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Wolfgang Frisch; Martin Meschede; Joachim Kuhlemann:

Elba

Geologie, Struktur, Exkursionen und Natur

[Guide to the geology, structure, flora and fauna of Elba island, Italy]

2008. VIII, 216 Seiten, 24 Abbildungen, 3 Tabellen, 104 Farbbilder, 14x20cm, 390 g
Language: Deutsch

(Sammlung geologischer Führer, Band 98)

ISBN 978-3-443-15082-2, brosch., price: 26.80 €

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Elba Geologie Struktur Exkursion Elba Island Italy

Contents

Beschreibung top ↑

Dieser geologische Führer vermittelt einen umfassenden Überblick über die Geologie der Insel Elba. Nach einführenden Kapiteln über Geschichte, Klima, Flora und Fauna wird die Geologie Elbas dargestellt und in den regionalen Rahmen eingebunden. Dieser Abschnitt enthält auch viele neue Erkenntnisse der Autoren, die z.T. hier erstmals veröffentlicht werden.

Der Hauptteil des Führers beschreibt vierzig Exkursionspunkte, anhand derer die Geologie der Insel an landschaftlich oft hinreißenden Aufschlüssen detailliert illustriert wird. Die Autoren beschreiben nicht nur die Gesteine, sondern es werden auch viele geologische Erscheinungen und Prozesse lehrbuchartig abgehandelt und in verständlicher Weise erklärt. Dadurch wird ein breites Verständnis der Zusammenhänge erreicht.

Aufgrund ihrer äußerst abwechslungsreichen Geologie und ihrer Besonderheiten wie zum Beispiel der weltbekannten kontaktmetamorphen Mineralbildungen oder der berühmten Eisenerzlagerstätten bietet sich die Insel Elba sowohl professionellen Geologen, Studenten, Sammlern, als auch allen geologisch und an der Natur Interessierten als lohnendes Ziel an.

Die Exkursionspunkte können sowohl mit GPS als auch anhand der zahlreichen Routenkärtchen aufgesucht werden. Aussagekräftige Illustrationen und Profile sowie ein umfangreicher Farbbildteil runden das Werk ab. Eine farbige geologische Übersichtskarte, Literatur-, Orts- und Stichwortverzeichnis erleichtern das Auffinden von weiterführender Literatur, Orten und Begriffen.

Bespr.: der Aufschluss Sept/Okt 2008 Ausgabe 5 top ↑

In diesem Jahr ist aus den Bänden der „Sammlung Geologischer Führer“ ein zweites Werk über die Insel Elba erschienen. Der „Klassiker“, der 64. Band in der 2. Auflage von Hans WALDECK: „Die Insel Elba und die kleineren Inseln des Toskanischen Archipels“ erschien bereits 1986 und wurde mehrmals rezensiert.

Bereits im Vorwort wird die Intension der Autoren beschrieben: „Dieses Buch will nicht nur ein geologischer Führer sein, der geologische Aufschlüsse der Insel Elba beschreibt, sondern vielmehr auch ein Lehrbuch, das dem Leser am Objekt viele verschiedene geologische Erscheinungen und Prozesse näher bringt [...].“

Vorweg, ein allgemein geologisches Lehrbuch ist es sicher nicht, dazu sind die Aufschlüsse und geologischen Besonderheiten auf der Insel Elba zu speziell und ein Lehrbuch sollte nicht nur die zitierte Literatur, die nach meiner Auffassung nicht sehr umfassend ist, sondern auch neueste und klassische Literaturstellen beinhalten. Im Gegensatz zum Band 64. ist die Mineralogie nicht stark vertreten, was an der Fülle der Mineralien und Mineralfundstellen auf der Insel Elba sehr schade ist. Im Kapitel 10 werden lediglich auf zwei Seiten die Typlokalitäten für acht Mineralarten beschrieben.

Dessen ungeachtet vermittelt dieser geologische Führer einen komplexen Überblick über Geologie, Geographie, Klima, Flora, Fauna und Kulturgeschichte der Insel Elba.

Das Buch ist im Wesentlichen in zwei Teile gegliedert: Der erste, allgemeine Teil, vermittelt einen Überblick über die geologische Situationen auf der Insel Elba, der zweite Teil beinhaltet zahlreiche Exkursionsvorschläge und Exkursionspunkte für geologische und touristische Wanderungen.

Der „Klassiker“, der 64. Band in der 2. Auflage von Hans WALDECK, wird nicht übertroffen, weder an wissenschaftlichen Informationen noch an Exkursionspunkten; aber um ganz sicher zu gehen, sollte man beide Bücher über die Insel Elba (Band 64 und Band 98) in seinem Bücherschrank stehen haben. „Elba -Kenner und -Liebhaber“ haben diese Bände ohnehin schon im Bücherregal.

Jürgen GÖSKE, 91233 Neunkirchen am Sand

der Aufschluss Sept/Okt 2008 Ausgabe 5

Bespr.: Mitteilungen d. Österr. Geographischen Ges. Bd. 150, 2008 top ↑

Reiseführer boomen. Geographen sind daran als Autoren aus unterschiedlicher Inkompetenz so gut wie nicht beteiligt. "Nachbarwissenschaften" zeigen, wie es geht: wie man einen Themenbereich, eine Region so in das rechte Licht setzt, dass das eigene Fach von der anhaltenden Freizeit- und Reisewelle einer irgendwie gebildeten und darüber hinaus saturierten Gesellschaft profitieren kann. Der aus Österreich stammende Geologe Frisch und seine Koautoren haben es natürlich mit der Insel Elba vergleichsweise leicht - ist doch seit jeher dort das Aufsammeln von Mineralien im Randbereich des Erzabbaues eine anregende Beschäftigung neben dem für die meisten eintönigen Badeurlaub. Ihr neues Buch "Elba" ist der 98. Band der Reihe, was sowohl für Erfahrung als auch von Erfolg bei der Vermarktung geowissenschaftlicher Fakten spricht. Der Einstieg birgt einen historischen Überblick, der aber bereits explizit mit Erzabbau und den Folgen, der Verlagerung der Verhüttung, verbunden ist. Es folgen Flora und Fauna, in den Kapiteln 6 bis 9 aber wird detailliertes Wissen geboten: Tektonik und Schichtfolgen, miozäner Magmatismus, Kontaktmetamorphose und die Entstehung der Erzlagerstätten Ostelbas. Schließlich Kap. 11: Die Geomorphologie als Ausdruck des geologischen Aufbaues, alles in S. 21-69. Ab S. 70 geht es, auf diesem Wissen aufbauend, ins Gelände: es folgen 40 "Wanderungen", in denen das besuchte Gebiet "aufschlussreich" in mehrfacher Hinsicht vorgestellt wird. Auf die Farbseiten S. 74-104 sei verwiesen, auf die geologischen Fakten dort wie auf Landeskundliches. Die folgenden Exkursionsschilderungen umfassen etwa die Hälfte des Bandes. Interessant ist hier die Verknüpfung von Routenhinweisen und solchen auf beobachtbare Fakten mit einer durchaus auch ins Detail gehenden Erläuterung und Erklärung derselben. Alles in allem: mehr als nur ein Anreiz für ein sinnvolles Urlaubsziel - nämlich auch die Frage, warum Analoges von Geographen so selten ist.

Martin Seger (Klagenfurt)

Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Ges. Bd. 150, 2008, S. 425

Bespr.: Zentralblatt Geo. Pal. T. II Jg. 2009 H. 1-2 top ↑

Die malerische Insel Elba ist mit etwa 223 km2 Fläche die größte der sieben Perlen im Toskanischen Archipel. Sie liegt knapp 20 km vom italienischen Festland entfernt im Mittelmeer. Im Winter leben etwa 32.000 Einheimische in acht Gemeinden: Portoferraio (gleichzeitig auch die Hauptstadt der Insel), Campo nell'Elba, Capoliveri, Marciana, Marciana Marina, Porto Azzurro, Rio Marina und Rio nell'Elba. Elbas höchste Erhebung ist der Monte Capanne mit 1.019 m. Die Insel hat(te) aufgrund ihrer reichen Eisenerzvorkommen eine wechselvolle Geschichte mit verschiedenen Herrschern. Zumindest einen kennt jedes Kind aus dem Geschichtsunterricht in der Schule: Napoleon I. wurde am 3. Mai 1814 unter Beibehaltung seines Kaisertitels nach Elba verbannt. Er regierte den damals souveränen Staat bis zum 26. Februar 1815 und richtete durch seine umfangreichen Reformen – Reorganisierung von Verwaltung, Polizei und Gesundheitswesen; Ausbau von Straßen und Wasserversorgung; Förderung von Landwirtschaft, Fischfang und Erzgewinnung – und seinen kostspieligen Hofstaat (beinahe) ein finanzielles Desaster an. Lange Zeit war die Erzgewinnung und Verhüttung der größte Wirtschaftsfaktor auf Elba. Ab den 1950er Jahren ersetzte der aufblühende Tourismus allmählich die rückläufige Eisenerzgewinnung und -verhüttung und ist heute der wichtigste Wirtschaftszweig Elbas. 1982 schloß man die letzte Eisenmine.

Die Insel Elba ist bei Mineraliensammlern wegen ihrer schönen Mineralstufen, z. B. von Hämatit, Pyrit, Amblygonit und ihren Typusmineralien wie Hydromolysit (Rio Marina), Elbait, Dachiardit, Pollucit (San Piero in Campo) usw. bekannt. Bei deutschen Urlaubern ist die Insel wegen ihrer Bilderbuch-Landschaften, schönen Strände und Sehenswürdigkeiten ein beliebtes Ferienziel. Gegenwärtig steht die 190 Paläontologie allgem. Ferieninsel u. a. wegen ihrer einzigartigen Geologie in der World Heritage List der UNESCO und ist Teil des Parco Nazionale Arcipelago Toscano. Das hat zur Folge, dass ein Großteil der Insel unter Naturschutz steht und das Sammeln von Mineralien und Gesteinen streng verboten ist.

WOLFGANG FRISCH und seine Mitautoren geben in ihrem Führer einen umfassenden Einblick in die Geologie der Insel Elba. Hinzu kommen gut recherchierte Informationen über Elbas Geschichte, Klima, Fauna und Flora. Die geologischen Erscheinungen werden mit einfachen Worten eingängig beschrieben, manche Begriffe zusätzlich erläutert, sodass der Führer, gewisse geologische Grundkenntnisse vorausgesetzt, gleichzeitig zum Lehrbuch wird. W. FRISCH, M. MESCHEDE und J. KUHLEMANN geben nicht nur schon veröffentlichte Forschungsergebnisse wieder, sondern bereichern das Werk mit eigenen, bisher unveröffentlichten, wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Den ersten Teil des Führers bilden: 1. Einführung; 2. Geschichte und Kulturgeschichte Elbas; 3. Klima und Reisezeit; 4. Flora und Fauna; 5. Einführung in die Geologie Elbas; 6. Tektonische Gliederung und Schichtfolgen; 7. Der obermiozäne Magmatismus und die Gleitdecken; 8. Kontaktmetamorphose; 9. Die Entstehung der Erzlagerstätten Ostelbas; 10. Elba – Typlokalität für acht Mineralarten, und 11. Die Geomorphologie als Ausdruck des geologischen Aufbaus.

Den zweiten und größten Teil des Führers machen die geologischen Exkursionen (12. Kapitel: Die geologischen Exkursionen) mit 40 Exkursionspunkten aus. Den dritten und letzten Teil bilden die zitierte Literatur, ein kurzes Stichwortverzeichnis und ein kurzes Ortsverzeichnis.

Der erste Teil ist informativ und spannend geschrieben und ermutigt auch den Fachunkundigen zum Weiterlesen. Im Exkursionsteil stößt der Laie und der Bachelor-Student dann des öfteren an seine Grenzen. Viele (nirgendwo erklärte) Fachausdrücke und manche sprachlich unbeholfene Formulierung erschweren die Lektüre und verlangen nach einem Fachwörterbuch. Deshalb ist der Fachunkundige gut beraten, wenn er sich schon vor der Abreise nach Elba mit dem geologischen Führer und den topografischen oder Straßenkarten beschäftigt.

Im Führer ist jeder Exkursionspunkt so detailliert beschrieben – manchmal auch etwas umständlich, dass man ihn ohne große Probleme finden müsste. Neben kleinen Lagekärtchen stehen auch die GPS-Koordinaten zur Verfügung. Farbige geologische Profile, Landschafts- und Aufschlußfotos, Detailansichten von Pflanzen, Tieren und Gesteinen sowie farbige Dünnschliffbilder finden sich in der Mitte des Buches vereint, während die Texte Schwarzweiß-Grafiken und schematische Routenkarten enthalten. Die 40 Exkursionsrouten sind so angelegt, dass nicht nur geowissenschaflich interessante Aufschlüsse berücksichtigt werden, sondern auch landschaftlich reizvolle Orte, kulturelle Sehenswürdigkeiten und Badestrände zur Erholung einladen.

Der vorliegende geologische Führer eignet sich einerseits für alle Fachleute und Studenten der Geowissenschaften, andererseits für interessierte Laien, Sammler und Feriengäste. Wegen des bereits genannten Sammelverbots verzichten die Autoren ausdrücklich auf Tipps und Fundortbeschreibungen von Mineralien. Museen, Sammlungen, Expeditionen 191 Neben der genannten Interessentengruppe sollten auch öffentliche Büchereien, Universitätsbibliotheken und Fachbibliotheken diesen Führer in ihren Bestand aufnehmen.

Anm. d. Rezn.: Da das Sammeln nahezu überall verboten ist, sollte man die Aufschlüsse besser ohne Hammer betreten. Einheimische berichten von „Aufpassern“, die alle Gruben und Minen nach Touristen absuchen, die das Sammelverbot mißachten, und von „erwischten Sammlern“, deren Ausweise man beschlagnahmt hatte. Laut Internet (http://www.mineralien-basel.ch/Beitraege/elba.htm) kann man auf einem eingezäunten Gelände des Abbaus Bacino bei Rio Marina gegen Gebühr und unter Aufsicht nach Mineralien(stufen) suchen. Zutage käme aber praktisch nur zweitklassiges Material.

A.SCHMITT-RIEGRAF

Zentralblatt Geo. Pal. T. II Jg. 2009 H. 1-2

Bespr.: Zentralblatt Geo. Pal. Teil II 2009 Heft 3/4 top ↑

Das vorliegende, ausgezeichnete Buch ist eigentlich mehr als ein Führer, ein Lehrbuch zur Geologie der Insel Elba, das auch einen Bogen zur Geschichte, Klima, Flora und Fauna der Insel schlägt. Dieses Werk ist gleichzeitig auch als Führer zur Vorbereitung von Geländeaufenthalten gut zu verwenden. Es ist zudem der zweite Führer in der Reihe, der sich ausschließlich mit der Insel Elba beschäftigt. Band 64 widmete sich der Insel Elba und den kleineren Inseln des toskanischen Archipels: Gorgona, Capraia, Pianosa, Montecristo, Giglio und Giannutri.

Nach einer Einführung behandeln die ersten Kapitel die Geschichte der Insel: von der vor-etruskischen Zeit über die etruskisch-römische Epoche, die Zeit nach den Römern bis zur Neuzeit. Die wechselreiche Geschichte wurde wesentlich durch die reichen Erzvorkommen der Insel und deren Abbau geprägt. Es folgt die Beschreibung der Flora und Fauna der mediterranen Insel. Heute sind auf der Insel nur noch sekundäre Wälder vorhanden; die ursprünglichen Wälder fielen der Erzverhüttung und dem Schiffsbau zum Opfer. Auf der Insel treten einige endemische Pflanzenarten auf.

Es schließt sich eine Einführung in die Geologie der Insel Elba mit der paläogeographischen Entwicklung an. Anschließend werden die tektonischen Decken vorgestellt, die zu den Toskaniden im tieferen tektonischen Stockwerk und zu den Liguriden im höheren tektonischen Stockwerk gehören. Geologisch ist die Insel Elba Teil des Apennins. Es folgt die Beschreibung des postorogenen Magmatismus und die damit verbundenen Gleitdecken. Anschließend behandeln die Verf. die Westelba- und Ostelba-Magmenzentren mit ihrer Kontaktmetamorphose.

Im nächsten Kapitel folgen die ostelbanischen Erzlagerstätten und Lagerstätten mit eisernem Hut, die locus typicus von 8 Mineralarten sind. Zwei davon heißen nach der Insel Elba: Elbait und Ilvait.

Die Geomorphologie ist Ausdruck der Geologie. In 40 Exkursionszielen auf mehr als 130 Seiten sind interessante geologische, tektonische, paläontologische und mineralogische Exkursionspunkte auf der Insel beschrieben. Diese Exkursionsbeschreibungen sollen auch geologische Erscheinungen und Prozesse verständlicher machen, dieses teils mit ausdrucksstarken Schemazeichnungen.

In der Bandmitte befinden sich farbige Darstellung zur paläogeographischen Entwicklung der Insel, Profilschnitte zur Bildung der Toskaniden und Liguriden und farbige geologische Profile mit der Darstellung der stratigraphischen Abfolgen der tektonischen Einheiten.

Wir haben damit ein Lehrbuch und Geländeführer in einem vor uns, das wie alle Bände der Reihe eine wichtige Veröffentlichung sein wird, das sowohl den geologischen Fachmann wie auch alle weiteren, an der Insel Elba Interessierte ansprechen und seinen Platz in der „Elba-Literatur“ finden wird.

S. J.MARKS

Zentralblatt Geo. Pal. Teil II 2009 Heft 3/4

Bespr.: Zeitschrift für Geomorphologie vol. 54,1 top ↑

Der vorliegende geologische Führer über die Insel Elba, der in der Reihe „Sammlung Geologischer Führer“ als Band 98 erschienen ist, setzt in einem modernen, oft farbigen Design die bewährte Tradition dieser Reihe hervorragend fort, den an geologischen Erscheinungen Interessierten ein einführendes, im Umfang überschaubares Regionalwerk zur Verfügung zu stellen, in dem auch dem Nicht-Ortskundigen die Möglichkeit geboten wird, in kompakter Form und dank der beschriebenen Exkursionsstandorte vor Ort in die Geologie einer Region einzusteigen. Begrüßenswert ist, dass im vorliegenden Band über Elba die Autoren wiederholt über die sehr vielfältige Regionalgeologie der Insel hinausblicken und letztere in einen größeren regional- und allgemeingeologischen Rahmen einbinden. Der Band bietet bezüglich der wissenschaftlichen Informationen und den Exkursionspunkten eine sehr gute Ergänzung zu dem von Hans Waldeck erstellten, und im Jahre 1977 in der 1. Auflage erschienenen Band 64 der Sammlung geologischer Führer über die Insel Elba und seine mineralogischen und geologischen Erscheinungen.

Im wesentlichen gliedert sich der vorliegende neue Führer zur Geologie Elbas in zwei Teile. Der erste Teil gibt nach einer Einführung in die Geschichte und Kulturgeschichte, das Klima, die Flora und Fauna der Insel einen sehr anschaulich geschriebenen und detailreichen Einstieg in die geologische und tektonische Gliederung, die Schichtenfolge und die Erzlagerstätten Elbas, wobei die geomorphologische Gliederung der Insel leider nur äußerst knapp angerissen wird. Den zweiten und eigentlichen Hauptteil des Führers bildet die detaillierte, öfters mit kleineren Skizzen oder Abbildungen versehene Beschreibung von vierzig geologisch und/oder landschaftlich reizvollen Exkursionspunkten bzw. kleineren Exkursionsrouten. Dabei bieten die den textlichen Lagebeschreibungen beigefügten Routenkärtchen und GPSKoordinaten eine hervorragende Orientierungshilfe. Eine topographische Übersichtskarte auf der Umschlaginnenseite zeigt die Lage aller Exkursionspunkte, wobei leider getrennt von der Karte erst im Text Name und Thema der einzelnen Exkursionspunkte tabellarisch aufgeführt sind. Eine farbige geologische Übersichtskarte und eine Zeittafel in den Innenumschlägen sowie ein Stichwort- und Ortsverzeichnis im Anhang erleichtern die Benutzung des Führers.

Bei mir selbst macht vor allem die sehr anschauliche Beschreibung der zahlreichen Exkursionspunkte Appetit auf mehr, auf einen Besuch vor Ort, um sich an der sehr abwechslungsreichen Geologie Elbas, ihrer Vielzahl von Gesteinen und Gesteinsserien von den alt - paläozoischen Calamita-Schiefern bis hin zum obermiozänen Monte-Capanne-Pluton zu erfreuen. Aber davon abgesehen, insgesamt bietet der Führer auf aktuellem wissenschaftlichen Niveau einen sehr verständlich geschriebenen Einblick in die komplexe Geologie Elbas, der für alle, die an diesem Großraum geowissenschaftlich interessiert sind, sehr zu empfehlen ist.

Gerhard Schellmann, Bamberg

Zeitschrift für Geomorphologie vol. 54, 1, S. 129-130

Inhaltsverzeichnis top ↑

1 Einführung 1
2 Geschichte und Kulturgeschichte Elbas 3
2.1 Die vorgeschichtliche Zeit 3
2.2 Die etruskisch-römische Epoche 6
2.3 Die Zeit nach den Römern, Pisa und der Putsch der Appiani 10
2.4 Die Neuzeit 13
3 Klima und Reisezeit 16

4 Flora und Fauna 18
4.1 Flora 18
4.2 Fauna 19
5 Einführung in die Geologie Elbas 21
6 Tektonische Gliederung und Schichtfolgen 25
6.1 Porto-Azzurro-Decke (Einheit 1) 27
6.1.1 Der variszische Sockel (Grundgebirge) 27
6.1.2 Das postvariszische Deckgebirge 28
6.2 Rio-Marina-Schuppe (Einheit 2) 31
6.3 Giove-Cavo-Decke (Einheit 3) 31
6.3.1 Giove-Einheit (Einheit 3a) 32
6.3.2 Cavo-Einheit (Einheit 3b) 34
6.4 C ima-del-Monte-Decke mit Schuppenzone von Rio nell'Elba und
Monte-Grosso-Schuppe (Einheit 4) 36
6.5 Colle-Reciso-Decke (Einheit 5a) und Marina-di-Campo-Decke
(Einheit 5b) 43
7 Der obermiozäne Magmatismus und die Gleitdecken 44
7.1 Das magmatische Westelba-Zentrum 48
7.1.1 Alter und Platznahme der Westelba-Magmatite 50
7.1.2 Differenziation und Bildung hybrider Magmen 51
7.1.3 Bildung der drei Magmaschübe 52
7.2 Das magmatische Ostelba-Zentrum 55
8 Kontaktmetamorphose 56
8.1 Die Kontaktzonen um den Monte-Capanne-Pluton 57
8.2 Die Kontaktzonen im Dach des Ostelba-Plutons 59
9 Die Entstehung der Erzlagerstätten Ostelbas 61
9.1 Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Erzlagerstätten 64
9.2 Lagerstätten mit eisernem Hut 67
10 Elba - Typlokalität für acht Mineralarten 68
11 Die Geomorphologie als Ausdruck des geologischen Aufbaus 69
12 Die geologischen Exkursionen 70
Zitierte Literatur 207
Stichwortverzeichnis 210
Ortsverzeichnis 215