cover

Ungarn

Bergland um Budapest, Balaton-Oberland, Südbakony. Unter Mitarbeit von Pál Müller u. a.

Hrsg.: László Trunkó

[Geological guide to Hungary: The mountains surrounding Budapest, Balaton highland, South Bakony region]

2000. IX, 158 Seiten, 26 Abbildungen, 1 Karte, 13x19cm, 290 g
Language: Deutsch

(Sammlung geologischer Führer, Band 91)

ISBN 978-3-443-15073-0, brosch., price: 19.90 €

in stock and ready to ship

Order form

BibTeX file

Keywords

UngarnBalatonPlattenseeGeologieTertiärFossilLandschaft

Contents

Kurzfassung top ↑

Ungarn, ein beliebtes Ferienland, hat auch für die an der Geologie interessierten Besucher einiges zu bieten. Gerade die Gebiete, die gerne besucht werden, sind auch geologisch besonders sehenswert.

Das Bergland von Buda sowie die liebliche Landschaft des Plattensees (Balaton) werden überwiegend von mesozoischen Schichten aufgebaut, die den Gesteinen aus den Alpen sehr ähnlich sind. Da jedoch dieses Krustensegment noch vor Beginn des stärksten Zusammenschubs der Alpen ostwärts herausgepreßt wurde, haben sie ihren ursprünglichen Schichtverbund besser bewahrt. Sie sind in dieser Mittelgebirgslandschaft auch leichter zugänglich als in den Alpen. In Buchten und an den Rändern des tertiären Gebirges wurden oft fossilreiche Sedimente des Alt- und Jungtertiärs abgelagert. Miozäne Andesitvulkane neh- men nördlich von Budapest große Flächen ein. Im Westteil des Balaton-Ober- landes verleihen die jungen Basaltvulkane dieser Region auch noch einen besonderen landschaftlichen Reiz.

Jetzt ist zum ersten Mal ein ungarisches Gebiet in einem deutschsprachigen geologischen Führer beschrieben worden. Die hierzulande wenig bekannte Geo- logie des Landes wird mit Text und guten Abbildungen leicht verständlich erläutert und anhand schöner Exkursionen vorgestellt.

Eine wahre Fundgrube für alle, die an der Landschaft und ihren Gesteinen interessiert sind.

Bespr.: Acta Geologica Hungarica top ↑

L. Trunko left Hungary as a graduate student of Geology in 1956, and eventually became curator of the Natural History Museum in Karlsruhe, Germany, and University Professor. He published the Geology of Hungary in German (1969) and in English (1996), and was awarded with Honorary Membership of the Hungarian Geological Society. Now with coauthors from the Geological Institute of Hungary (MAFI, Budapest) he edited the first foreign- language geological field guidebook for tourists of a considerable (and touristically the most important) region of Hungary.

The first part of the book starts with a geographic and geologic introduction, and includes a relatively detailed (62-page) geological and structural history of the region.

The second part contains 20 geological itineraries (mainly by car), Bud 1-11 for the larger surroundings of Budapest (northwards up to Visegrad in the Danube bend) and Bal 1-9 for the Transdanubian Central Range, from the granite of the Velence Hills along the northern shore of Lake Balaton to the Tapolca Basin basalt mesas and back through the Southern Bakony Mts. (Stratigraphically: from the Carboniferous through the Quaternary). Particular attention has been paid to nature protection, historical and cultural highlights, and even to special Hungarian food. The text is professionally correct and up-to date, based on recent on-the-spot information, but easily understandable also for educated non-professionals.

An abridged English-language version would be very useful and most welcome.

M. Knauer-Gellai

Acta Geologica Hungarica

Bespr.:Berichte d. Naturwissensch. Vereins f. Schwaben e. V.,104.Bd.2000, S.107 top ↑

Mit seinem handlichen Format und seiner bewährt gediegenen Ausstattung vermittelt dieser geologische Führer umfangreiche Informationen über Landschaft und Geologie der interessantesten Reiseregionen Ungarns. Dazu zählen neben der Umgebung von Budapest das Hügelland des Plattensees. Wie im Vorwort betont, haben sich die Verfasser vorgenommen, diese zwei Regionen zum ersten Mal in einem Band und in tleulscher Sprache vorzustellen, "damit der Besucher nicht nur die schöne Landschaft betrachten, sondern auch die geologischen Zusammenhänge für sich erschließen kann".

Das Werk ist in zwei Abschnitte gegliedert, wobei in einem allgemeinen Teil im Anschluss an einen geografischen und geologischen Gesamtüberblick die vielfältigen erdgeschichtlichen Ereignisse und ihre Folgen ausführlich aufgezeigt werden. Besonderen Raum nehmen die Entstehung des Balaton (Plattensee) und der Vulkanismus samt Tektonik ein. Die leicht verständlichen Ausführungen werden durch zahlreiche, aussagekräftige Abbildungen und Fotos unterstützt. Diese Feststellung gilt auch für den 2. Teil, in dem der Leser 20 exakt und anschaulich beschriebene Exkursionsvorschläge erhält. Besonders hilfreich sind dabei die Anfahrts- und Wegbeschreibungen. Weitergehende kulturgeschichtliche Hinweise mussten aus Platzgründen leider entfallen.

Ein umfangreiches Literaturverzeichnis am Ende des Buches erleichtert zusammen mit einem präzisen Sach- und Ortsregister die Benutzung des Führers ungemein. Er sollte deshalb im Reisegepäck des naturkundlich interessierten Ungarntouristen keinesfalls fehlen.
Ulrich Lohrmann
Berichte des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben e. V., 104. Band 2000, S. 107

Bespr.: Zentralblatt für Geologie und Paläontologie Teil II, Jg. 2002, Heft 3/4 top ↑

Unter der Federführung von LAZLO TRUNKO entstand in Zusammarbeit mit PAL MÜLER, TAMAS BUDAI GABOR CSILAG und LAZLO KOLOSZAR erstmalig ein geologischer Führer über Ungarn, der nicht ausschließlich in ungarischer Sprache vorliegt. Den Verf. dieses Führers ist es ein besonderes Anliegen, die vor allem von deutschsprachigen Touristen gerne besuchten Gebiete wie das Bergland von Budapest und das Hügelland nördlich des Plattensees (Balaton) geologisch vorzustellen.

Der geologische Führer von Ungarn besteht aus einem "Allgemeinen Teil" und einem "Exkursionsteil". Der "Allgemeine Teil" beginnt mit einem kurzen Einblick in die Geographie und den geologischen Bau von Ungarn. Ungarn nimmt mit 93.000 km2 den mittleren Teil des Karpatenbeckens ein. Im Zen- trum befindet sich die Große Ungarische Tiefebene, im Westen die Kleine Ungarische Tiefebene. Dazwischen verlaufen in SW-NE-Rich- tung das Transdanubische Mittelgebirge, dessen wichtigste Gebirgs- einheit der Bakony darstellt, und das Nordost-Ungarische Mittelge- birge. Der südliche Abhang des Südbakonys wird Balaton-Oberland genannt. Südlich des transdanubischen Landesteils befindet sich iso- liert das Mecsek-Mittelgebirge. Das Bakony-Gebirge ist vor allem bei Paläontologen wegen seiner reichen jarassischen Ammonitenfaunen wohlbekannt.

Tektonisch wird Ungarn in zwei große Einheiten untergliedert: in die Pelso-Einheit im Norden und die Tisia-Einheit im Süden. Beide werden durch eine breite Ruschelzone (Igal oder Transdanubische Einheit) getrennt. Der SW-Teil der Pelso-Einheit besitzt alpine Züge; ihr NE-Teil zeigt eine Verwandtschaft mit den Inneren Dinariden. Die Tisia-Einheit, die zum Teil aus sehr altem Kristallin besteht, das zu verschiedenen Zeiten von sedimentären Abfolgen überdeckt war, weist Verbindungen zum Siebenbürgischen Mittelgebirge im Osten und den Kroatischen Inselbergen im Süden auf. Da sich die im zweiten Teil beschriebenen Exkursionsgebiete ausschließlich auf das Transdanubische Gebiet beschränken, wird dessen Aufbau sehr ausführlich dargestellt. Die Schichtfolgen reichen von einem variszischen Stockwerk über ein alpidisches Stockwerk bis ins Känozoikum.

Das Bergland von Buda und das Hügelland nördlich des Platten sees wird überwiegend von mesozoischen Schichtfolgen aufgebaut, die in ihrer Ausbildung und ihrem Fossilinhalt den zeitlich entspre- chenden Gesteinen aus den Alpen ziemlich ähnlich sind. Einziger Unterschied ist, dass die hier beschriebenen Gesteine weniger stark verfaltet und damit besser zugänglich sind als in den Alpen.

Gegen Ende des variszischen Zyklus' intrudierten im Transdanubikum und auch auf der Tisia-Platte saure Plutone. In die mitteltriassischen Folgen des Balaton-Oberlandes sind alkalitrachytische Tuffe eingeschaltet. In einem Streifen von den Buda-Bergen bis zum Balaton erbohrte man oberkretazische basische bis ultrabasische Ganggesteine. Vom Zala-Becken im SW bis zum Matra in NE kommen eozäne Andesite und Pyroklastika vor. Das NE-Mittelgebirge wird von sauren bis intermediären vulkanischen Gesteinen dominiert. Hierbei handelt es sich um den innersten Zug des gewaltigen innerkarpatischen Vulkanbogens. Den Abschluß des tertiären vulkanischen Zyklus' bildet der ca. 7,5 bis 3 Millionen Jahre alte finale Basaltvulkanismus in Nord-Ungarn und im Balaton-Oberland. Die gut erhaltenen vulkanischen Formen - es gab etwa 100 voneinander unabhängige Ausbruchszentren - verleihen dem Balaton-Oberland einen besonderen landschaftlichen Reiz.

Die alt- und jungtertiären Sedimentgesteine an den Rändern und in Buchten des tertiären Gebirges sind oft sehr fossilreich. Ein Kapitel über die Tektonik und Herkunft der Transdanubischen Platte rundet den "Allgemeinen Teil" dieses geologischen Führers ab.

Die im zweiten Teil beschriebenen Exkursionsrouten lassen sich bis auf wenige Ausnahmen mit einem PKW bzw. zu Fuß gut erreichen und dauern nur wenige Stunden oder sind innerhalb eines Tages gut zu bewältigen. Der Gebrauch von zusätzlichen Wanderkarten, topographischen Karten und einem aktuellen Stadtplan von Budapest wird dringend empfohlen, da sich die Routenbeschreibungen sehr stark auf die Benutzung von Straßenbezeichnungen stützt. Die Exkursionsrouten gliedern sich in elf Rundreisen im Raum Budapest und Umgebung, Pilis und Gerecse und in neun Routen im Balaton-Oberland und Südbakony. Dabei stehen nicht nur geologisch interessante Exkursionspunkte wie Steinbrüche oder Straßenaufschlüsse - für Fossilien-, Gesteins- und Mineraliensammler lukrativ - auf dem Programm, sondern es sind auch Besichtigungen von Denkmälern, Museen und Karsthöhlen sowie der Besuch in einem Dampfbad empfohlen.

Ein ausführliches Literaturverzeichnis, ein kurzes Sachregister sowie ein vollständiges geographisches Register schließen diesen knapp bebilderten (leider nur S/W-Fotos), aber dennoch rundum gelungenen Führer ab. Die geologischen Karten und Profile sind bis auf wenige Ausnahmen gut zu lesen und vervollständigen den beschriebenen Text.

Vorliegendes Werk setzt die Reihe "Sammlung geologischer Führer" in ihrer bekannt guten Qualität fort. Die vorgeschlagenen Routen sind ausführlich beschrieben und lassen sich auch für den nicht der ungarischen Sprache mächtigen Besucher leicht nachvollziehen. Die beschriebenen Exkursionspunkte machen jedem Leser Lust, die bisher wenig bekannte Geologie von Ungarn näher kennenlernen zu wollen.

C. SCHMITT-RIEGRAF

Zentralblatt für Geologie und Paläontologie Teil II, Jg. 2002, Heft 3/4

Bespr.: Zeitschrift für Geomorphologie Band 47 Heft 2 top ↑

Der Band 91 aus der Sammlung Geologischer Führer präsentiert dem Leser von Budapest ausgehend die geologischen Besonderheiten des Budaer Berglandes, des Gerecsegebirges, des Balaton-Oberlandes und des Keszthelygebirges. Die Wahl dieses Gebietes ist sehr geglückt, da Liebhabern der Naturschätze eine Rundreise angeboten wird, die bequem und mit wenig Zeitaufwand zu bereisen ist. Der Band gliedert sich in zwei große Teile. Im ersten Teil wird die allgemeine Geologie Ungarns auf 60 Seiten beschrieben, der zweite Teil ist der Exkursionsführer. Der Band beginnt mit einer kurzen geographischen Einführung, in der die Autoren - fälschlicherweise - nur die kleine Tiefebene als Flachland bezeichnen. Anhand der Naturraumgliederung (Nationalatlas von Ungarn 1989) zählen auch Mezöföld und die Donau-Drau-Flusslandschaft zum Landschaftstyp Tiefebene.

Das Kapitel allgemeine Geologie Ungarns präsentiert skizzenhaft den geologischen Aufbau des Landes. Das dem Führer gewidmete Gebiet ist die transdanubische geologische Untereinheit, deren orographisches Rückgrat die Bakony-, Vertes-, Gerecse-, Pilis- und Budaer Gebirge bilden. Dieser Einheit schließen sich im Osten die Bükker und kleinere slowakische Mittelgebirgseinheiten an. Analysiert werden zuerst die geologischen Einheiten Transdanubiens, darunter das variskische Stockwerk, das alpidische Stockwerk, die permische Molasse, Trias, Jura und Kreide. Variskische Relikte sind nur im Velencegebirge zu finden, ältere Gebilde lassen sich im Allgemeinen nur in größeren Tiefen durch Tiefbohrungen ermitteln. Nach den ersten tektonischen Bewegungen lagerte sich rotliegender Sandstein auf dem Balaton-Oberland ab, dessen Dicke mit Ausnahme der permischen Teile 100-200 Meter erreicht. In der Trias lassen sich fünf Phasen unterscheiden: unterer triassischer küstennaher Dolomit, elastische Gesteine, anisische Lagunen- und Meereskarbonate, anisische Karbonate aus der mittleren Trias, karnisches Elastisches Gestein und karnisch-norischer Dolomit sowie Dachstein-Kalkstein. Diese letzteren Gebilde erscheinen auf dem Balaton-Oberland und im Südbakony. Von der Triasformation können die Formation von Aracs, der Dolomit von Köveskali und Aszofö, der Kalkstein von Iszka-hegy, der Dolomit von Megyehegy, der Kalkstein von Felsöörs (mit vielen Fossilien) auf der Exkursionsroute untersucht werden. Die Sedimente der oberen Trias (Karn), der Kalkstein von Füred und der Mergel von Veszprem entstammen dem Schelfmeer. Nach der Aufschüttung des Beckens kam es zu einer Absenkung, die zur Entstehung der Hauptdolomit-Plattform beigetragen hat. So entstand eine Dolomitschicht von 1500- 2000 Meter Dicke, auf der sich später Dachsteinkalk von 800 Meter Dicke abgesetzt hat. Der Dachstein-Kalk kommt vor allem im Nordbakony, im Gerecse und im Pilis häufig vor.

Der Band widmet den geologischen Ereignissen und Bildungen des Känozoikums (Paläogen, Neogen und Quartär) besondere Aufmerksamkeit. Zu betonen sind hier der eozäne biogene Karst, der Karstbauxit und die Entstehung der Kohlelagerstätten im Bakony. Die Hebung des Rückgrates Bakony-Vertes-Gerecse-Pilis entlang der Buda-Linie im Oligozän und der Beginn der Abtragung ist ein Ereignis von groRer Bedeutung. Zu dieser Zeit entstanden auch die sehr dicken Sedimente des Kiscell-Tones. In diesem Kapitel bedienen sich die Autoren bei der Einteilung des Neogens der modernen Terminologie (Eggenburgium, Ottnangium, Karpatium, Sarmat und Pannon) und geben eine genaue Beschreibung über die Gebilde dieser Zeit. Die Grenzziehung zwischen dem Tertiär und dem Quartär ist, wie gewöhnlich in der einschlägigen Literatur, auch hier ungewiss. Die zwei wichtigen Gesteinsgebilde aus dem Quartär sind der Löss und der Süßwasserkalk. Letzterer kann vor allem auf den Donau-Terassen untersucht werden, wo zwölf Horizonte unterschieden werden können. Die Bildung des Süßwasserkalkes hängt mit der Präsenz von Thermalwasser im Budaer Gebirge zusammen. Unter den neogenen Gebilden befasst sich der Band kurz mit dem Balaton. Dieser kleine Teil ist in vieler Hinsicht mangelhaft. Ich denke dabei an die Fragen um die Entstehung des Sees, die in der ungarischen Fachliteratur (MAROSI et al. 1971) ausführlich untersucht wurde.

Das letzte Kapitel der geologischen Beschreibung beschäftigt sich mit dem Magmatismus. Erwähnt werden der subsequente Vulkanismus und die Granitbildung des Jungpaläozoikums, der basisch-intermediäre Vulkanismus des Mesozoikums und der pannonische Basaltvulkanismus. Das abschließende Kapitel beschäftigt sich mit Entstehung und Tektonik der Transdanubischen Platte.

Der detaillierte geologische Überblick ermöglicht dem Leser, die im Führer vorgestellten kleinen Landschaftsteile ins Gesamtbild des Landes einzufügen. Dieser erste Teil des Bandes stammt im wesentlichen aus Trunkos Werk "Geology of Hungary" aus dem Jahre 1996, der verdienstvollerweise durch neuere Erkenntnisse, Daten und Literatur ergänzt wird. Im zweiten Teil werden auf den folgenden 73 Seiten die geologischen Sehenswürdigkeiten in elf Exkursionen mit Ausgangspunkt Budapest und in neun Exkursionen vom Balaton- Oberland und Südbakony aus präsentiert. Dabei wurde jede Route unter Heranziehung der neueren ungarischen Fachliteratur über das jeweilige Gebiet geschrieben.

In der Umgebung von Budapest zählen hauptsächlich das aufgeschüttete Becken der Pester Ebene, der Dachstein-Kalk des Budaer Gebirges und der Dolomit von Budaörs zu den geologischen Sehenswürdigkeiten. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit möchte ich hier einige hervorheben. In der Umgebung von Budapest ziehen der Gellertberg und der Burghügel den Besucher von fern an, nicht nur wegen ihrer geologischen Besonderheit sondern auch wegen ihrer kulturellen Sehenswürdigkeiten. Nordbuda ist für sein Thermalwasser und seine Karsthöhlen bekannt (die Höhlen von Szemlöhegy und Palvölgy). Auf dem südlichen Teil des Budaer Gebirges und auf dem Janosberg können die Trias, das Paläogen und das Pannon studiert werden. Unter den Sehenswürdigkeiten von Uröm und Budakalasz ist der Süßwasserkalksinter am interessantesten. Man kann einen wunderschönen Ausflug nach Visegrad und Szentendre machen, wo bereits der Vulkanismus des Miozäns studiert werden kann.

Mit einem Ausflug ins Gerecsegebirge kann man interessante Entdeckungen aus der Jura-, Kreide-, Tertiär- und Pleistozänzeit machen. Das Kohlebergwerk in Lencseshegy und das Zementwerk in Labatlan dienen dabei als Beispiel der Landschaftsgestaltung durch den Menschen. Man findet entlang der Strecke Süttö-Tardos und Vöröshid-Bruch einige Steinbrüche. Einer der schönsten Punkte dieses Gebietes ist das Naturschutzgebiet auf dem Kalvariaberg von Tata, der spannendste ist aber die Huminiden-Fundstätte von Vertesszölös

Auf der Reise zum Balaton-Oberland und zum Bakony empfehlen die Autoren zuerst die einzigartigen Granitaufschlüsse von Sukoro und seiner Umgebung. Hier ist der Granit der schwankenden Steine, der Öregherg, die Andesitgrube und das Konglomerat von Füle am interessantesten. In Balatonfo~kajar finden wir den einzigen zugänglichen Aufschluß des ordovizischen Quarzphyllits, Serizits und Chloritphyllits. Der Straßeneinschnitt von Vörösbereny erschließt die Formation von Felsöörs mit bitumenhaltigem Dolomit und bräunlich-gelbem Mergel. Ebenda findet man dünngebankte Hornsteinkalke mit Brachiopoden und Crinoiden. In Káptalanfüred ist rotliegender Sandstein zu finden.

Die nächste Exkursion führt auf das triassische Gebiet von Alsoörs-Balatonfüred und Felsöörs-Malomvölgy, wo der Dolomit von Megyehegy und der Kalk von Nemesvamos die interessantesten Gebilde sind. Das Tal von Csopak-Nosztor eignet sich zur Untersuchung des karnischen Mergels von Veszprem, der Sandorhegy-Formation und des Hauptdolomits. Im Steinbruch des Nosztortals ist der Kalk von Füred, in Aracs der Triasdolomit von Nadaskut unter rotliegendem Sandstein in einem Eisenbahneinschnitt zu finden. Es lohnt sich auch, in Balatonfüred einen Spaziergang in der Stadt zu machen, der Kalkstein von Füred ist im Steinbruch zu besichtigen. Die Felsenlandschaft des Dolomits von Megyehegy im Koloskatal sowie die Koloskaquelle versprechen ebenfalls Sehenswertes. Auf der Tihanyer Halbinsel findet man die Relikte des pannonischen Basaltvulkanismus und der postvulkanischen Aktivitäten. Auf dem Gebiet sind viele Geysiritrelikte zu finden, unter ihnen ist Aranyhaz das bekannteste. Ganz interessant sind auch die ehemaligen Behausungen orthodoxer Mönche im Basalttuff.

Es lohnt sich, einen Ausflug ins Kalibecken zu machen, wo man roten Sandstein und Basalt finden kann. Am interessantesten sind hier der Basaltfels Spitze Nadel, das Eisentor von Köveskali und das Weinbaugebiet. Das Felsenmeer von Szentbelkalla entstammt der oligozänen Csatkaformation. Die Teodoraquelle von Kekkut und das pannonische Sandsteinmeer sollten ebenfalls aufgesucht werden.

Das Becken von Tapolca mit seinem Basaltvulkanismus ist vielleicht der spektakulärste Teil des Balaton-Oberlandes. Die Kegel von Csobanc und Tatika zeugen bereits aus großer Ferne vom Vulkanismus in dieser Landschaft. In Tapolca ist die Höhle mit einem See die gröfte Sehenswürdigkeit. In den achtzigerJahren ist die Höhle durch das Herauspumpen großer Wassermengen allerdings (infolge des Bauxitabbaus) ausgetrocknet. Nach der Stillegung mehrerer Minen gibt es in der Höhle von Tapolca heute wieder Wasser. Die Basaltorgeln vom Szentgyörgyberg sind die vielleicht schönste Sehenswürdigkeit der Gegend.

Das Becken des Keszthelygebirges aus der oberen Trias ist ebenfalls reich an Sehenswürdigkeiten. Man sollte sich den Rezi-Dolomit, die Szent-Miklos-Quelle, die Dolomitfelsen von Ederics, die Kaolingrube von Cserszegtomaj (eine Karstschlotte) mit Karstdolinen in seiner Umgebung ansehen.

Eine wichtige Exkursion führt nach Tatika und Heinz. Der Besucher findet auf dem Kegelvulkan von Tatika eine Burgruine. Dann sollte man sich die vielerorts mit Karstschollen durchsetzte Oberfläche der Rezi-Dolomit-Formation ansehen. In Heviz findet man eines der wichtigsten Thermalheilbäder Ungarns, das Karstquellen unterschiedlicher Temperatur mit Wasser versorgen. Der Bauxitabbau hat auch hier Probleme verursacht, weil er zur Senkung der Wassertemperatur führte. Heute scheint der frühere Zustand wieder hergestellt worden zu sein.

Die letzte Station der Exkursionen auf dem Balaton-Oberland ist der Burghügel von Sümeg. Das dort aufgeschlossene Profil ist das vollständigste aus der gesamten Kreidezeit. Dogger und Obermalm-Kalkstein kommen hier ebenfalls vor. Auf dem Burghügel ist Crinoidkalkstein zu finden. Die Formation aus der oberen Kreide wird im Steinbruch von Sümeg gefördert. Auf dem Rückweg von Sümeg nach Budapest kann man noch ein Paläokarstgebiet bei Csardahegy, die Dolomitfelsen des Sedtals bei Veszprem, eine Karstbauxitmine bei Iszkaszentgyörgy aufsuchen. Die letzte geologische Sehenswürdigkeit ist das Pannenische Abrasionskonglomerat in Csór.

Alles in allem beschreibt der Band ein Gebiet, das viele spannende geologische Sehenswürdigkeiten bietet. Ich möchte bemerken, dass die Wiederholung, die im einführenden Teil und im Reiseführer vorkommt, vermeidbar gewesen wäre, wenn der allgemeine geologische Teil besser in den Reiseführer integriert worden wäre. Über die Reisewege des Balaton-Oberlandes und des Bakony findet man eine Karte am Anfang des Bandes. Zur Übersichtlichkeit und zur Orientierung im Gelände wäre nützlich gewesen, wenn auch den Bergtouren in der Umgebung von Budapest eine ähnliche Karte mit kurzer geographischer Beschreibung beigegeben worden wäre.

Der Band ist ein wichtiges Glied der Sammlung. Ich kann ihn allen Geologen und Geographen, Lehrenden sowie Lernenden empfehlen, die sich mit den Gebilden des Mesozoikums und des Känozoikums, bzw. der Landschaftsgeschichte Ungarns beschäftigen. Der Band ist vor allem auch deshalb besonders zu empfehlen, weil sowohl die geologischen Sehenswürdigkeiten als auch die Routenbeschreibungen sehr genau formuliert sind.

ILONA BARANY-KEVEI, Szeged (Ungarn)

Zeitschrift für Geomorphologie Band 47 Heft 2

Inhaltsverzeichnis top ↑

Vorwort VII
Allgemeiner Teil 1
1. Einleitung 1
1.1 Geographischer Überblick 1
1.2 Geologischer Überblick 3
2. Schichtfolgen des Transdanubikums im Exkursionsgebiet 6
2.1 Einführung 6
2.2 Varistisches Stockwerk 9
2.3. Alpidisches Stockwerk 11
2.3.1 Permische Molasse 11
2.3.2 Trias 14
2.3.3 Jura 21
2.3.4 Kreide 26
2.4 Känozoikum 30
2.4.1 Paläogen 30
2.4.2 Neogen 36
2.4.3 Quartär 43
2.5 Balaton (Plattensee) 51
3. Magmatismus 52
3.1 Granitbildung und subsequenter Rhyolithvulkanismus
im Jungpaläozoikum 52
3.2 Basisch-intermediärer Vulkanismus im Mesozoikum 52
3.3 Eozäner Andesitvulkanismus 53
3.4 Sauer-intermediärer Vulkanismus im Miozän 53
3.5 Pannonischer Basaltvulkanismus 54
4. Tektonik und Herkunft des Transdanubischen Platte 55
Exkursionsteil 63
Vorbemerkungen 63
A. Budapest und Umgebung, Pilis und Gerecse 64
Einleitung 64
Bud-1. Gellértberg und Burghügel 65
Bud-2. Nordbuda 67
Bud-3. Südteil der Buda-Berge 71
Bud-4. Zugliget und Jánosberg 75
Bud-5. Törökvész und Máriaremete 77
Bud-6. Pester Ebene 79
Bud-7. Tétény-Plateau 80
Bud-8. Gebiet zwischen den Buda-Bergen und Gerecse-Gebirge 82
Bud-9. Üröm-Budakalász 84
Bud-10. Szentendre, Visegrád, Pilis 88
Bud-11. Gerecse 90
B. Balaton-Oberland und Südbakony 97
Einleitung 97
Bal-1. Velence-Gebirge, Balatonfõ 99
Bal-2. Alsóörs-Balatonfüred 102
Bal-3. Halbinsel Tihany 109
Bal-4. Becken von Káli 112
Bal-5. Becken von Tapolca 116
Bal-6. Keszthely-Gebirge 120
Bal-7. Tátika, Rezi, Hévíz 124
Bal-8. Umgebung von Sümeg 129
Bal-9. Von Sümeg nach Budapest (Südbakony) 132
Literatur 136
Sachregister 151
Ortsregister 155