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Gerhard H. Bachmann; Horst Brunner:

Nordwürttemberg

Stuttgart, Heilbronn und weitere Umgebung

1998. XIII, 403 Seiten, 61 Abbildungen, 3 Tabellen, 13x19cm, 650 g
Language: Deutsch

(Sammlung geologischer Führer, Band 90)

ISBN 978-3-443-15072-3, brosch., price: 29.00 €

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Keywords

GeologieStratigraphieExkursionStuttgartHeilbronnNordwürttemberg

Contents

Dt. Beschreibung top ↑

Die reizvolle Landschaft Mittel- und Nordwürttembergs verdankt ihre Entstehung einer wechselvollen geologischen Geschichte. Dieser geologische Führer soll den Weg zu Exkursionen weisen, auf denen die wichtigsten geologischen Schichtglieder, ihre Abfolge und Lagerung gezeigt werden. Weiter soll er zeigen, wie sich der geologische Bau in der Landschaft zu erkennen gibt und ihre Entstehung mitbestimmt.
Das Gebiet zwischen Schönbuch und Bauland, zwischen Kraichgau und Firngrund ist weit gespannt und besitzt zahlreiche geologische Aufschlüsse. Die Verfasser haben sich bemüht, die derzeit besten und wahrscheinlich auch in naher Zukunft bestehenden Aufschlüsse auszuwählen.

Inhaltsverzeichnis top ↑

Allgemeiner Teil 1
1. Sequenzstratigraphie 1
2. Schichtenfolge 5
2.1 Grundgebirge 5
2.2 Perm 6
2.2.1 Rotliegend 6
2.2.2 Zechstein 7
2.3 Trias 8
2.3.1 Buntsandstein 9
2.3.2 Muschelkalk 13
2.3.2.1 Unterer Muschelkalk 14
2.3.2.2 Mittlerer Muschelkalk 18
2.3.2.3 Oberer Muschelkalk (Hauptmuschelkalk) 20
2.3.3 Keuper 28
2.3.3.1 Unterer Keuper (Unterkeuper, Lettenkeuper, Erfurt-Formation) 30
2.3.3.2 Mittlerer Keuper (Mittelkeuper) 35
2.3.3.3 Oberer Keuper (Oberkeuper, Rät, Rhät, Exter-Formation) 52
2.4 Jura 53
2.4.1 Unterer Jura (Unterjura, Schwarzer Jura, Lias) 53
2.4.1.1 Psilonotenton, Angulatenton, Arietenkalk 56
2.5 Kreide, Tertiär 57
2.6 Quartär 58
2.6.1 Pleistozän 58
2.6.2 Holozän 63
3. Schichtlagerung (Tektonik) 64
4. Landschafts- und Flußgeschichte 71
Exkursionen 77
Vorbemerkungen 77
Abkürzungen 78
1. Heilbronn: Wartberg, Jägerhaus 79
2. Heilbronn: Ludwigsschanze 1 und 2 85
3. Umgebung von Erlenbach, Eberstadt und Weinsberg 86

4. Umgebung von Bad Friedrichshall - Bad Rappenau 93
5. Gundelsheim - Mosbach - Dallau - Obrigheim (Neckartal N
Heilbronn, Elztal) 99
6. Oedheim - Stein a. K. - Neuenstadt a. K. - Kochersteinsfeld -
Baumerlenbach - Unterohrn - Sindringen (Kochertal, Ohrntal) 105
7. Untergriesheim - Höchstberg - Züttlingen - Berlichingen - Möckmühl
- Roigheim - Eberstadt Jagsttal, Seckachtal) 108 Fricke
8. Heilbronn - Frankenbach - Lauffen - Besigheim - Pleidelsheim Höhe
Neckartal S Heilbronn) 114
9. Heilbronn - Talheim - Ilsfeld - Flein (Schozachtal, Altenberg) 128
10. Heilbronn - Untergruppenbach - Beilstein - Winzerhausen
(Bottwartal) 131
11. Löwenstein - Farnersberg - Spiegelberg - Nassach - Ellenweiler
(westliche Löwensteiner Berge) 138
12. Wüstenrot - Spiegelberg (östliche Löwensteiner Berge) 143
13. Großbottwar - Steinheim a. d. M. - Marbach a. N. - Zwingelhausen
(unteres Bottwar- und Murrtal) 147
14. Cleversulzbach - Weißlensburg - Hölzern - Willsbach (Sulmer Berge,
Brettachtal) 154
15. Willshach - Löwenstein (Weinsberger Tal, nördliche Löwensteiner
Berge) 158
16. Bretzfeld - Unterheimbach - Maienfels - Neuhütten (nördliche
Löwensteiner Berge) 161
17. Mainhardt - Gleichen - Buchhorn (Mainhardter Wald, Buchhorner
Ebene) 164
18. Neuenstein - Waldenburg - Neunkirchen - Wilfersberg (Öhringer
Ebene, Waldenburger Berge, Ohrntal) 166
19. Finsterrot - Großerlach - Kieselhof - Grab - Flinsberg -
Frankenberg (Mainhardter Wald, unteres Rottal) 171
20. Leingarten - Haberschlacht - Kleingartach - Mühlbach (Heuchelberg,
Hartwald) 175
21. Leonbronn - Pfaffenhofen - Brackenheim - Meimsheim (Zabertal) 179
22. Cleebronn - Freudental - Bönnigheim (Ostrand des Stromberg) 181
23. Ochsenbach - Eibensbach - Sternenfels (Stromberg) 183
24. Umgebung von Hohenhaslach (Stromberg) 188
25. Ingelfingen - Niedernhall - Künzelsau - Döttingen (Kochertal) 191
26. Mulfingen - Heimhausen - Nitzenhausen - Langenburg (Ettetal,
Jagsttal) 198
27. Schöntal - Krautheim - Dörzbach (Jagsttal) 204
28. Kirchberg a. d. J. - Reubach - Gammesfeld - Schmalfelden -
Pfitzingen - Dittigheim - Krensheim (Hohenloher Ebene, Taubergrund,
Bauland) 209
29. Geislingen a. K. - Schwäbisch Hall - Westheim - Eutendorf -
Einkorn (Kochertal Westrand der Limpurger Berge) 213
30. Obersontheim - Veilberg - Unterscheffach (Bühlertal) 222
31. Obersontheim - Stetten - Honhardt (Nordrand der Ellwanger Berge,
Speltachtal) 228
32. Crailsheim - Satteldorf - Lobenhausen - Lorenzenzimmern Jagsttal,
Haller Ebene) 231
33. Umgebungen von Engelhofen, Bühlertann und Bühlerzell 236
34. Gaildorf - Sulzbach-Laufen - Wöllstein - Hinterwald - Frickenhofen
(oberes Kochertal, Büchelberger Grat, Frickenhofer Höhe) 240
35. Ellenberg-Matzenbach-Buchmühle-Ruppersbach (Firngrund, Auf den
Wäldern) 248
36. Umgebung von Murrhardt 251
37. Winnenden - Ebnisee (Berglen, westlicher Welzheimer Wald) 255
38. Umgebung von Korb und Buocher Höhe 258
39. Remstal zwischen Waiblingen und Schorndorf 262
40. Bärenbach-, Lützelbach- und Wieslauftal 264
41. Neckartal zwischen Stuttgart-Bad Cannstatt und Marbach am Neckar
266
42. Cannstatter Störungszone, Schurwald-Störungszone 270
43. Mineralquellen von Stuttgart-Berg und Stuttgart-Bad Cannstatt 275
44. Travertin von Stuttgart 280
45. Stuttgart: Karlshöhe, Birkenkopf-Störung, Killesberg 290
46. Stuttgart-Weilimdorf: Lemberg - Tachensee; Korntal 293
47. Stuttgart: Heslach, Kaltental, Sonnenberg 294
48. Stuttgart-Riedenberg, Scharnhausen 296
49. Stuttgart-Gaisburg ("Staibhöhe ) 298
50. Krummbachtal, Solitude, Gerlingen ("Forchenrain") 299
51. Umgebung von Leonberg 301
52. Umgebung von Münchingen - Schwieberdingen - Markgröningen ("Langes
Feld" und Glemstal) 307
53. Enztal zwischen Bietigheim und Pforzheim 309
54. Heimsheim - Heimerdingen - Mönsheim - Iptingen 317
55. Sindelfingen - Magstadt - Malmsheim - Münklingen - Wimsheim 323
56. Darmsheim - Gärtringen - Hildrizhausen - Herrenberg ("Oberes
Gäu", Schönbuch) 332
57. Herrenberg - Nagold - Gäufelden - Altingen ("Oberes Gäu",
Schönbuchrand) 337
58. Autobahn A81 Stuttgart - Heilbronn - Tauberbischofsheim 341
59. Autobahn A6 Crailsheim - Heilbronn - Sinsheim-Steinsfurt 343
Literaturverzeichnis 345
Register 382

Bespr.: Erdkunde, Bd. 53, 3 (1999) top ↑

Der vorliegende Band aus der bekannten Sammlung Geologischer Führer
stellt eine völlige Neubearbeitung der beiden Vorgänger
Nordwürttemberg (Band 54) sowie Stuttgart und Umgebung (Band 61) unter
Einarbeitung der Sequenzstratigraphie dar. Im Exkursionsgebiet stehen
in erster Linie triassische Gesteine an, die den nördlichen Teil des
südwest-deutschen Schichtstufenlandes bilden. Die Verwendung
überwiegend neuerer Literatur und die sachkundige Zusammenstellung der
wichtigsten Sachverhalte gibt einen aktuellen Überblick über das
Wissen zu diesem Raum. Nach dem 76 Seiten umfassenden allgemeinen Teil
hat der Leser bereits ein Gefühl für den geologischen Aufbau und die
Geschichte des Raumes entwickelt. Darauf aufbauend folgen 59
Exkursionen auf 268 Seiten, die auf relativ gute Erreichbarkeit mit
PKW ausgerichtet sind. Zwei davon sind Fußexkursionen. Die letzten
beiden Exkursionen dagegen beschreiben die Geologie, wie sie aus
Autobahnperspektive sichtbar wird. Durch die thematische
Kurzübersicht zu den einzelnen Exkursionen werden wichtige
Sachverhalte aus dem allgemeinen Teil wiederholt oder vertieft, was
das Verständnis erleichtert. Die zahlreichen Lage- und
Aufschlußbeschreibungen sind detailliert und übersichtlich dargestellt
und durch Angaben über lokale Kartenwerke ergänzt. Leider dürften für
Nichtfachleute, als Leserkreis des Führers explizit
angesprochen, notwendige Prozeßzusammenhänge nicht immer klar
werden. Gerade das Zusammenspiel zwischen Abtragung, Transport und
Ablagerung könnte im allgemeinen Teil schematisch erläutert
werden. Die Darstellung der Flußterrassenbildung des Neckars und
seiner Nebenflüsse im Pleistozän/Holozän entspricht nicht dem heutigen
Kenntnisstand und ist teilweise falsch.
Die Bedeutung der geologischen Verhältnisse für die wirtschaftlichen
Aktivitäten des Menschen werden nicht nur anhand von Salz- und anderen
Lagerstätten angesprochen, sondern auch am Beispiel
ingenieur-geologischer und bautechnischer Probleme v. a. durch die
weitverbreitete Subrosion im Gipskeuper und im Mittleren
Muschelkalk. Leider fehlt jeder Hinweis auf aktuelle Absenkungen des
Kühlturms des Kernkraftwerkes Neckarwestheim II aufgrund derartiger
Hohlräume im Untergrund. Dagegen wird die politisch und wirtschaftlich
weniger interessante Situation der Neckarstaustufe Hessigheim auf
nahezu einer Seite ausführlich beschrieben.
Insgesamt zeichnet sich diese Neubearbeitung durch eine große
Detailkenntnis der Autoren, eine ausgewogene Mischung von Exkursionen
sowie mehr als 550 Literaturverweise aus. Der Band ist ein
lesenswerter und unentbehrlicher Begleiter für naturkundlich oder
geowissenschaftlich orientierte Ausflüge in Nordwürttemberg.
MARTIN DEHN
Bespr.: Erdkunde, Bd. 53, 3 (1999)