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Late Quaternary Geomorphodynamics

Ed.: Karl-Heinz Schmidt; Thomas Vetter

2002. VI, 243 pages, 96 figures, 30 tables, 17x25cm, 620 g
Language: English

(Zeitschrift für Geomorphologie, Supplementbände, Volume 127)

ISBN 978-3-443-21127-1, paperback, price: 74.00 €

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Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Dieser Supplementband umfaßt ein breites Spektrum geomorphologischer Themen, vorgestellt bei der Jahrestagung des Deutschen Arbeitskreises für Geomorphologie im Jahr 2001 in Berlin. Das Hauptthema war die quartäre Landschaftsentwicklung in unterschiedlichen Klimazonen.

Content Description top ↑

This supplement volume shows a wide range of geomorphological topics, discussed at the annual meeting of the German Geomorphological Working Group in 2001 in Berlin. The main theme was the quaternary relief development in different climatic zones.

Bespr.: Zeitschrift für Geomorphologie Neue Folge Band 48, H. 3, 2004 top ↑

Der vorliegende Band enthält Vorträge, die auf der Sitzung des Arbeitskreises für Geomorphologie im Oktober 2001 in Berlin gehalten wurden und die zugleich die breite Spanne geomorphologischer Themen zeigen, die in Deutschland derzeit bearbeitet werden. BESLER berichtet über "The Great Sand Sea (Egypt) during the late Pleistocene and the Holocene", in der man zwischen den im späten Letztglazial durch starke Winde geformten Großdünenkomplexen (draa) und holozänen Dünen deutlich unterscheiden kann. Die draa scheinen zwischen 20 000-10 000 v.h. entstanden zu sein. - RIES schreibt über "Geomorphodynamics on fallow land and abondened fields in the Ebro Basin and the Pyrenees - Monitoring of processes and development" und kann den Nachweis erbringen, dass dort Abflusskoeffizienten bis 80 % auftreten. Die Abtragsraten erreichen bis 460 g/m2 in 30 Minuten. Die geomorphologischen Veränderungen werden entscheidend durch die Vegetationsbedeckung gesteuert. - Über " Holocene landscape evolution of the Büyük Menderes Alluvial Plain in the environs of Myous and Priene (Western Anatolia, Turkey)" berichten BRÜCKNER u.a. und können zeigen, wie stark das Delta des Flusses Mäander in seiner Mündungsbucht in den letzten 1500 Jahren westwärts gegen das Mittelmeer vorgebaut wurde. - Der Aufsatz von HUHMANN & BRÜCKNER zu "Holocene terraces of the upper Dnister. Fluvial morphodynamics as a reaction to climatic changes and human impact" im Gebiet südlich von Lemberg (Ukraine) handelt von zwei spätglazialen und sieben holozänen Terrassen am Dnjestr. Im wesentlichen wird bestätigt, dass der entscheidende Umbruch zwischen dem Spätglazial und dem Holozän erfolgte. Bei den holozänen Terrassen handelt es sich um Umlagerungsvorgänge, wie man sie auch in Mitteleuropa vorfindet.. - BUSSEMER hat seine Aufmerksamkeit den "Periglacial cover-beds in the young moraine landscapes of northern Eurasia" gewidmet. Die Verbreitung des in Mitteleuropa als Geschiebedecksand bekannten Sediments lässt sich auch in Nordeuropa nachweisen, verliert aber nach Osten hin an Bedeutung und wird oft durch eine Lössdecke ersetzt. Frostbodenformen haben für die Entstehung des Geschiebedecksandes nur eine ganz untergeordnete Bedeutung. - Untersuchungen zu "Channel dynamics of a medium sized lowland river (Mulde, Sachsen-Anhalt, Germany)" legt VETTER vor. Sie betreffen die Mulde zwischen Bad Düben und Bitterfeld und betrachten die letzten 150 Jahre. Es zeigt sich, dass künstliche Laufveränderungen nicht zwangsläufig zu Seitenerosion führen müssen. Allerdings erweist sich die Wirkung verschiedener Maßnahmen zur Stromregulierung nicht immer als besonders effektiv. - KELLER & MOSER berichten aus den Alpen über assessments of field methods for rock fall and soil slip modelling" und die Anstrengungen zum Entwickeln unterschiedlicher, für den jeweiligen Typ geeigneter Mess-, Berechnungs- und Modellierungsmethoden, hier speziell für die gravitativen Massenbewegungen an Steilhängen. Das Beispielgebiet liegt bei Garmisch-Partenkirchen. - quantifying sediment transport by avalanches in the Bavarian Alps - first results" war das Thema von HECKMANN u.a. in der gleichen Region. Untersuchungen an 95 Lawinenabgängen in 2000 und 2001 ergaben einen Materialtransport von 1 kg bis 170 t je Lawine; im Einzugsgebiet ergaben sich Werte zwischen 64-327 t/Jahr. Auch über den Transport von Sedimenten während des Abgangs konnten Ergebnisse gewonnen werden. HOFFMANN & SCHROTT haben sich des immer noch unklaren Problems von "Modelling sediment thickness and rockwall retreat in an Alpine valley using 2D-seismic refraction (Reintal, Bavarian Alps)" angenommen und mit Hilfe von 3 postulierten Typen von Talverfüllung versucht, den Rückgang von Felswänden zu erfassen und der dadurch gelieferten Menge an Hangschutt näher zu kommen. Seismische Verfahren zur Ermittlung der Verschüttungsmächtigkeit sind nicht übermäßig zuverlässig. Der heutige Rückgang an Felswänden scheint nur minimal geringer zu sein als während der Kaltzeiten. - SCHROTT u.a. ("Sediment storage in a mountain catchment: geomorphic coupling and temporal variability (Reintal, Bavarian Alps, Germany))" haben eine Erfassung und Beurteilung von Speichern (Schutthalden, Bergstürzen u.ä.) am Oberlauf der Partnach (Reintal) südlich Garmisch-Partenkirchen vorgenommen, wo 2/3 aller Speicher aus Schutthalden oder Schuttkegeln bestehen. Auf ihnen ist in historischer Zeit weithin kein Sedimentaustrag erfolgt. Die Hauptveränderungen erfolgen bei ganz gelegentlichen Bergstürzen. - UNBENANNT berichtet zu "Fluvial sediment transport dynamics in small alpine rivers - first results from two upper Bavarian catchments" im Gebiet um Garmisch-Partenkirchen. Hier erweist sich die Unterschiedlichkeit des Ausgangsgesteins als entscheidend für die Transportmenge. - TERHORST u.a. offerieren "Chronostratigraphische Ergebnisse aus Lössprofilen der Inn- und Traun-Hochterrassen in Oberösterreich" aus der Gegend von Passau und Linz, wo 5-9 m hohe Aufschlusswände im Löss der risseiszeitlichen Hochterrassen untersucht wurden. Die Befunde lassen sich gut mit denen in Deutschland vergleichen. - Den Schluss bildet ein Aufsatz von BREMER über die "Grundlagen geomorphologischer Forschungen im englischen und deutschen Sprachraum". Darin kommt zum Ausdruck, dass die deutschen Geomorphologen mehr von der Beobachtung ausgehen, um daraus ein Modell zu entwickeln, wogegen man sich in England mehr von einem Modell leiten lässt. Der vorliegende gelungene Band enthält interessante Themen aus verschiedenen Teilen Europas oder von Nachbarländern, bietet aber auch einen Einblick in das rezente geomorphologische Geschehen in den Bayerischen Alpen.

HERBERT LIEDTKE, Bochum

Zeitschrift für Geomorphologie Neue Folge Band 48, H. 3, 2004

Contents top ↑

Besler, H.: The Great Sand Sea (Egypt) during the late Pleistocene and
the Holocene (with 7 figures and 3 tables) 1­19
Ries, J. B.: Geomorphodynamics on fallow land and abandoned fields in
the Ebro Basin and the Pyrenees ­ Monitoring of processes and
development (with 5 figures and 4 tables) 21­45
Brückner, H., Müllenhoff, M., Handl, M. & van der Borg, K.: Holocene
landscape evolution of the Büyük Menderes Alluvial Plain in the
environs of Myous and Priene (Western Anatolia, Turkey) (with 2
photos, 6 figures and 1 table) 47­65
Huhmann, M. & Brückner, H.: Holocene terraces of the upper
Dnister. Fluvial morphodynamics as a reaction to climatic changes and
human impact (with 5 figures and 1 table) 67­80
Bussemer, S.: Periglacial cover-beds in the young moraine landscapes
of northern Eurasia (with 2 photos, 15 figures and 3 tables) 81­105
Vetter, Th.: Channel dynamics of a medium sized lowland river (Mulde,
Sachsen- Anhalt, Germany) (with 7 figures and 5 tables) 107­126
Keller, D. & Moser, M.: Assessments of field methods for rock fall and
soil slip modelling (with 6 figures and 1 table) 127­135
Heckmann, T., Wichmann, V. & Becht, M.: Quantifying sediment transport
by avalanches in the Bavarian Alps - first results (with 12 figures
and 3 tables) 137­152
Hoffmann, Th. & Schrott, L.: Modelling sediment thickness and rockwall
retreat in an Alpine valley using 2D-seismic refraction (Reintal,
Bavarian Alps) (with 12 figures and 4 tables) 153­173
Schrott, L., Niederheide, A., Hankammer, M., Hufschmidt, G. & Dikau,
R.: Sediment storage in a mountain catchment: geomorphic coupling and
temporal variability (Reintal, Bvarian Alps, Germany) (with 10 figures
and 1 table) 175­196
Unbenannt, M.: Fluvial sediment transport dynamics in small alpine
rivers ­ first results from two upper Bavarian catchments (with 2
photos, 7 figures and 1 table) 197­212
Terhorst, B., Frechen, M. & Reitner, J.: Chronostratigraphische
Ergebnisse aus Lößprofilen der Inn- und Traun-Hochterrassen in
Oberösterreich (mit 4 Abbildungen und 2 Tabellen) 213­232
Bremer, H.: Grundlagen geomorphologischer Forschungen im englischen
und im deutschen Sprachraum (mit einer Tabelle) 233­243