit und Vielfalt baltischer Leitgeschiebe - noch eindrucksvoller hätte dies unter detaillierterer Einbeziehung der oftmals gut unterscheidbaren und zuweilen mit beeindruckendem Fossilinhalt ausgestatteten Sedimentärgeschiebe Norddeutschlands geschehen können. HUCKES "Einführung" aus dem Jahre 1967 bleibt also in dieser Hinsicht weiter unverzichtbar. Für den an Kristallingeschieben interessierten Leserkreis aber - für Anfänger ebenso wie für versierte Kenner der Materie - bietet das neue Buch eine unübertroffene Fülle wertvoller Informationen und Bestimmungshilfen. Es reiht sich damit in den kleinen Bestand grundlegender Geschiebeliteratur ein.

R.-D. Kahlke

Natur und Museum, Febr. 2003, Bd. 133, Heft 2

Bespr.: Zentralblatt für Geologie und Paläontologie, Jg. 2002, Heft 5-6 top ↑

Das vorliegende Bestimmungsbuch für Leitgeschiebe als Hinterlassenschaft der Eiszeit in Norddeutschland vermittelt auch dem Nichtfachmann Einblicke in die Glazialgeologie. Die Verfasser erläutern viele Fachausdrücke, die wichtigsten Minerale und liefern im Anhang ein kleines Fachlexikon.

Im 1. Kapitel wird die Frage nach dem Zweck der deutschen Ausgabe dieses Buches beantwortet. Es soll Amateure dazu anregen, an der Erforschung der eiszeitlichen Geschichte Norddeutschlands, ohne aufwendige Labormethoden, mitzuwirken.

Im 2. und 3. Kapitel werden dem Leser Grundlagen der Gesteinskunde vermittelt. Das 2. Kapitel beginnt mit dem Ausspruch Aller Anfang ist schwer. Dies trifft leider für die hier gemachten Ausführungen ebenso zu. Hier seien nur einige Beispiele genannt, die dem kritischen Leser schon in der ersten Auflage unangenehm aufgefallen sind: Salz und Rost sind keine Minerale, sie bestehen aber aus solchen. Sand und Ton sind keine Gesteine, sondern (unverfestigte) Sedimente. Die Gesteine teilt man in die drei Hauptgruppen Sedimentgesteine (nicht Sedimente), magmatische Gesteine und metamorphe Gesteine ein. Die Verf. schreiben zwar richtigerweise, es gäbe zwei Arten von Feldspat, unterteilen dann aber in Plagioklas (Albit und Anorthit) und Kalifeldspat. Nicht berücksichtigt wird also die Mischkristallbildung zwischen Kalifeldspat und Albit zu den Alkalifeldspäten. Bei der Berechnung der dunklen Minerale in einem Gestein zählt man nicht nur den Biotit zu den dunklen Mineralen, sondern auch den hellen Glimmer Muskovit. Im Unterkapitel über Die Verteilung saurer und basischer Vulkane wird die Plattentektonik recht ausführlich beschrieben. Hier vermißt der Leser den weltweit häufig zu findenden Vulkanismus an Kontinentalrändern. Die Entstehung und das Auftreten von sauren, intermediären und basischen Gesteinen ist sehr stark vereinfacht dargestellt. Mancherorts führte diese Vereinfachung zu sachlichen Fehlern, wie Rhyolith ist noch gefährlicher als Andesit. Die Verf. meinen damit natürlich nicht die Gesteine, sondern ihre Schmelzen und die damit verbundenen Ausbruchsmechanismen.

Im 4. Kapitel wird die geologische Entwicklung Skandinaviens eingehend beschrieben. Die geologische Karte von Südskandinavien ist sehr übersichtlich und informativ. Rekonstruktionen der bekanntesten Tiere, die während des Altpaläozoikums im Ostseeraum gelebt haben (Seelilien, Orthoceras und Endoceras) lockern die ausführliche Beschreibung der geologischen Entwicklung Skandinaviens auf.

Das 5. Kapitel beschäftigt sich mit der Frage Wie kamen die Steine nach Norddeutschland? Die einzig sinnvolle Erklärung mit dem Inlandeis findet sich eingehend beschrieben, gleichfalls das Eiszeitalter (Quartär) und die Eisvorstöße der Menap-, Elster-, Saale- und Weichsel-Kaltzeiten aus dem Norden. Danach gehen die Autoren eingehend auf Leitgeschiebe, ihre Herkunft und auf die Geschiebezählung ein. Als ergänzendes Begleitmaterial dienen die vereinfachten, aber recht übersichtlichen Karten über die Herkunftsgebiete der nordischen Leitgeschiebe.

Das 6. Kapitel behandelt einige Besonderheiten, die man an Strandgeröllen oder Steinen aus Kiesgruben erkennen kann und in den vorherigen Kapiteln keinen Platz gefunden haben: a) von gekochtem Granit und Porphyr; b) die Erstarrung eines Magmas; c) Gneis und andere metamorphe Gesteine; d) eine Brekzie; e) dichte Gesteine; f) Sedimentgesteine und Flint; g) Pflastersteine. Unter a) erfährt der Leser am Beispiel der Granite und Porphyre aus Dalarna etwas über die Bildung von Epidot und Chlorit aus der Reaktion von heißen wässrigen Lösungen mit dem Nebengestein. Im Unterkapitel b) gehen die Verfasser auf die Entstehung der graphischen Textur, auf die Bildung von zonar aufgebauten Rapakivi-Graniten sowie auf Xenolithe und Pegmatite ein. In c) werden Augengneis, Bänder- und Schlierengneis, Adergneis und Migmatit unterschieden. In einem eigenen Unterkapitel (d) geht man unverständlicherweise auf die Brekzienbildung ein, vermutet man diese jedoch sinnvollerweise unter (f) Sedimentgesteinen. Als dicht (e) werden folgende Gesteine unterschieden: Flint, dichte oder glasartige Lava, Hornfels, Helleflinta und Mylonit sowie Ignimbrit und dichter Kalkstein. Danach folgt Unterkapitel (f) mit Sedimentgesteinen wie Kalkstein, Sandstein und Flint. Das letzte Unterkapitel beschäftigt sich mit Pflaster- und Kantsteinen wie dem Rønne-Granit, Bohuslän-Granit, Vånga-Granit oder dem Larvikit.

Im 7. Kapitel lernt auch der Nichtfachmann mithilfe eines einfachen Schlüssels nicht nur die Gesteine in Moränen petrographisch anzusprechen, sondern auch von etwa einem Viertel aller Granite und der Mehrzahl der Porphyre die Herkunft zu bestimmen. Die Vorgehensweise ist folgendermaßen: Zuerst klärt man, ob das zu bestimmende Gestein ein Magmatit, Metamorphit oder Sedimentgestein ist. Die beiden letzteren lassen sich direkt in den entsprechenden Farbtafeln finden. Am umfangreichsten sind die Farbtafeln der Magmatite. Hier lassen sich die Porphyre anhand verschiedener Merkmale unterscheiden: a) Läßt sich ein ignimbritisches Gefüge erkennen? b) Sind Einsprenglinge von Quarz, Feldspäten oder Olivin vorhanden? c) Welche Farbe hat die Grundmasse? usw. Eine weitere einfache Übersicht ermöglicht die Unterscheidung von Graniten: 1) Granite mit auffälligen Quarzfarben, 2) Granite mit Einsprenglingen, 3) Granite mit großen Kalifeldspäten (bis >4 cm), 4) fein- und gleichkörnige Granite, 5) schwarzweiße und schwarz-grau-weiße Granite und 6) Granit-Einteilung nach der Feldspat-Zusammensetzung.

Darauf folgen 34 Farbtafeln nebst ausführlichen Gesteinsbeschreibungen, untergliedert nach den verschiedenen Herkunftsorten der Gesteine. Auf den Tafeln 1-12 sind Vulkanite zu finden, auf den Tafeln 13-25 Plutonite, auf den Tafeln 25-27 Metamorphite, auf den Tafeln 27-33 Sedimentgesteine und auf den Tafeln 33-34 Gesteine vom finnischen Festland.

Eine Übersicht über Makrofotos zum Studium der Granitminerale gewährt eine weitere, aber unnummerierte Farbtafel. Die darauf zu findenden Abbildungsnummern reichen unverständlicherweise von 78 bis 82. Die Textabbildungen enden mit der Abb. 67, die Abbildungsnummern der Gesteine auf den Farbtafeln mit Nr. 157.

Im Anhang werden dem Leser als sinnvolle Ergänzung die im Buch erwähnten Minerale nebst ihren äußeren Kennzeichen und chemischen Formeln nähergebracht. Eine Auflistung der Gesteinsfotografen sowie der Eigentümer der abgebildeten Gesteine, ein zweigeteiltes, sehr aktuelles Literaturverzeichnis (1. leicht zugängliche Bücher über Gesteine und 2. Fachliteratur zum Thema Leitgeschiebe) und ein übersichtliches Register vervollständigen das Buch.

Die vorliegende 2. Auflage enthält gegenüber der vorhergehenden eine Reihe von neuen Abbildungen und Verbesserungen. Leider sind aber immer noch nicht alle Unkorrektheiten beseitigt worden, besonders in den Kapiteln 2 bis 6.

Die kurz gehaltenen, einprägsamen Ausführungen zur Geologie, Glaziologie und Geschiebekunde machen dem Gesteinssammler Mut, sich in diese nicht immer leicht verständliche Thematik einzuarbeiten. Die im Text zu findenden Abbildungen und Karten sind gut gemacht und sehr illustrativ. Die qualitativ zumeist ausgezeichneten Gesteinsfotos auf den Farbtafeln einschließlich deren Beschreibung ermöglichen es auch dem Laien, typische Leitgeschiebe zu identifizieren.

Der Besitz dieses Buches ist für jeden Geschiebesammler ein absolutes Muss, stellt es doch im deutschsprachigen Raum das einzige, so ausführliche und mit originalgetreuen Gesteinsfotos versehene Werk über eiszeitliche Geschiebe dar. Hoffentlich verbessert man deshalb die noch vorhandenen Fehler in der nächsten Auflage!

C. Schmitt-Riegraf

Zentralblatt für Geologie und Paläontologie, Jg. 2002, Heft 5-6

Bespr.: Der Aufschluss Jg. 54/2003, S. 192 top ↑

Der bisherige Aufbau ist beibehalten worden, bestehend aus einem ca. die 1. Hälfte ausmachenden Einführungs- und Erläuterungsteil sowie einer 2. Hälfte aus Fotos und Kurzbeschreibungen von gut 150 verschiedenen baltoskandischen "Leitgeschieben". Dies sind von eiszeitlichem Inlandeis verschleppte Brocken von skandinavischen und baltischen Gesteinen (Glazialgeschieben), die aufgrund ihrer Merkmale bekannten Herkunftsvorkommen zugeordnet werden können. Schon die 1. Auflage der "Steine aus dem Norden" hatte sich unter Gesteinsliebhabern in Norddeutschland und Nachbarregionen einen festen Platz vor allem als Standard-Bestimmungsbuch für Leitgeschiebe erworben.

Die wissenschaftliche Bedeutung der Glazialgeschiebe liegt um a. in ihrer Verwendbarkeit zur Ermittlung von Bewegungsmustern der eiszeitlichen Inlandeisdecken. Der allgemeine und ästhetische Wert der aus dem Norden stammenden Gesteine erstreckt sich von dem Auftreten als Landschaftselement in Form von oft tonnenschweren Findlingen oder als Material von Feldsteinbauten bis hin zu oft faszinierend schönen Geröllen an steinigen Ostseestränden oder in Kiesgruben.

Die Neuauflage der "Steine aus dem Norden" wird wissenschaftlichen und ästhetischen Ansprüchen gleichermaßen gerecht. Die zahlreichen Farbfotos sind durchweg so ansprechend, dass man spontan verlockt ist, einen steinigen Ostseestrand nach besonders attraktiven Geröllen zu durchmustern. Mit Hilfe des sehr handlichen und trotzdem ausführlichen Buches können etliche der lose verstreuten Gesteine plötzlich einen Namen, eine Herkunft, ein Alter und eine Geschichte bekommen.

Die Erläuterungen umfassen sowohl Gesteinskunde Grundlagen der Gesteinsbestinunung und die regionale Geologie Baltoskandiens wie auch das Wirken des Transportmediums Inlandeis. Der Text ist trotz anspruchsvollen Niveaus erkennbar mit dem Ziel allgemeiner Verstlindlichkeit abgefasst worden. Man kann das Buch ohne geologische Vorbildung lesen und als Bestimmungsleitfaden nutzen. Ein wesentlicher Beitrag zur Verstlindlichkeit sind zahlreiche informative Zeichnungen. Fachausdrücke sind bei Bedarf erläutert. Am Ende hat man nebenbei eine Menge Geologie und Petrographie gelernt.

Die Abbildungen sind überwiegend von der schon von der ersten Auflage her bekannten Klarheit und Schönheit. Nur vereinzelt gibt es im mir vorliegenden Exemplar bei immer noch guter Qualität geringfügig unschärfere Fotos als in der 1. Auflage.

Für alle, die sich für nordische Geschiebe interessieren sei es entweder wegen derer Schönheit oder auch fachlich vertieft sind die "Steine aus dem Norden" auch in 2. Auflage unverzichtbar. Eine gelungene Kombination von fachlicher Seriosität, allgemeiner Verständlichkeit und Schönheit der Farbfotos bedingt, dass das Buch ebenso in alle geowissenschaftlichen Universitätsbibliotheken gehört wie es in das Reisegepäck von Strandurlaubern passt. Auch ist es ein spezielles, aber trotzdem für viele Anlässe geeignetes Geschenk. Buchhandlungen entlang der Ostseeküste und auch im Binnenland wären gut beraten. das Buch sichtbar zu präsentieren. Selbst außerhalb der Vereisungsgebiete dürfte die Vielfalt der abgebildeten nordischen Geschiebe faszinieren. Es ist eine eigene Gesteinswelt aus einem riesigen Einzugsgebiet, voller Überraschungen und in vieler Hinsicht anders, als wir sie z.B. von den.Alpen, aus dem Schwarzwald oder dem Bayerischen Wald kennen.

Ein fairer Preis von gegenwärtig 22,00 Euro ist angesichts des hohen fachlichen Standards bei l95 Seiten Umfang ein zusätzlicher Bonus. Das Buch ist uneingeschränkt empfehlenswert.

Roland VINX, Hamburg

Der Aufschluss Jg. 54/2003, S. 192

Bespr.: Erdkunde Band 57, Heft 2, Jg. 2003 top ↑

Die Vielfalt der in Norddeutschland und Dänemark vorkommenden Geschiebe weckt wohl in jedem naturkundlich Interessierten das Bedürfnis, Entstehung, Herkunft und den Transport der Fundstücke zu ergründen. Etwa hundert, relativ einfach zu bestimmende Leitgeschiebe hat SMED in diesem handlichen Buch vorgestellt. In Verbindung mit dem präzisen Untertitel charakterisiert der populärwissenschaftliche Titel sehr gut, wie das Thema in diesem handlichen Buch aufgearbeitet ist. Sowohl interessierte Laien ohne Vorwissen als auch Leser mit geowissenschaftlichen Vorkenntnissen finden reiche Anregungen für das Selbststudium. Da unter den Graniten und Porphyren die wichtigsten Leitgeschiebe zu finden sind, werden einleitend auf 28 Seiten Grundkenntnisse der Petrographie magmatischer Gesteine vermittelt, bevor ein Abriss der geologischen Entwicklung und Gliederung Südskandinaviens folgt (11 Seiten). Besonders das Kapitel zur nordischen Vereisung hat durch den Autor der deutschen Ausgabe (EHLERS) einige sinnvolle Ergänzungen erfahren, z. B. die Erläuterungen und doppelseitige Übersichtskarte zu Eisvorstößen und Eisrandlagen im nördlichen Nordeuropa. Die Leser erfahren in verständlicher Sprache Grundkenntnisse, aber auch manche Details zum glazialen Transport, zu Herkunftsgebieten der Geschiebe und zur Geschiebeforschung. Es folgen petrographische Ergänzungen (z. B. gekochter Granit, Metamorphite und Sedimentgesteine). Insgesamt zielt das Buch auf die praktische Anleitung zur Ansprache von Leitgeschieben. Dabei wird vorausgesetzt, dass der Anwender in der Lage ist, die Gesteinsgruppen Granit, Porphyre und Sedimentgesteine zu unterscheiden. Soweit das bei Gesteinen überhaupt möglich ist, sind die Bestimmungshinweise hierarchisch gegliedert, sehr viele Querverweise sind eingearbeitet. Zusammen mit den über 150 hervorragenden, aussagekräftigen Fotos erhält der Leser optimales Material, um aus einer Moräne - oder auch einem Kopfsteinpflaster - genügend Geschiebe zu identifizieren, die eine Aussage über die Herkunft der Fundstücke zulassen. Unterschieden wird zwischen Merkmalen, die für eine sichere Ansprache zwingend übereinstimmen sollen und zusätzlichen Merkmalen. Dabei lassen die Autoren keinen Zweifel aufkommen, dass es mit einfachen Geländemethoden niemals möglich ist, alle Geschiebe zu bestimmen. Insgesamt ist das Buch wissenschaftlich fundiert, durchdacht und gut strukturiert; die Lektüre reizt dazu, unverzüglich eigene Fähigkeiten im Gelände auszuprobieren und zu erweitern.

HARALD ZEPP

Erdkunde Band 57, Heft 2, Jg. 2003

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Vorwort 5
Kapitel 1. Wozu dient dieses Buch? 7
Kapitel 2. Gesteinsbestimmung 11
Minerale und Gesteinsarten 11
1. Sedimente 13
2. Magmatische Gesteine 15
3. Metamorphe Gesteine 16
Kapitel 3. Magmen, Laven und die darin enthaltenen Minerale 21
Historische Betrachtung 21
Die Chemie der Gesteine 22
Minerale in Geschieben 23
Historische Betrachtung - Fortsetzung 28
Die Verteilung saurer und basischer Vulkane 31
Verwitterung und BOWEN-Reihen 36
Kapitel 4. Skandinavien ist ein altes Festland 39
Das Grundgebirge 42
Plattformen 42
Die Zersplitterung des alten Festlandes 44
Der Boden der Ostsee 46
Weitere Einzelheiten über das alte Grundgebirge 49
Gestreifte Granite 50
Dalarna und andere Vulkangebiete aus der Urzeit 50
Kapitel 5. Wie kamen die Steine nach Norddeutschland? 51
Das Eiszeitalter 54
Elster- und Saale-Eiszeit 55
Weichsel-Eiszeit 60
Geschiebezählungen 64
Ergänzende Untersuchungen 73
Karten über die Herkunftsgebiete der Leitgeschiebe 76
Kapitel 6. Weitere Beobachtungen 84
Von "gekochtem" Granit und Porphyr 84
Die Erstarrung eines Magmas 86
Gneis und andere metamorphe Gesteine 88
Eine Brekzie 90
Dichte Gesteine 90
Sedimentgesteine und Flint 92
Pflastersteine 96
Kapitel 7. Wie geht man vor? 97
Benutzung der Farbtafeln 98
Porphyrübersichten (Schlüssel) 98
Granitübersichten (Schlüssel) 100
Farbtafeln 106
Makrofotos zum Studium der Granitminerale 175

Mineralliste 177
Literaturverzeichnis 181
Register 183
Fachausdrücke 192