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Jörn Düwel; Niels Gutschow:

Städtebau in Deutschland im 20. Jahrhundert

Ideen - Projekte - Akteure
2. unveränderte Auflage

2005. 331 Seiten, 138 Abbildungen, 14x21cm, 560 g
Language: Deutsch

(Studienbücher der Geographie)

ISBN 978-3-443-07141-7, brosch.

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Keywords

StadtbauStadtgeographieStadtplanungUrbanität

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Die Städte der Gegenwart stellen gebautes Gedächtnis in Stein, Glas und Stahlbeton dar. Immer wieder wird Neues eingefügt, das als Erweiterung und Ergänzung zu verstehen ist, aber auch werden von dem Modernen Lücken ausgefüllt, die zuvor aktiv in die partiell konservierte Stadt gerissen wurden. Denkmalpflege rettet manche Zeugen vergangener Epochen, während andere Gebäude und Stadtteile unwiderbringlich verschwinden bzw. Utopien weichen und zu städtebaulichen Gedächtnislücken führen. Das 20. Jahrhundert ist als Abfolge einschneidender Ereignisse, charakterisiert durchmehrere prinzipielle Systemwechsel, zu Ende gegangen. Nicht nur wegen der Schwelle zum neuen Millenium erscheint es angezeigt, unter Bedingungen der Globalisierung das Revue passieren zu lassen, was in städtebaulicher Erinnerung gedacht wurde und was davon verbleibt bzw. in die Zukunft weist.

Das vorliegende Werk ist eine geschlossene Abhandlung und Einführung in den deutschen Städtebau des 20. Jahrhunderts. Darüber hinaus bietet es Einblick in die Visionen, die für die europäische Stadt des global ausgerichteten 21. Jahrhunderts gegenwärtig entworfen werden. Es war ein lang gehegtes Desideratum, zwischen der Maßstabsebene der Architekten und der Kartierebene der Stadtgeographen in der Wahrnehmung der Stadt zu vermitteln. Auch diese Überbrückung ist in diesem Studienbuch, das mit Plänen, Skizzen, Photos, Zeichnungen und Karten illustriert ist, angegangen worden.
Damit ist der potentielle Leser- und Nutzerkreis erfaßt: Architekten, Stadt- und Regionalplaner, Sozial- und Stadtgeographen sowie Gesellschaftswissenschaftler mit interdisziplinärem Interesse an urbanen Fragen. Gleichzeitig bietet das Buch allen an Aspekten des Städtebaus in Deutschland Interessierten und vor allem und sehr gezielt Studierenden der erwähnten Disziplinen eine Einstiegsmöglichkeit in die Hintergründe einer erfahrbaren urbanen Umwelt: in die Stadt, in der wir heute leben, und die wir als ein höchst komplexes Gebilde wahrnehmen.

Bespr.: Regelwerk des Fraunhofer Informationszentrum Raum und Bau, IRB 19/2003-7 top ↑

Der Band vermittelt eine ausführliche Übersicht über die Entwicklung der städtebaulichen Disziplin in Deutschland im 20. Jahrhundert. Ein besonderer Verdienst ist dabei die parallele Betrachtung der städtebaulichen Planungen und Verwirklichungen in den beiden deutschen Teilstaaten zwischen 1949 und 1989. Neben Leitbildern, Projekten und Konzepten stehen dabei insbesondere die jeweils handelnden Personen - Planer, Architekten, Stadtbauräte, Politiker - im Mittelpunkt der Beschreibung, belegt durch zahlreiche Zitate und Auszüge aus Originaldokumenten. Damit wird der Städtebau in eine breite Gesamtschau der jeweiligen politischen und gesellschaftlichen Entwicklung eingebunden. Das Buch gliedert sich in acht Hauptkapitel: die Anfänge der Disziplin in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg; Aufbruch und Ernüchterung in der Weimarer Zeit; die Städtebau-Modelle der Nationalsozialisten; erste Wiederaufbauplanungen; die Konkurrenz der Leitbilder nach Gründung der beiden deutschen Staaten; "Urbanität durch Dichte" und Großsiedlungsbau 1956-73; Grenzen des Wachstums und Rückkehr zur historischen Stadt; die Stadt der 90er Jahre. Eingeschoben sind ergänzende Kapitel zum rechtlich-aUministrativen Instrumentarium des Städtebaus, zu den städtebaulichen Utopien der 60er Jahre sowie zur Entwicklung der neuen Hauptstadt Berlin 1990- 2000.

Regelwerk des Fraunhofer Informationszentrum Raum und Bau

IRB 19/2003-7

Bespr.: TRIALOG 74, 3/2002, S. 48 top ↑

In einer geographischen Studienreihe herausgegeben, vermittelt das vorliegende Buch eine ausführliche Übersicht über die Entwicklung der städtebaulichen Disziplin in Deutschland im 20. Jahrhundert - nicht nur für Geographen, sondern auch für Architekten, Stadt- und Regionalplaner, Sozialwissenschaftler. Ein besonderer Verdienst ist dabei die parallele Betrachtung der städtebaulichen Planungen und Verwirklichungen in den beiden deutschen Teilstaaten zwischen 1949 und 1989. Neben Leitbildern, Projekten und Konzepten stehen dabei insbesondere die jeweils handelnden Personen - Planer, Architekten, Stadtbauräte, Politiker... - im Mittelpunkt der Beschreibung, belegt durch zahlreiche Zitate und Auszüge aus Originaldokumenten. Damit wird der Städtebau in eine breite Gesamtschau der jeweiligen politischen und gesellschaftlichen Entwicklung eingebunden.

Das Buch gliedert sich, im chronologischen Ablauf, in acht hauptsächliche Abschnitte: die Anfänge der Disziplin in der zweiten Hälfte des 19. Jh. bis zum Ersten Weltkrieg; Aufbruch und Ernüchterung in der Weimarer Zeit; die Städtebau-Modelle der Nationalsozialisten; erste Wiederaufbauplanungen; die Konkurrenz der Leitbilder nach Gründung der beiden deutschen Staaten; "Urbanität durch Dichte" und Großsiedlungsbau 1956-73; Grenzen des Wachstums und Rückkehr zur historischen Stadt; die Stadt der 90er Jahre. Eingeschoben sind, sozusagen als Exkurse, ergänzende Kapitel zum rechtlich-administrativen Instrumentarium des Städtebaus, zu den städtebaulichen Utopien der 60er Jahre sowie zur Entwicklung der neuen Hauptstadt Berlin 1990- 2000.

In klassischer Lehrbuchmanier werden am Ende jedes einzelnen Kapitel die Kernaussagen noch einmal in komprimierter Form zusammengefasst. Umfassende Literaturangaben, unterschieden nach Primär- und Sekundärquellen, erlauben bei Interesse ein individuelles Weiterstudium. Die Abbildungen wurden, bei guter Auswahl, auf das wesentliche reduziert. Insgesamt ist dieses eher ein Lese- als ein Bilderbuch, das dem interessierten Praktiker wie Studenten einen fundierten Einstieg und Überblick bietet.

TRIALOG 74, 3/2002, S. 48

Dr. Michael Peterek

Inhaltsverzeichnis top ↑

11 Einführung von Hermann Kreutzmann
13 Bilanz: Zum Wandel von Leitbildern im 20. Jahrhundert
18 Einleitung: "Städtebau" und "Stadtplanung"- Lehrbücher und
Schlüsselbegriffe Städtebau / Stadtplanung / Gesetze und Institutionen
- der rechtlich-administrative Rahmen / Der Blick nach vorn im
20. Jahrhundert - Visionen der "Stadt von morgen" / Anmerkungen
35 Von den Anfängen des Städtebaus: 1850 - 1918 Grundbedingungen:
Industrialisierung, Bevölkerungsverschiebungen / Neue Voraussetzungen,
neue Aufgaben / Berlin: der Hobrechtsche Bebauungsplan von 1862 und
die Folgen / Reformbewegung: Die Gartenstadt / Reformmodelle: Hellerau
und Staaken / Ablehnung der Großstadt / Die "Bodenfrage" / Das
Malerische im Städtebau / Städtebau als Disziplin: Stübben und Unwin /
Berlin: Neues Großstadtdenken / Zusammenfassung: Die Entstehung der
Profession Städtebau / Anmerkungen
63 Nach dem Ersten Weltkrieg: Aufbruch und Ernüchterung 1918 - 1933
Wiederaufbau in Ostpreußen / Aufbruch / Brennpunkt Berlin: Die Stadt
als Maschine / Die Schönheit der Stadt / Einheit von Stadt und Land /
Breslau: "Trabanten" / Hamburg: Die Stadt als "Lebenskörper" / Das
Neue im Städtebau der Weimarer Republik / Frankfurt-Westhausen:
Plattenbau in strengen Zeilen / Gescheiterte Hoffnungen: Die
Reichsforschungssiedlung in Berlin / Polarisierung und
Wirtschaftskrise / Zusammenfassung / Anmerkungen
90 Von der Kurzarbeitersiedlung zum ewig gültigen Stadtmodell - die
"Stadtlandschaft": Städtebau 1933-1942 Einführung: Machtübernahme und
Architekten / Neue Aufgaben / Rückblick: Wirtschaftskrise,
Arbeitslosigkeit und "Seßhaftmachung" / Kleinsiedlung -
Kurzarbeitersiedlung - SA Siedlung: Die krisenfeste Bindung an den
Boden / Mustersiedlungen in Braunschweig und Wolfsburg /
Stadtgesundung - Stadtsanierung 1934- 1941 / Neugestaltung - , "Worte
in Stein" / Planungen für ein tausendjähriges Berlin / Gauforum Weimar
- vom Chaos zur Ordnung / Das Forum des Sachsengaus in Dresden / Die
Stadtlandschaft - ein "ewig gültiges" Leitbild des Städtebaus /
Nachbemerkung / Zusammenfassung / Anmerkungen
132 Träume in Trümmern - städtebauliche Planungen 1942 - 1949 Wann
begann die Nachkriegszeit? / Erste "Träume" nach dem Angriff auf
Lübeck im März 1942 / Der Arbeitsstab Wiederaufbau zerstörter Städte
1944 / Kontroverse Planungen 1945 - 1949: Aufbau versus Wiederaufbau /
"Kräfte des Beharrens" - Beispiele: Münster, Freudenstadt,
Neubrandenburg / Visionen der "Neuen Stadt": Hamburg, Dresden, Berlin
/ Zusammenfassung / Anmerkungen
164 Im Wettbewerb der Systeme: die aufgelockerte oder kompakte Stadt
1949 - 1956 Konkurrierende Leitbilder / Die "Stadtlandschaft" im
Westen Deutschlands / Die "schöne Stadt" in kompakter Gestalt / Die
"sozialistische Großstadt" - Beispiel Dresden / Die erste
sozialistische Stadt / Zusammenfassung / Anmerkungen

189 Vom Wiederaufbau zu "Urbanität durch Dichte" 1956 - 1972 Vom Ende
des Wiederaufbaus - Kritik / An die Peripherie: neue Städte /
Großformen im Städtebau / Großserien und Taktstraßen / Alte und neue
Zentren / Bildzeichenarchitektur / Zusammenfassung / Anmerkungen
215 Rückblick: Sanierung historischer Stadtkerne 1956 - 1973 Berliner
Blocksanierungen: das Beispiel Wedding / Der Modellfall:
Berlin-Wedding, Block 257 und 258, 1957- 1983 /Altstädte in Ast und
West: Görlitz und Regensburg / Auf dem Weg zum
Städtebauförderungsgesetz 1971 / Testfall Hameln 1967- 1972 / Das
Städtebauförderungsgesetz von 1971 und die Folgen / Zusammenfassung /
An- merkungen
228 Exkurs: Städtebauliche Utopien 1959 - 1969 Einführung / Visionäre
Projekte 1959 - 1969 / Anmerkungen
239 Grenzen des Wachstums - die Rückkehr zur historischen Stadt 1973 -
19X9 Der "Ölschock" 1973: Bestands-Zuwachs / "Eine Zukunft für die
Vergangenheit": Das Europäische Denkmalschutzjahr 1975 und die Folgen
/ "Stadtreparatur" statt "Klötzchenstadt": Die Reparatur und
Rekonstruktion der Stadt, Berlin 1975 - 1987 / Behutsame
Stadterneuerung / Stadterneuerung und Großsiedlungen in der DDR in den
achtziger Jahren / Großsiedlungen: Marzahn und Hellersdorf /
Zusammenfassung / Anmerkungen
268 "Urban, kompakt, grün" - die Stadt der neunziger Jahre Die Wende
von 1990 und die Folgen / Dresden: Auf der Suche nach der verlorenen
Stadt / Kassel: Wiedergründung der Unterneustadt / Tübingen: "Mischen
Sie mit'' / Münster: "autoarme Gartensiedlung" / Hamburg-Allermöhe:
Zurück an die Peripherie / Entwicklungsplanungen Münster und München /
Hochhäuser als Dominanten / "Wandel ohne Wachstum" im Ruhrgebiet 1989-
1999 / Zusammen- fassung / Anmerkungen
288 Städtebau in und um die neue Hauptstadt: Berlin 1990-2000
Unterschiedliche Voraussetzungen / Drehscheibe zwischen 0st und West /
Der Potsdamer Platz / Exkurs: Berlin morgen / Mythos Friedrichstraße /
"Innere Peripherie" / Hauptstadtplanung / Planwerk Innenstadt /
Zusammenfassung / Anmerkungen
303 Ausblick ins 21. Jahrhundert: Visionen zur Globalisierung und zur
europäi- schen Stadt Frankfurt: Die globalisierte Stadt - "Werkgelände
von Weltkonzernen"? / Das "Stadtquartier" der adidas-Salomon AG in
Herzogenaurach und die "Autostadt" des VW-Konzerns in Wolfburg /
"Stadtgartenhaus Nachbarschaft"
313 Schlußbetrachtung
317 Literaturhinweise
329 Personenregister