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Ulrich Kull:

Kreta

2012. VI, 322 Seiten, 64 Abbildungen, 8 Karten, 14x20cm, 520 g
Language: Deutsch

(Sammlung geologischer Führer, Band 107)

ISBN 978-3-443-15095-2, brosch., price: 29.90 €

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KretamediterranLandschaftsformVegetationExkursionfield trip guideCrete

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Dieser neue Band der Reihe Sammlung Geologischer Führer vermittelt eine Übersicht über die Geologie der Insel Kreta, die wegen ihrer abwechslungsreichen Landschaft und vielseitigen geologischen Aspekte ein attraktives Exkursionsgebiet im mediterranen Raum darstellt. In über 30 Exkursionen, die in alle Teile der Insel führen, werden die markanten Landschaftsformen und der geologische Bau ebenso wie wichtige Aspekte der Stratigraphie und der Tektonik in diesem Bereich des alpidischen Europa detailliert und fundiert erklärt. Zusätzlich wird auf zahlreiche botanische Besonderheiten und interessante Orte aufmerksam gemacht. Auch viele abseits der touristischen Hauptwege liegende archäologische Stätten, die in gängigen Reiseführern nur sehr knapp oder gar nicht dargestellt sind, können bei den vorgestellten Exkursionen erkundet werden.

Im allgemeinen Teil sind neben der Geologie auch die Vorgeschichte und Geschichte der Insel, ihre Archäologie sowie die Vegetation und Floristik kurz beschrieben.

Ein ausführliches Stichwortverzeichnis und eine umfangreiche Literaturliste runden den Band ab.

Dieser Band ist wertvolle Reiselektüre für alle an der Landschaft, der Geologie, der Geschichte und nicht zuletzt der Botanik dieser einmaligen Insel des Mittelmeeres Interessierten.

Bespr.: Fossilien Heft 2012/5 top ↑

Nach einigen überarbeiteten Neuauflagen bereits bestehender Führer setzt nun der Borntraeger-Verlag seine klassische Reihe geologischer Exkursionsführer mit einem Band über die griechische Mittelmeerinsel Kreta fort. Ulrich Kull, der Autor dieses Bands, ist emeritierter Professor für Botanik an der Universität Stuttgart, aber nicht nur auf seinem engeren Fachgebiet, sondern auch auf geologischem und paläontologischem Gebiet bewandert und kulturell vielseitig interessiert. So findet man in diesem Führer geologisch, botanisch und historisch Wissenswertes gleichermaßen auf höchstem Niveau. Der Führer beginnt mit einer ausführlichen Darstellung der kretischen Geschichte, die mit ihrer minoischen Kultur die älteste Hochkultur in Europa aufzuweisen hat. In den späteren Epochen bis in die jüngste Zeit unterlag die Insel vielfältigem politischem Wandel. Erdbeben und Zunamis dieser an einem aktiven Plattenrand gelegenen Gebirgsregion spielten mitunter eine zerstörerische Rolle.

Die Geologie Kretas ist weitaus komplexer, als es die Größe dieser Insel zunächst vermuten ließe. Kreta umfasst nämlich einen wahren Flickenteppich mehrerer kompliziert verfalteter und übereinander gestapelter Gebirgseinheiten, die teilweise aufgrund kurzzeitig tiefer Versenkung auch noch metamorph geworden sind. Dennoch sind darin zuweilen noch Fossilien erhalten geblieben, die dann eine Datierung ermöglichen. Die verschiedenen neben- oder übereinander lagernden Gebirgseinheiten machen eine einheitliche Darstellung der erdgeschichtlichen Entwicklung Kretas, die der Leser gerne erwartet, praktisch unmöglich, weswegen sicherlich einer tektonischen Gliederung mit separater Erläuterung der jeweiligen Schichtenfolge der Vorzug gegeben wurde. Die einheitliche Darstellung gelingt erst für die jüngeren Gesteinsserien, die im Anschluss an die Verfaltung und Verschuppung abgelagert wurden. Diese tertiärzeitlichen und quartären Ablagerungen führen mitunter reichlich marine und/oder terrestrische Fossilien. Bekannt geworden sind von Kreta vor allem auch einige endemische Säugerarten aus dem Eiszeitalter, darunter eine Zwergelefantenart. Farbfotos von Aufschlüssen und typischen Pflanzen machen Lust auf mehr. Ungefähr die Hälfte des Bands wird vom Exkursionsteil eingenommne, in dem 26 verschiedene Routen die gesamte Insel abdecken, darunter auch Regionen, in denen sich Pauschaltouristen kaum hinverirren.

Viele der geschilderten geologischen Details sind aufgrund der zahlreich verwendeten Fachtermini wohl eher für studierte Geowissenschaftler genauer verständlich, ebenso wie sehr gute botanische Fachkenntnisse oder zumindest das Mitnehmen einschlägiger Bestimmungsbücher für eine Identifizierung der genannten Pflanzentaxa notwendig sind. Wohltuend sind für den weniger spezialisierten Leser die zahlreichen gut recherchierten Hinweise auf geschichtsträchtige Örtlichkeiten. Übersichtskärtchen auf den Innenseiten des Umschlags erleichtern die Lokalisierung der vorgeschlagenen Exkursionsrouten, ebenso wie das Ortsregister im Anschluss an das sehr umfangreiche, auf dem neuesten Stand befindliche Literaturverzeichnis. Die insgesamt vielschichtigen Informationen und Insidertipps machen diesen Kreta-Führer für eine noch breitere Leserschicht von Kreta-Reisenden interessant, als es sonst in dieser Reihe üblicherweise der Fall ist. Umgekehrt können diejenigen, die sonst nur Augen für die Geologie oder Paläontologie haben, hier einmal über ihren Tellerrand hinausblicken. So ist dieser Band höchst empfehlenswert und sein Geld wert.

Günter Schweigert

Fossilien, Heft 2012/5

Bespr.: Zentralblatt f. Geologie und Paläontologie Teil II, Jg. 2013, Heft 1/2 top ↑

Der Autor des vorliegenden Führers, U. Kull, studierte Chemie, Biologie und Geologie in Stuttgart sowie Tübingen und wirkte seine gesamte aktive Zeit an der Universität Stuttgart, wo er auch von 1978 an bis zu seinem Ruhestand das Institut für Pfl anzenphysiologie/Botanik leitete. Er ist als Autor und Mitherausgeber des Oberstufen-Biologie-Schulbuchs „Der Linder“ in ganz Deutschland bekannt. Daneben wirkte er auch als Autor und Mitautor zahlreicher Bücher zu den Themen Evolution, Genetik, Ökologie sowie Botanik. Berühmt sind seine geologischbotanischen Exkursionen, die er auch jetzt noch als Pensionär durchführt (z. B.: 2012 –Teneriffa). Er kennt Kreta wie kein Anderer und ist somit als Autor für diesen Führer prädestiniert. Er verbindet darin seine umfangreichen Kenntnisse in Geologie und Botanik mit denen über die Geschichte des Menschen auf der Insel, was das Buch nicht nur für den Geologen interessant macht.

Nach einer Einführung erleben wir im ersten Kapitel die Geschichte des Menschen auf Kreta von der Vorgeschichte über die einzelnen Epochen bis heute. Der nächste Teil ist der Vegetation gewidmet, die dem Autor bestens vertraut ist. Von deren Geschichte auf der Insel über die Vegetationseinheiten bis hin zu deren Höhenzonierungen wird alles anschaulich dargestellt, aber der Tierwelt nur ein kurzer Abschnitt gewidmet.

Den ersten großen Schwerpunkt bildet die Einführung in die außerordentlich komplizierte Geologie der Insel, die durch immerhin 6 tektonische Einheiten, 12 Gruppen sowie 51 Formationen geprägt ist. Für den Nichtgeologen ist dies schon ein sehr anspruchsvoller und schwer zu verstehender Sachverhalt, der sicher manchen überfordert, der sich nur oberflächlich über die Geologie informieren will. Kurze Berichte über die Böden, fossile Säugetiere, Paläogeographie und Geodynamik sowie über Erdbeben und Tsunamis in historischer Zeit runden diesen Abschnitt ab.

Den zweiten Schwerpunkt bilden die exakten Schilderungen von 31 Exkursionsrouten im ganzen Inselbereich. Die einzelnen Exkursionen sind auf den beiden Innenseiten des Umschlages auf Landkarten der beiden Inselhälften abgebildet. Die meisten Exkursionen im Osten der Insel starten von Iraklion aus, die im Westen von Chania aus. Neben der Geologie wird immer wieder auf die jeweils hier vorkommende Pflanzenwelt verwiesen und auf historische Örtlichkeiten, die nicht in den Reiseführern zu finden sind. Den Zusammenhang zwischen geologischen Formationen, die den Untergrund bilden und der darauf wachsenden, unterschiedlichen Pflanzenwelt stellt der Verf. anschaulich dar. Viele der Fahrtstrecken sind jedoch nach Ansicht des Rez. (mit bis zu 200 km) etwas zu lang gewählt. Am Ende des Bandes stehen ein ausführliches Literaturverzeichnis sowie ein Sachwort- und ein Ortsverzeichnis.

Alles ist auf dem neuesten Stand (2011) und penibelst recherchiert; es gibt immer wieder Querverweise zu anderer Literatur. Inhaltlich bestens, gibt es an diesem Führer nichts auszusetzen, außer, dass Paläontologen bei manchen Exkursionen gern genauere Angaben zu den im beschriebenen Bereich vorkommenden Fossilien gehabt hätten (nicht nur z. B. “Kleine Korallenriffe”…). Beim Layout fasste man aus Kostengründen alle Farbfotos und Farbgraphiken nicht bei den jeweiligen Beschreibungen, sondern in einem eigenen Fototeil in Buchmitte auf 16 Seiten zusammen. Das macht das Lesen umständlicher, da man jedes Mal nachschlagen muss, wenn man den entsprechenden Sachverhalt durch die Abbildung veranschaulicht sehen will.

Auch bei einzelnen Exkursionen wäre eine Skizze an Ort und Stelle sehr hilfreich gewesen, wenngleich die Beschreibungen sehr genau sind. Aber das hätte wohl den auch so schon umfangreichen Rahmen des Bandes gesprengt.

Alles in allem liegt hier eine hervorragende, exakte Bearbeitung der Geschichte, Geologie und Botanik Kretas vor, die jeder, der nicht nur zum Baden hierher kommt, lesen und mitführen sollte.

Gero Moosleitner, Salzburg

Zentralblatt f. Geologie u. Paläontologie, Teil II, Jg. 2013, Heft 1/2

Inhaltsverzeichnis top ↑

Vorwort 1
1. Einführung 5
2. Geschichte 12
2.1 Vorgeschichte und minoische Epoche 12
2.2 Griechische und römische Epoche 14
2.3 Byzantinische Epoche 15
2.4 Venezianische Epoche 17
2.5 Osmanische Epoche 20
2.6 Autonomes Kreta 24
2.7 Kreta als Teil Griechenlands 25
3. Vegetation 31
3.1 Geschichte der botanischen Erforschung 31
3.2 Chorologie 32
3.3 Vegetationsgliederung 35
3.4 Höhenzonierung der Vegetation 38
3.4.1 Untere Mediterran-Stufe 38
3.4.2 Obere Mediterran-Stufe 39
3.4.3 Bergwald-Stufe 40
3.4.4 Dornpolster-Stufe und Hochgebirgsvegetation 41
3.4.5 Spezielle Wald-Standorte 42
3.5 Degradationsstadien 44
3.6 Weitere Vegetationseinheiten 45
3.7 Vegetationsgeschichte 48
3.8 Vegetationsentwicklung im Holozän 49
3.9 Adventivpflanzen 52
4. Tierwelt 53
5. Einführung in den geologischen Bau 55
5.1 Geschichte der Erforschung 55
5.2 Tektonische Gliederung und Schichtfolge 56
5.2.1 Plattenkalk-Einheit = Talea-Ori-Einheit 60
5.2.2 Tripali-Einheit 63
5.2.3 Phyllit-Quarzit-Einheit s.l 64
5.2.4 Tripolitza-Einheit (Tripolitza-Decke) 72
5.2.5 Pindos-Einheit (Pindos-Decke) 73
5.2.6 Komplex der Obersten Deckeneinheit(en) 74
5.2.7 Hochdruck/Niedertemperatur-Metamorphose im
Oligozän/Miozän 77
5.2.8 Neogen 81
5.2.9 Quartär 98
5.3 Böden 101
5.4 Fossile Säugetiere 102
5.5 Paläogeographie und Geodynamik 104
5.6 Erdbeben 112
6. Exkursionen (s. Karten im Umschlag innen) 120
Vorbemerkungen 120
Farbabbildungen 123
Exkursion 1 139
Exkursion 2 144
Exkursion 3 149
Exkursion 4 158
Exkursion 5 165
Exkursion 6 171
Exkursion 7 176
Exkursion 8 180
Exkursion 9 182
Exkursion 10 186
Exkursion 11 189
Exkursion 12 191
Exkursion 13 196
Exkursion 14 199
Exkursion 15 201
Exkursion 16 206
Exkursion 17 212
Exkursion 18 213
Exkursion 19 216
Exkursion 20 217
Exkursion 21 223
Exkursion 22 226
Exkursion 23 230
Exkursion 24 236
Exkursion 25 241
Exkursion 26 248
Exkursion 26a 254
Exkursion 27 256
Exkursion 28 258
Exkursion 29 267
Exkursion 30 272
Exkursion 31 276
Literatur 281
Sachwortverzeichnis 314
Ortsverzeichnis 318