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Peter Rothe:

Kanarische Inseln

Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria, Tenerife, Gomera, La Palma, Hierro

[Geological guidebook to excursions on the Canary Islands (Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria, Tenerife, Gomera, La Palma, Hierro)]

2008. 3. Auflage, XVI, 338 Seiten, 100 Abbildungen, 13 Tabellen, 14x20cm, 560 g
Language: Deutsch

(Sammlung geologischer Führer, Band 81)

ISBN 978-3-443-15081-5, brosch., price: 29.80 €

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Keywords

Kanarische Inseln Lanzarote Fuerteventura Gran Canaria Tenerife Gomera La Palma Hierro Geologie Canary Islands

Contents

Beschreibung top ↑

Dieser geologische Führer wendet sich an Geologen, Geografen und interessierte Wanderer, die etwas über das felsige Innere der Inseln erfahren wollen. Er bietet eine Einführung in deren geologische Entwicklung, die mit erster magmatischer Tätigkeit schon vor etwa 80 Millionen Jahren begann.

Ungewöhnlich für atlantische Inseln sind prävulkanische Sedimentkomplexe des Mesozoikums, die aus ihrem Bildungsbereich in der Tiefsee mehrere Kilometer gehoben wurden und heute die Sockelgesteine Fuerteventuras bilden. Die vulkanischen Ereignisse, die das heutige subaërische Erscheinungsbild der Inseln wesentlich geprägt haben, begannen aber erst vor etwa 20 Millionen Jahren und dauern bis heute an; neue Ausbrüche sind jederzeit möglich.

Die vorliegende Neubearbeitung berücksichtigt die aktuelle Zeitschriftenliteratur, die vor allem die wesentlich verfeinerte zeitliche Einstufung der vulkanischen Ereignisse dokumentiert. Exkursionsvorschläge bieten Anregungen, sich mit der Geologie dieser atlantischen Inselgruppe auseinander zu setzen

Bespr.: Reutlinger General-Anzeiger 12.1 Jg., Nr. 84 v. 10.04.08 top ↑

»Inseln zu erforschen hat den Vorteil, deutlich abgegrenzte und meist auch gut überschaubare Gebiete zu studieren, jede ein Mikrokontinent.« Damit macht Dr. Peter Rothe, em. Professor für Geologie an der Uni München, auf seinen Führer über die Kanarischen Inseln neugierig. Das für Geologen, Geografen und Hobbygesteinsforscher gleichermaßen interessante Fachbuch ist jetzt in dritter, neu bearbeiteter Auflage erschienen. Die mittelatlantischen Vulkaninseln oder Makaronesen (Inseln der Glückseligen) Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria, Tenerife, Gomera, La Palma, Hierro werden in ihrer geologischen Entwicklung dargestellt, die mit erster magmatischer Tätigkeit schon vor 80 Millionen Jahren begann. Rothe berücksichtigt dabei die jüngsten Forschungsergebnisse bezüglich der Datierung. Breiten Raum nehmen im Buch Exkursionsvorschläge zu den Natur-Besonderheiten ein. (GEA)

Reutlinger General-Anzeiger 12.1 Jg., Nr. 84 v. 10.04.08, S. 36

Bespr.: der Aufschluss (1) Januar/Februar 2009 top ↑

Auf insgesamt 336 Seiten wird nun schon in der 3. Auflage die Geologie der Kanarischen Inseln beschrieben. Die von vielen Urlaubern besuchten Inseln finden hier eine reichhaltige Informationsquelle des geologischen Aufbaus der Inseln, natürlich auch mit einem Exkursionsteil. Viele Abbildungen, geologische Karten und Tabellen, vermitteln leichter den Inhalt der verschiedenen Inseln umfassend.

Dieser Führer hilft allen Besuchern der Inseln, etwas mehr über ihr Urlaubsgebiet zu erfahren und sollte für alle Interessierten eine willkommene Lektüre sein. Die kompakte Serie der geologischen Führer mit dem flexiblen Einband eignet sich zudem hervorragend, um auch einfach in der Jackentasche Platz zu finden.

Diese Informationsquelle sollten viele Besucher der Insel studieren, aber auch als Vorinformation kann es rundherum empfohlen werden.

Das Buch stellt sowohl fachlich das Hintergrundwissen der geologischen Besonderheiten der Inseln dar, hat aber auch durch die zahlreichen, zum Teil farbigen Abbildungen, die Möglichkeit geschaffen, Geologie direkt zu erleben. Das Buch kann allen Interessierten rund herum empfohlen werden.

Herbert PÖLLMANN, Halle (Saale)

der Aufschluss (1) Januar/Februar 2009

Bespr.: Fossilien Heft 2/2009 top ↑

Seit nunmehr über 100 Jahren (!) gibt der Borntraeger-Verlag die Taschenbuchreihe „Sammlung Geologischer Führer“ heraus. Sie richtet sich sowohl an Fachwissenschaftler und Studenten, die sich auf Exkursionen näher mit einer Region beschäftigen möchten, als auch an den geologisch und/oder paläontologisch interessierten Amateur. Um beiden Anforderungen gleichermaßen zu entsprechen, ist das angelegte Niveau, was notwendige Vorkenntnisse und Fachvokabular angeht, recht hoch angesetzt, freilich je nach Autor etwas schwankend. Mittlerweile sind bereits 98 Bände erschienen, einige davon sogar schon in mehrfacher Auflage. Die beiden jüngsten Erscheinungen sind überarbeitete Neuauflagen der beiden Führer über das Gebiet des Hegau sowie der Kanarischen Inseln.

Das Gebiet des Hegau, im äußersten Südwesten Deutschlands gelegen, ist geologisch ausgesprochen vielseitig. Vom Unterbau aus Jura-Gesteinen über alttertiäre Verwitterungsbildungen, die vielfältigen Ablagerungen der Molasse (u.a. mit den berühmten miozänen Maarsee-Ablagerungen von Öhningen) und verschiedene vulkanische Bildungen reicht das Spektrum bis in das Quartär mit eiszeitlichen Schottern und glazigenem Formenschatz. Der Autor hat sich als kartierender Geologe intensiv mit dieser Landschaft und dessen Geologie befasst und schlägt 11 Exkursionsrouten mit verschiedenen Schwerpunkten (z.B. Molasse, Vulkanismus, Jura) vor. In der nunmehr 3. Auflage dieses geologischen Führers wurden seit der aus dem Jahr 1982 stammenden 2. Auflage einige Daten aktualisiert. So wurden z.B. für den Jura die offiziellen Formationsnamen teilweise, wenn auch nicht vollständig übernommen. Einiges an neuerer Fachliteratur ist zwar in das Literaturverzeichnis eingeflossen, freilich ohne dass die darin enthaltenen neuen Forschungsergebnisse für den Inhalt dann auch immer umgesetzt worden wären. Einige Fossilnamen sind veraltet oder falsch geschrieben. Erfreulich sind hingegen Hinweise auf bestehende Naturschutzgebiete mit Sammelbeschränkungen oder die Angabe von aktuellen Kontaktadressen zum Betreten von noch im Abbau befindlichen Steinbrüchen. Leider beschränkt sich auch in dieser 3. Auflage die Beschreibung der Aufschlüsse auf eine rein geologische Darstellung, die zudem äußerst knapp bemessen ist, was den Nutzen dieses Führers für eine breitere Leserschaft und auch für den Fossiliensammler doch erheblich einschränkt. Als Verzeichnis anschaulicher Aufschlüsse ist dieser Führer allerdings brauchbar.

Die zwar gegenüber diesem Hegau-Führer um die Hälfte teurere, dafür aber auch mehr als dreimal so umfangreiche, neu bearbeitete 3. Auflage von Peter Rothes Führer über die Kanarischen Inseln besticht nicht nur durch eine gelungene Umsetzung von aktuellen Forschungsergebnissen, sondern auch eine umfassende, sowohl für den interessierten Laien als auch für den Fachmann lesenswerte Darstellung des geologischen Werdegangs dieser Inselgruppe. Zwar stehen die flächenmäßig bei weitem dominierenden vulkanischen Bildungen naturgemäß im Vordergrund, doch wird speziell auch den Sedimentgesteinen der Inseln Aufmerksamkeit gewidmet. Wissenschaftlich besonders interessant sind die auf Fuerteventura nachgewiesenen mesozoischen Flyschgesteine des prävulkanischen Untergrunds, die teilweise erst in jüngster Zeit mit Fossilen, darunter kreidezeitliche Ammoniten und Foraminiferen, datiert werden konnten. Für den Fossiliensammler ergiebiger sind weiter verbreitete tertiäre und quartäre karbonatische Flachwasser- oder Strandsedimente mit Muscheln, Gastropoden, Seeigeln und Korallen, vor allem auf Lanzarote, Fuerteventura und Gran Canaria. Festländische Ablagerungen enthalten dagegen vor allem Landschnecken, zuweilen auch aber auch Vogel- und Landschildkröteneier. Eine vom Autor vor Jahrzehnten entdeckte Fundstelle von Straußeneiern auf Lanzarote wurde mittlerweile unter Schutz gestellt; auch sonst sind Teile der Inseln inzwischen als Nationalparks ausgewiesen, in denen leider z.T. erhebliche Restriktionen selbst des Betretens herrschen. Pflanzenfossilen als wichtige Zeugen für die Entwicklung der heute nur noch in Relikten vorhandenen Lorbeerwaldvegetation der Kanaren findet man am ehesten in pliozänen Ablagerungen von Gran Canaria. Hinweise auf zwischen Vulkaniten eingelagerte Sedimente verdienen hier eventuell eine verstärkte Aufmerksamkeit. Ein Blick in das überaus umfangreiche Literaturverzeichnis liefert dem speziell Interessierten weitere Daten über Fossilfunde. Kulturgeschichtliche, rezentbotanische und zoologische sowie klimatische Detailinformationen einschließlich der Besiedelungs- und Erforschungsgeschichte und touristische Insidertipps kommen ebenfalls nicht zu kurz. Gegenüber der 2. Auflage ist nun sogar noch eine ganze Anzahl an hochwertigen, farbigen Geländebildern enthalten, die diesen Führer zusätzlich attraktiv und für einen geologisch interessierten Besucher der Kanarischen Inseln eigentlich unentbehrlich machen.

Günter Schweigert

Fossilien Heft 2/2009 S. 102

Bespr.: Zentralblatt Geo. Pal. T. II Jg. 2009 H. 1-2 top ↑

Die Kanarischen Inseln liegen im Atlantik in einer geographischen Region mit der Bezeichnung Makaronesien. Dazu zählen auch die Kapverden, die Azoren, das Madeira-Archipel und die Ilhas Selvagens. Die Kanaren gehören geographisch zu Afrika, politisch zu Spanien. Sie bestehen aus den sieben Hauptinseln Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera, La Palma und El Hierro, den sechs Nebeninseln Alegranza, Graciosa, Montaña Clara, Lobos, Roque del Este und Roque del Oeste und den noch kleineren und unbewohnten Felsinseln Anaga, Salmór und Garachico. Der höchste Berg auf den Kanaren ist der auf Teneriffa liegende Vulkan Pico del Teide mit 3.718 m Höhe. Die östlichst gelegene Insel Teneriffa findet sich etwas mehr als 100 km vom benachbarten afrikanischen Kontinent entfernt im Atlantik westlich von Marokko. Die überwiegend aus vulkanischen Ablagerungen aufgebauten Inseln sind das Ergebnis endogener und exogener Vorgänge. Im Norden und Westen der Inseln entstanden Steilküsten – überwiegend durch marine Erosion, im Osten und Süden Flachküsten. Das Innere der Inseln bestimmen Vulkanismus und Erosion durch Fließgewässer. Ihre einzigartige, großteils endemische Flora und Fauna machten die Inseln schon im 18. Jahrhundert weltberühmt.

Ganzjährig zum Ziel des Massentourismus geworden, vernichtete man besonders auf Gran Canaria in großem Maßstab Naturräume durch Baumaßnahmen. Auf sämtlichen Hauptinseln entstanden Flugplätze für die Millionen von sonnenhungrigen Touristen, die jährlich auf den Inseln „einfallen“. Die kleineren Inseln sind per Schiff bzw. Fischerboot von Gran Canaria und Teneriffa aus zu erreichen. Schützenswerte Naturlandschaften wies man inzwischen (glücklicherweise) als Biosphärenreservate und Nationalparks aus.

Die natur- und geowissenschaftliche Erforschung der Inselgruppe lässt sich bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen. 1986 entstand die erste Auflage des geologischen Führers von PETER ROTHE. Im dazugehörigen Vorwort bemängelte er, dass die Inseln geologisch noch nicht ausreichend untersucht seien. 10 Jahre später gab es so viele neue Erkenntnisse, dass eine Aktualisierung des Führers (1996) notwendig wurde. Und nochmals 12 Jahre später war eine neuerliche Überarbeitung fällig. Heute sind die Kanaren neben Hawaii die am besten untersuchte, vulkanisch gebildete Inselgruppe im Meer. Die Zahl wichtiger Forschungsarbeiten übersteigt inzwischen das publikationsfähige Volumen eines geologischen Führers im Taschenbuchformat bei weitem, sodass PETER ROTHE gezwungen war, eine gewisse Auswahl zu treffen.

Das vorliegende Werk beginnt mit den jeweiligen Vorworten der drei Auflagen. Danach folgen: geographischer Überblick (einschließlich Flora und Fauna), Entdeckungsgeschichte und frühe Besiedlung, Geologie und Petrographie. Die geologische Beschreibung der Kanaren und die Exkursionsvorschläge erfolgen, nach Inseln getrennt, beginnend mit Lanzarote und den Isletas, gefolgt von Fuerteventura, Gran Canaria, Tenerife (Teneriffa), Gomera, La Palma und Hierro. Den Schluss des Führers bilden Literaturverzeichnis, Sachregister und Ortsregister. Das Kapitel Exkursionen, das Literaturverzeichnis und die Register setzte man im Kleindruck. Dadurch gewann P. ROTHE mehr Platz für seine Exkursionsvorschläge.

Die geologischen Beschreibungen der einzelnen Inseln liefern kein klares Bild einer gemeinsamen Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte. ROTHE, der schon mehrere Jahrzehnte auf und über die Kanaren forscht, diskutiert Insel für Insel die von ihm und von namhaften Geowissenschaftlern veröffentlichten Entstehungstheorien. Neue bzw. neu berechnete physikalische Altersbestimmungen und neue geophysikalische Untersuchungen stellen manchen sicher geglaubten Erklärungsversuch wieder in Frage. Tiefbohrungen in Fuerteventura förderten prävulkanische, mesozoische Sedimente und Sedimentgesteine zutage, die in der Tiefsee gebildet und durch tektonische Kräfte mehrere Kilometer gehoben wurden. Darüber folgen vulkanische Serien, denen punktuell miozäne, pleistozäne und rezente Sedimente und Sedimentgesteine – oft biogenen Ursprungs – eingeschaltet sind. Der teils explosive, teils effusive alkaline Vulkanismus lieferte primitive, aber auch hochdifferenzierte Magmen.

Der Vulkanismus setzte vor ca. 20 Millionen Jahren ein und prägt bis heute die subaërische Morphologie der Inseln. Bis auf Fuerteventura und Lanzarote, die man beide als eine Einheit betrachten kann, machten alle Inseln eine individuelle geologische Entwicklung durch. Auf eine Vorstellung aller diskutierten Theorien und individuellen Entwicklungsgeschichten wird hier aus Platzgründen verzichtet.

Der Exkursionsteil hält für jede Insel mehrere Exkursionspunkte bereit. Alle Punkte sind gut beschrieben. Genaue Anweisungen, wie man zum jeweiligen Punkt kommt, zumeist farbige Geländefotos (sehr gute Neuerung gegenüber den alten Auflagen!) und ausführliche Beschreibungen laden den Naturfreund und Wanderer, aber auch den Geologen, teils zu Fuß, teils mit dem Auto, zum „Abenteuer-Urlaub“ ein. Eine beliebte „Sehenswürdigkeit“ sind die Montañas del Fuego, eine erst 1730 bis 1736 entstandene Vulkankette im Timanfaya-Nationalpark. Der strenge Naturschutz bewirkt hier, dass selbst Fachleute nicht mehr zum Fotografieren von Lavaströmen aus dem Reisebus aussteigen dürfen!

Für wissenshungrige Urlauber gibt es inzwischen eine Reihe von Informationszentren. Dort erfahren sie u. a. auch, dass auf den Kanaren jederzeit wieder Vulkane ausbrechen können. Wer mehr über die Ökosysteme auf den Kanaren, insbesondere über ihre Flora und Fauna erfahren will, ist mit dem hier leider nicht zitierten Buch von POTT et al. (2003) gut beraten.

Der vorliegende geologische Führer eignet sich besonders für Geowissenschaftler, Studenten der Geologie, Geophysik, Geographie, Mineralogie und Paläontologie und für geowissenschaftlich interessierte Laien. Fachunkundige Wanderer und Urlauber werden zwar nicht alle Einzelheiten der Geologie verstehen. Doch sind die verhältnismäßig umfangreichen, einführenden Kapitel und die vielen Exkursionspunkte eine wertvolle Hilfe für eine individuelle Erforschung der Inseln abseits der Touristenhochburgen.

A.SCHMITT-RIEGRAF

Zentralblatt Geo. Pal. T. II Jg. 2009 H. 1-2

Bespr.: Der Geschiebesammler Jg. 42 Heft 2 top ↑

Wer schon einmal auf den Kanaren seinen Urlaub verbracht hat, wird diese Inseln lieben. Das angenehme Klima, die endemische Vegetation und die schroffe Felslandschaft locken jedes Jahr Zigtausende von Touristen auf die sieben Inseln vor der Westküste Afrikas. Unvergesslich bleiben dabei die Besuche der Vulkankrater oder Lavafelder, die die Landschaft prägen. Der Vulkansimus der Kanaren reicht 20 Millionen Jahre zurück (erste magmatische Tätigkeiten begannen sogar schon vor 80 Mill. J.) und dauert noch heute an.

Der in der Vergangenheit viel bewährte Geologische Führer wurde komplett überarbeitet, neue Erkenntnisse über die geologische Vergangenheit der Vulkane, ihren Aufbau und die zeitliche Einstufung einzelner Ereignisse sind eingearbeitet worden. Den Hauptteil des Buches machen de geologischen Beschreibungen aller sieben Inseln aus. Diagramme, Tabellen und Farbfotos verdeutlichen den Text. Zahlreiche Exkursionsvorschläge führen zu den bekanntesten, bedeutendsten und interessantesten geologischen Stätten der Kanaren. Ein Muss für jeden Geologen und ein unverzichtbarer Begleiter für den naturkundlich interessierten Wanderer, der der Faszination der Kanaren erlegen ist.

Der Geschiebesammler Jg. 42 Heft 2 (Juni 2009), S. 90

Bespr.: Zentralblatt Geo. Pal. Teil II 2009 Heft 3/4 top ↑

Inseln zu erforschen hat den Vorteil, deutlich abgegrenzte und meist auch überschaubare Gebiete zu studieren, jede ein Mikrokontinent“. So schreibt der Verf. im Vorwort, der zugleich als Herausgeber dieser Buchreihe wirkt. Der Verf. schrieb zudem jüngst u. a. die Bücher „Die Geologie Deutschlands“, „Gesteine“ und „Die Erde“.

Entsprechend der Einleitung stellt dieser Führer ein Studienbuch über sieben Mikrokontinente dar: die vulkanische Inselgruppe Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria, Tenerife, Gomera, La Palma und Hierro. Und daher ist dieser Führer eigentlich zugleich eine Einführung in die Geologie dieser Inseln, ein Lehrbuch, das exzellent die Fragen zur Geologie der Inseln beantwortet – und dies unter Berücksichtigung der jüngsten Literatur.

Es folgt der geographische Überblick mit Beschreibung u. a. der Flora, Fauna und Hydrologie sowie der Geschichte der Inseln. Die rezente Flora gilt als tertiäre Reliktflora oder lebende Paläoflora.

Mit der Geschichte der geologischen Erforschung stellt der Verf. den geologischen Rahmen vor, der zugleich den geologischen Untergrund der einzelnen Inseln darstellt. Danach schließt sich auf 170 Seiten die Beschreibung der einzelnen Inseln an.

Die vulkanischen Ereignisse der Inseln, die heute das morphologische Erscheinungsbild prägen, begannen erst vor etwa 20 Mill. Jahre und dauern bis heute an.

Beispielsweise für Lanzarote sind – eingelagert in die vier Basaltserien – miozäne Kalkarenite u. a. mit Straußeneiern und Landschildkröteneiern beschrieben. Für Fuerteventura finden sich im prävulkanischen Sedimentgesteinssockel neben Kalkareniten und Kalklutiten auch schwarze Hornsteine der Unter- bis Ober-Kreide. Die Altersstellung ergab sich aus den eingeschlossenen Ammoniten und Foraminiferen. Es folgen ältere und jüngere Plutonite, vier Basaltserien und tertiäre bis rezente Karbonate mit rezenter Dolomitbildung im Sinne des „seapage refluxion“- Modells.

Entsprechend detailliert wird die Geologie der anderen Inseln aufgearbeitet. Erwähnenswert sind die Einblicke in die Wurzelzonen der Vulkane auf Gran Canaria mit den tief erodierten Canyons, den Barrancos.

Es schließt sich ein Exkursionsführer für alle Inseln an, der aber so angelegt ist, dass der Leser sich auf Grund der „in groben Stichen skizzierten Exkursionsvorschlägeseine eigenen Exkursionsrouten“ zusammenstellen soll. Für alle Inseln werden einzelne Exkursionspunkte beschrieben.

Es schließt sich ein umfangreiches, aber trotzdem wegen der vorhandenen Fülle an Literatur nicht vollständiges Literaturverzeichnis an. Die Anlage enthält eine Faltbeilage mit einer geologischen Karte von Tenerife, einer geologischen Detailkarte von La Palma, einer Darstellung der Vegetations- und Klimazonen für Tenerife und geologischen Profilen für Fuerteventura.

Dieser hervorragende Führer weckt die Sehnsucht nach eigenen Geländebeobachtungen und wird sicher neben den Angehörigen von Lehre und Forschung auch von allen anderen Interessierten immer wieder gerne zur Hand genommen. Der Führer dürfte sicher lange aktuell sein!

S. J.MARKS

Zentralblatt Geo. Pal Teil II 2009 Heft 3/4

Bespr.: Zeitschrift für Geomorphologie vol. 54,1 top ↑

Alexander von Humboldt besuchte auf seiner Reise in die Aequinoctial-Gegenden des neuen Kontinents im Juni 1799 Tenerife und war begeistert von den Schönheiten, welche die Natur dort verschwendet hat. Heute besuchen jährlich 9 bis 10 Millionen Touristen die Inselgruppe der Kanaren im subtropischen Nordatlantik. Darunter sind viele, die während ihres Aufenthalts nicht nur die Gesteinsvielfalt sondern auch die Zusammenhänge zwischen Gesteinen und dem Werden der Inseln kennen lernen wollen. Dass diese Personengruppe in den vergangenen zwei Jahrzehnten Peter Rothes geologischen Inselführer gern zu Rate zog (1. Aufl. 1986, 2. Aufl. 1996), belegt die jetzt publizierte 3. völlig neu bearbeitete Auflage, in der auch die jüngs ten geowissenschaftlichen Forschungsergebnisse verständlich dargestellt werden. Der Autor betont, dass die Kanaren zusammen mit den Hawaii-Inseln heute die am besten erforschte Gruppe von Vulkaninseln weltweit sind.

Der handliche Führer beginnt mit einem geographischen Überblick der Inselgruppe zu Morphologie, Klima, Hydrologie, Flora, Fauna, Bevölkerung und Wirtschaft und wendet sich anschließend der Entdeckungsgeschichte und frühen Besiedlung zu. Das 3. Kapitel umreist knapp die Geschichte der geologischen Erforschung, um darauf Fragen der Inselentstehung auf kontinentaler oder ozeanischer Kruste (seit ca. 80 Millionen Jahren), der individuellen geologischen Geschichte der einzelnen Inseln, der Tektonik und der Landbrücken nach Afrika zu diskutieren. Angaben zur Magmenentwicklung und Gesteinsbildung von Ultrabasiten bis zu Quarz führenden Rhyolithen und zur Bodenbildung folgen. Das 4. Kapitel, der Hauptteil (S. 74–242), präsentiert die geologischen Einzelbeschreibungen der Inseln, beginnend im Nordosten mit Lanzarote und den Isletas und endend im Westen mit La Palma. Das 5. und letzte Kapitel enthält Exkursionsvorschläge für die einzelnen Inseln, ohne jedoch (aus Platzmangel) detaillierte Routen vorzuschlagen. Es wird dem Leser überlassen, sich selbst seine geologischen Wanderungen zusammen zu stellen, was auf Grund des Führers aber nicht schwer fällt. Das 36 Seiten umfassende Literaturverzeichnis enthält ca. 650 Titel, die einen Eindruck von der intensiven geowissenschaftlichen Erforschung der Kanaren geben und dem Leser wichtige Hilfen für weitere Studien sein können. 16 Seiten umfasst das Sachregister und 9 Seiten das Ortsregister.

In den Ausführungen zu den einzelnen Inseln geht der Autor auch auf ältere Arbeiten und Ansichten ein; der gegenwärtige Forschungsstand steht aber im Mittelpunkt. Dabei spielen vor allen die Altersbestimmungen der Gesteine eine besondere Rolle sowie alte und neue stratigraphische Zuordnungen und Theorien zur geologischen Geschichte der Kanaren sowie zu vulkanologischen Problemen einzelner Inseln und Vulkanbauten und zu dem prävulkanischen, durch Tektonik mehrere Kilometer gehobenen Untergrund (mesozoische Flyschgesteine auf Fuerteventura). Der Vulkanismus setzte vor ca. 20 Millionen Jahren ein. Die in den einzelnen vulkanischen Serien eingeschalteten, zumeist biogenen jungtertiären, pleistozänen und holozänen Sedimentgesteine und Sedimente können über die geomorphologische Entwicklung der Inseln wertvolle Hinweise geben. Die intensive Sach- und Orts-Kenntnis des Autors kommt den Schilderungen zugute.

Einerseits wird der geologisch Bewanderte begrüßen, dass in dem Führer ältere und neuere Forschungsergebnisse und Theorien nebeneinander gestellt werden, wie beispielsweise bei den geologischen Karten von Gomera (Abb. 72, Stand 1971 und Abb. 75, Stand 2004), auch wenn sich daraus Fragen zu Begriffen („subrezente Basalte“ vs. „rezente Basalte“) ergeben. Andererseits wird es mitunter dem interessierten Laien nicht leicht gemacht, die Textausführungen, in denen die neuesten Forschungsergebnisse behandelt werden, mit den geologischen Kartenskizzen zu verbinden; die geologischen Karten stammen aus den 1960er Jahren (Lanzarote, Abb. 16; Fuerteventura, Abb. 23; Gran Canaria, Abb. 48; Tenerife, Abb. 64) und 1970er Jahren (Gomera, Abb. 72; Hierro, Abb. 86). Während die geologischen Übersichtskärtchen älteren Datums sind, beziehen sich Text und Tabellen oft auf Arbeiten des letzten Jahrzehnts (Fuerteventura Tabelle 3 und Abb. 34, Gomera Tabelle 10 und Abb. 72). Dass ein geologischer Führer nicht die Erwartungen und Wünsche der geomorphologisch interessierten Leser erfüllen kann, ist selbstverständlich. Vielleicht können aber dennoch in einer zukünftigen Auflage einige Themenbereiche ausführlicher behandelt werden, beispielsweise die pleistozänen und holozänen nicht-vulkanischen Prozesse, Sedimente und Formen oder die Staubeinträge aus der Sahara, die vielen Kanaren-Besuchern bekannt sind und die zu Lössablagerungen nicht nur auf Lanzarote geführt haben und dort in starkem Kontrast zu den vulkanischen Bildungen stehen. Auch Hinweise auf Tsunamis, die in der Vergangenheit im Bereich der Kanarischen Inseln von gewaltigen terrestrischen Bergstürzen ins Meer und von submarinen Rutschungen (Turbidite) ausgelöst wurden, fänden sicherlich das Interesse der Leser. Bei der Diskussion zur Entstehung der Inseln wäre die Erwähnung der Seamounts (evtl. in Verbindung mit Abb. 13 a) nützlich. Für den deutschsprachigen Leser könnten Verweise auf zwei deutschsprachige Werke zum Vulkanismus (Schmincke 2000; Pichler & Pichler 2007) sicherlich eine Hilfe bei Klärungen von Begriffen und Prozessen auf dem Gebiet der Vulkanologie sein, da der Führer kein Glossar enthält. Alles in allem aber wird der geologische Kanaren-Führer von Peter Rothe wieder vielen Kanaren-Besuchern ein unentbehrlicher, aktueller und äußerst informativer Begleiter auf ihren Erkundungen sein.

Klaus Heine, Regensburg

Zeitschrift für Geomorphologie vol. 54,1

Inhaltsverzeichnis top ↑

Vorwort zur 1. Auflage IX
Vorwort zur 2. Auflage XI
Vorwort zur 3. Auflage XIV
1. Geographischer Überblick 1
1.1 Lage, Topographie, Morphologie 1
1.2 Klima 12
1.3 Hydrogeologie und Wasserwirtschaft 15
1.4 Flora und Fauna 20
1.5 Verkehr, Bevölkerung und Wirtschaft 31
2. Entdeckungsgeschichte und frühe Besiedlung 37
3. Geologie und Petrographie 42
3.1 Geschichte der geologischen Erforschung 42
3.2 Geologischer Rahmen – Zur Entstehung der Inseln 45
Der Untergrund: kontinentale oder ozeanische Kruste? 46
Altersbestimmungen 57
Individuelle Geschichte der einzelnen Inseln? 59
Tektonik 60
Landbrücken 61
3.3 Magmen-Entwicklung 62
3.4 Zur Bodenbildung auf den Kanaren 66
4. Geologische Beschreibung der einzelnen Inseln 74
4.1 Lanzarote und die Isletas 74
Basalte der Serie I 74
Sedimente und Sedimentgesteine auf Lanzarote 76
a) Miozäne Kalkarenite 78
Straußen- bzw. Ratiten-Eier in den miozänen Kalkareniten von
Lanzarote 84
b) Quartäre Kalkarenite 85
c) Rezente Karbonatsande 86
d) Fossile Strandterrassen 87
e) Kalkkrusten, Caliche 88
f) Kolluvium 88
Basalte der Serie II 88
Basalte der Serien III und IV 89
4.2 Fuerteventura 96
Basalkomplex 97
Prävulkanische Sedimentgesteins-Serien 106
a) Basale Einheit 106
b) Kalkarenit – Sandstein – Shale Einheit 106
c) Kalklutit – Siltstein – Shale Einheit 107
d) Sandstein – Siltstein – Shale Einheit 107
e) Homogene Siltstein-Einheit 109
f/g) Mergel-Kalkarenit-Einheit und Mergel und Hornstein Einheit 109
h) Submarine Vulkanite und bioklastische Kalkarenite 111
Ältere Plutonite 112
Gangschwarm 116
Jüngere Plutonite119
Karbonatite 119
Basalt-Serien I–IV 121
Basalte der Serie I 122
Basalte der Serie II und eingelagerte Karbonatsedimente 128
Basalte der Serie III 130
Basalte der Serie IV 131
Karbonatsedimente (Tertiär-Rezent) 132
Rezente Dolomitbildung auf Fuerteventura 134
Fossile Strandterrassen 137
Kalkkrusten 138
4.3 Gran Canaria 141
Miozäne Basaltgruppe 147
Mogán Gruppe 151
Untere Mogán Formation 154
Mittlere Mogán Formation 156
Obere Mogán Formation 156
Extracaldera Fazies, Excaldera Outflow Fazies 157
Montaña Horno Formation 158
Intracaldera Fazies 158
Fataga Gruppe 160
Untere Fataga Formation 161
Mittlere Fataga Formation 162
Obere Fataga Formation 162
Las Palmas Formation 163
Roque Nublo Gruppe 169
El Tablero Formation 170
Mesa de Junquillo Formation 170
Los Listos Formation 171
Post Roque Nublo Gruppe 174
Llanos de la Pez Formation 176
Los Pechos Formation 177
La Calderilla Formation 178
Rezente Sedimente 178
4.4 Tenerife 179
Inselsockel 184
Miozän-Pliozäne Basalte 184
Das Prä-Teide-Massiv 189
Die Cañadas Caldera 193
Junge Basalte 198
Rezenter Vulkanismus 198

4.5 Gomera 202
Basalkomplex 204
Sedimentgesteine 206
Plutonite 206
Pillow-Laven 206
Gangschwarm 208
Altbasaltische Serien 211
Trachytisch-phonolithischer Komplex 211
Roques Serie 213
Horizontale und Subrezente Basalte 214
4.6 La Palma 215
Basalkomplex 217
Pillow-Komplex 225
Gangschwärme 227
Gesteinsserien der „Cobertera“ 228
Genese der Taburiente-“Caldera“ 229
Phonolithe 231
Sedimente des Barranco de las Angustias 232
Rezenter Vulkanismus 233
4.7 Hierro 235
Ältere Deckenbasalte 236
Rezente Vulkane 239
5. Exkursionen 243

Topographische Karten 244
Geologische Karten 245
5.1 Exkursionen Lanzarote 245
5.2 Exkursionen Fuerteventura 249
5.3 Exkursionen Gran Canaria 255
5.4 Exkursionen Tenerife 260
5.5 Exkursionen Gomera 268
5.6 Exkursionen La Palma 271
5.7 Exkursionen Hierro 174
Literatur 277
Sachregister 313
Ortsregister 330