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Studien zur tropischen Reliefbildung: Tropische Relieftypen Süd-Indiens. Oberflächenformung in den Trockengebieten Nordkenias

Beitrag: Julius Büdel; Bearbeiter: Rüdiger Mäckel

[Studies of relief formation in tropical regions. Relief types of Southern India. Relief formation in dry regions of Northern Kenya]

1986. VIII, 225 Seiten, 121 Abbildungen, 3 Falt-Beil., 17x24cm, 630 g
Language: Deutsch

(Relief Boden Palaeoklima, Band 4)

ISBN 978-3-443-09004-3, brosch., price: 60.00 €

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Keywords

Paläoklima Boden Reliefbildung Indien Oberflächenformung Trockengebiet Kenia

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

J. Büdel hat in diesem Beitrag die Thematik weiterverfolgt, die er mit seiner ersten Arbeit über Südindien (1965) aufgegriffen und in seiner Klima-Geomorphologie (1977) zusammengefaßt hat. Offengebliebene Fragen und Widersprüchlichkeiten in der seit 1965 erschienenen Literatur zur Geomorphologie der wechselfeuchten und feuchten Tropen hatten ihn veranlaßt, sein altes Arbeitsgebiet noch einmal zu bereisen und sich auch mit den im Westen und Süden angrenzenden Gebieten vertraut zu machen.

R.Mäckel untersucht die Oberflächenformung in den Trockengebieten Nordkenias. Die 14C-Altersbestimmung organischer Funde ermöglichten die stratigraphische Einordnung und landschaftsökologische Auswertung von 10 Sedimentfolgen für die Reliefentwicklung. Auf der Grundlage bisheriger Arbeiten wurden für das Holozän folgende Feuchtphasen bestätigt: Die erste ("große") Feuchtphase von 10000 (10500) bis 7500 (7000) J.v.h., die zweite Feuchtphase ("neolithische Feuchtphase") von 6700 (6500) bis 5000 (4400) J.v.h, die dritte (kleine) Feuchtphase von 3500 bis 2500 J.v.h. und schließlich die vierte (kleine) Feuchtphase von 2000 bis 1000 Jahren vor heute.

In der Feuchtphase wurde flußaufwärts, also in den Gebirgs- und Bergländern akkumuliert, flußabwärts, also in der Vorlandebene, infolge der Zunahme der Wassermenge und Abnahme der Last (vor allem nach Entwicklung einer bodenschützenden Vegetationsdecke) erodiert. In den Talebenen und Fußfluren herrschten stabile Bedingungen mit Bodenbildung und Tiefenverwitterung. Zu Beginn der Trockenphase war durch die Auflockerung der Vegetation die Feinmaterialdecke wenig geschützt, und es kam zur Erosion und Gerinneeinschneidung im Bergland und zur Akkumulation in den Talebenen und im Gebirgsvorland infolge der Abnahme der Wassermenge bei hoher Last.

Im Untersuchungsgebiet ist der Einfluß des Menschen auf die Entwicklung der Fußfluren und Talebenen seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. belegt. Bereits die datierbaren Sedimentabfolgen des Jungpleistozäns und Holozäns zeigen die starke Umgestaltung der pliozänen Rumpffläche durch Ausräumung und Akkumulation. Übertragen wir die Arbeitsleistung auf das gesamte Quartär, so läßt sich ermessen, in welchem Ausmaße die Reliefentwicklung durch Klimaphasen beeinflußt wurde.

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Because of its exemplary nature J. Büdel selected the region for his study of tropical landform development. Its principal result was the identification of the "mechanism of double planation" (Büdel 1965) by which etchplains habe been or are still being formed under a seasonal tropical climate. Progress in tropical geomorphology over the last 20 years induced J. Büdel to revisit his type region during January and February of 1981, only two and a half years before his death. It was his aim to find common denominators for the sometimes conflicting evidence presented in recent literature, mainly by identifying the differences between relief formation in the permanently and the seasonally humid tropics. The printed version is thus largely restricted to his analysis of the landforms of the seasonal tropics.

R. Mäckel: Relief formation in dry regions of Northern Kenya. The 14C-datings of organic findings in the deposits allow a stratigraphie and paleoecological interpretation. The following wet climatic phases within the Holocene were confirmed: The first wet phase lasting from 10000 (10500) to 7500 (7000) years B.P., the second one from 6700 (6500) to 5000 (4400) years B.P., the third one from 3500 to 2500 years B.P. and finally the fourth wet phase from 2000 to 1000 years B.P. During the wet phase accumulation took place mainly in the upper section of the rivers (mountain region). However, in the lower section (inland plains in front of the mountains) erosion took place as a result of increasing water quantity and decreasing load in connection with a protecting vegetation cover. In the valley plains and on the foot zone slopes there were stable conditions for deep weathering and soil development. At the beginning of the dry phase the surficial fine material could be easily removed after the decline of the vegetation: erosion and river incision in the mountains lead to accumulation in the plains as a result of the decrease of water quantity and higher load.

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Büdel,Julius: Tropische Relieftypen Süd-Indiens. Aus dem Nachlass bearbeitet von Detlev Busche
1 Einleitung/Introduction 3
2 Problemstellung/The Problems 5
3 Die Landesnatur Südindiens/The South Indian environment 6
Plattentektonik, Petrovarianz, Klima, Böden, der Mechanismus der tropischen Reliefbildung
4 Rumpfflächen der Tiefländer I/Etchplains of the lowlands I 20
Die Bedeutung der Rumpfflächen im festländischen Gesamtrelief, Grundzüge der Tamilnadfläche in Südindien, der erweiterte Mechanismus der doppelten Einebnung, der Vorgang der Profundation
5 Der Werdegang der zonalen oder Ausliegerinselberge/The origin of zonal or outlier inselbergs 34
Eigenschaften der Ausliegerinselberge, der Formungsmechanismus der Ausliegerinselberge: der zentrifugale Hangfußeffekt, kleine Schritte lateraler Flächenausweitung, die Entstehung des Flächennetzes
6 Die Nilgiris/The Nilgiri Mountains 40
Lage und Großgestalt dieses Gebirgsklotzes, das Kuppelrelief auf der Höhe der Nilgiris: ein Feld enggescharter Intramonthohlformen, der Formungsmechanismus der Intramonthohlformen: der zentripetale (konzentrische) Hangfußeffekt, die Entstehung der Intramontebenen (Flächeninseln), die Weiterentwicklung von Intramontflächen
7 Rumpfflächen und Inselberge der Tiefländer II/Etchplains and inselbergs of the lowlands II 55
Die seitliche Ausweitung von Tieflandrumpfflächen durch die Angliederung von Intramontflächen, die Gesamtleitung der Nivelation bei der Rumpfflächenbildung und die Grundbedingung der stabilen Abtragungsbasis, zonale Auslieger- und azonale Erbinselberge, die Bildung von Rumpfstufen durch tektonisch vorgezeichnete Intramontbeckenbildung und das Abreißen der Erosion
8 Die Hochfläche von Bangalore und Mysore/The Plateau of Bangalore and Mysore 73
9 Zusammenfassung des Herausgebers / Literaturverzeichnis 78
Mäckel, Rüdiger: Oberflächenformung in den Trockengebieten Nordkenias
Summary 87
1 Einführung in das Forschungsgebiet 88
Landschaftsräume und -typen, Klimatische Grundlagen der rezenten
Geomorphodynamik, Geologische Voraussetzungen der Reliefentwicklung,
Vegetation und Geomorphodynamik unter Einwirkung des Menschen
2 Regionale Studien zur Reliefgeschichte und Oberflächenformung in den
Gebirgs- und Bergländern 117
Aufbau und Entwicklung der Talebenen und Fußfluren,
Vegetationsveränderung und Geomorphodynamik
3 Die Berg- und Hügelländer der Inlandebene 139
Isolierte Rumpfflächen und Inselberge, Beispiel für ein Vulkangebirge
4 Die Inlandebene 168
Kulal und Olturot
5 Vegetationsveränderung und Geomorphodynamik in ausgewählten Arealen
der Moroje-Ebene 182
Die Bergfußebenen, Das Gebiet mit einem engen Netz von Abflußbahnen
und Lagas, Die Überschwemmungsbereiche der Inlandebene
6 Schlußfolgerungen 213
Literatur 217