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Albert Schreiner:

Hegau und westlicher Bodensee

2008. 3. Auflage, X, 90 Seiten, 22 Abbildungen, 1 Tabelle, 14x20cm, 230 g
Language: Deutsch

(Sammlung geologischer Führer, Band 62)

ISBN 978-3-443-15083-9, brosch., price: 19.80 €

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Keywords

Hegau Bodensee Germany Geologie Exkursion

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Hegau und westlicher Bodensee bilden eine geologische Einheit, die durch das Auftauchen der Molasse aus der mächtigen Quartärdecke des Bodenseebeckens gekennzeichnet wird. Der tertiäre Vulkanismus mit seinen Kegelbergen, Tuffdecken und Vulkanschloten bedingt den landschaftlichen Reiz und das besondere geologische Interesse am Hegau.

Der vorliegende Band fasst die Ergebnisse der mehr als zweihundert Jahre währenden geologischen Erforschung des Hegaus (von SCHEUCHZER's naturhistorischen Beschreibungen der fossilen Tiere und Pflanzen bei Öhningen im Jahre 1702 bis zu modernen Schriften) kurz gehaltenen und aktuell in Form verschiedener Vorschläge für Exkursionen im Hegau und im westlichen Bodenseegebiet zusammen.

Der vorausgeschickte allgemeine Teil vermittelt einen Überblick über die geologische Situation, Struktur und Stratigraphie des Hegau-Gebiets. Danach folgen 11 Exkursionsvorschläge für Wanderungen und damit verbundene Exkursionspunkte.

Dieser Führer richtet sich sowohl an interessierte Laien als auch Fachkollegen.

Bespr.: Stuttgarter Nachrichten vom 03.05.08 Nr. 103 S. 47 top ↑

Schon gewusst? Wissen Wanderer, Radler, Autobesitzer, auf welchem Grund und Boden sie sich bewegen, wenn sie den Hegau durchqueren? Das ist jenes Gebiet zwischen Konstanz und Donau, Immendingen im Norden und dem Schienerberg im Süden, das mit Kegelbergen, Tuffdecken und Vulkanschloten die Landschaft prägt. Mit Albert Schreiners geologischem Führer in nun dritter berichtigter Auflage kann man sich mittels Exkursionen durch Jura, Kreide, Tertiär, Quartär und zahlreiche Schichten und Ablagerungen arbeiten. Garantiert wird ein neuer Blick auf altes Land. Ganz ohne Vorbereitung geht es aber nicht. Die Materie will es so.

vino

Stuttgarter Nachrichten 03.05.2008 Seite 47

Bespr.: Zentralblatt f. Geol. Pal. Teil II Jg. 2008 H. 3/4 top ↑

„Der Hegau – Landschaft aus Feuer und Eis“ ist ein gern benützter Werbeslogan, um die geologische Vielfalt der Landschaft am Nordrand des Bodensees zu charakterisieren. Vom Unterbau aus Jura-Gesteinen über alttertiäre Verwitterungsbildungen, die vielfältigen Ablagerungen der Molasse und darin eingeschaltete vulkanischen Bildungen reicht das Spektrum bis in das Quartär mit eiszeitlichen Schottern und glazigenem Formenschatz. So macht es wenig Mühe, aus den vielseitigen erdgeschichtlichen Aufschlusspunkten ein abwechslungsreiches Exkursionsprogramm zusammenzustellen. Der Autor befasste sich als kartierender Geologe intensiv mit dieser Landschaft und dessen Geologie und schlägt in diesem Führer 11 Exkur606 Paläontologie allgem. sionsrouten mit verschiedenen Schwerpunkten (z. B. Molasse, Vulkanismus, Jura) vor, die insgesamt 92 Exkursionspunkte berühren (mehrere dieser Punkte davon werden allerdings bei verschiedenen Exkursionen angesteuert).

In der nunmehr 3. Auflage dieses Führers wurden seit der aus dem Jahr 1982 stammenden 2. Auflage einige Daten aktualisiert. So übernahm man z. B. für den Jura die offiziellen Formationsnamen teilweise, wenn auch nicht vollständig. Einiges an neuerer Fachliteratur floss zwar ein, freilich zuweilen ohne dass man diese neuen Forschungsergebnisse für den Inhalt dann auch korrekt umgesetzt hätte. Beispielsweise existiert ein Sinterkalk-Ringwall auf dem Wannenberg als Auskleidung eines angeblichen vulkanischen Maars in dieser Form sicher nicht, und auch der Juraaufschluss an der Steige von Immendingen bei der Einfahrt zur Kaserne schließt keine Liegenden Bankkalke auf, wie der Verfasser behauptet, sondern ausschließlich Kieselknollenlagen-führende Obere Felsenkalke. Aktuelle Ergebnisse über die Aachhöhle wurden nicht berücksichtigt. Auch einige Fossilnamen sind veraltet (z. B. Cardioceras statt Amoeboceras im Oxfordium, Perisphinctes siliceus statt Silicisphinctes hoelderi im Ober-Kimmeridgium) oder falsch geschrieben („Perispbinctes“), aber dies lässt sich verschmerzen.

Erfreulich sind die Hinweise auf bestehende Naturschutzgebiete mit Sammelbeschränkungen oder die Angabe von aktuellen Kontaktadressen zum Betreten von im Abbau befindlichen Steinbrüchen. Leider beschränkt sich auch in dieser 3. Auflage die Beschreibung der Aufschlüsse auf eine rein geologische Darstellung, die zudem äußerst knapp bemessen ist. In vergleichbaren neueren Bänden derselben Reihe geht man darüber hinaus wenigstens marginal auch noch auf die Kulturgeschichte der Region ein, was bei der heutigen Vermarktung geotouristischer Örtlichkeiten auch fast unverzichtbar geworden ist und einem solchen Band einedeutlich breitere Leserschicht beschert. So hingegen muss der Interessentenkreis relativ gering bleiben, zumal der Nachwuchs an künftigen Fachkollegen oderspezialisierten Amateurgeologen nicht gerade ansteigt.

G. SCHWEIGERT

Zentralblatt f. Geol. Pal. Teil II Jg. 2008 H. 3/4

Bespr.: Fossilien Heft 2/2009 top ↑

Seit nunmehr über 100 Jahren (!) gibt der Borntraeger-Verlag die Taschenbuchreihe „Sammlung Geologischer Führer“ heraus. Sie richtet sich sowohl an Fachwissenschaftler und Studenten, die sich auf Exkursionen näher mit einer Region beschäftigen möchten, als auch an den geologisch und/oder paläontologisch interessierten Amateur. Um beiden Anforderungen gleichermaßen zu entsprechen, ist das angelegte Niveau, was notwendige Vorkenntnisse und Fachvokabular angeht, recht hoch angesetzt, freilich je nach Autor etwas schwankend. Mittlerweile sind bereits 98 Bände erschienen, einige davon sogar schon in mehrfacher Auflage. Die beiden jüngsten Erscheinungen sind überarbeitete Neuauflagen der beiden Führer über das Gebiet des Hegau sowie der Kanarischen Inseln.

Das Gebiet des Hegau, im äußersten Südwesten Deutschlands gelegen, ist geologisch ausgesprochen vielseitig. Vom Unterbau aus Jura-Gesteinen über alttertiäre Verwitterungsbildungen, die vielfältigen Ablagerungen der Molasse (u.a. mit den berühmten miozänen Maarsee-Ablagerungen von Öhningen) und verschiedene vulkanische Bildungen reicht das Spektrum bis in das Quartär mit eiszeitlichen Schottern und glazigenem Formenschatz. Der Autor hat sich als kartierender Geologe intensiv mit dieser Landschaft und dessen Geologie befasst und schlägt 11 Exkursionsrouten mit verschiedenen Schwerpunkten (z.B. Molasse, Vulkanismus, Jura) vor. In der nunmehr 3. Auflage dieses geologischen Führers wurden seit der aus dem Jahr 1982 stammenden 2. Auflage einige Daten aktualisiert. So wurden z.B. für den Jura die offiziellen Formationsnamen teilweise, wenn auch nicht vollständig übernommen. Einiges an neuerer Fachliteratur ist zwar in das Literaturverzeichnis eingeflossen, freilich ohne dass die darin enthaltenen neuen Forschungsergebnisse für den Inhalt dann auch immer umgesetzt worden wären. Einige Fossilnamen sind veraltet oder falsch geschrieben. Erfreulich sind hingegen Hinweise auf bestehende Naturschutzgebiete mit Sammelbeschränkungen oder die Angabe von aktuellen Kontaktadressen zum Betreten von noch im Abbau befindlichen Steinbrüchen. Leider beschränkt sich auch in dieser 3. Auflage die Beschreibung der Aufschlüsse auf eine rein geologische Darstellung, die zudem äußerst knapp bemessen ist, was den Nutzen dieses Führers für eine breitere Leserschaft und auch für den Fossiliensammler doch erheblich einschränkt. Als Verzeichnis anschaulicher Aufschlüsse ist dieser Führer allerdings brauchbar.

Die zwar gegenüber diesem Hegau-Führer um die Hälfte teurere, dafür aber auch mehr als dreimal so umfangreiche, neu bearbeitete 3. Auflage von Peter Rothes Führer über die Kanarischen Inseln besticht nicht nur durch eine gelungene Umsetzung von aktuellen Forschungsergebnissen, sondern auch eine umfassende, sowohl für den interessierten Laien als auch für den Fachmann lesenswerte Darstellung des geologischen Werdegangs dieser Inselgruppe. Zwar stehen die flächenmäßig bei weitem dominierenden vulkanischen Bildungen naturgemäß im Vordergrund, doch wird speziell auch den Sedimentgesteinen der Inseln Aufmerksamkeit gewidmet. Wissenschaftlich besonders interessant sind die auf Fuerteventura nachgewiesenen mesozoischen Flyschgesteine des prävulkanischen Untergrunds, die teilweise erst in jüngster Zeit mit Fossilen, darunter kreidezeitliche Ammoniten und Foraminiferen, datiert werden konnten. Für den Fossiliensammler ergiebiger sind weiter verbreitete tertiäre und quartäre karbonatische Flachwasser- oder Strandsedimente mit Muscheln, Gastropoden, Seeigeln und Korallen, vor allem auf Lanzarote, Fuerteventura und Gran Canaria. Festländische Ablagerungen enthalten dagegen vor allem Landschnecken, zuweilen auch aber auch Vogel- und Landschildkröteneier. Eine vom Autor vor Jahrzehnten entdeckte Fundstelle von Straußeneiern auf Lanzarote wurde mittlerweile unter Schutz gestellt; auch sonst sind Teile der Inseln inzwischen als Nationalparks ausgewiesen, in denen leider z.T. erhebliche Restriktionen selbst des Betretens herrschen. Pflanzenfossilen als wichtige Zeugen für die Entwicklung der heute nur noch in Relikten vorhandenen Lorbeerwaldvegetation der Kanaren findet man am ehesten in pliozänen Ablagerungen von Gran Canaria. Hinweise auf zwischen Vulkaniten eingelagerte Sedimente verdienen hier eventuell eine verstärkte Aufmerksamkeit. Ein Blick in das überaus umfangreiche Literaturverzeichnis liefert dem speziell Interessierten weitere Daten über Fossilfunde. Kulturgeschichtliche, rezentbotanische und zoologische sowie klimatische Detailinformationen einschließlich der Besiedelungs- und Erforschungsgeschichte und touristische Insidertipps kommen ebenfalls nicht zu kurz. Gegenüber der 2. Auflage ist nun sogar noch eine ganze Anzahl an hochwertigen, farbigen Geländebildern enthalten, die diesen Führer zusätzlich attraktiv und für einen geologisch interessierten Besucher der Kanarischen Inseln eigentlich unentbehrlich machen.

Günter Schweigert

Fossilien Heft 2/2009 S. 102

Bespr.: der Aufschluss Ausgabe 5 September/Oktober 2009 top ↑

Die Bände der „Sammlung Geologischer Führer“ behandeln laut Verlag Gebrüder Borntraeger seit 1897 die Geologie – unter Berücksichtigung von Morphologie und Natur – interessante Regionen in Deutschland und im Ausland. Zu den (geplanten) zahlreichen Neuerscheinungen im Jahre 2008 zählt das, bereits in der 3. Auflage, erschienene Buch von Albert SCHREINER: Hegau und westlicher Bodensee.

Mit einem Geologischem Schnitt durch den Hegau mit Faziesverzahnung und Vulkanismus beginnt der 62. Band aus der „Sammlung Geologischer Führer“ in der gewohnt wissenschaftlichen und professionellen Weise. Ein gut gegliedertes Inhaltsverzeichnis, das Vorwort und eine Zeichenerklärung für die Abbildungen sind dem Kapitel über den geologischen Überblick vorangestellt.

Das Buch ist im Wesentlichen in zwei Teile gegliedert: Der erste, allgemeine Teil vermittelt einen perfekten Überblick über die geologische Situation, Struktur und Stratigraphie des Hegau-Gebiets. Der zweite Teil beinhaltet 11 Exkursionsvorschläge für nicht nur geologische Wanderungen. Die jeweiligen Exkursionen behandeln dabei eine Reihe von interessanten Exkursionspunkten.

Wissenschaftlich betrachtet, fasst der 62. Band die Ergebnisse der mehr als zweihundert Jahre währenden geologischen Erforschung des Hegaus zusammen.

Die Bände der „Sammlung Geologischer Führer“ sind nicht nur für ein geowissenschaftliches Fachpublikum sondern auch für geowissenschaftlich interessierte Laien geschrieben und sollten somit in keiner modernen Büchersammlung fehlen. Sie können für den häuslichen Bücherschrank genauso wie für wissenschaftliche Bibliotheken, wie sie in Forschungsinstituten und Universitäten anzufinden sind, uneingeschränkt empfohlen werden.

Jürgen GÖSKE, 91233 Neunkirchen am Sand

der Aufschluss Ausgabe 5 September/Oktober 2009

Inhaltsverzeichnis top ↑

Zeichenerklärung für die Abbildungen IX
Geologischer Überblick 1
Jura 3
Brauner Jura oder Dogger 3
Weißer Jura oder Malm 3
Oxfordmergel 4
Oxfordkalke 5
Kimmeridgemergel 6
Untere Felsenkalke 6
Obere Felsenkalke 7
Liegende Bankkalke, Ulmensis-Schichten 7
Zementmergel 7
Hangende Bankkalke 8
Tertiär 9
Bohnerzlehm 9
Molasse 9
Untere Süßwassermolasse USM 10
Obere Meeresmolasse OMM 12
Brackwassermolasse BM 16
Obere Süßwassermolasse OSM 17
Schotter der Aare-Donau 19
Hegau-Vulkanismus 20
Basisbentonit 20
Deckentuff 20
Sinterkalke und Dolomite 23
Basalt und Basalttuff 24
Hornblendetuff und Höweneggschichten 25
Phonolithe 26
Quartär 28
Pleistozän 28
Würmeiszeit 30
Endmoränen, Kiesfelder, Stauseefüllungen 31
Tektonik 32
Einfallen nach Südosten 32
Bruchstörungen 32
Alter der Tektonik 33
Entstehung der heutigen Landschaft 34
Obermiozäne Donau 34
Umlenkung des Alpenrheins nach Westen 34
Entstehung des Bodenseebeckens 35
Erosionslandschaft im Hegau 36
Exkursionen (K mit Kraftwagen, F zu Fuß) 38
I. Hegau-Ubersichtsexkursion 1 - 10 K 38
II. Jura-Exkursion 11 - 24 K 47
III. Molasse-Exkursion 25 - 39 K 52
IV. Vulkanismus 40 - 56 K 60
V. Neuhewen-Hohenhewen 57 - 59 F 66
VI. Mägdeberg-Hohenstoffeln 60 - 64 F 68
VII. Philippsberg-Hohenkrähen 65 - 70 F 69
VIII. Hohentwiel-Hohenkrähen 71 - 75 F 70
IX. Singen-Litzelsee 76 - 78 F 71
X. Galgenberg-Schienerberg 80 - 85 F 72
XI. Bodanrück 86 - 92 K + F 73
Literaturverzeichnis 77
Geologische Karten 82
Orts- u. Sachverzeichnis 83