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Karl-Heinz Pfeffer:

Thailands vielfältige Landschaften: Geologie und Relief, Klima, Vegetation und Nutzung

Hrsg.: Deutsch-Thailändische Gesellschaft

2013. 194 Seiten, 21 Tabellen, 208 meist farbige Photos u. Abb., 17x25cm, 650 g
Language: Deutsch

ISBN 978-3-443-01077-5, gebunden, price: 32.80 €

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ErdgeschichteWasserhaushaltKlimaNebelwaldMonsunThailand

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Dieser farbige Band stellt die vielfältigen Landschaften Thailands vor und erläutert ihre Entstehung vor dem Hintergrund von Erdgeschichte, Klima und nicht zuletzt den immer stärker werdenden menschlichen Einflüssen, die diese schufen, verändern und an einigen Stellen gefährden. Der Autor ergänzt die Beschreibung durch Daten über Klima, Wasserhaushalt, Nutzung und Vegetation der Landschaften; vom tropischen Regenwald im Süden über Monsuntrockenwälder bis hin zu den tropischen Nebelwäldern in Thailands Gebirgen.

Das Buch ist mit über 200 farbigen Bildern und Karten sowie vielen Tabellen reichhaltig illustriert , ein Literaturverzeichnis rundet das Werk ab.

Die Deutsch-Thailändische Gesellschaft will mit diesem Band alle Besucher und Freunde Thailands ansprechen, die sich außer für Kultur und Bewohner auch für die Entwicklung und die geographischen Hintergrunddaten dieser außergewöhnlich abwechslungsreichen Landschaften Thailands interessieren.

Bespr.: Schulgeographie in Baden-Württemberg Nr. 69, Februar 2014 top ↑

Ein stimmungsvolles Titelbild zusammen mit dem Titel 'Thailands vielfältige Landschaften' – da mag man an Reiseliteratur denken, die sich an die Millionen wendet, die Thailand in den letzten Jahrzehnten zu einem der Hauptziele des internationalen Tourismus gemacht haben. Aber war nicht der Autor Karl-Heinz Pfeffer lange Jahre der Tübinger Lehrstuhlinhaber für Physische Geographie? Der Blick auf den Innentitel zeigt, worum es ihm geht: Dort findet sich die ergänzende Unterzeile "Geologie und Relief, Klima, Vegetation und Nutzung".

In dieser klassischen Abfolge demonstriert der Autor überzeugend, wie vielgestaltig die Naturräume Thailands sind und wodurch sie bedingt sind. Bei einem Land dieser Größe (514.000 km²) mit bis 2500 m hohen Gebirgen, ausgeprägten Luv-Lee-Effekten an den Nord-Süd streichenden Gebirgen, intramontanen Becken und Plateaus und weiten Küstenebenen eigentlich kein Wunder – aber wer denkt aus unserer europäischen Touristenperspektive schon daran. Insofern ist das Buch für den Geographen ein echter Augenöffner.

Es macht Spaß, aus Text und Abbildungen ein differenziertes Bild eines tropischen Urlaubsparadieses zu gewinnen. Dem kommt auch die Gestaltung entgegen: Kein textlastiger dicker Wälzer, sondern ein eher knappes Werk (ohne Apparat 172 Seiten), das aber über 200 meist farbige und aussagekräftige Fotos, Diagramme und Karten enthält. Deren Inhalt lässt locker verschmerzen, dass die Qualität des Farbdrucks nicht ganz optimal ist.

Besonders anerkennenswert auch, dass der Autor daran denkt, dass viele seiner Leser mit der Topographie des fernen Landes vielleicht nicht so vertraut sind: Am Beginn eines jeden Hauptkapitels erscheint eine ganzseitige Landeskarte, in der die Standorte der folgenden Fotos vermerkt sind. So kann man wirklich zuordnen.

Die Fülle an Abbildungen macht mit der komplexen Geologie, ihrer plattentektonischen Begründung, der Reliefentwicklung (Turmkarst!), den Bodenbildungen, der klimatischen Differenzierung, der primären und sekundären Vegetation in jeweils eingängiger Weise bekannt. Auch wie der Mensch das Land genutzt hat und wie sich die Landnutzung verändert hat wird mit sprechenden Fotos und Karten belegt. Sehr knapp fällt dagegen mit einer Karte zur Entwicklung des Beherbergungsgewerbes auf der Insel Phuket die Darstellung eines heutigen Hauptwirtschaftszweiges aus, des Tourismus. Aber das hat der Untertitel ja auch nicht versprochen.

Fazit: Für jeden Geographen mit dem Ziel Thailand, der mehr wissen will, als in Reiseführern steht, ist das Buch ein Muss.

W. Nübler

Schulgeographie in Baden-Württemberg Nr. 69, Februar 2014

Bespr.: Fossilien Heft 3/2014 31. Jg. top ↑

Der nach Thailand reisende Pauschaltourist denkt sicher sogleich an eine malerische Küste mit imposanten Felslandschaften, die durch den James-Bond-Film „The Man with the Golden Gun“ weltberühmt geworden ist. Tatsächlich sind solche „ertrunkenen“ Karstlandschaften in Thailand recht weit verbreitet. Die Kalke stammen meistens aus dem Perm oder aus dem Ordovizium. Karl-Heinz Pfeffer, emeritierter Professor für Physische Geographie der Tübingen, hat das Land mit seinen Studenten jahrelang bereist und kann als guter Kenner nicht nur dieser, sondern auch ganz andersartiger Landschaften Thailands gelten, die in enger Wechselwirkung zwischen geologisch bedingtem Untergrund, tektonischem Bau, klimatischen Bedingungen und schließlich auch dem Einfluss des Menschen geformt wurden. Dieses herauszuarbeiten ist auch der Zweck dieses Büchleins, das also weder einen Hochglanz-Reiseführer noch einen Exkursionsführer darstellt, sondern eine nüchterne, aber sehr reich illustrierte Analyse der regionalen Gegebenheiten. So wird neben detaillierten Informationen über das Klima, die Vegetationstypen und die Bewirtschaftung auch der komplexe geologische Aufbau Thailands kurz umrissen, der durch die Kollision mehrerer Mikrokontinente entstand. An Oberflächenformen wird speziell auf die tropischen Verwitterungsformen und die typischen Böden eingegangen. Infolge unzweckmäßiger Bewirtschaftung kommt es zu den üblichen Problemen durch Erosion oder Versalzung von Böden. Die farbigen Geländefotos sind hinsichtlich ihrer Farbtreue recht uneinheitlich. Für Geowissenschaftler oder geologisch und geografisch an Thailand interessierte Reisende bietet das Büchlein mancherlei wertvolle Information. Den Erwerb einer geologischen Karte ersetzt es freilich nicht. Vielleicht hätte man auf den festen Einband verzichten sollen, um das Büchlein einer noch breiteren Leserschaft erschwinglich zu machen.

Günter Schweigert

Fossilien Heft 3/2014 31. Jg.

Analyse d'ouvrage: Géochronique n° 130, 2014 top ↑

Quiconque a visité la Thaïlande en s’écartant un peu de Bangkok et des stations balnéaires n’a pu qu’être frappé par la diversité des paysages, des montagnes couvertes de forêts du nord aux karsts inondés de la péninsule, de la vaste plaine centrale couverte de rizières aux grandes étendues entrecoupées de hauteurs restées sauvages du plateau de Khorat.

L’excellent livre de Karl-Heinz Pfeffer explique les phénomènes divers qui ont modelé ces paysages. Tout commence bien sûr avec la longue histoire géologique de cette partie de l’Asie du Sud-Est, marquée dès le Paléozoïque par les collisions successives de micro-continents entre eux et avec le bloc de Chine du sud. Une nouvelle activité tectonique se manifeste au Tertiaire avec les conséquences de la collision entre l’Inde et l’Asie et la formation des chaînes parallèles et des bassins intramontagneux si caractéristiques du nord du pays. Le climat tropical et ses conséquences sur l’altération des roches, la formation des sols et la végétation sont un facteur non moins important. Pays de mousson, la Thaïlande montre une alternance tranchée entre saison sèche et saison humide, qui a profondément marqué de son empreinte tant la végétation naturelle que les cultures pratiquées par les populations locales. Le dernier facteur important est bien sûr l’exploitation du territoire par l’homme, et l’auteur souligne avec raison combien elle a évolué durant ces dernières décennies, avec à la fois une explosion démographique notable et une modernisation et une urbanisation rapides du royaume. La Thaïlande d’aujourd’hui n’est plus du tout celle de 1950, et les transformations affectent aussi les paysages. La déforestation, l’érosion des sols et, sur les côtes, la destruction des mangroves sont les effets les plus déplorables de cette évolution récente qui en certaines régions voit les types de cultures se succéder à un rythme rapide : le maïs remplace la forêt pour être lui-même supplanté par la canne à sucre qui elle-même cède la place à l’hévéa. Le constat n’est pas vraiment réjouissant, mais l’auteur se garde de tout pessimisme exagéré car il existe des signes encourageants d’une prise de conscience de ces problèmes dans le pays moderne qu’est devenue la Thaïlande. On apprend ainsi avec satisfaction que les zones côtières occupées par la mangrove, après avoir diminué dramatiquement, sont de nouveau en nette augmentation.

Ce livre se signale par son texte concis et clair et son illustration très abondante combinant cartes, diagrammes et photos de paysages. C’est une excellente introduction à la géologie, la géomorphologie et la géographie de la Thaïlande, qui ne s’adresse pas seulement aux spécialistes mais aussi à tout visiteur qui désire mieux comprendre ce fascinant pays.

E. Buffetaut

Géochronique n° 130, 2014

Bespr.: DIE ERDE Vol. 145, 3/2014 top ↑

Der für seine Karststudien wohlbekannte Autor stellt in diesem Buch die Landschaften Thailands vor und erläutert ihre Entstehung vor dem Hintergrund von Erdgeschichte, Klima und den im 20. Jahrhundert überaus stark werdenden menschlichen Einflüssen. Wer in dem Buch ob seines Autors einen Schwerpunkt auf Karstfragen erwartet, wird eines Anderen, nämlich eines noch Besseren belehrt. Das Buch löst ein, was der Titel verspricht, sogar noch etwas mehr, als im Untertitel zu erkennen, hier dürfte getrost auch noch das Wort „Boden“ genannt werden.
Das Buch ist eine Art Landeskunde Thailands mit physisch-geographischem Fokus, einschließlich Landnutzungsfragen, ausgelassen werden andere sozioökonomische Aspekte. Es ist in vier Hauptkapitel gegliedert, mit folgenden Überschriften und Inhalten: 1. „Die Vielfalt der Landschaften“: Lage und Raummuster der Landschaftsräume (19 Seiten); 2. „Die Erdgeschichte - Fundament geoökologischer Strukturen“: Geologie, Geomorphologie, Verwitterung und Bodenbildung (52 Seiten); 3. „Die heutige geographische Lage“: Klima, Hydrologie, Vegetation (52 Seiten); 4. „Der wirtschaftende Mensch": Landnutzung und ihre Entwicklung (46 Seiten). Es schließen sich ein ganz kurzer Ausblick und das angemessen umfangreiche Quellen- und Literaturverzeichnis an. Drei Register, jeweils für Übersichtskarten und Tabellen, für Orte und für Sachbegriffe erschließen nutzerfreundlich die Inhalte des Buches.
Das Werk ist überaus reich mit farbigen (meist qualitätsvollen) Abbildungen, Fotos und Tabellen ausgestattet. Gegenüber diesen tritt der Anteil des Textes deutlich in den Hintergrund, zum Beispiel kommen im Unterkapitel über Verwitterung und Bodenbildung auf 18 Buchseiten nur drei Seiten mit Text. Der Autor zeigt aber, dass dies kein Nachteil sein muss, zumal die teilweise ausführlichen Abbildungsunterschriften und die Tabellen alles Nötige in konzis knapper Form zu vermitteln verstehen. Ein Bild, eine Karte sagt eben, wie bekannt, oft mehr als 1000 Worte.
Die Deutsch-Thailändische Gesellschaft, die den Band herausgegeben und in der Drucklegung unterstützt hat, will laut Klappentext mit diesem Buch alle „Besucher und Freunde Thailands ansprechen, die sich außer für Kultur und Bewohner auch für die Entwicklung und die geographischen Hintergrunddaten dieser außergewöhnlich abwechslungsreichen Landschaften Thailands interessieren“. Das Buch ist in der Tat gut geeignet zum Einstieg in die Vorbereitung von Exkursionen und anderen Reisen von Menschen, die über das heutzutage normale Maß hinaus eben auch die physisch-geographischen und Landnutzungsfragen in den Blick nehmen wollen; gewisse Vorkenntnisse freilich setzt der Autor voraus. Aber auch ohne konkrete Reiseabsichten in Richtung Thailand ist der Band sehr instruktiv, etwa zur Abrundung von in anderen Ländern Südostasiens gewonnenen Kenntnissen und Erfahrungen, so jedenfalls ging es dem Rezensenten, der dem Werk eine weite Verbreitung wünscht.

Reinhard Zölitz (Greifswald)

DIE ERDE Vol. 145, 3/2014

Bespr.: Berichte d. Bayerischen Botanischen Ges. 84, 2014 top ↑

Der Autor ist Geograph und Geomorphologie, und hat Thailand über viele Jahre im Rahmen seiner Forschung besucht. Die Hauptthemen sind Geologie, Topographie, Klima, Hydrographie, Vegetation, Siedlungsgeschichte sowie landwirtschaftliche Nutzung und rezente Einflüsse z.B. durch Rodung, und dieses Buch gibt einen Überblick über die Situation in Thailand nach derzeitigem Kenntnisstand. Auch Umweltprobleme, z.B. durch Erosion und Bodenversalzung, werden diskutiert.
Das Buch ist sehr reichhaltig und detailliert bebildert, und mehr als die Hälfte davon besteht aus Karten, Diagrammen, Tabellen und Fotos – schon die ersten 14 Seiten sind Fotos von Landschaftstypen.
Der Text ist leicht lesbar geschrieben, und ist damit eine gute Einführung in deutscher Sprache. Schon das Literaturverzeichnis (das auch zahlreiche weblinks enthält) zeigt, dass Fachliteratur zu diesen Themen vorwiegend in Englisch (und sicher auch Thai – hier nicht berücksichtigt) erhältlich ist. Vielleicht ist anzumerken, dass immer wieder kurze Textbausteine zwischen mehrere Abbildungen gestellt werden, was den Lesefluss gelegentlich ein wenig einschränkt.
Es ist kein botanisches Buch. Zwar gibt es eine zusammenfassende Klassifikation der Waldtypen (S. 96), und das daran anschliessende Kapitel zur Vegetation ist ca. 30 Seiten lang, aber ist vorwiegend nach einer einzigen, wenn auch sehr guten Quelle verfasst, dem Buch von Gardner et al. (A field guide to forest trees of Northern Thailand, 2000). Zwar sind Artenlisten (nach Gardner et al.) enthalten, aber keine Detailfotos von Pflanzen. Lediglich auf Seite 125 sind „Pilze“ abgebildet. Dies zeigt sich auch an den Registern. Es gibt drei davon, und zwar zu Karten und Tabellen, zu Orten und zu Sachbegriffen, aber keines zu botanischen Namen.
Dies ist kein Lesebuch für den Botaniker. Aber für jeden Interessierten, der mit botanischem Interesse in dieses tropische Land reist, wird es eine Menge interessanter, nützlicher und gut illustrierter Informationen enthalten. Der Preis ist, auch in Anbetracht der reichen Bebilderung, sicher angemessen, und das fest gebundene und trotzdem handliche Buch kann ein hilfreicher Reisebegleiter sein.

H.-J. Esser

Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft 84, 2014

Bespr.: Geographie & aktuell & Schule 213/37. Jg./2015 top ↑

Die Landschaften Thailands werden vor dem Hintergrund von Erdgeschichte, Klima und nicht zuletzt den immer stärker werdenden menschlichen Einflüssen, die diese Landschaften schufen, verändern und an einigen Stellen gefährden, vorgestellt. Das Buch ist mit über 200 farbigen Bildern und Karten sowie Vielen Tabellen reichhaltig ausgestattet. Aus dem Inhalt: Die Vielfalt der Landschaftsräume; Die Erdgeschichte — Fundament geoökologischer Strukturen; Die heutige geographische Lage; Der wirtschaftende Mensch, Ausblick.

Geographie aktuell & Schule Heft 213/37. Jg. 2015

Inhaltsverzeichnis top ↑

1 Die Vielfalt der Landschaftsräume 1
1.1 Lage und Raummuster der Landschaften 1
1.2 Ein Nord-Süd Flickenteppich der Landschaftsräume 4
2 Die Erdgeschichte – Fundament geoökologischer Strukturen 20
2.1 Die Einzelelemente der erdgeschichtlichen Vergangenheit 20
2.2 Die sedimentologisch-tektonische Zeitscheibe 24
2.3 Die Rumpfflächen Zeitscheibe 30
2.4 Die Zeit tektonischer Verstellungen und Beckenbildungen 35
2.5 Die Zeit der jüngsten Reliefformung 37
2.6 Verwitterung und Bodenbildung 53
2.7 Nutzungspotenziale der erdgeschichtlichen Vergangenheit 70
3 Die heutige geographische Lage 72
3.1 Die Bedeutung der globalen Lage 72
3.2 Das Tropenklima Thailands 3.2.1 Thermische Randbedingungen 72
3.2.2 Monsunzirkulation und die Verteilung der Niederschläge 75
3.3 Der Wasserhaushalt 88
3.4 Die Vegetation 93
3.4.1 Nutzungspotenzial thailändischer Waldgebiete 123
4 Der wirtschaftende Mensch 126
4.1 Der wirtschaftende Mensch versus Naturlandschaft 127
4.2 Prähistorische und historische Zeugnisse in Thailand 128
4.3 Thailand nach dem 2. Weltkrieg 137
4.4 Fazit 172
5 Ausblick 173
6 Quellen und Literatur 174
7 Register 186