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Tectonic Geomorphology

Proceedings of the Fourth International Conference on Geomorphology, Bologna 1997. Volume III

Ed.: Wolfgang Frisch

1999. 1. edition, IV, 268 pages, 120 figures, 3 tables, 17x24cm, 650 g
Language: English

(Zeitschrift für Geomorphologie, Supplementbände, Volume 118)

ISBN 978-3-443-21118-9, paperback, price: 71.00 €

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geomorphology tectonic erosion paleo landsurface Bologna Italy

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Der vorliegende Band enthält Reviews und ausgewählte Arbeiten der 4. Internationalen Konferenz für Geomorphologie 1997 in Bologna, Italien. Gegenstand dieser Arbeiten sind geomorphologische Eigenschaften und Phänomene in Europa, Ostasien und Amerika.

Content Description top ↑

The present supplement volume contains reviews and selected papers from the 4th International Conference on Geomorphology in Bologna, Italy, in 1997. The subject of these papers are geomorphological characteristics and phenomena in central Europe, eastern Asia and America.

Review: Z. f. Geomorphologie/Annals of Geomorphology 46, 2 (2002) top ↑

Der vorliegende Band enthält (laut Herausgeber) "reviews and selected papers" der Sitzung "Tectonic Geomorphology" und des Symposiums "Geomorphology and Global Tectonics" der 4. Internationalen Konferenz für Geomorphologie in Bologna 1997. Die Beiträge sind regional geordnet und haben - dem Tagungsort Reverenz erweisend - einen "apenninischen" Schwerpunkt, der sowohl den Süd- und Zentral-Apennin als auch den Übergang vom Ligurischen Apennin zur Alpinen Zone betrifft. Der regionalen Schwerpunktbildung wird auch in der Rezension Rechnung getragen.

ASCIONE & CINQUE diskutieren am Beispiel des eindrucksvoll asymmetrischen Süd- Apennin (im Westen hochaufragend und stark reliefiert, im Osten niedriger und insgesamt weniger zerschnitten) die Beziehungen zwischen Tektonik und Reliefformung. Verschiedene. räumlich und zeitlich variierende Ereignisse seit dem späten Miozän sind wahrscheinlich wesentliche Ursachen des komplizierten Reliefaufbaues. In Verbindung mit Veränderungen der Erosionsbasis (Tyrrhenisches Meer) sind beispielsweise nicht nur gleichalte Flächenreste in unterschiedliche Höhen geraten, sondern es wurden solche Abtragungsformen wohl auch zu recht verschiedenen Zeiten gebildet. Während die aufgefüllte Vortiefe und die äußere Gebirgskette seit dem mittleren Pleistozän andauernd herausgehoben werden, ist im Inneren des Gebirgszuges im Spätquartär keine nennenswerte Vertikalbewegung mehr festzustellen. Trotz mancher noch bestehender Unklarheiten sind sich die Verfasser sicher, daß die langfristige geomorphologische Entwicklung des Süd-Apennin nicht konform zu publizierten allgemeinen Modellen verlaufen ist.

In den Abruzzen befassen sich CICCALLI et al. mit der Entwicklung des Beckens von Sulmona, das als Halbgraben gesehen wird. Seine Bildung begann im oberen Pliozän und wartektonisch bedingt - mit lakustrinen und fluvialen Phasen verbunden. Da die einzelnen Stadien auch in vielen anderen Becken zu beobachten seien, könne dieses Becken als typisch für die Entwicklung solcher Formen im Apennin angesehen werden. Indessen: Werden hier nicht doch klimatische Einflüsse zu wenig beachtet? Am Beispiel des Aterno-Tales bemühen sich BASILI et al. um den Nachweis, wie mit Hilfe der Kartierung von Reliefstadien (Terrassenreste etc.) tektonische Fragestellungen besser zu lösen sind. Dazu beitragen können auch Modelle der Flußnetzentwicklung, was von

BELISARIO et al. am Beispiel des Val Roveto und des Val d'Arbia westlich Perugia demonstriert wird. Im Kontaktbereich der Alpinen Zone mit dem Ligurischen Apennin und der Po-Ebene zeigen BIACOTTI et al. die Bedeutung von Strukturdepressionen für die Entwicklung des Gewässernetzes. Dabei erfahren die Einflüsse von Klimaschwankungen ausführliche Würdigung". Strukturdepressionen (intramontane Becken und Halbgräben) spielen auch bei den Untersuchungen und Modellbildungen zur känozoischen Landschaftsgeschichte in den östlichen Pyrenäen (CALVET), im westlichen Iberischen Bergland (LEMARTINAL) und am Rio Fardo in Südost-Spanien (REBEIRO-HARGRAVE) eine bedeutende Rolle. Der Band enthält weiterhin Beiträge über den südöstlichen Peleponnes (MAROUKIAN et al.), die südliche Zentral-Türkei (DILEK et al.), das Nildeltabecken (ABD EL-MOTAAL), den Kyushu-Palau-Rücken in der Philippinensee (MELNICHENKO et al.), das Kobe-Erdbeben (HIRANO), über Mexiko (RAMIREZ-MERRERA et al.) sowie über Kolumbien und Venezuela (AUDEMARD).

Wegen des von der Schriftleitung verständlicherweise vorgegebenen maximalen Referatumfanges ist es unmöglich, auf jeden der durchweg anregenden Beiträge auch nur mit einigen Sätzen einzugehen. Als kritische Anmerkung darf wohl angeführt werden, daß bei manchen (geologischen?) Autoren noch immer zwischen Sedimentfazies und Tektonik ein sicherer Zusammenhang gesehen wird, klimatische Einflüsse oft wenig oder gar keine Berücksichtigung finden.

Aus deutscher Sicht verdienen schließlich zwei Beiträge besondere Aufmerksamkeit, weil beide starken Bezug nehmen auf das Piedmonttreppen-Modell von W. PENCK (1924). Gilt in der deutschen Geomorphologie seit langem, daß dieses Modell "... nicht zu befriedigen vermochte ..." (LOTUS 1979:373), so findet HUGUET in seinem aktuellen Beitrag über den Hunsrück und die Ardennen wie in anderen europäischen Mittelgebirgen entsprechende Formenabfolgen als dominierende Reliefelemente. Immerhin hält er die Annahme einer Bildung verschieden alter Abtragungsflächen bei andauernder Hebung für ablehnungsbedürftig.

CARIGNANO et al. kommen indessen in ihrem Aufsatz über die faszinierende Altflächenlandschaft der Sierra de Cordoba in Argentinien zu dem Schluß, daß die Auffassungen von W. PENCK zumindest für die Zeit vor dem Zerbrechen des Gondwanablocks zuträfen und überdies die volle Reichweite des PENCK'SChell Modells vielleicht erst zukünftig erkannt werde.
Am Schluß bleibt das Bedauern über das Fehlen eines deutschen Beitrags in diesem Band. Soll man darin einen Beleg für die Verabschiedung der deutschen Geomorphologie aus einem nach wie vor hochinteressanten und unerläßlichen Bereich geomorphologischer Forschung sehen?

ARNO SEMMEL, Hofheim am Taunus

Contents top ↑

FRISCH, W.: Preface V
ASCIONE, A. & CINQUE, A.: Tectonics and Erosion in the Long Term
Relief History of the Southern Apennines (Italy) (with 8 figures) 1-16
BASILI, R., BOSI, C. & MESSINA, P.: Paleo-Landsurfaces and Tectonics
in the Upper Aterno Valley (Central Apennines) (with 6 figures) 17-25
CICCACCI, S., D ALESSANDRO, L., DRAMIS, F. & MICCADEI, E.:
Geomorphologic Evolution and Neotectonics of the Sulmona Intramontane
Basin (Abruzzi Apennine, Central Italy) (with 11 figures) 27-40
BELISARIO, F., DEL MONTE, M., FREDI, P., FUNICIELLO, R., LUPIA PALMIERI,
E. & SALVINI, F.: Azimuthal Analysis of Stream Orientations to Define
Regional Tectonic Lines (with 10 figures) 41-63
BIANCOTTI, A., MOTTA, L. & MOTTA, M.: Morphotectonics of the Alpine
Zone at the Contact with the Ligurian and Po Basins (with 7 figures) 65-82
HUGUET, F.: Hunsrück and Ardennes: New Field Data on Piedmont
Benchlands in Variscan Highlands (with 2 figures) 83- 90
CALVET, M.: Rythmes et vitesses d'évolution morphogénétique dans un
orogène alpin. Le cas des Pyrénées orientales franco-espagnoles (avec
3 figures) 91-105
LEMARTINEL, B.: Essai d'évaluation de la dénudation néogene des Monts
Ibériques Occidentaux (avec 4 figures) 107-119
REBEIRO-HARGRAVE, A.: Large Scale Modelling of Drainage Evolution in
Tectonically Active Asymmetric Intermontane Basins using Cellular
Automata (with 6 figures and 2 tables) 121-134
MAROUKIAN, H., PAPANASTASSIOU, D. & GAKI-PAPANASTASSIOU, K.:
Palaeogeographic Evolution and Seismotectonic Implications of the
Broader Area of Eurotas River (Greece) during the Quaternary (with 6
figures) 135-146
DILEK, Y., WHITNEY, D.L. & TEKELI, O.: Links between Tectonic Processes
and Landscape Morphology in an Alpine Collision Zone, South-Central
Turkey (with 9 figures) 147-164
ABD EL-MOTAAL, E.: Neotectonic and Morphotectonic Implications of the
Nile Delta Basin, Egypt (with 13 figures) 165-181
MELNICHENKO, Y., POPOVA, I., S'EDIN, V. & TOCHILINA, S.:
Geomorphologic characteristics of the Kyushu-Palau Ridge, Philippine
Sea (with 4 figures) 183-192
HIRANO, M.: Analysis of Fault Block Movement by the 1995 Kobe
Earthquake (with 8 figures) 193-206
RAMIREZ-HERRERA, M.-T., KOSTOGLODOV, V., SUMMERFIELD, M.A.,
URRUTIA-FUCUGAUCHI, J. & ZAMORANO, J.J.: A Reconnaissance Study of the
Morphotectonics of the Mexican Subduction Zone (with 6 figures) 207-226
AUDEMARD, M., F.A.: Morpho-Structural Expression of Active Thrust Fault
Systems in the Humid Tropical Foothills of Colombia and Venezuela (with
12 figures) 279-244
CARIGNANO, C., CIOCCALE, M. & RABASSA, J.: Landscape Antiquity of the
Central-Eastern Sierras Pampeanas (Argentina): Geomorphological
Evolution since Gondwanic Times (with 6 photos, 5 figures and 1 table)
245-268