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Hans Frebold:

Geologie der Arktis. Erster Band

Aus dem Nachlaß. Reprint eines Buches aus dem Jahre 1945, das nie veröffentlicht wurde. Mit einem Vorwort von Friedhelm Thiedig

[The Geology of the Arctic, Vol. 1 (Reprint of a book that was scheduled to be published in 1945 but was never published)]

1945. VIII, 327 Seiten, 127 Abbildungen, 2 Tafeln, 17x24cm, 700 g
Language: Deutsch

ISBN 978-3-443-01053-9, brosch., price: 58.00 €

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Keywords

Geologie Artktis Grönland Kanada

Contents

Details of this publication: top ↑

As early as WW II, Prof. Dr. Hans Frebold completed a manuscript covering the geology of the Arctic Region, mainly the Western Arctic, Greenland and the Canadian Arctic.
The Eastern Arctic is covered in several tables and cross references. The book was to be published by Gebrüder Borntraeger Science Publishers, Berlin in 1944. Unfortunately, the entire print run of this first volume vanished at the end of World War II under mysterious circumstances.

Only one manually bound proof copy, augmented by some corrections and comments, of this unique and important scientific book survived and remained in the possession of Prof. Frebold. A second print run never was done. Prof. Dr. Friedhelm Thiedig successfully searched for this believed to be lost unique copy.
Further infomation available on this volume
Additional information on this book, provided by Prof. Thiedig.
Scans of Table of Contents and some sample pages

Einzelheiten dieses bisher unveröffentlichten Titels top ↑

Bereits während des zweiten Weltkriegs vollendete Prof. Dr. Hans Frebold ein Manuskript über die Geologie der Arktis, das sich hauptsächlich mit der westlichen Arktik, Grönland und der kanadischen Arktik befasste.
Daten über den östlichen Teil der Arktik werden in einigen Tabellen und Literaturangaben dargestellt.
Dieses Werk sollte in der Reihe "Beiträge zur Regionalen Geologie der Erde" im Verlag Gebr. Borntraeger in Berlin im Jahr 1944 erscheinen. Leider kam es nie dazu, weil die gesamte Auflage in diesem Jahr, am Ende des zweiten Weltkrieges auf mysteriöse Weise, wahrscheinlich auf Grund von Kriegseinwirkungen verloren ging.

Nur eine handgebundenes Exemplar der Fahnen, mit Kommentaren und Korrekturen versehen, überlebte und verblieb im Besitz von Prof. Frebold; ein zweiter Druck wurde nie unternommen.
Prof. Thiedig hatte bei seiner Suche nach dem verschollen geglaubten einzigen Exemplar dieses Werkes Erfolg, und nun ist der Verlag in der Lage, bei genügend Interesse einen Reprint dieses Werkes anbieten zu können.
Weitere Informationen zu diesem Werk
Zusätzliche Bemerkungen zum Inhalt des Werkes, zur Verfügung gestellt von Prof. Thiedig.
Scans des Inhaltsverzeichnisses und einiger Seiten

Bespr.: Verh. d. natuwiss. Vereins in Hamburg, N.F. Bd. 41, 2005 top ↑

Der deutsche Polarforscher Prof. Dr. HANS FREBOLD vollendete während der Kriegsjahre 1941/1943 in Kopenhagen ein Manuskript über die Geologie der Arktis, das zwar noch im Februar 1945 gesetzt und gedruckt worden war, aber durch Kriegsergebnisse zusammen mit allen Unterlagen verloren gegangen ist. Lediglich Druckfahnen blieben im Privatbesitz erhalten. Bei Nachforschungen in Kanada ist dieses einzige Exemplar 2002 im FREBOLDschen Nachlaß wiederentdeckt worden und jetzt als Reprint erschienen.

Bereits 1929 hatte FREBOLD einen Beitrag zur Schichtenfolge des Jura und der Unter-Kreide an der Ostküste SW-Spitzbergens veröffentlicht, wobei ihm Fossilfunde von K. GRIPP und E. TODTMANN (Expeditionen von 1927) als Grundlage dienten (Abh. naturwiss. Ver. Hamburg, 22).1930 hatte er als Dozent an der Universität Greifswald an einer norwegischen Spitzbergen-Expedition und 1931 an der dänischen Schiffs-Expedition mit der ,Godthaab' nach Ost-Grönland teilgenommen. Im Auftrag skandinavischer Regierungen bearbeitete er, von 1933 bis 1949 in Kopenhagen wohnhaft, jungpaläozoische und mesozoische Evertebraten-Sammlungen in Kopenhagen, Oslo und Stockholm. 1949 wechselte er zum Geological Survey nach Kanada.

Der jetzt verfügbar gewordene Band bietet zunächst einen Abriß der erdgeschichtlichen Entwicklung der großen strukturellen Einheiten der Arktis einschließlich Nordamerikas und Sibiriens. Spezielle Kapitel behandeln die Geologie Grönlands und des arktischen Kanada. Von LAGE KOCH (in Geologie Grönlands", 1935) gelieferte ungenaue und von dänischen Geologen stark kritisierte Darstellungen werden durch FREBOLD revidiert und ergänzt. Im Gegensatz zu dem hier vorgestellten 1. Band (westliche Arktis mit Grönland und kanadische arktische Inseln), sind in Band 2 - 1946 abgeschlossen - die östliche Arktis mit Spitzbergen und Novaja Semlja behandelt. Ein Neudruck von Band I und die Herausgabe von Band 2 waren in dem damals unter Blockade stehenden West-Berlin nicht zu verwirklichen. Erst 1951 erschien lediglich der 2. Band mit dem Titel "Geologie des Barentsschelfes" (Abh. dtsch. Akad. Wiss., [Ost-]Berlin).

In Band I informieren vergleichende stratigraphische Tabellen über die Entwicklung der verschiedenen regionalen Bereiche vom kanadischen arktischen Archipel, von West-, Ost- und Nordgrönland, Spitzbergen und von Kaiser-Franz-Joseph-Land bis Novaja Semlja. Der besonderen Entwicklung des Nordatlantik, den man damals als Skandik bezeichnete, ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Die Bedeutung des Werks liegt in der vergleichenden Zusammenfassung der seinerzeitigen Kenntnisse über den kanadisch-arktischen und grönländischen Raum in deutscher Sprache. Die Ansicht ist noch heute gültig, wonach der Nordatlantik (,Skandik') im Perm und im Mesozoikum ein flaches Schelfmeer gewesen ist [plattentektonisch gesehen: eine beginenende Grabenbildung mit einem sich später daraus entwickelnden mittelozeanischen Rücken], mit den Äußeren Hebriden als östlichster Teil des Kontinents Laurentia als Teil Grönlands und Nordamerikas. FREBOLD folgte jedoch mit einer fixistischen geotektonischen Vorstellung von der Entstehung der Ozeane als eingebrochene Kontinente dem Einfluß seines Lehrers HANS STILLE. Sich daraus ergebende Widersprüche zu der WEGNERschen mobilistischen Kontinentaldrift-Theorie und zur heutigen Plattentektonik konnten erst zwei Jahrzehnte später durch den Nachweis der Öffnung, Spreizung und jungen Neubildung der Ozeanböden beseitigt werden.

Das verschollen gewesene Werk FREBOLDs ist nach 59 Jahren wieder zugänglich gemacht worden - ein wertvolles Dokument für alle, die sich für die Geologie der Arktis, insbesondere für diejenige Grönlands und Kanadas sowie deren Erforschungsgeschichte interessieren.

F. THIEDIG

Verh. d. natuwiss. Vereins in Hamburg, N.F. Bd. 41, 2005