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Hans Egger; Godfrid Wessely:

Wienerwald

Geologie, Stratigraphie, Landschaft und Exkursionen

2014. 3. völlig neu bearbeitete Auflage, X, 202 Seiten, 133 Abbildungen, 1 Tabelle, 13x19cm, 380 g
Language: Deutsch

(Sammlung geologischer Führer, Band 59)

ISBN 978-3-443-15098-3, brosch., price: 29.90 €

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NiederösterreichGeologieOstalpenExkursionsführer

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Unmittelbar vor den Toren Wiens gelegen ist der Wienerwald eine uralte Kulturlandschaft, die mindestens seit der Jungsteinzeit besiedelt ist. Die geologische Geschichte dieser abwechslungsreichen Landschaft reicht jedoch viel weiter zurück. In dieser aufwendig gestalteten und vollständig überarbeiteten 3. Auflage werden der geologische Aufbau und die erdgeschichtliche, paläogeographische und plattentektonische Entwicklung dieses nordöstlichsten Teils der Alpen anhand von Aufschlüssen präzise beschrieben und durch 42 Exkursionen anschaulich gemacht.

Nach einer Einführung in die Geologie der Region wird die Entwicklung der Ostalpen anhand farbiger paläogeographischer Karten skizziert. Anschließend folgt die Beschreibung der tektonischen Baueinheiten und ihrer Gesteinsabfolgen, illustriert mit farbigen geologischen Übersichtskarten und Schichtsäulenabbildungen. Zur stratigraphischen Orientierung enthält der Band eine Tabelle der erdgeschichtlichen Einheiten und ihrer jeweiligen Alter.

Das Exkursionsgebiet wurde – im Verhältnis zu den Vorauflagen – nach Westen bis ins Traisental ausgeweitet und umfasst jetzt den gesamten Wienerwald. Alle Aufschlüsse und Exkursionen wurden überprüft und neu beschrieben. Zahlreiche topographische Detailkarten wurden ergänzt und erleichtern die Orientierung und Routenplanung im Gelände. Für jede Exkursion sind die geographischen Koordinaten der mit Farbfotos dokumentierten Aufschlüsse angegeben; sowie die Nummern der relevanten topographischen und geologischen Karten. Auf öffentliche Verkehrsverbindungen wird besonders hingewiesen, Literatur-, Orts- und Stichwortverzeichnis erleichtern das Auffinden von weiterführender Literatur, Orten und Begriffen.

Das Buch wendet sich an alle an der Geologie des Wienerwalds und an der Geschichte der Nordost-Alpen interessierten Leser und ist auch als Hilfsmittel für den Schulunterricht gedacht.

Bespr.: Salzburger Nachrichten 10.10.2014 top ↑

Der Wienerwald ist eines der größten geschlossenen Waldgebiete in Mitteleuropa und das Lieblingsausflugsziel der Wiener und ihrer Gäste. 1300 Quadratkilometer intakte Natur mit hügeligen Waldrücken aus Sandstein im Westen, schroffe Kalkfelsen im Osten, Laub- und Kiefernwälder, unterbrochen von Wiesen und Feldern prägen die Landschaft. Die Gesteine des Wienerwaldes erzählen eine Geschichte, die vor 250 Millionen Jahren begann. Für alle, die an Geologie interessiert sind, haben die beiden Geologen Hans Egger und Godfrid Wessely einen detaillierten und gut verständlichen Führer samt Wandervorschlägen veröffentlicht.

Salzburger Nachrichten 10.10.2014, Seite 22

Bespr.: FOSSILIEN 2015 (1) top ↑

Anlässlich des 100. Todestags des berühmten Alpengeologen Eduard Suess (1831–1914) hat der Stuttgarter Borntraeger-Verlag in seiner traditionsreichen Reihe „Sammlung geologischer Führer“ den Band Nr. 59 über den Wienerwald in einer völlig überarbeiteten Neuauflage unter neuer Autorschaft herausgegeben. Westlich des Wiener Beckens gelegen, repräsentiert diese Region nicht nur eine uralte Kulturlandschaft, sondern auch eine in ihrem Gebirgsbau höchst abwechslungsreiche Region. Tektonisch gliedert sich die Region in die Helvetische Klippenzone, das Rhenodanubische Deckensystem und die ostalpinen Einheiten der Nördlichen Kalkalpen. In einer lange zurückreichenden und oft kontrovers diskutierten Forschung hat man versucht, aus dem heutigen Bau auf die ursprünglichen Ablagerungsräume zurückzuschließen. Hierzu kann jeder neue Aufschluss entscheidende Puzzlesteine liefern. Die Autoren geben hier eine moderne Darstellung, in der sogar paläogeographische Karten von Ron Blakey eingebunden sind. Dies erleichtert das Verständnis alpiner Geologie und Paläogeographie für nicht intim mit der Materie vertraute Leser ganz erheblich. Anschließend werden die Gesteinsformationen, welche die verschiedenen tektonischen Einheiten aufbauen, in moderner Terminologie beschrieben. 42 geologische Exkursionen zu repräsentativen Aufschlüssen bilden den Kern des Büchleins. Erfreulicherweise hat auch in diesem Führer nicht nur viel Farbe Einzug gehalten, sondern auch die in weitgehend guter Qualität reproduzierten Aufschlussfotos und Farbgrafiken sind nun nicht mehr als Block abgedruckt, sondern bei den jeweiligen Exkursionen verortet. Die Exkursionsbeschreibungen beschränken sich erfreulicherweise nicht ausschließlich auf eine trockene Darstellung der beobachtbaren geologischen Phänomene, sondern schließen auch noch so manchen geschichtsträchtigen oder naturräumlichen Exkurs mit ein. Nach einem kurzen, zweiseitigen Hinweis auf 2 regionale Museen mit einem überflüssigen und sehr unscharfen Foto steinzeitlicher Werkzeuge folgt noch ein umfangreiches Verzeichnis der zitierten Literatur. Für alle nicht ausschließlich an Heurigenseligkeit, sondern auch an der Geologie des Wienerwalds näher Interessierte ist dieser geologische Führer eine qualitativ hochwertige, essenzielle Quelle zu einem moderaten Preis.

Günter Schweigert

FOSSILIEN 2015 (1)

Bespr.: Schulgeographie in Baden-Württemberg Nr. 72 Februar 2015 top ↑

20 Jahre nach der letzten Auflage ist nun die völlig neu bearbeitete und um 20 Seiten erweiterte Auflage von 2014 erschienen. Auf der letzten Umschlagseite des Bandes heißt es: "Nach einer Einführung in die Geologie der Region wird die Entwicklung der Ostalpen anhand farbiger paläogeographischer Karten skizziert. Anschließend folgt die Beschreibung der tektonischen Baueinheiten und ihrer Gesteinsabfolgen, illustriert mit farbigen geologischen Übersichtskarten und Schichtsäulenabbildungen ...". Damit ist schon Wesentliches zum Aufbau des Buches gesagt.
42 Aufschlüsse mit Angaben der entsprechenden topographischen Karten sowie den geographischen Koordinaten werden im Kernteil des Buches auf ca. 120 Seiten beschrieben. Die beiden Großeinheiten des Wiener Waldes (Ww), der nördliche Sandstein-Ww und der südliche Karbonat-Ww werden hier in zwei großen Exkursionsblöcken dargestellt.
Das zweite Kapitel, "Kontinente und Ozeane" stellt die 250 mio-jährige Geschichte des Ww in den Zusammenhang mit plattentektonischen Überlegungen auf der Basis jüngster Fachliteratur. In einem knappen 4-seitigen Überblick werden die Alpen entsprechend der Deckentheorie in das System der Plattentektonik eingeordnet um dann auf weiteren 5 Seiten eingebettet in diese die geologische Geschichte des Ww. Vier hochinteressante paläogeographische Karten lassen den recht dichten Text relativ gut nachvollziehen, obwohl er den weniger geologisch Gebildeten doch gelegentlich an den Rand des Verständnisses führt. Beispiel: Der vielfach zitierte „Adriatische Sporn“ bzw. die „Adriatische Platte“ ist auf diesen Karten leider nicht näher verzeichnet und erschließt sich von seiner genaueren Lage her erst nach eingehendem Studium und Interpretation des Textes. Da „als Hilfsmittel für den Schulunterricht gedacht“ (Rückseite des Bandes), könnte ich mir hier eine kleinere Korrektur gut vorstellen. Auch dass „OMV“ ein österreichischer Erdöl- und Erdgaskonzern ist, erschließt sich dem Nicht-Österreicher erst im Laufe des weiteren Textes. Aber dies nur am Rande.
Das vierte Kapitel, „Tektonische Gliederung und Schichtfolgen“ liest sich trotz zunehmender Ausführlichkeit recht anschaulich. Hier werden auf den nächsten 40 Seiten die beteiligten Deckensysteme jeweils in ihrer Tektonik, Stratigraphie und Entstehung gut verständlich dargestellt, wobei naturgemäß das in diesem Naturraum kaum in Erscheinung tretende Helvet relativ kurz, jedoch das Penninikum und Austroalpin (Nördliche Kalkalpen)recht ausführlich dargestellt werden, bis hin zur Diskussion des schon 1848 inflationär verwendeten Begriffes "Flysch" (Studer: "malheureux Flysch") – der deswegen in diesem Buch so gut wie gar nicht verwendet wird.
Ausführlich und gut der mehrseitige Text zu den Turbiditen; auf den folgenden Seiten wird der Leser jedoch teilweise in die wissenschaftliche Diskussion mit hineingezogen mit z.T. recht speziellen Ausführungen. Hierbei sind die sehr anschauliche Tektonische Karte am Buchanfang sowie die Geologische Zeitskala (nach Internationaler Stratigraphischer Kommission von 2014) am Ende des Buches recht hilfreich. Beim oberflächlicheren Lesen kommt man sich sonst schnell im unentwirrbaren tektonischen und stratigraphischen Gefüge recht verloren vor – so viel nur zum Gebrauch durch Lehrkräfte und zum „Hilfsmittel für den Schulunterricht“ (Rückseite des Buches). Sind die jeweils unter der Überschrift „Tektonik“ gemachten Erläuterungen gut losgelöst von der jeweiligen eigentlichen Exkursion zu lesen und zu verstehen, so gehören die unter „Schichtfolgen“ gemachten Ausführungen wohl eher zum Verständnis bei der jeweiligen Exkursion.
Der 120-seitige Kern des Buches mit 42 Exkursionen bespricht im Wesentlichen einzelne Aufschlüsse, verbunden mit präzisen Angaben zu deren Erreichbarkeit, meist sogar mit dem ÖPNV, jeweils versehen mit etlichen praktischen und weiteren hilfreichen Angaben – bis hin zur Borreliosegefahr (im Vorspann zu den Exkursionstexten).
Diese Exkursionen hier im Einzelnen zu beschreiben macht wenig Sinn, jedoch sei verraten, dass schon allein das Anlesen der entsprechenden Texte Lust auf die Begehung macht. Der Text ist jeweils mit zahlreichen farbigen fotographischen Aufnahmen vom Landschaftsüberblick bis hin zu charakteristischen Pflanzen, aber auch mit Lageskizzen der Aufschlüsse, geologischen Übersichtskarten, Profilen und gelegentlich kulturellen Besonderheiten angereichert. Wer dann immer noch nicht genug hat, der wird auf die im letzten Kapitel aufgeführten beiden erdwissenschaftlichen Sammlungen in Eichgraben und Mödling verwiesen, ebenfalls mit wichtigen Angaben zu Öffnungszeiten, Erreichbarkeit etc. versehen.
Eine 10-seitige Liste der zitierten Literatur sowie ein Orts- und Sachverzeichnis beschließen das Buch. – Wünschenswert im Sinne eines erleichterten Zuganges zu diesem anspruchsvollen Werk wäre für den weniger Kundigen noch ein Glossar gewesen.
Alles in Allem: ein Titel, der auf keiner Reise in diesen östlichen Teil Österreichs fehlen sollte, der dieses, für den außeralpinen Besucher vordergründig recht undifferenziert erscheinende Waldbergland sehr bald zu einem äußerst interessanten und lehrreichen Erlebnis werden lässt, das Dank der gekonnten Darstellung der Autoren sich in jedem Falle lohnen wird.

H. Gaigl

Schulgeographie in Baden-Württemberg Nr. 72 Februar 2015, S. 28-29

Bespr.: Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt 23.03.2015 top ↑

Vor 40 Jahren erschien im Rahmen der Reihe „Sammlung geologischer Führer“ mit der Nummer 59 „Der Wienerwald“ von Benno Plöchinger und Sigmund Prey, beide anerkannte Kenner der Region. 1993 kam unter der Redaktion von Wolfgang Schnabel die zweite „völlig neubearbeitete Auflage“ heraus. Seit September 2014 ist die dritte "vollständig überarbeitete Auflage" im Buchhandel erhältlich. Autoren sind Hans Egger und Godfrid Wessely, beide international anerkannte Experten.

Der Wienerwald, der nordöstlichste Teil der Alpen, ist eine voralpine hügelige Mittelgebirgslandschaft und reicht von der westlichen Stadtgrenze Wiens bis zur Traisen, rund 50 km nach Westen. Der Wienerwald markiert nicht nur den westlichen Rand des südlichen Wiener Beckens, sondern auch den Beginn des Alpenbogens, der in Form der Ostalpen bis zum Bodensee und dann weiter – nun mehr als Westalpen bezeichnet – bis nach Nizza zum Mittelmeer reicht. Für die Stadt Wien liefert(e) der Wienerwald nicht nur (Brenn-)Holz, sondern, vor allem im 19. Jahrhundert, Baugesteine. Damals wie heute ist die Region das wichtigste Ausflugs- und Naherholungsgebiet der Wienerinnen und Wiener und dass mit der Publikation nun auch aktualisierte, geologisch fundierte Unterlagen vorliegen, ist einmal mehr begrüßenswert.

Dieses kompakte Buch mit 202 Seiten und 133 Abbildungen zeichnet sich gegenüber den beiden vorherigen Editionen durch seine reiche Bebilderung und durchgehende Vierfarbigkeit der Abbildungen aus.

Nach einer geologischen Übersichtskarte und der Einleitung, wo große geologische Zusammenhänge und die Entstehung des Gebietes vor dem Hintergrund der Plattentektonik erläutert werden, folgt ab Seite 21 eine detaillierte Darstellung der Tektonik und der Schichtfolgen von Norden nach Süden hin. Hier werden zunächst die großen Einheiten des Helvetischen Deckensystems mit der Hauptklippenzone und des Rhenodanubischen Deckensystems von Hans Egger erläutert. Breiter Raum wird der Erklärung der Trübeströme und der von ihnen abgelagerten Turbidite gewidmet. Fotos mit Kolk-, Schleifund Belastungsmarken und Bilder typischer Spurenfossilien dokumentieren die lithologische Vielfalt der meist ockerfarbenen Sandstein- oder grauen Mergelabfolgen. Bilder von Foraminiferen, Dinoflagellaten und Nannofossilien zeigen die wichtigsten Fossilgruppen für die stratigrafische Einstufung.

Innerhalb der südlich anschließenden Nördlichen Kalkalpen, für deren Darstellung Godfrid Wessely verantwortlich zeichnet, werden zunächst die Tektonik und dann die Schichtfolgen der beiden hier vorkommenden Großeinheiten, Bajuvarikum und Tirolikum, dargestellt.

Ab Seite 65 geht es mit insgesamt 42 Exkursionen, quasi „medias in res“, vorher wird die Leserschaft auf die hier massenhaft vorkommenden Zecken gewarnt, die Frühsommer-Meningitis oder Borreliose auslösen können.

Die Exkursionen sind zweigeteilt, 20 befassen sich mit dem Rhenodanubischen und Helvetischen Deckensystem, 22 liegen in den Nördlichen Kalkalpen. Die Exkursionen beginnen in Wien (Nummer 1 bis 7) und gehen gegen Westen. Beschrieben werden hier neben klassischen Exkursionspunkten, wie dem Naturdenkmal Antonshöhe, dem jungsteinzeitlichen Feuersteinbergbau in Wien (Punkt 1), dem Steinbruch Dopplerhütte (Punkt 9), der Hagenbachklamm (Punkt 10), dem Steinbruch Kritsch (Punkt 24), der Seegrotte (Punkt 31), auch der 2010 eröffnete Geopfad Ramsau bei Hainfeld (Punkt 42) im Westen des Wienerwaldes.

Neben einer detaillierten Beschreibung des Weges, der vielfach durch kleine Skizzen und Angaben der Koordinaten erleichtert wird, sind Aufschlussfotos, wie auch fallweise geologische Karten hilfreich für das Verständnis.

Fazit: Eine gelungene Aktualisierung und Erweiterung von einem der klassischen geologischen Gebiete der Ostalpen vor den Toren Wiens. Möge nun eine Darstellung des Wiener Beckens folgen.

Thomas Hofmann

Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt 23.03.2015

Bespr.: Der Aufschluss Jg. 66/4, 2015 top ↑

Der geologische Führer zum Wienerwald beschäftigt sich mit der Region zwischen Wien und Pyhra bei St. Pölten sowie Tulln und Baden oder St. Veit/Gölsen. Er ist nach dem Vorwort in sechs Kapitel gegliedert. In der Einleitung wird die Region und ihre Ausdehnung, die betrachtet werden soll, kurz vorgestellt. Auch erste allgemeine Angaben zur Allgemeinen und Historischen Geologie des Exkursionsgebietes werden eingeflochten. So erschließt sich ein roter Faden, der durch die weiteren Kapitel begleitet. Das Kapitel zwei leitet mit einer kurzen Einführung zu Kontinenten und Ozeanen, also zur Plattentektonik, hin zu Kapitel drei mit einer Darstellung der Geohistorie der Region im Lichte der Plattentektonik mit Erläuterungen zur Entwicklung der Tethys, des Atlantiks und des Penninischen Ozeans. In Kapitel vier werden dann die Deckenstapel der verschiedenen tektonischen Teilbereiche mit ihren Schichtfolgen ausführlich präsentiert. In Kapitel fünf, Seiten 65 bis 182, stehen Exkursionen in den Wienerwald im Mittelpunkt. Zunächst werden 20 Exkursionspunkte und Wanderungen im Rhenodanubischen und Helvetischen Deckensystem aufgeführt. Sodann erschließen weitere 22 Exkursionspunkte und Wanderungen das Deckensystem der Nördlichen Kalkalpen. Die Ziele sind jeweils mit Hinweisen zu den zugehörigen topografischen Karten und zu weiterführender Literatur versehen. Die Beschreibungen der Streckenführung sind sehr eingehend textlich und mit Rechts- und Hochwerten gestaltet. Zusätzlich gibt es kleine Kartendarstellungen. Zahlreiche Fotos zeigen die geologischen Charakteristika der Aufschlüsse; geologische Detailkarten und Profile ergänzen die Beschreibungen. Mit Kapitel sechs wird auf Regionale Erdwissenschaftliche Sammlungen in Eichgraben und Mödling hingewiesen. Ein Sach- und ein Literaturregister schließen das insgesamt 202 Seiten umfassende Buch ab.
Der Geologische Führer bietet eine fundierte geowissenschaftliche Beschreibung des Exkursionsgebietes. Die komplizierten Zusammenhänge im Hinblick auf die Deckensysteme der Alpen werden anschaulich erklärt und verständlich gemacht. Der Exkursionsteil erschließt das betrachtete Gebiet durch zahlreiche gut beschriebene Lokationen. Die grafischen Darstellungen zu Schichtfolgen und die geologischen Detailkarten sind besonders gut gelungen, da sie auf das Wesentliche reduziert wurden, gut beschriftet sind und mit gelungener Farbgebung versehen sind. Die Fotografien sind sehr anschaulich, einige wenige hätten vielleicht etwas heller im Druck erscheinen dürfen.
Insgesamt ein überaus gelungenes und besonders zu empfehlendes Buch.

Dorothee Mertmann

Der Aufschluss Jg. 66/4, 2015

Bespr.: Wiener Journal 09.01.2015 top ↑

Der Wienerwald - eine uralte Kulturlandschaft, die mindestens seit der Jungsteinzeit besiedelt ist. Die geologische Geschichte dieser Region wird anhand von Aufschlüssen präzise beschrieben und durch 42 Exkursionen veranschaulicht. Nach einer Einführung in die Geologie wird die Entwicklung der Ostalpen anhand farbiger Karten skizziert. Anschließend folgt die Beschreibung der tektonischen Baueinheiten und ihrer Gesteinsabfolgen, illustriert mit farbigen Übersichtskarten und "Schichtsäulenabbildungen". Das Exkursionsgebiet umfasst den gesamten Wienerwald bis ins Traisental. Topographische Detailkarten erleichtern die Orientierung und Routenplanung. Für jede Exkursion sind die geographischen Koordinaten mt Farbfotos angegeben; sowie die Nummern topographischer und geologischer Karten. Auf Öffi-Verbindungen wird besonders hingewiesen.

Wiener Journal 09.01.2015

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Vorwort 1
1. Einleitung 5
2. Kontinente und Ozeane 10
3. Die geologische Geschichte des Wienerwaldes 14
4. Tektonische Gliederung und Schichtfolgen 21
4.1. Das Helvetische Deckensystem 23
4.1.1. Tektonik 23
4.1.2. Schichtfolgen 24
4.2. Das Rhenodanubische Deckensystem („Flyschzone“) 26
4.2.1. Der Begriff „Flysch“ und seine Bedeutung 26
4.2.2. Turbidite und ihre Entstehung 27
4.2.3. Geochronologie und Stratigraphie 34
4.2.4. Tektonik 38
4.2.5. Schichtfolgen 41
4.3. Das Deckensystem der Nördlichen Kalkalpen 54
4.3.1. Tektonik 54
4.3.2. Schichtfolgen 56
5. Die geologischen Exkursionen 65
5.1. Rhenodanubisches und Helvetisches Deckensystem 65
(1) Antonshöhe 65
(2) Roter Berg 68
(3) Rosental 70
(4) Spiegelgrundgasse 73
(5) Kahlenberg 75
(6) Sievering 80
(7) Eichelhofstraße 82
(8) Dombachgraben 84
(9) Steinbruch Dopplerhütte 86
(10) Hagenbach-Klamm 89
(11) Höflein und Klosterneuburg 91
(12) Heuberg bei Pyhra 93
(13) Kerschenbachtal 96
(14) Rainfeld 99
(15) Nutzhof 100
(16) Klammhöhe und Kasberg 104
(17) Steinbruch Gern 111
(18) Türkenstein und Schöpfl 113
(19) Bernau 116
(20) Triestingtal bei Kaumberg 118
5.2. Deckensystem der Nördlichen Kalkalpen 120
(21) Rundweg Wiener Hütte 120
(22) Rundweg Kaltenleutgeben I 126
(23) Rundweg Kaltenleutgeben II 129
(24) Steinbruch Kritsch (Rodaun) 132
(25) Wanderung Tirolerhofsiedlung bei Gießhübl 133
(26) Naturpark Sparbach 138
(27) Mitterwäldchen 141
(28) Grub bei Heiligenkreuz 143
(29) Buchberg und Naglberg bei Alland 145
(30) Groisbach 148
(31) Seegrotte Hinterbrühl 150
(32) Hundskogel bei Hinterbrühl 152
(33) Weissenbach bei Hinterbrühl 153
(34) Wanderung auf den Anninger 154
(35) Ungarstein 157
(36) Wanderung Lindkogel I 160
(37) Wanderung Lindkogel II 163
(38) Wanderung Peilstein 168
(39) Ruine Arnstein 173
(40) Steinbruch Taßhof/Triesting 177
(41) Araburg 179
(42) Geopfad Ramsau bei Hainfeld 182
6. Regionale Sammlungen 183
Zitierte Literatur 185
Sachregister 197
Ortsregister 201