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Hanna Bremer; Achim Schnütgen; Heinz Späth:

Zur Morphogenese in den feuchten Tropen

Verwitterung und Reliefbildung am Beispiel von Sri Lanka

[On the morphogenesis of humid tropical regions. Erosion and the formation relief in Sri Lanka]

1981. X, 296 Seiten, 6 Tabellen, 64 Fig., 2 Farbtaf., 17x24cm, 850 g
Language: Deutsch

(Relief Boden Palaeoklima, Band 1)

ISBN 978-3-443-09001-2, brosch., price: 60.00 €

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PaläoklimaBodenMorphogenesefeuchte TropenVerwitterungReliefbildungSri Lanka

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Über die Vorgänge der Verwitterung, Boden- und Reliefbildung in den feuchten Tropen ist sehr viel weniger bekannt als in den Außertropen. Eine Forschungsreise im Frühjahr und Sommer 1975 sollte der Untersuchung geomorphologischer Prozesse, insbesondere solchen der Flächenbildung in Abhängigkeit vom Klima sowie der Relation von Boden und Relief dienen. Sie führte zunächst nach Sri Lanka, wo verschiedene Teilräume im S der Insel besucht wurden, anschließend in das australische Nordterritorium. Zugleich bot Ceylon nach früheren Forschungen in tropischen Tief- und Hügelländern in Australien, Nigerien und Amazonien auch den Anreiz eines tropischen Berglandes im Bereich eines alten Schildes, so daß die Auswirkungen der Hebung auf die Reliefbildung in den Tropen im Vergleich studiert werden sollten.

Sri Lanka hat den Vorteil, für ein tropisches Land außerordentlich gut durch Straßen erschlossen zu sein. Teeplantagen und Reisfelder erlauben einen größeren Überblick über das Relief häufiger als sonst in der dichten Vegetation der inneren Tropen, die in anderen Ländern das geomorphologische Arbeiten so ungemein erschwert. Außerdem sind für ganz Ceylon die ausgezeichneten Karten im Maßstab 1:63360 mit Höhenlinien im Abstand von 100 ft erhältlich, von den meisten Blättern auch die oro-hydrographischen Umdrucke. Erst mit ihrer Hilfe ist die Einordnung mancher Einzelformen in einen größeren Zusammenhang möglich gewesen. Die Aussagen zur Geomorphologie beruhen auf Geländebeobachtungen, einer ergänzenden umfangreichen Kartenanalyse sowie der Laboruntersuchungen.

In den Außertropen haben sich Paläoböden als ein wertvolles Hilfsmittel für die Deutung der Reliefgenese erwiesen: Art und Ausmaß geomorphologischer Prozesse werden in enger Korrelation mit dem rezenten-subrezenten Bodenprofil gesehen. Für die Tropen steht eine solch enge Verbindung von Geomorphologie und Bodenkunde noch in den Anfängen. Der quartäre kaltzeitliche Umbruch in Verwitterung und Abtragung in den Ektropen ist sehr viel prägnanter als die hygrischen Schwankungen in den Tropen. Bei dem eigenständigen Charakter der Verwitterungs- und Abtragungsprozesse in den Tropen sind die in den Außertropen entwickelten Untersuchungsmethoden nur bedingt zu übertragen. Hier ist noch ein weiteres Feld für zukünftige Untersuchungen offen, auf dem wir uns in ersten tastenden Schritten bewegen. In manchem mögen unsere Deutungen über das Ziel hinausschießen, in anderen Fragen sind sicher weitergehende Schlüsse möglich.

Content Description top ↑

Much less is known about the processes of weathering, soil and relief formation in humid tropical zones than in non-tropical zones. A research expedition was undertaken in the spring and summer of 1975 to investigate geomorphological processes, planation in particular, in relation to climate, and the relationship between soils and relief.

The first country investigated was Sri Lanka, where various zones in the southern portion of the island were explored. This was followed by the Northern Territory in Australia. After earlier investigations in tropical plain and hill regions in Australia, Nigeria and Amazonas, Ceylon simultaneously offered the additional attraction of a tropical mountain region of an ancient shield so that the effects of uplift raising on relief formation in the tropics could be subjected to a comparative study.

Sri Lanka has the advantage, not often found in a tropical country, of having an excellent road system. Tea plantations and rice fields permit a better overview of the relief than is often the case in the dense vegetation of the inner tropics — an aspect which is a serious handicap to geomorphological work in other countries. Furthermore, excellent maps to a scale of 1:63360 are available for Ceylon with contour lines at every 100 ft, with orohydrographic transfers for most sheets. It was these sheets that made it possible to put some individual forms in context. The geomorphological findings are based on observations in the field, on an extensive supplementary analysis of the maps and on laboratory investigations.

In non-tropical areas, paleo-soils have proved to be a valuable aid in explaining relief genesis: the type and extent of geomorphological processes are viewed in close correlation with the recent/sub-recent soil profile. As far as the tropics are concerned, this type of close relationship between geomorphology and pedology is still in its infancy. The Quaternary cold period change in weathering and erosion in the mid-latitudes is much more marked than hygric fluctuations in the tropics. In view of the individual character of weathering and erosion processes in the tropics, the investigation methods developed for non-tropical regions cannot be assumed to be equally applicable. This field where we are now moving in initial, groping steps, offers a wide scope for future research. In some cases, we may go too far in the conclusions we have drawn, in others we might well have been justified in going further.

Inhaltsverzeichnis top ↑

Hanna Bremer: Vorwort. Erläuterungen zum Text und zu den Figuren IX
Heinz Späth: Überblick der Geologie, des Klimas und der Vegetation Sri
Lankas 1
Hanna Bremer: Reliefformen und reliefbildende Prozesse in Sri Lanka 7
Hanna Späth: Bodenbildung und Reliefentwicklung in Sri Lanka 185
Achim Schnütgen: Analysen zur Verwitterung und Bodenbildung in den
Tropen an Proben von Sri Lanka 239
Wolfgang Tillmanns: Tonmineralogische Untersuchungen von Proben aus
Sri Lanka 277
Wolfhard Symader: Kreuzspektralanalytische Untersuchungen zu Abfluß
und Schwebstofführung des Mahaweli Ganga 281
Walter Stein: Berechnung des Quartären Ausraums unterhalb der 300
ft-Isohypse im immerfeuchten SW und wechselfeuchten SE der Insel Sri
Lanka 289