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Peter Prinz-Grimm; Ingeborg Grimm:

Wetterau und Mainebene

[Guide to geological field trips in the Wetterau region and the Main river plain, Germany]

2002. IX, 167 Seiten, 50 Abbildungen, 2 Tabellen, Abbildung mit den Exkursionsrouten, 14x20cm, 310 g
Language: Deutsch

(Sammlung geologischer Führer, Band 93)

ISBN 978-3-443-15076-1, brosch., price: 22.80 €

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Geologie Vulkanit Tektonik Exkursion Wetterau Main Germany

Contents

Kurzfassung top ↑

Dieser Führer schließt die Lücke in der Reihe "Sammlung Geologischer Führer" zwischen den bereits erschienenen Bänden 65, Odenwald (NICKEL); 44, Spessart (MATTHES & OKRUSCH) und 79, Mainzer Becken (ROTHAUSEN & SONNE).

Das Exkursionsgebiet umfasst von Norden nach Süden die Wetterau mit ihren Randgebieten, die Hanau-Seligenstädter Senke mit dem Spessartrand, die Hessische Mainebene, den Rodgau, ganz im Süden die Dieburger Bucht, welche im Westen vom Bergsträßer Odenwald und dessen nördlicher Fortsetzung, der sanften Erhebung des Sprendlinger Horstes, begrenzt wird.

Es beinhaltet im Nordwesten den paläozoischen Taunus und im Südosten die Schwelle von Odenwald und Spessart mit ihrem kristallinen Kern. Der Saar-Selke Trog quert das Gebiet in der Mitte, die junge Absenkung des Oberrheingrabens setzt sich selbst mit teutonischen Begleiterscheinungen wie Erdbeben in das Exkursionsgebiet fort. Zitate der Original-Literatur wurden auf das wesentlichste beschränkt, um eine bessere Lesbarkeit des Textes zu garantieren. Weiterführende Literatur findet sich generell in den jüngeren Erläuterungen zu den geologischen Karten.

Aus dem Exkursionsgebiet stammen Funde, die durch Klassiker der paläontologischen und erdgeschichtlichen Forschung beschrieben wurden, z.B. von GEINITZ (1861/62) oder SANDBERGER (1870-75). Wie viele andere klassische Werke, die zur erneuten Beschreibung des Gebietes unerlässlich sind, stehen u.a. auch die Monographien dieser beiden Wissenschaftler als Originale an der Philipps-Universität Marburg zur Verfügung. Da zudem manche andere Untersuchungen, z.B. die der überwältigenden Fossilfunde von Messel, noch lange nicht abgeschlossen sind, wird auch auf bestimmte Zeitschriften verwiesen.

Thematische Schwerpunkte der Routen sind das Perm, das Tertiär, der Vulkanismus und die Mineralwässer. Für diesen Exkursionsführer wurde eine sowohl den Geologen als auch den interessierten Laien ansprechende bunte Mischung von Aufschlüssen zusammengestellt, die nach jetzigem Ermessen über einen längeren Zeitraum hinweg leicht zugänglich bleiben werden.

Bespr.: Nassauischer Verein für Naturkunde -- Mitteilungen Heft 50, März 2003 top ↑

In der Reihe Sammlung Geologischer Führer ist ein neuer Band mit dem Titel "Wetterau und Mainebene" erschienen. Die Autoren schließen damit die bisherige Lücke zu den schon erschienenen Bänden der umliegenden Gebiete Odenwald, Spessart und Mainzer Becken.

Der Führer behandelt nach Einleitung, Landschaften und ihrer geographischen Umgrenzung, geologischer Ubersicht, erdgeschichtlicher Entwicklung (Devon bis Quartär) und Bodenschätzen 55 Exkursionspunkte - aufgeteilt auf 6 Routen.

In der Schilderung der erdgeschichtlichen Entwicklung wurde, neben Devon und Perm, hauptsächlich auf die tertiären Abfolgen (Sedimente und Vulkanite) detaillierter eingegangen. Diese Thea menschwerpunkte setzen sich auch bei den Exkursionen fort, deren regionale Gewichtung eindeutig in der Wetterau liegt. Dabei sind die Aufschlüsse nicht nach ihrer straffgraphischen Abfolge, sondern nach Erreichbarkeit zusammengelegt.

Der verständlich geschriebene Text ist mit zahlreichen Karten, Tabellen, Fossilabbildungen, schematischen Profilen und Profilschnitten ergänzt, welche die Erläuterungen zu den verschiedenen geologischen Einheiten unterstützen. Literaturverzeichnis und Register schließen den Band ab. Gut gefallen haben neben den schön zu lesenden Landschaftsbeschreibungen und dem Kapitel "Bodenschätze" hauptsächlich die ästhetisch ansprach ebenden und mit viel Sorgfalt angefertigten Fossil- und Profilabbildungen. Wertvoll sind auch die touristischen und lokalhistorischen Informationen, die immer wieder mit eingeflossen sind. Auch die Möglichkeiten einen Teil der Exkursionspunkte zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen, sind beschrieben.

Wir haben also einen Führer vor uns, der sowohl dem Geologen als auch interessierten Laien viele Informationen gibt und zum Verständnis des geologischen Baus der Wetterau und Mainebene beiträgt.

Für einen Exkursionsführer hätte das Kapitel Exkursionen für meine Begriffe ausführlicher ausfallen können, da es im Exkursionsgebiet den einen oder anderen weiteren sehr schönen Aufschluss gibt. In dieser Hinsicht wäre ein stratigraphisch gekennzeichnetes Sach- und Ortsregister mit einem ausführlicheren Literaturverzeichnis hilfreich. Für eine Neuauflage wären neben dem Ausräumen einiger Ungenauigkeiten auch weitere Profilschnitte, Übersichtstabellen und-karten wünschenswert. Da könnten stratigraphische Tabellen, Formationsnamen und einzelne Fossilnamen auf den neuesten Stand gebracht als auch neu erschienene geologische Karten mit eingearbeitet werden.

Dr. Gudrun Radtke

Nassauischer Verein für Naturkunde -- Mitteilungen Heft 50, März 2003

Bespr.: Geographie und Schule Nr. 145, 25. Jg.2003 top ↑

Den sechs Exkursionen, die in die Wetterau und die Mainebene vorgeschlagen und ausführlich kommentiert werden, sind Informationen über die Landschaften und ihre geographische Umgrenzung sowie geologische Übersichten und ein Kapitel zur erdgeschichtlichen Entwicklung vorangestellt. Wie immer bei den geologischen Exkursionsführer werden auf diesen Grundlagen aufbauend detaillierte Informationen zu den einzelnen Standorten der Exkursionen gegeben. Die Reihe ist auch für geographsiche Exkursionen unverzichtbar geworden.

Geographie und Schule Nr. 145, 25. Jg.2003

Bespr.: Fossilien 1/04, S. 12 top ↑

Der geologische Führer (Band 93) "Wetterau und Mainebene" schließt die Lücke zwischen "Odenwald" (Band 65), "Spessart" (Band 44) und "Mainzer Becken" (Band 79). Politisch gehört das Gebiet zu Hessen. An Gesteinen, di eFossiliensammler interessieren können, sind unter anderem vertreten Devon (Wissenbacher Schiefer), Perm (Rotliegendes, Zechstein), Buntsandstein, Tertiär (Münzenberger Blättersandstein) und Quartär. Was die Aufschlüsse angeht, ist die gleiche Entwicklung zu registrieren wie überall in der Bundesrepublik: Es werden rapide weniger. Umso wichtiger ist es für den Sammler, sich mit der geologischen Situation und den Gesteinen vertraut zu machen. Dann kann er dort tätig werden, wo Baumaßnahmen den Untergrund aufschließen.

Fossilien 1/04, S. 12

Bespr.: Der Aufschluß, 2/2004 top ↑

Der geologische Führer schließt die Lücke in der bewährten Reihe zwischen den Bänden Spessart, Odenwald und Mainzer Becken. Zudem wird das Exkursionsgebiet weiter vom Vogelsberg und Taunus eingerahmt, so dass hier eigentlich die Wetterau und das stark urbane Rhein-Main-Gebiet mit Ausnahme seiner westlichen Ausläufer beschrieben wird. Im ersten Teil erfolgt eine Beschreibung der behandelten Landschaften. Es folgt die geologische Übersicht der Großstrukturen von den Geologischen Karten bis zu den Erdbeben. Die erdgeschichtliche Entwicklung nimmt einen breiten Raum ein und wird durch zahlreiche Fossilabbildungen und Profile belegt. Die Schwerpunkte liegen dem Exkursionsgebiet entsprechend eindeutig im Bereich der Wetterau im Perm und in der Mainebene im Tertiär (z.B. die weltberühmte Fossilfundstelle Messel). Die Gewinnung von Bodenschätzen hat stark an Bedeutung verloren, aber Trinkwasser (auch Mineralwasser!) und Lockergesteine werden für den lokalen Bedarf in erheblichem Umfang gefördert.

Dies ist auch der Grund für die im Vergleich zu anderen Gebieten schlechte Aufschlusssituation, die sich in den 6 vorgeschlagenen Exkursionen niederschlägt. Leider ist dieser Teil nicht ganz aktuell; so wird der z.B. Steinbruch im Zechstein-Dolomit von Altenmittlau erwähnt, der bereits seit Jahren rekultiviert und damit verloren ist. Die einzelnen Exkursionsziele sind mit bis zu 3 Asterisken (***) bewertet, eine sicher persönliche Einschätzung, aber eine praktische Hilfe bei der Planung von selbst zusammen gestellten Rundfahrten. Ein Literaturverzeichnis und das Register runden das Buch ab.

Da die geologische Erforschung Deutschlands auch heute noch immer im Fluss ist, sind solche Führer Momentaufnahmen einer Region und können nur den bis zur Drucklegung bekannten Wissensstand berücksichtigen.
Dies wird am Beispiel von Messel deutlich, denn inzwischen ist nachgewiesen worden, dass es sich um ein Maar handelt. Trotzdem ist das straffe Kompendium dem Besucher der Region zu empfehlen.
Joachim Lorenz

Bespr.: Zentralblatt für Geologie und Paläontologie Teil II, Jg. 2003, Heft 5-6 top ↑

Der vorliegende geologische Führer schließt eine Lücke zwischen den bereits erschienenen Bänden "Odenwald", "Spessart" und "Mainzer Becken". Er ist nach der bewährten Methode wie die anderen Führer dieser Reihe aufgebaut. Dargestellt werden zunächst die einbezogenen Landschaften (9 Seiten), die geologische Übersicht (9 S.), die erdgeschichtliche Entwicklung (63 S.) und die Bodenschätze (12 S.). Wie die angegebenen Seitenzahlen zeigen, wird der erdgeschichtlichen Entwicklung besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Vorhanden ist in Ausschnitten die gesamte stratigraphische Abfolge vom Devon bis in das Pleistozän, wenngleich der Schwerpunkt beim Tertiär liegt, dessen Ablagerungen am weitesten verbreitet sind. Die sehr klare Darstellung wird unterstützt von Karten und Profilen, die auch dem interessierten Laien eine Einarbeitung in die Geologie des behandelten Bereiches ermöglichen. Dem gegenüber ist der Exkursionsteil mit 51 Seiten relativ kurz [Zum Vergleich: Im Sauerland-Führer von H. SCHMIDT & W. PLESSMANN (Band 39) umfaßt der allgemeine Teil 44 S., der Exkursionsteil 82 S.].

Der Exkursionsteil ist in sechs Abschnitte untergliedert, von denen jeder als eine Tagestour absolviert werden kann. Insgesamt werden 52 Aufschlüsse behandelt. Die Beschreibung der einzelnen Aufschlüsse ist gründlich. Auch die Angaben über ihre geographische Lage sind so gut, daß man sie danach ohne weiteres im Gelände finden kann. Selbst Angaben über Parkmöglichkeiten für PKW und Bus fehlen nicht. Die Darstellungen der Exkursions-Routen (auf den ersten Seiten des Führers) sind freilich etwas sehr summarisch. Ausführliche Karten für die einzelnen Routen mit Darstellung des jeweiligen geologischen Untergrundes (wieder wie im Sauerland-Führer geboten) wären sehr zu begrüßen.

Etwas kurz behandelt man den paläontologischen Aspekt. Der Text wird begleitet von insgesamt nur 16, allerdings hervorragenden Fossil-Abbildungen (allein eine Fossil-Tafel im Sauerland-Führer bietet mehr). Fossil-Tafeln für die einzelnen stratigraphischen Einheiten fehlen, obgleich sie für die Muscheln und Schnecken des Tertiärs sicherlich sehr hilfreich wären. Für eine Reihe von Aufschlüssen (S. 106, 108- 109, 110, 121-122, 122-123, 124) finden sich Fossil-Listen nach älteren Autoren, ohne daß jedoch gesagt wird, was heute noch zu finden ist.

Insgesamt liegt ein brauchbarer Führer vor, der sicherlich von den umliegenden Universitäten (soweit an diesen noch Geologie gelehrt wird) und auch von interessierten Laien als ersehntes Hilfsmittel für Erkundungen im Gelände sehr begrüßt werden wird. G. & R. HAHN Paläontologie allgemein 582

Zentralblatt für Geologie und Paläontologie Teil II, Jg. 2003, Heft 5-6

Berichte der Bespr.: Naturforschenden Gesellschaft Freiburg i. Br. vol. 93 p. 16 top ↑

Neben der Wetterau informiert der Führer auch über deren Randgebiete, der Hanau-Seligenstädter Senke, der Hessischen Mainebene, dem Rodgau, dem Sprendlinger Horst und der Dieburger Bucht. Durch den großzügigen geographischen Rahmen schließt der vorliegende Band 93 die Lücke zwischen den drei früher erschienenen Führern Odenwald, Spessart und Mainzer Becken.

Nach der Erläuterung der einzelnen Naturräume folgt eine geologische Übersicht, an die sich eine ausführliche Darstellung der erdgeschichtlichen Entwicklung vom Devon bis zum Quartär anschließt. Ein kurzes Kapitel über die Bodenschätze vervollständigt die Erläuterungen. Auf den restlichen 42 Seiten finden sich Beschreibungen von 6 Exkursionen. Die Lokalitäten sind durch präzise Angaben (Kartennummer, Rechts- und Hochwerte Ubersichtskärtchen) gut aufzusuchen. Zahlreiche Schnitte tragen zum Verständnis der regionalen Situation bei.

Berichte der Naturforschenden Gesellschaft Freiburg i. Br. vol. 93 p. 161

Inhaltsverzeichnis top ↑

Einleitung 1
1 Die Landschaften und ihre geographische Umgrenzung 4
1.1 Die Wetterau zwischen Taunus und Vogelsberg 4
1.2 Die Hanau-Seligenstädter Senke 8
1.3 Die Hessische Mainebene 9
1.4 Der Rodgau 10
1.5 Die Dieburger Bucht 11
1.6 Der Sprendlinger Horst 11
1.7 Der Nordostrand des Oberrheingrabens
(Hessisches Ried) 12
2. Geologische Ubersicht 13
2.1 Geologische Karten 13
2.2 Der variszische Unterbau 16
2.3 Die postvariszische Sedimenthülle und Vulkanite 18
2.4 TektonischeUbersicht 19
2.5 Erdbeben im Exkursionsgebiet (Seismizität) 21
3. Erdgeschichtliche Entwicklung 22
3.1 Devon 22
3.1.1 Taunusquarzit (Prag) 22
3.1.2 Oppershofener Schiefer (Ems) 23
3.1.3 Wissenbacher Schiefer (Eifel) 24
3.1.4 Massenkalke (Givet) 26
3.2 Karbon 26
3.2.1 Erbstädter Grauwacke 27
3.3 Perm 29
3.3.1 Rotliegendes 29
3.3.2 Zechstein 35
3.4 Trias 38
3.4.1 Buntsandstein 39
3.4.2 Muschelkalk 41
3.4.3 Keuper 42
3.5 Jura und Kreide 42
3.6 Tertiär 43
3.6.1 Messel-Formation (Lutet, Eozän) 46
3.6.2 Unterer Meeressand, Meereskalk und Rupelton
(Unteres Rupel, Unter-Oligozän) 50
3.6.3 Cyrenenmergel (Mittleres und Oberes Rupel,
Unter-Oligozän) 54
3.6.4 Glimmersand und "Untere Cerithienschichten"
(Chatt, Oberoligozän) 56
3.6.5 Vilbeler Schotter (Chatt, Ober-Oligozän) 57
3.6.6 Cerithienschichten (Chatt/Aquitan, Oligozän-Miozän) 58
3.6.7 Inflatenschichten (Aquitan, Unter-Miozän) 61
3.6.8 Hydrobienschichten (Aquitan/Burdigal, Unter-Miozän) . . . 63
3.6.9 Landschneckenmergel (Burdigal, Unter-Miozän) 65
3.6.10 Prososthenienschichten (Burdigal, Unter-Miozän) 65
3.6.11 Congerienschichten (Burdigal, Unter-Miozän) 66
3.6.12 "Präbasaltische Randfazies" (Ober-Oligozän(?) -
Unter-Miozän) 67
3.6.13 TertiärerVulkanismus 72
3.6.14 Pliozän 75
3.7 Quartär 79
4. Bodenschätze 85
4.1 Werksteine 85
4.2 Lockergesteine 88
4.3 Braunkohle 88
4.4 Ölschiefer von Messel 91
4.5 Erze 92
4.6 Schwerspat 92
4.7 Mineralwässer und Salz 94
5. Exkursionen 97
A Nördliche Wetterau 98
B Südöstliche Wetterau 109
C Südwestliche Wetterau 116
D Fußexkursion Groß-Karben 126
E Zwischen Vogelsberg und Vorspessart 133
F Zwischen Frankfurt a.M. und Messel 139
6. Literatur 149
7. Register 162