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Dieter Kelletat:

Physische Geographie der Meere und Küsten

Eine Einführung

2013. 3. neu bearbeitete und erweiterte Auflage, 290 Seiten, 234 Abbildungen, 22 Tabellen, 14x21cm, 460 g
Language: Deutsch

(Studienbücher der Geographie)

ISBN 978-3-443-07150-9, brosch., price: 29.90 €

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Keywords

kontinentalKüstenraumMeerterrasseGeologiequartär

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Obwohl die Meere rund 71 % der Erdoberfläche bedecken, beschäftigt sich die Geographie meist mit den kontinentalen Bereichen.

Der vorliegende Band führt in die wesentlichen Zusammenhänge und Prozesse in Meeren und Küsten in verständlicher und komprimierter Form ein und erläutert sie anhand zahlreicher Abbildungen und Tabellen. Er gliedert sich in zwei Teile: Der erste Teil beschreibt in kompakter Form die Meere, ihre Hydrologie, Geologie und Biologie.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit den Küsten und wurde in dieser 3. Auflage deutlich ausgeweitet, um dem hohen Anteil der Küstenforschung in Deutschland Rechnung zu tragen: Er wurde um 88, teilweise farbige Abbildungen und 2 Tabellen erweitert.

Die Kapitel über quartäre Meeresterrassen, den Einfluss des Menschen auf die Küsten, deren Gefährdungspotential sowie die Klassifikation der Küstenformen und –formungsprozesse sowie der Ausblick für die Meeres- und Küstenforschung wurden ergänzt und aktualisiert. Auch die wirtschaftsgeographische Bedeutung der Meeres- und Küstenräume wird knapp dargelegt. Ein ausführliches Literatur- und Sachregister rundet den Band ab.

Bespr.: Bodenschutz 2/2017 top ↑

In der Reihe „Studienbücher der Geographie“ beschäftigt sich dieser Band in dritter, vollständig überarbeiteter und erweiterter Auflage mit der physischen Geographie der Meere und Küsten, und damit mit schwer zugänglichen, Wasser bedeckten Teilen der Erde und ihren Übergängen zu terrestrischen Systemen. Während Küsten auch in anderen geographischen Abhandlungen berücksichtigt werden, ist das für die Meere weniger der Fall, obwohl sie 71 % der Erdoberfläche bedecken, ein Alleinstellungsmerkmal für diesen Band. Das Buch stellt sich als komprimierende Zusammenfassung dar und richtet sich sowohl an Studierende geowissenschaftlicher und verwandter Studiengänge als auch an interessierte Nichtfachleute. Der Aufbau in kurzweiligen Kapitel- und Abschnittseinheiten, die zu dem gut bebildert, informativ und auflockernd sind, sowie der gut verständliche Sprachstil werden beiden Leserschichten gerecht. Leser, die sich vertiefend mit der Materie beschäftigen möchten, bietet der Band ein umfangreiches, aktuelles Literatur- und Sachregister.
Der erste Teil beschreibt die Meere. Wesentliche Aspekte sind Topographie, Morphologie, Geologie, Hydrologie, einschließlich Energie- und Stoffhaushalt, Bewegungsvorgänge im Meer und Meeresspielschwankungen. Der zweite Teil ist den Küsten gewidmet. Gerade dieser Teil wurde aufgrund stark wachsender Kenntnisse aus der Küstenforschung erheblich erweitert. Wesentliche Aspekte bilden die Vielzahl verschiedener Küstenformen und die an der Küstenformung beteiligter Prozesse. Obwohl der Schwerpunkt auf diesen physisch-geographischen Inhalten liegt, werden auch anthropogene Eingriffe in den Formenschatz behandelt, womit der Anthropozäncharakter des Holozäns unterstrichen wird.
Neben den Kernteilen bietet das Buch auch einen Überblick über die Wissenschaftsgeschichte, ein Aspekt, der in vielen Lehrbüchern zu kurz kommt, aber von großer Bedeutung ist, da die Gegenwart nur aus der Vergangenheit verständlich wird. Interessant ist darüber hinaus das Kapitel zu offenen Forschungsfragen, die mit dem geschichtlichen Überblick gut klar werden lassen, dass der Stand der Forschung nicht manifest ist, sondern sich entlang einer Zeitachse verändert. Für viele Leser ist sicherlich auch die Gegenüberstellung von englischen und deutschen Fachtermini hilfreich.
Obwohl, wie bei jedem anderen physisch-geographischem Lehrbuch, ein Buch die originäre Begegnung nicht ersetzen kann, bietet dieser Band einen gut lesbaren Einstieg in die Geographie der Meere und Küsten, der durch hervorragende Bebilderung unterstützt wird. Im deutschsprachigem Raum gibt es dazu keine Alternative.

Luise Giani, Universität Oldenburg

Bodenschutz 2/2017

Inhaltsverzeichnis top ↑

1 Geographie der Meere und Küsten 9
1.1 Wissenschaftsgeschichtlicher Überblick 9
2 Gliederung, Gestaltung und Potential der Meeresräume 11
2.1 Einführung in die physische Geographie der Meeresräume 11
2.2 Gliederung der Meeresräume 13
2.3 Topographie und Morphologie des Meeresbodens17
2.3.1 Die Schelfregionen 17
2.3.2 Kontinentalabhang und Kontinentalfußregion 21
2.3.3 Submarine Canyons 24
2.3.4 Mittelozeanische Rücken 27
2.3.5 Einzelerhebungen im Tiefseebereich (Abyssal hills, Seamounts
und Guyots) 30
2.3.6 Tiefseebecken, -tröge, -schwellen und -fächer 33
2.3.7 Tiefseegräben 33
2.4 Die Sedimente des Meeresbodens 37
2.5 Eigenschaften des Meerwassers 43
2.5.1 Die physikalischen Eigenschaften des Meerwassers 44
2.5.2 Die chemischen Eigenschaften des Meerwassers 47
2.6 Das Eis der Meere 52
2.7 Wichtige Bewegungsvorgänge im Meer 57
2.7.1 Wellen 57
2.7.2 Gezeiten 65
2.7.3 Strömungen 69
2.8 Einige Aspekte des Stoff- und Energiehaushaltes 75
2.9 Meeresspiegelschwankungen 81
3 Küsten und Küstenformung 89
3.1 Definition „Küsten“ – Lage und Ausdehnung der Küsten 89
3.2 Einführung in die physische Geographie der Küstenräume 91
3.3 Die an der Küstenformung beteiligten Prozesse 98
3.3.1 Meeresspiegelschwankungen (vgl. auch Kap. 2.9) 98
3.3.2 Zerstörungsprozesse 99
3.3.3 Aufbauvorgänge 102
3.4 Die natürlichen Küstenformen 104
3.4.1 Endogen bestimmte und Vulkanküsten 104
3.4.2 Ingressionsküsten 106
3.4.2.1 Ingressionsformen glazial gestalteter Küstenabschnitte107
3.4.2.2 Ingressionsküsten überwiegend fluvialer Genese109
3.4.2.3 Andere Ingressionsformen 113
3.4.3 Abtragungsformen und -vorgänge 117
3.4.3.1 Abtragung durch (mechanische) Abrasion 117
3.4.3.2 Abtragung durch Schmelzwirkung 123
3.4.3.3 Abtragung durch Eiseinwirkung 125
3.4.3.4 Abtragung durch chemische und biogene Vorgänge 127
3.4.4 Aufbauformen und Aufbauvorgänge 137
3.4.4.1 Aufbauformen durch fluviale Vorgänge: Schwemmlandebenen
und Deltas 138
3.4.4.2 Akkumulationsformen durch Brandungswirkung:
Strände, Strandwälle, Haken und Tombolos 144
3.4.4.3 Akkumulationsformen durch Wind: Küstendünen,
Nehrungen und Nehrungsinseln 159
3.4.4.4 Akkumulation durch Gezeitenwirkung: die Watten der
mittleren und hohen Breiten 166
3.4.4.5 Aufbauformen durch Eiswirkung 172
3.4.4.6 Aufbauformen mit sekundärer Verfestigung (Äolianit
und Beachrock) 173
3.4.4.7 Aufbauformen und -prozesse mit Beteiligung von
Organismen 176
4 Relikte quartärer Meeresspiegelstände 199
4.1 Pleistozäne Meeresterrassen und -ablagerungen 199
4.2 Holozäne Meeresspiegelschwankungen 205
5 Anthropogene Eingriffe in den Formenschatz und das Prozessgefüge
und Gefährdungspotentiale der Küsten
223
6 Natürliches Gefährdungspotential der Küsten 234
7 Systematik und Klassifikation der natürlichen Küstenformen 248
8 Das Problem der Zonalität von Küstenformen und Küstenformungsprozessen
250
9 Einige offene Fragen der physischen Meeres- und Küstenforschung 255
Literaturverzeichnis 258
Sachregister 286