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Patrick Stäheli:

Kalifornien I - Süden und Osten

Basin und Range, Transverse und Peninsular Ranges, Death Valley, Mojave-Wüste, Geologie und Exkursionen

[Field Guide to the Geology of California Part I: Southern and Eastern California]

2013. X, 275 Seiten, 214 überwiegend farbige Abbildungen, 14x20cm, 480 g
Language: Deutsch

(Sammlung geologischer Führer, Band 108)

ISBN 978-3-443-15096-9, brosch., price: 29.90 €

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Keywords

KalifornienVulkanWüsteGPSErdbebenNationalpark

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Der Band beschreibt die erdgeschichtliche Entwicklung Süd- und Ostkaliforniens. Nach einem allgemeinen Überblick über die geologische Struktur und Geschichte der Region werden mehr als achtzig landschaftlich reizvolle Reiseziele an der Küste und in den Wüsten, zu Vulkanen und Erdbebenverwerfungen sowie zu Sehenswürdigkeiten in den größeren Städten vorgestellt und deren geologische Bedeutung und Besonderheiten beschrieben. Anhand zahlreicher farbiger Illustrationen wird die Geologie dieser Reiseziele anschaulich und detailliert erklärt.

Die bekannte San Andreas Störung, die mit regelmäßigen Erdbeben die Angst vor dem nächsten "Großen Beben" in Kalifornien wach hält, wird ebenso erläutert wie die Geologie des Death Valley National Parks, der Long Valley Caldera bei Mammoth Lakes, des Anza Borrego Desert State Parks oder des Joshua Tree National Parks.

Auch viele weniger bekannte, aber geologisch ebenso interessante Punkte, wie die Fossil Falls oder der Painted Canyon, werden hier behandelt. Wegbeschreibungen mit GPS-Koordinaten und Detailkarten erleichtern die Routenplanung, ein Orts- und Stichwortverzeichnis zum raschen Auffinden relevanter Informationen rundet den Band ab.

Der Band richtet sich an alle, die sich für die geologische Geschichte Kaliforniens interessieren; er sollte bei keiner Exkursions- bzw. Reiseplanung fehlen.

Bespr.: FOSSILIEN 6/2013 top ↑

In der traditionsreichen Reihe „Sammlung geologischer Führer“ des Borntraeger-Verlags, die vorwiegend europäische Regionen abdeckt, wurde nun erstmals der Sprung über den „großen Teich“ gemacht. Kalifornien ist für Geowissenschaftler verschiedenster Couleur ein Eldorado. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts pilgerten tausende von Glücksrittern hierher, um mit Gold ein Vermögen zu erlangen. Reich wurden dabei wenige. Hier wird nun in einem ersten Teil der Süden und Osten dieses amerikanischen Bundesstaats geologisch vorgestellt. Kalifornien befindet sich an der Naht zwischen der nordamerikanischen Kontinentalplatte und der Pazifischen Platte. Die wegen seiner verheerenden Erdbeben (San Francisco1906) gefürchtete San Andreas-Verwerfung mit einem seitlichen Versatz von etwa 500 Kilometern ist Sinnbild dieser Nahtstelle. Auch paläontologische Fundstellen wie die Asphaltsümpfe des Rancho La Brea im heutigen Stadtgebiet von Los Angeles mit den darin zu Tode gekommenen Säbelzahntigern gehören zu den klassischen Lokalitäten. Nach einer kurzen, aber sehr anschaulichen Einführung in die geologische Geschichte Kaliforniens werden die verschiedenen Teilregionen ausführlicher behandelt: die Basin and Ranges Provinz, die Region des Death Valley, die Traverse Ranges, die Mojave-Wüste und schließlich die Peninsular Region. Fast überall gibt es Spuren von Vulkanismus, teilweise von gigantischen Dimensionen, und der geologische Bau ist aufgrund der heutigen Lage an einem aktiven Kontinentalrand außerordentlich komplex und vielfältig. Insgesamt 95 ausgesuchte Exkursionsziele werden vorgestellt. GPS-Daten und Detailkärtchen erleichtern deren Auffinden. Die Beschreibungen der geologischen Phänomene werden durch die Schilderungen klimatischer und vegetationskundlicher Besonderheiten und historischer Begebenheiten aufgelockert. Auch Hinweise auf Fossilvorkommen und Mineralienfundstellen sowie deren Präsentation in Museen wurden nicht vergessen. Dem Leser wird rasch klar, wie Geologie, Landschaft und Klima hier engstens miteinander verknüpft sind und die dortige Bevölkerung noch heute vor vielerlei Herausforderungen stellen. Die anschaulichen Grafiken und hochwertigen Fotos sind erfreulicherweise nicht nur fast ausnahmslos farbig, sondern auch an der passenden Stelle innerhalb des Textes verortet. Bei einigen wenigen Abbildungen ist die Beschriftung allerdings zu klein geraten. Der Text ist angesichts der Komplexität der Materie bemerkenswert gut verständlich geschrieben, wozu sicherlich auch die geschickte Gliederung beiträgt. Das Buch schließt mit einem kurzen Ausblick auf einen bereits angekündigten 2. Teil, in dem der Norden und Westen Kaliforniens behandelt werden sollen, einem Glossar, in dem die wichtigsten Fachbegriffe erläutert werden und einem nach den einzelnen Regionen unterteilten Literaturverzeichnis. Die kompetente Präsentation von Fachwissen und die sehr gute Ausstattung machen diesen geologischen Führer für erdgeschichtlich Interessierte bei der Planung und Durchführung einer Kalifornienreise zu einer unentbehrlichen Informationsquelle.

Günter Schweigert

FOSSILIEN 6/2013

Bespr.: Schulgeographie Nr. 68, November 2013 top ↑

Ein Titel, der bereits beim ersten Durchblättern Lust auf viel Kalifornien macht, der offensichtlich nicht (nur) vom Geologen für Geologen geschrieben wurde, sondern für ein breiteres Publikum, das allerdings bereit sein muss, in das Thema einzusteigen und sich mit ihm auseinander zu setzen. Sehr viele (213!) erläuternde, meist farbige Karten, Profile, Blockbilder, Stratigraphien und Photographien, sowie ein auf den interessierten Laien zugeschnittenes reichhaltiges Glossar erleichtern dies. Für die entsprechend interessierten Geographielehrerinnen und –lehrer aber auch eine Herausforderung, sich mit dem aktuellen Wissensstand der geologischen und tektonischen Entwicklung weiter Teile unserer Erde auseinander zu setzen, auch um unser oft sehr europazentriertes (und unterrichtetes) Weltbild im Unterricht zu relativieren.

Hierfür sind die ersten 45 Seiten der „Geologischen Übersicht“ eine wunderbare Erkenntnisquelle. Dass es auch schon eine Geschichte vor Pangäa gab, es einen Superkontinent Rodinia gab, der – vor 1,8 Mrd. Jahren allmählich entstand, vor 900 Mio. Jahren wieder auseinanderbrach, dessen östlicher Teil (Laurentia) im Karbon mit dem südlichen Gondwanaland kollidierte, so dass der Superkontinent Pangäa entstand, wird kurz aber eindrucksvoll geschildert. Und erst jetzt, ab der mittleren Trias, setzt das ein, was in unseren Schulbüchern als die Geburt der uns heute bekanten Erdteile gelehrt wird. Dass hierbei am damaligen Westrand des nordamerikanischen Teils (durch die Öffnung des Atlantiks und der damit stattfindenden Westbewegung Nordamerikas) seit der Jurazeit eine ozeanische Platte von der Größe des heutigen Pazifiks (Farallon-Platte) samt ihrem ozeanischen Rücken fast restlos subduziert wurde (die westlich des Rückens liegende ozeanische Platte ist die heutige Pazifische Platte) bestimmt bis heute – zusammen mit der Anlagerung von Terranen - weite Bereiche der tektonischen Situation der heutigen amerikanischen Westküste.

Die in diesem Zusammenhang so bedeutende S. Andreas-Verwerfung wird ebenfalls in dieser „Geologichen Übersicht“ auf rund 20 Seiten besprochen.

Den größeren, rund 200 Seiten umfassenden Teil des Führers nimmt die Darstellung der einzelnen geologischen Sehenswürdigkeiten ein, gegliedert in diejenigen der Basin Range (Ostrand des südlichen Kaliforniens), des Death Valley, der Transverse Range (die ost-west verlaufenden Gebirge nördlich von Santa Barabara und L.A.). der Mojave und der Peninsular Ranges (südlich von L.A.). Allem voran gestellt ist eine Karte mit der ungefähren Lage sowie eine Tabelle mit den Koordinaten und Seitenzahlverweisen der 95 dargestellten geologischen Sehenswürdigkeiten, so dass sie wohl wirklich nicht zu verfehlen sind. Jede Gruppe von Sehenswürdigkeiten der einzelnen Gebiete wird noch mit einem kleinen Kapitel zur jeweiligen geologischen Geschichte sowie der Besonderheiten dieser Gebiete eingeleitet. Die Wege zu den Aufschlüssen, zu besonderen Landschaftserscheinungen, zu Parks oder auch Museen werden genau beschrieben – inclusive Eintrittsgeldern, Parkplatz oder besonderer notwendiger Ausrüstung (z.B.: Gummistiefel). Da kann dann eigentlich nichts mehr schief gehen!

Ein ausnahmslos aus 155 englischsprachigen Titeln bestehendes Literaturverzeichnis, gegliedert nach den jeweiligen Kapiteln des Buches, ein Glossar sowie ein Sach- und Ortsregister runden das Werk ab. - Ein kleines, 1-seitiges Amuse-Gueule den in Bälde erscheinenden Band II (Norden und Westen) betreffend rundet schließlich dieses äußerst gelungene Werk ab.

Jeder, der sich theoretisch oder praktisch auf Reisen mit diesem Raum beschäftigt, kommt an diesem Titel nicht vorbei, der außerdem schon allein wegen seines Formates in jede Jackentasche passt und für seinen Preis eine ungeheuere Fülle an Informationen textlicher und bildnerischer Art liefert!

H. Gaigl

Schulgeographie Nr. 68, November 2013, Seite 49

Inhaltsverzeichnis top ↑

Einleitung 1
Teil I - Geologische Übersicht 5
1. Die geologische Geschichte Südkaliforniens 5
1.1 Schemen im Nebel: Kaliforniens früheste geologische Geschichte 7
1.2 Der passive Kontinentalrand 10
1.3 Pangäa 12
1.4 Der Wechsel vom passiven zum aktiven Kontinentalrand 13
1.5 Vulkane und Terrane: Der aktive Kontinentalrand 14
1.6 Mal flacher, mal steiler – das unstete Eintauchen der Farallon Platte 17
1.7 Der Kontakt mit dem Ostpazifischen Rücken 20
1.8 Übersicht zu den geologischen Provinzen Nord- und Zentralkaliforniens
22
2. Die San Andreas Verwerfung in Südkalifornien 25
2.1 Die Entstehung der modernen San Andreas Verwerfung 30
2.2 Steine auf Reisen 33
2.3 Der Big Bend 34
2.4 Die Garlock Verwerfung 38
2.5 Der Salton Trog 39
2.6 Über die Grenze – Der Golf von Kalifornien 41
2.7 Erdbeben im Großraum Los Angeles 42
Exkursionen zur San Andreas Verwerfungszone 45
Teil II - Die geologischen Sehenswürdigkeiten 47
3. Basin and Range Province 49
3.1 Die Entstehung der Basin and Range Province 50
3.2 Mögliche Ursachen der Krustendehnung 52
3.3 Vulkanismus in der Basin and Range Province 54
Geologische Sehenswürdigkeiten 56
U.S. Highway 395: Von Little Lake bis zum Mono Lake 56
Fossil Falls 57
Gem-O-Rama 59
Owens Lake 61
Die Trona Pinnacles des Searles Lake 62
Lone Pine 63
Mount Whitney – Whitney Portal 64
Alabama Hills 66
Die Long Valley Caldera – ein apokalyptisches Ereignis 67
Volcanic Tableland und Owens River Gorge 71
Big Pumice Cut 73
Hot Creek 74
Casa Diablo Hot Springs 75
Mammoth Mountain 77
Die alte Goldgräbersiedlung Mammoth City 80
Earthhquake Fault 81
Devils Postpile National Monument und Rainbow Falls 82
Mono-Inyo Craters 84
Mono Domes 86
Obsidian Dome 88
Inyo Craters 89
Mono Lake 90
Bodie State Historic Park 93
4. Death Valley 95
4.1 Die geologische Geschichte des Death Valley 97
4.2 Extension und junger Vulkanismus 100
Geologische Sehenswürdigkeiten 101
Zabriskie Point 101
Turtlebacks 102
Amargosa Chaos 104
Split Cinder Cone 106
Badwater, Salt Pan und Devils Golf Course 106
Ventifact Ridge 109
Artist’s Drive 110
Wanderung Golden Canyon – Gower Gulch 111
Golden Canyon Trail Guide 113
Borate – Rohstoffe der Wüste 114
Mesquite Dunes 115
Mosaic Canyon 116
Scotty’s Castle 118
Ubehebe Crater 120
Racetrack Playa 121
Eureka Dunes 123
5. Transverse Ranges 126
5.1 Rotation der westlichen Transverse Ranges 126
5.2 Kompression am Big Bend 128
5.3 Die westlichen Transverse Ranges 132
5.4 Die östlichen Transverse Ranges 135
5.5 California Continental Borderland 138
5.6 Erdöl! 141
Geologische Sehenswürdigkeiten 144
Santa Barbara 144
Carpinteria State Beach 146
Channel Islands Nationalpark 147
Santarosae und die Zwergmammuts 149
San Miguel Island 150
Santa Rosa Island 151
Santa Cruz Island 151
Anacapa Island 153
Palos Verdes 154
Natural History Museum of Los Angeles County 156
Rancho La Brea Tar Pits und Page Museum 158
Devil’s Punchbowl County Park 161
Santa Catalina Island 163
Raymond M. Alf Museum of Paleontology 166
6. Mojave 167
6.1 Die früheste geologische Geschichte der Mojave 169
6.2 Krustendehnung und Vulkanismus 170
6.3 Die Eastern California Shearzone 172
Geologische Sehenswürdigkeiten 174
Red Rock Canyon State Park 174
Rainbow Basin und Owl Canyon 177
Amboy und Pisgah Crater 179
Mojave National Preserve 181
Kelso Dunes 181
Mitchell Caverns 184
Hole in the Wall 185
Cima Volcanic Field (Cinder Cones National Natural Landmark) 188
Teutonia Peak 189
Joshua Tree Nationalpark 189
Die geologische Geschichte des Joshua Tree Nationalparks 192
Lost Horse Mine 194
Keys View 195
Granitformationen im Wonderland of Rocks und Hidden Valley 196
Skull Rock 198
Geology Tour Road 199
Cottonwood Spring Oasis 202
7. Peninsular Ranges 204
7.1 Präbatholithische Gesteine 204
7.2 Peninsular Batholith 206
7.3 Die Entstehung der Peninsular Ranges 207
7.4 Kaiserliche Schätze – die Turmaline aus dem San Diego County 211
Geologische Sehenswürdigkeiten 214
San Onofre Brekzie am Aliso Beach 214
Torrey Pines State Natural Reserve 215
San Diego 217
Himalaya Mine 219
Julian Gold District 220
Stonewall Mine - Cuyamaca Rancho State Park 223
Anza-Borrego Desert State Park 224
Anza-Borrego Desert State Park Visitor Center 228
Borrego Palm Oasis 228
Mountain Palm Springs 229
Agua Caliente County Park 231
Font's Point 231
Split Mountain Canyon 233
Calcite Mine 236
Salton Trog 237
Painted Canyon/Ladder Canyon Trail 237
Coachella Valley Preserve 240
Salton Sea 241
Lake Cahuilla 245
Salton Sea Geothermal Area 246
North Algodone Dunes Wilderness 249
Überblick zu Kalifornien II:

Norden und Westen
250
Glossar 252
Literatur 257
Sachregister 267
Ortsregister 271