Wetterau und Mainebene
[Guide to geological field trips in the Wetterau region and the Main river plain, Germany]
2002. IX , 167 Seiten, 50 Abbildungen, 2 Tabellen, Karte mit den Exkursionsrouten , 20x14cm, 310 g
Language: German
(Sammlung geologischer Führer, Band 93)
ISBN 978-3-443-15076-1, brosch., price: 22.80 €
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Contents
KurzfassungBespr.: Nassauischer Verein für Naturkunde -- Mitteilungen Heft 50, März 2003
Bespr.: Geographie und Schule Nr. 145, 25. Jg.2003
Bespr.: Fossilien 1/04, S. 12
Bespr.: Der Aufschluß, 2/2004
Bespr.: Zentralblatt für Geologie und Paläontologie Teil II, Jg. 2003, Heft 5-6
Berichte der Bespr.: Naturforschenden Gesellschaft Freiburg i. Br. vol. 93 p. 16
Inhaltsverzeichnis
Das Exkursionsgebiet umfasst von Norden nach Süden die Wetterau mit ihren Randgebieten, die Hanau-Seligenstädter Senke mit dem Spessartrand, die Hessische Mainebene, den Rodgau, ganz im Süden die Dieburger Bucht, welche im Westen vom Bergsträßer Odenwald und dessen nördlicher Fortsetzung, der sanften Erhebung des Sprendlinger Horstes, begrenzt wird.
Es beinhaltet im Nordwesten den paläozoischen Taunus und im Südosten die Schwelle von Odenwald und Spessart mit ihrem kristallinen Kern. Der Saar-Selke Trog quert das Gebiet in der Mitte, die junge Absenkung des Oberrheingrabens setzt sich selbst mit teutonischen Begleiterscheinungen wie Erdbeben in das Exkursionsgebiet fort. Zitate der Original-Literatur wurden auf das wesentlichste beschränkt, um eine bessere Lesbarkeit des Textes zu garantieren. Weiterführende Literatur findet sich generell in den jüngeren Erläuterungen zu den geologischen Karten.
Aus dem Exkursionsgebiet stammen Funde, die durch Klassiker der paläontologischen und erdgeschichtlichen Forschung beschrieben wurden, z.B. von GEINITZ (1861/62) oder SANDBERGER (1870-75). Wie viele andere klassische Werke, die zur erneuten Beschreibung des Gebietes unerlässlich sind, stehen u.a. auch die Monographien dieser beiden Wissenschaftler als Originale an der Philipps-Universität Marburg zur Verfügung. Da zudem manche andere Untersuchungen, z.B. die der überwältigenden Fossilfunde von Messel, noch lange nicht abgeschlossen sind, wird auch auf bestimmte Zeitschriften verwiesen.
Thematische Schwerpunkte der Routen sind das Perm, das Tertiär, der Vulkanismus und die Mineralwässer. Für diesen Exkursionsführer wurde eine sowohl den Geologen als auch den interessierten Laien ansprechende bunte Mischung von Aufschlüssen zusammengestellt, die nach jetzigem Ermessen über einen längeren Zeitraum hinweg leicht zugänglich bleiben werden.
Der Führer behandelt nach Einleitung, Landschaften und ihrer geographischen Umgrenzung, geologischer Ubersicht, erdgeschichtlicher Entwicklung (Devon bis Quartär) und Bodenschätzen 55 Exkursionspunkte - aufgeteilt auf 6 Routen.
In der Schilderung der erdgeschichtlichen Entwicklung wurde, neben Devon und Perm, hauptsächlich auf die tertiären Abfolgen (Sedimente und Vulkanite) detaillierter eingegangen. Diese Thea menschwerpunkte setzen sich auch bei den Exkursionen fort, deren regionale Gewichtung eindeutig in der Wetterau liegt. Dabei sind die Aufschlüsse nicht nach ihrer straffgraphischen Abfolge, sondern nach Erreichbarkeit zusammengelegt.
Der verständlich geschriebene Text ist mit zahlreichen Karten, Tabellen, Fossilabbildungen, schematischen Profilen und Profilschnitten ergänzt, welche die Erläuterungen zu den verschiedenen geologischen Einheiten unterstützen. Literaturverzeichnis und Register schließen den Band ab. Gut gefallen haben neben den schön zu lesenden Landschaftsbeschreibungen und dem Kapitel "Bodenschätze" hauptsächlich die ästhetisch ansprach ebenden und mit viel Sorgfalt angefertigten Fossil- und Profilabbildungen. Wertvoll sind auch die touristischen und lokalhistorischen Informationen, die immer wieder mit eingeflossen sind. Auch die Möglichkeiten einen Teil der Exkursionspunkte zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen, sind beschrieben.
Wir haben also einen Führer vor uns, der sowohl dem Geologen als auch interessierten Laien viele Informationen gibt und zum Verständnis des geologischen Baus der Wetterau und Mainebene beiträgt.
Für einen Exkursionsführer hätte das Kapitel Exkursionen für meine Begriffe ausführlicher ausfallen können, da es im Exkursionsgebiet den einen oder anderen weiteren sehr schönen Aufschluss gibt. In dieser Hinsicht wäre ein stratigraphisch gekennzeichnetes Sach- und Ortsregister mit einem ausführlicheren Literaturverzeichnis hilfreich. Für eine Neuauflage wären neben dem Ausräumen einiger Ungenauigkeiten auch weitere Profilschnitte, Übersichtstabellen und-karten wünschenswert. Da könnten stratigraphische Tabellen, Formationsnamen und einzelne Fossilnamen auf den neuesten Stand gebracht als auch neu erschienene geologische Karten mit eingearbeitet werden.
Dr. Gudrun Radtke
Nassauischer Verein für Naturkunde -- Mitteilungen Heft 50, März 2003
Geographie und Schule Nr. 145, 25. Jg.2003
Fossilien 1/04, S. 12
Dies ist auch der Grund für die im Vergleich zu anderen Gebieten schlechte Aufschlusssituation, die sich in den 6 vorgeschlagenen Exkursionen niederschlägt. Leider ist dieser Teil nicht ganz aktuell; so wird der z.B. Steinbruch im Zechstein-Dolomit von Altenmittlau erwähnt, der bereits seit Jahren rekultiviert und damit verloren ist. Die einzelnen Exkursionsziele sind mit bis zu 3 Asterisken (***) bewertet, eine sicher persönliche Einschätzung, aber eine praktische Hilfe bei der Planung von selbst zusammen gestellten Rundfahrten. Ein Literaturverzeichnis und das Register runden das Buch ab.
Da die geologische Erforschung Deutschlands auch heute noch immer im Fluss
ist, sind solche Führer Momentaufnahmen einer Region und können nur den bis
zur Drucklegung bekannten Wissensstand berücksichtigen.
Dies wird am Beispiel von Messel deutlich, denn inzwischen ist nachgewiesen
worden, dass es sich um ein Maar handelt. Trotzdem ist das straffe Kompendium
dem Besucher der Region zu empfehlen.
Joachim Lorenz
Der Exkursionsteil ist in sechs Abschnitte untergliedert, von denen jeder als eine Tagestour absolviert werden kann. Insgesamt werden 52 Aufschlüsse behandelt. Die Beschreibung der einzelnen Aufschlüsse ist gründlich. Auch die Angaben über ihre geographische Lage sind so gut, daß man sie danach ohne weiteres im Gelände finden kann. Selbst Angaben über Parkmöglichkeiten für PKW und Bus fehlen nicht. Die Darstellungen der Exkursions-Routen (auf den ersten Seiten des Führers) sind freilich etwas sehr summarisch. Ausführliche Karten für die einzelnen Routen mit Darstellung des jeweiligen geologischen Untergrundes (wieder wie im Sauerland-Führer geboten) wären sehr zu begrüßen.
Etwas kurz behandelt man den paläontologischen Aspekt. Der Text wird begleitet von insgesamt nur 16, allerdings hervorragenden Fossil-Abbildungen (allein eine Fossil-Tafel im Sauerland-Führer bietet mehr). Fossil-Tafeln für die einzelnen stratigraphischen Einheiten fehlen, obgleich sie für die Muscheln und Schnecken des Tertiärs sicherlich sehr hilfreich wären. Für eine Reihe von Aufschlüssen (S. 106, 108- 109, 110, 121-122, 122-123, 124) finden sich Fossil-Listen nach älteren Autoren, ohne daß jedoch gesagt wird, was heute noch zu finden ist.
Insgesamt liegt ein brauchbarer Führer vor, der sicherlich von den umliegenden Universitäten (soweit an diesen noch Geologie gelehrt wird) und auch von interessierten Laien als ersehntes Hilfsmittel für Erkundungen im Gelände sehr begrüßt werden wird. G. & R. HAHN Paläontologie allgemein 582
Zentralblatt für Geologie und Paläontologie Teil II, Jg. 2003, Heft 5-6
Nach der Erläuterung der einzelnen Naturräume folgt eine geologische Übersicht, an die sich eine ausführliche Darstellung der erdgeschichtlichen Entwicklung vom Devon bis zum Quartär anschließt. Ein kurzes Kapitel über die Bodenschätze vervollständigt die Erläuterungen. Auf den restlichen 42 Seiten finden sich Beschreibungen von 6 Exkursionen. Die Lokalitäten sind durch präzise Angaben (Kartennummer, Rechts- und Hochwerte Ubersichtskärtchen) gut aufzusuchen. Zahlreiche Schnitte tragen zum Verständnis der regionalen Situation bei.
Berichte der Naturforschenden Gesellschaft Freiburg i. Br. vol. 93 p. 161
1 Die Landschaften und ihre geographische Umgrenzung 4
1.1 Die Wetterau zwischen Taunus und Vogelsberg 4
1.2 Die Hanau-Seligenstädter Senke 8
1.3 Die Hessische Mainebene 9
1.4 Der Rodgau 10
1.5 Die Dieburger Bucht 11
1.6 Der Sprendlinger Horst 11
1.7 Der Nordostrand des Oberrheingrabens
(Hessisches Ried) 12
2. Geologische Ubersicht 13
2.1 Geologische Karten 13
2.2 Der variszische Unterbau 16
2.3 Die postvariszische Sedimenthülle und Vulkanite 18
2.4 TektonischeUbersicht 19
2.5 Erdbeben im Exkursionsgebiet (Seismizität) 21
3. Erdgeschichtliche Entwicklung 22
3.1 Devon 22
3.1.1 Taunusquarzit (Prag) 22
3.1.2 Oppershofener Schiefer (Ems) 23
3.1.3 Wissenbacher Schiefer (Eifel) 24
3.1.4 Massenkalke (Givet) 26
3.2 Karbon 26
3.2.1 Erbstädter Grauwacke 27
3.3 Perm 29
3.3.1 Rotliegendes 29
3.3.2 Zechstein 35
3.4 Trias 38
3.4.1 Buntsandstein 39
3.4.2 Muschelkalk 41
3.4.3 Keuper 42
3.5 Jura und Kreide 42
3.6 Tertiär 43
3.6.1 Messel-Formation (Lutet, Eozän) 46
3.6.2 Unterer Meeressand, Meereskalk und Rupelton
(Unteres Rupel, Unter-Oligozän) 50
3.6.3 Cyrenenmergel (Mittleres und Oberes Rupel,
Unter-Oligozän) 54
3.6.4 Glimmersand und "Untere Cerithienschichten"
(Chatt, Oberoligozän) 56
3.6.5 Vilbeler Schotter (Chatt, Ober-Oligozän) 57
3.6.6 Cerithienschichten (Chatt/Aquitan, Oligozän-Miozän) 58
3.6.7 Inflatenschichten (Aquitan, Unter-Miozän) 61
3.6.8 Hydrobienschichten (Aquitan/Burdigal, Unter-Miozän) . . . 63
3.6.9 Landschneckenmergel (Burdigal, Unter-Miozän) 65
3.6.10 Prososthenienschichten (Burdigal, Unter-Miozän) 65
3.6.11 Congerienschichten (Burdigal, Unter-Miozän) 66
3.6.12 "Präbasaltische Randfazies" (Ober-Oligozän(?) -
Unter-Miozän) 67
3.6.13 TertiärerVulkanismus 72
3.6.14 Pliozän 75
3.7 Quartär 79
4. Bodenschätze 85
4.1 Werksteine 85
4.2 Lockergesteine 88
4.3 Braunkohle 88
4.4 Ölschiefer von Messel 91
4.5 Erze 92
4.6 Schwerspat 92
4.7 Mineralwässer und Salz 94
5. Exkursionen 97
A Nördliche Wetterau 98
B Südöstliche Wetterau 109
C Südwestliche Wetterau 116
D Fußexkursion Groß-Karben 126
E Zwischen Vogelsberg und Vorspessart 133
F Zwischen Frankfurt a.M. und Messel 139
6. Literatur 149
7. Register 162