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Thomas Martens:

Thüringer Wald

[A guide to the Geology of the Thuringian Forest (Thuringia, Germany)]

2003. X, 252 Seiten, 68 Abbildungen, 17 Tabellen, viele Routenkärtchen im Text, 14x20cm, 430 g
Language: Deutsch

(Sammlung geologischer Führer, Band 95)

ISBN 978-3-443-15078-5, brosch., price: 24.80 €

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Thüringer Wald Erdgeschichte Exkursionsführer Fossilien

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Der Thüringer Wald ist ein etwa 100 km langes und bis zu 35 km breites Mittelgebirge im Freistaat Thüringen (Bundesrepublik Deutschland). Er ist, durch die Vielzahl seiner Gesteinsarten, eine der bedeutendsten Regionen geologischer Forschung in Deutschland. Im vorliegenden Band zeigen Stratigraphische Übersichten und Kartenskizzen den Weg durch die Erdgeschichte; Exkursionen sowie Hinweise auf Geologische Sammlungen, Museen, Schaubergwerke und Höhlen vermitteln auch Hobbygeologen neue und interessante Einblicke.

Bespr.: Zentralblatt für Geologie und Paläontologie Teil II, Jg. 2003, Heft 5-6 top ↑

Von den drei im Jahre 2003 neu erschienenen Bänden aus der ziemlich bekannten Sammlung geologischer Führer (Hochrhein zwischen Bodensee und Basel, Nördliches Harzvorland und Thüringer Wald) liegt nur der letztere zur Rezension vor. Am Beginn des 1. Kapitels Allgemeiner Teil steht ein Zitat von R. SCHEIBE (1902), dem mancher Leser begeistert zustimmen wird, aber andere erheblich dagegen wettern werden: "Der Thüringer Wald ist das schönste deutsche Mittelgebirge ..." Über Geschmack soll man bekanntlich nicht streiten. Dem Buch des in Gotha tätigen Autors merkt man jedenfalls an, daß er derselben Auffassung ist wie SCHEIBE. Nach dem Vorwort, in dem manche Informationen des nachfolgenden Kapitels Allgemeiner Teil bereits enthalten sind, allerdings auch mit Abweichungen (Gründung des Thüringer Geologischen Vereins 1925/6), folgt das Kapitel Teilgebiete, Erdgeschichte, Fossilien. Dieses ist untergliedert in Ruhla-Kristallin, Schwarzburg-Antklinorium, Thüringer Wald-Senke, Eisenach-Senke, Zechstein (Oberperm), Trias bis Kreide sowie Tertiär und Quartär (93 S.). Beschrieben werden die geologische Situation, teilweise die Aufschlußverhältnisse, offene Fragen und Fossilvorkommen. Angemerkt sei hier, daß die Ansichten des Verf. teilweise von denen in der fast gleichzeitig erschienenen "Geologie von Thüringen" [2. Aufl. 2003, Hrsg. SEIDEL; im vorliegenden Heft Ref. 743] abweichen, beispielsweise hinsichtlich der Altersstellung der Vulkanite in der Elgersburg-Formation oder der Goldisthal-Gruppe; dort sind manche Verhältnisse auch detaillierter dargestellt, z. B. fehlt im Führer die kambrische Hundsrück-Gruppe im Raum Schmiedefeld -Vesser.

An das kurze Kapitel Erzlagerstätten, Bergbau, Mineralfunde(7 S.) schließt der Abschnitt 4 Exkursionen an (104 S.). Hier werden 57 "Exkursionen" [eigentlich sind es fast alles Aufschlüsse!] vorgestellt. Einen Teil der Informationen gibt es in Piktogrammen. Die Lageskizzen und die Informationen unter "Anreise/Lage" sind überwiegend nicht sehr präzis, die Beschreibung der Aufschlüsse und der Fossilführung dagegen sehr. Die Exkursionen sind den Bereichen Ruhla-Kristallin (4), Schwarzburg-Antiklinorium (10), Thüringer Wald-Senke (37) und Eisenach-Senke (6) zugeordnet, wobei ein Teil - streng genommen - nicht mehr zum Thüringer Wald gehört, z. B. die Stopfelskuppe. Innerhalb der Bereiche sind die Exkursionen mehr oder weniger nach dem geologischen Alter angeordnet (nicht ganz konsequent). Vermißt wird dabei eine rasche Übersicht der 57 Exkursionen, sowohl tabellarisch als auch in Kartenform. Dabei würde dann rasch deutlich werden, daß der Schwerpunkt eindeutig bei Rotliegend-Aufschlüssen liegt. Das letzte Kapitel (5 S.) enthält Informationen zu Geologischen Sammlungen, Museen, Schaubergwerken und Höhlen. Danach folgen noch ein sehr umfangreiches Literaturverzeichnis (28 S.) sowie das Sach- und Ortsverzeichnis (16 S., zweispaltig).

Da dieses Buch sicher bald vergriffen sein wird, seien schon einige Anregungen für die zweite Auflage gestattet. Es erscheint dem Rez. wünschenswert, daß bei der Behandlung der stratigraphischen Einheiten im Kap. 2 gleich die Aufschlußnummern angegeben werden, dies würde nutzerfreundlicher sein. Der Text wäre insgesamt nochmals durchzusehen. Jetzt gibt es einige teils falsche, teils unterschiedliche Schreibweisen der Namen von Autoren, Fachbegriffen und Fossilien; Paläontologie allgemein 570 korrekt wären z. B. autochthon, Guilielmites, HUNDT und Pseudobornia. Die Regeln der Dezimalklassifikation sollten konsequent beachtet werden. Zu berichtigen ist unbedingt die Angabe, daß im Homigtal bei Breitenbach Ilmtal-Sedimente aufgeschlossen seien.

Fazit: Mit diesem Geologischen Führer in der Tasche kann man im Thüringer Wald (Name wird hier einschließlich des Thüringischen Schiefergebirges benutzt) seine geologischen Kenntnisse erweitern oder überprüfen sowie Fossilien und Minerale sammeln, sollte aber unbedingt die "Allgemeinen Hinweise" dazu in Kap. 4.1 beachten.

D. H. STORCH

Zentralblatt für Geologie und Paläontologie Teil II, Jg. 2003, Heft 5-6

Bespr.: Erdkunde Band 58 (3), 2004 top ↑

In der bekannten Reihe der Sammlung Geologischer Führer ist mit THOMAS MARTENS´ Führer zum Thüringer Wald ein neuer Band erschienen.

Auf engem Raum können hier etwa 600 Millionen Jahre Erdgeschichte in verschiedenen, teils landschaftlich ausgesprochen ansprechend gelegenen Aufschlüssen erfahren werden. Die komplexe geologische Geschichte des Thüringer Waldes in einem Exkursionsführer aufzuarbeiten, stellt dabei eine höchst anspruchsvolle Aufgabe dar. Eine Aufgabe jedoch, der Dr. THOMAS MARTENS, langjähriger Kenner des Thüringer Waldes, mehr als gewachsen ist. Bei seiner Liebe zum Detail besticht der Führer durch die sich intuitiv erschließende Gliederung und den übersichtlichen Aufbau. Ergänzt wird das durch Buch durch eine Liste Geologischer Sammlungen, Museen, Schaubergwerke und Höhlen sowie ein umfangreiches Literaturverzeichnis.

Dem 92 Seiten umfassenden eigentlichen Exkursionsteil ist ein 99 Seiten langer einleitender Teil vorangestellt. Dabei schafft der Autor den Spagat, detailliert auf die Geologie des Raumes einzugehen und gleichzeitig für den interessierten Laien eine interessante Lektüre zu geben. Die lokale Geologie, die Genese des Raums und dessen Besonderheiten werden in ebenso umfassender wie präziser Weise erläutert. Umfassend und in Breite wie Tiefe über den Rahmen einer Exkursion hinausgehend wird dem Leser hier die komplexe Landschaft in allen für einen geologischen Führer erforderlichen Aspekten nahe gebracht. Zudem erfüllt der Verfasser das Ziel, über das Bekannte hinaus auch auf Lücken im aktuellen Stand der Forschung hinzuweisen und damit Denkanstöße für künftige Forschung zu liefern. Hinzu kommen ausführliche Informationen zu Fossilienfundstätten, deren wichtigste Funde durch teilweise etwas einfache Handzeichnungen illustriert werden. Schließlich wird auf Erzlagerstätten, Grundlage des Bergbaus im Thüringer Wald, und die dortigen Mineralfunde eingegangen.

In dem sich anschließenden 57 Standorte umfassenden Exkursionsteil wird das gesamte Spektrum der geologischen Erscheinungen des Thüringer Waldes in stratigraphischer Reihenfolge wiedergegeben. Aus Rücksicht auf die Vollständigkeit sind dabei die Beschreibungen zu den einzelnen Standorten teilweise etwas knapp gehalten und lassen den im Einführungsteil gewonnen Eindruck der Genauigkeit bis ins Detail vermissen. Kleine handgezeichnete Karten weisen den Weg zu den verschiedenen Standorten. Piktogramme erleichtern die Vorbereitung der Exkursionen erheblich, ermöglichen dem Leser einen schnellen Überblick und tragen zudem wesentlich zur Übersichtlichkeit des Buches bei. Den Schwerpunkt der teilweise einfach gehaltenen Zeichnungen legt der Paläontologe MARTENS auf die zahlreichen Fossilfunden in der Region des Thüringer Waldes.

Zusammenfassend ist MARTENS damit ein Werk gelungen, das Grundlage jeder geologischen Exkursion in den Thüringer Wald sein sollte und durch die Wiedergabe des Forschungsstandes und die Denkanstöße weit mehr ist, als ein einfacher Exkursionsführer. Wünschenswert wäre - wie bei anderen Bänden aus der Reihe - eine Ergänzung durch eine großformatige geologisch-topographische Übersichtskarte in Form einer Beilage mit Eintragung der Lage der beschriebenen Exkursionsstandorte, die gerade dem Ortsfremden die Nutzung und den Zugang zu den sorgfältig zusammengestellten Fundorten erleichtern würde.

JÜRGEN HERGET

Erdkunde Band 58 (3), 2004

Besprechung: Die Erde, 2004/3-4, S. 316 top ↑

In der renommierten "Sammlung Geologischer Führer" erweist sich der Band über dieses so genannte "schönste deutsche Mittelgebirge" als im guten Sinne in der Tradition stehend: Ein allgemeiner Teil leitet ein und es folgen sehr handliche Übersichten über Erdgeschichte und Fossilien. Im Sinne der Gestaltung der Sammlung wird durch die Formationstabelle gegangen - beginnend mit dem kristallinen Untergrund und endend beim Quartär. Wie üblich schließen sich, jedenfalls kurz, Erzlagerstätten, Bergbau und Mineralfunde an, denen dann in der zweiten Hälfte des Bandes (etwa im gleichen Umfang wie vorhergehende Teile) die Exkursionen folgen, bereichert um Hinweise auf Sammlungen, Museen, Schaubergwerke und Höhlen. Das umfangreiche Literaturverzeichnis ist eine Fundgrube älterer und neuerer Literatur, die zugleich belegt, dass geologische Erkenntnisse nicht allzu rasch veralten. Der Band schließt mit einem hilfreichen Sach- und Ortsverzeichnis ab. Der Führer ordnet sich in eine Reihe von grundlegenden Werken zur Geologie Thüringens ein, deren Bedeutung der Verfasser in seinem Vorwort skizziert. Dass nicht alle stratigraphischen Einordnungen der Weisheit letzter Schluss sind, wird mit dem Hinweis auf Erkenntnislücken und der Notwendigkeit weiterer Forschung begründet. Der Band ist in einer klaren und verständlichen Sprache geschrieben, die - vor allem im Exkursionsteil - auch dem kundigen Laien Verstehen möglich macht. Leider kommen das Tertiär und das Quartär etwas zu kurz, obwohl dazu eigentlich eine sehr breite Literatur vorliegt. Dies schmälert jedoch nicht den Wert des Bandes, der einerseits ein rasches Einlesen in die Geologie des Thüringer Waldes ermöglicht, andererseits die Möglichkeit bietet, sich selbst "Entdeckungsreisen" zu den geologisch-paläontologischen Sehenswürdigkeiten des Thüringer Waldes zusammen zu stellen. Die vielen Illustrationen sind von ansprechender Klarheit und erleichtern die Nutzung das Bandes sehr. Jeder, der Interesse für die Erdgeschichte das Thüringer Waldes hat, kommt an dem ausgezeichneten Werk nicht vorbei.

Hartmut Leser (Basel) "Die Erde", 2004/3-4, S. 316

Compte-rendu: Géochronique numéro 95, 2005 top ↑

La Foret de Thuringe est un des ces massifs de moyenne montagne qui parèment l'Allemagne centrale. Située au sud des villes de Gotha et d'Erfurt, elle a depuis longtemps attiré l'attention des géologues, notamment Karl von Hoff, un des fondateurs de l'actualisme. Ce guide, qui fait partie d'une collection aussi ancienne que célèbre, décrit en détail la géologie très variée de la région, qui montre notamment une série paléozoique remarquable allant du Cambrien au Permien. Les roches sédimentaires y alternent avec des édivices volcaniques et des plutons granitiques. Une des unités lithostratigraphiques les plus notables de la Foret de Thuringe est le "Rotliegend", une série de type molassique déposée entre le Carbonifère supérieur et le début du Permien supérieur. Ces dépots continentaux livrent en abondance des restes de plantes, d'insectes et de vertébrés. Depuis une trentaine d'années, des fouilles systématiques sur le site du Bromacker ont fourni une remarquable série de squelettes de tétrapodes du Permien inférieur (quelques illustrations de ce livre donnent une bonne idée de la qualité de ces fossiles).

Après la description géologique de la région, la seconde moitié de ce guide décrit en détail une série de sites particulièrement intéressants, avec force détails sur la facon d'y accéder, mais aussi des informations sur les localités protégées et les autorisations nécessaires. L'auteur attend clairement des collectionneurs qui utiliseront son livre une certaine autodiscipline ... Il s'agit quoi qu'il en soit d'une introduction riche d'informations à une des régions classiques de la géologie de l'Europe centrale.

E. Buffetaut

Géochronique numéro 95, 2005

Inhaltsverzeichnis top ↑

Vorwort V
1. Allgemeiner Teil 1
1.1 Lage und Begrenzung des Thüringer Waldes 1
1.2 Geomorphologie und Gewässernetz 3
1.3 Erforschungsgeschichte 5
1.4 Einführung in die Geologie des Thüringer Waldes 11
1.5 Vulkanotektonische Kurzgeschichte 15
2. Teilgebiete, Erdgeschichte, Fossilien 20
2.1 Ruhla-Kristallin 20
2.1.1 Liebenstein-Gruppe 23
2.1.2 Trusetal-Gruppe 24
2.1.3 Brotterode-Gruppe 25
2.1.4 Ruhla-Gruppe 25
2.2 Schwarzburg-Antiklinorium 26
2.2.1 Proterozoikum 26
2.2.2 Kambrium 29
2.2.3 Ordovizium 31
2.2.4 Silur 37
2.2.5 Devon 40
2.2.6 Unterkarbon (Kulm) 46
2.3 Thüringer Wald-Senke 46
2 3.1 Kristallines Fundament 46
2.3.2 Oberkarbon bis Unterperm (tieferes Rotliegend) 49
2.3.2.1 Georgenthal-Formation 51
2.3.2.2 Möhrenbach-Formation 54
2.3.2.3 Ilmenau-Formation 56
2.3.2.4 Manebach-Formation 59
2.3.2.5 Goldlauter-Formation 62
2.3.3 Unterperm (höheres Rotliegend) 70
2.3.3.1 Oberhof-Formation 70
2.3.3.2 Rotterode-Formation 75
2.3.3.3 Tambach-Formation. 77
2.3.3.4 Elgersburg-Formation 81
2.4 Eisenach-Senke 83
2.4.1 Kristallines Fundament 83
2.4.2 Oberkarbon bis Unterperm (tieferes Rotliegend) 83
2.4.3 Eisenach-Formation (höheres Rotliegend) 84
2.5 Zechstein (Oberperm) 89
2.6 Trias bis Kreide (Mesozoikum) 90
2.7 Tertiär 90
2.8 Quartär 91
3. Erzlagerstätten, Bergbau, Mineralfunde 94
4. Exkursionen 100
4.1 Allgemeine Hinweise zum Sammeln von Fossilien
und Mineralen 100
4.2 Ruhla-Kristallin 111
4.3 Schwarzburg-Antiklinorium 114
4.4 Thüringer Wald-Senke 128
4.5 Eisenach-Senke 195
5. Geologische Sammlungen, Museen, Schaubergwerke
und Höhlen 204
5.1 Sammlungen zur Geologie, Mineralogie
und Paläontologie 204
5.2 Wichtige Museen, Schaubergwerke und Höhlen 205
6. Literatur 209
7. Sach- und Ortsverzeichnis 237

Kurzfassung top ↑

Der Thüringer Wald gehört zu den bedeutendsten klassischen Regionen geologischer Forschung in Deutschland. Hierfür zeugen die Vielzahl seiner Gesteinsarten aus mehr als 600 Millionen Jahren Erdgeschichte, das häufige Neben- und Übereinander von Sedimentgesteinen, Metamorphiten, Plutoniten und Vulkaniten verschiendenster Ausbildung und unterschiedlichen Alters, der Nachweis von seltenen und einzigartig erhaltenen Fossilien und die relativ günstigen Aufschlußverhältnisse in zahlreichen romatischen Tälern des Gebirges.