cover

Karst
Sheets 18 - 21
International Atlas of Karst Phenomena
Union Internationale de Spéléologie

International Association of Geomorphologists
6th International Conference, Zaragoza 2005 - Karst papers

Ed.: Karl-Heinz Pfeffer

2006. VI, 158 pages, 85 figures, 10 tables, 4 maps, 17x24cm, 690 g
Language: English

(Zeitschrift für Geomorphologie, Supplementbände, Volume 147)

ISBN 978-3-443-21147-9, paperback, price: 79.00 €

in stock and ready to ship

Order form

BibTeX file

Contents

Bespr.: Mitt.d.Verb. d. dtsch. Höhlen- u. Karstforscher e.V. Nr. 4/2007 Jg. 53 top ↑

Der vorliegende Band „Karst“ beinhaltet im ersten Abschnitt zwei allgemeine Arbeiten zum „International Atlas of Karst Phenomena“, die die weltweite Verteilung von Karbonatgesteinen von D. FORD und die UIS-Liste der Karst-Oberflächensymbole von P. HÄUSELMANN vorstellen.

Im zweiten Abschnitt werden die neuen Blätter des „International Atlas of Karst Phenomena“, Blatt 18–21 beschrieben. Mit Blatt 18 (J. LAIMER) wird die österreichische Methode der Vulnerabilitäts- und Risikoanalyse alpiner Aquifersysteme am Beispiel der oberösterreichischen Kalkvoralpen vorgestellt. In Blatt 19 (L. PLAN, K. DECKER) wird die quantitative Karstmorphologie des Hochschwabplateaus (Steiermark) untersucht, ein Bereich, in dem die Trinkwasserquellen der Stadt Wien liegen. Das 59 km2 große Kartiergebiet wird in zwei Kartenblättern (Ost, West) dargestellt. Blatt 20 (S. BRÄKER) beschreibt die Landschaftsentwicklung und Landschaftsprozesse in einem alpinen Hochtal der Allgäuer Alpen unter Anwendung einer neuen ökosystemaren Ökotopanalyse. Blatt 21 (K.-H. PFEFFER, S. YONGVANIT, K. KAEN) stellt die Karstregion Khon San im Nordosten von Thailand vor. Klima, Relief, Bodentypen, Geologie, Entwicklung der Landformen und anthropogene Überprägung werden dargestellt und diskutiert. Der dritte Teil dieses Heftes enthält drei Tagungspapiere der 6th International Conference der International Association of Geomorphologists, Zaragoza 2005. J. DE WAELE & P. FORTI beschreiben hier erstmals als neue unterirdische Karstform „Oxidationsöffnungen“ (oxidation vents): innerhalb von Deckenspeläothemen haben sich Öffnungen entwickelt, besondere Korrosionsformen, die sicher nicht durch Korrosion und Kondensation entstandene Kuppeln darstellen. Die Verfasser postulieren die Anwesenheit metallischer Sulfide im Muttergestein der Höhle, längere Oxidationszeiträume, Nicht- Ausgasungsvermögen der entstehenden oxidativen Flüssigkeiten, Existenz von wenigen Rissen in den Speläothemen, durch die die Gase in den Höhlenraum unter epiphreatischen Bedingungen mit der Bildung von Gasblasen entweichen können.

Die nächste Arbeit stellt einen Ansatz zur geochronologischen Höhlenentwicklung an der Kantabrischen Küste (Pindal-Höhle) in NW-Spanien dar (M. JIMÉNEZ-SÁNCHEZ et al.). Erstmals werden die ältesten Speläotheme der Kantabrischen Küste der Pindal-Höhle im Osten von Asturien beschrieben. Mehrere Höhlenevolutionsphasen und Speläothem-Generationen werden unterschieden, Altersbestimmungen vorgelegt und daraus Aussagen über die Hebungsraten des Randes der Kantabrischen Küste abgeleitet.

Die letzte Arbeit zur Geomorphologie der Polje aus dem Karst von Canale di Pirro in Apulien (Süditalien) stammt von M. PARISE. Die Beschreibung oberirdischer und unterirdischer geomorphologischer Erscheinungen und Daten erlaubt das bessere Verständnis der Karstgeschichte dieser 12 x 30 km großen Polje (tektonische Kontrolle mehrerer Verkarstungsphasen durch großräumigere Hebungs- und Senkungsphasen, überwiegend vertikale Höhlen in der Polje, horizontale Höhlen an den Poljeschultern).

Ein interessantes und lesenswertes Werk, das viele neue Ergebnisse grundlegender Karstforschungen vorstellt.

Stephan Marks

Mitteilungen des Verbandes der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V. München, Nr. 4/2007 Jg. 53, S. 124

Bespr.: Zeitschrift für Geomorphologie 52/2 (2008), S. 271 top ↑

The 147th volume of Zeitschrift für Geomorphologie Supplement Issues offers new findings in international karst research. The topic is introduced by Williams and Ford, who document a new global map of the distribution of carbonate rocks and by Häuselmann, who presents an Union Internationale de Spéléologie symbol list for the geomorphological mapping of karst surfaces. Then, in the main part of the volume the editor presents a new part of the International Atlas of Karst Phenomena (Sheet 18 to 21), followed by karst papers from the 6th International Conference of the International Association of Geomorphologists at Zaragoza 2005.

The first principal part of the volume reveals new sheets of the International Atlas of Karst Phenomena: Laimer uses GIS applications to assess karst groundwater vulnerability of a pre-alpine fluviokarst system in Austria (Sheet 18). Plan & Decker describe a convincing approach of quantitative karst morphology. They document karst forms of the Hochschwab plateau, Austrian Eastern Alps, and computed distribution and size in relation to glacial overprints (Sheet 19). Bräker presents an ecotype-analysis of the Northern Limestone Alpes, Germany. Processes and regime-types are derived from a multivariate statistical analysis (Sheet 20). Pfeffer & Yongvanit show the landscape evolution of the Monsoon dominated Khon San karst region and discuss the impact of illegal agro-colonisation which has strongly changed and damaged the eco-system (Sheet 21). The quality of sheets 18 to 21 is very heterogeneous regarding content and layout. Unfortunately, in some sheets the figure captions appear far too small. Colouring and shaping of the thematic maps do not always reach desirable standards. Some explanations and legends of GIS based sheets are difficult to understand. Overall, mainly the contribution of Plan & Decker emphasises the high potential of digital mapping and GIS applications in recent karst research. The focuses of sheets 18 to 21 are influenced by increasing environmental aspects in karst morphological studies. All sheets document approaches in applied geosciences and support the need of geomorphic tools for vulnerability studies and environmental planning.

The second part of the volume deals with Karst research presented at the 6th International Conference of the International Association of Geomorphologists at Zaragoza 2005. The focus is on speleothems, geochronological approaches in karst science and polje morphology. De Waele & Forti describe and discuss the conditions necessary for the formation of cave clouds and bubble trails (Southern Sardinia) in their paper ‘A new hypogean karst form: the oxidation vent’. Jimenez-Sanchez et al. report about some of the oldest Spanish speleothems in their contribution ‘A geochronological approach for cave evolution in the Cantabrian Coast, Northwest Spain’. Three generations of U-Th dated speleothems are distinguished and corresponding uplifting rates of the cave are computed. In the last contribution of the volume Parise uses surface and subsurface geomorphological data to provide a better understanding of the karst history of the Canale di Pirro Karst Polje in Apulia, Southern Italy.

In summary, the volume includes different interesting approaches in karst science. An overall linking topic in karst research is unfortunately missing. Thus, the individual contributions seem a little isolated. However, the volume offers interesting tools in modern karst research including links to geochronological science, neotectonics, and applied environmental science.

Christoph Zielhofer, Köln und Osnabrück

Zeitschrift für Geomorphologie N.F. 52/2 (2008), S. 271

Bespr.: Beiträge zur Hydrogeologie Jg. 2007/08 S. 239-240 top ↑

Der Internationale Atlas der Karstphänomene hatte, seit im Jahre 1960 das erste Blatt erschienen war, zum Ziel, Karst vom klassisch geomorphologischen Standpunkt aus zu behandeln. Die heutige Betrachtungsweise ist durch das Einbeziehen ökologischer Gesichtspunkte insbesondere auch anthropogener Einflüsse umfassender. Nach einer längeren Pause seit 1998 erscheint nun in der Reihe der Supplementbände der Zeitschrift für Geomorphologie wieder ein Band mit neuen Blättern des Internationalen Atlas der Karstphänomene (Blätter 18–21). Eine Übersicht über die bisher publizierten Blätter des Atlas bietet der Vorspann auf den Seiten V–VI.

Der Band beinhaltet in einem ersten allgemeinen Abschnitt eine Übersicht über die globale Verteilung von Karbonatgesteinen und zeigt damit jene Gebiete, die zumindest potenziell verkarstet sein könnten (P. W. Williams & D. C. Ford), und eine Liste der 2006 von der UIS beschlossenen kartographischen Symbolik für Phänomene des Oberflächenkarsts (Ph. Häuselmann).

Im zweiten Abschnitt des Bandes werden vier Artikel vorgestellt, die auch die beigelegten Blätter 18–21 des Atlas zum Gegenstand haben. „Karst groundwater vulnerability assessment in a pre-alpine fluviokarst system“ (H. J. Laimer) befasst sich mit der Vulnerabilitätskartierung eines überwiegend als Grünkarst ausgebildeten Gebietes in der Hallstätter Zone um Bad Ischl in den oberösterreichischen Kalkvoralpen (Blatt 18). In „Quantitative karst morphology of the Hochschwab plateau, Eastern Alps, Austria“ (L. Plan & K. Decker) werden umfangreiche Analysen des morphologischen Inventars der Karstoberfläche des Hochschwab-Plateaus östlich des Meridians von Wildalpen in der nördlichen Steiermark mit statistischen Auswertungen (Dichte, Volumen, strukturgebundene Richtungen) zur Dolinenverteilung vorgestellt. Das Kartenblatt 19 umfasst zwei Teilblätter im Maßstab 1 : 14.000 mit einer klaren und übersichtlichen kartographischen Darstellung der über 12.000 Einzelobjekte umfassenden Oberflächenkarstphänomene. Besonders eindrucksvoll ist auch das Bildmaterial zum Glaziokarst mit zahlreichen Kleindolinen unterschiedlicher Genese, die in die Sohle einer größeren Hohlform, des sog. Ochsenreichkars, eingebettet sind. Der Beitrag „Landschaftsentwicklung und Landschaftsprozesse in einem Hochtal der Nördlichen Kalkalpen (Oberjoch/Allgäuer Alpen)“ (St. Bräker) befasst sich mit ökotopbildenden Landschaftsprozessen und ihrer Klassifikation mittels multivariater statistischer Methoden (Blatt 20). Ausgehend von einer traditionellen Ökotopanalyse mit Kartierung und Reliefaufnahme, Standortanalysen zu Boden und Vegetation sowie Laboranalysen werden die Zusammenhänge mit multivariaten Methoden der Faktoren- und der Clusteranalyse klassifiziert und daraus Prozesstypen (z. B. Bodenwasserregime, Stoffumsatzregime, Klimaregime) extrahiert. Mit einem außeralpinen Raum (Blatt 21) befasst sich die Arbeit „The Karst Region Khon San in Northeast Thailand“ (K.-H. Pfeffer & S. Yongvanit). Die Arbeit vermittelt insgesamt ein abgerundetes Bild eines tropischen Karstgebietes unter geoökologischen (Klima, Vegetation, Geologie, Relief und Bodentypen) und soziogeographischen (anthropogene Einflüsse) Gesichtpunkten.

Der dritte Abschnitt des Supplementbandes ist ausgewählten Karstarbeiten gewidmet, die am 6. Internationalen Kongress der Geomorphologen im Jahre 2005 in Zaragoza vorgestellt wurden. „A new hypogean karst form: the oxidation vent“ (J. De Waele & P. Forti) untersucht am Beispiel von durch Bergbau aufgeschlossenen Höhlen Sardiniens speläo- und minerogenetische Prozesse, die zur Entstehung ungewöhnlicher eher selten auftretender Lösungsformen und sekundärer Mineralaggregate geführt haben. Wände und Höhlendecke sind von cave clouds (wolkenartig ausgebildeten Ausfällungen) bedeckt, wobei diese Speleotheme durch saure Wässer aus der Oxidation von Polysulfiden stark korrodiert sind. Senkrecht zu den Strukturen der cave clouds verlaufende bubble trails (Entgasungsspuren) weisen entlang ihres Verlaufes oder an ihren Mündungen konisch nach innen zulaufende Löcher auf, die als oxidation vents bezeichnet werden. Ihre Entstehung wird auf die Anwesenheit metallischer Sulfide und über längere Zeiträume wirkende Oxidationsprozesse zurückgeführt, wobei der Entgasungsprozess unter epiphreatischen Bedingungen zwar gefördert aber durch abdeckende Speleotheme behindert wird. Der Artikel „A geochronological approach for cave evolution in the Cantabrian Coast (Pindal Cave, NW Spain)“ (M. Jiménez-Sánchez et al.) berichtet über die U-Th- Datierung von Speleothemen aus einer Höhle an der nordkantabrischen Küste, wodurch vier verschiedene Evolutionsphasen und derDer dritte Abschnitt des Supplementbandes ist ausgewählten Karstarbeiten gewidmet, die am 6. Internationalen Kongress der Geomorphologen im Jahre 2005 in Zaragoza vorgestellt wurden. „A new hypogean karst form: the oxidation vent“ (J. De Waele & P. Forti) untersucht am Beispiel von durch Bergbau aufgeschlossenen Höhlen Sardiniens speläo- und minerogenetische Prozesse, die zur Entstehung ungewöhnlicher eher selten auftretender Lösungsformen und sekundärer Mineralaggregate geführt haben. Wände und Höhlendecke sind von cave clouds (wolkenartig ausgebildeten Ausfällungen) bedeckt, wobei diese Speleotheme durch saure Wässer aus der Oxidation von Polysulfiden stark korrodiert sind. Senkrecht zu den Strukturen der cave clouds verlaufende bubble trails (Entgasungsspuren) weisen entlang ihres Verlaufes oder an ihren Mündungen konisch nach innen zulaufende Löcher auf, die als oxidation vents bezeichnet werden. Ihre Entstehung wird auf die Anwesenheit metallischer Sulfide und über längere Zeiträume wirkende Oxidationsprozesse zurückgeführt, wobei der Entgasungsprozess unter epiphreatischen Bedingungen zwar gefördert aber durch abdeckende Speleotheme behindert wird. Der Artikel „A geochronological approach for cave evolution in the Cantabrian Coast (Pindal Cave, NW Spain)“ (M. Jiménez-Sánchez et al.) berichtet über die U-Th- Datierung von Speleothemen aus einer Höhle an der nordkantabrischen Küste, wodurch vier verschiedene Evolutionsphasen und der Zusammenhang mit Hebungsphasen im Küstenbereich nachgewiesen werden konnten. Die Arbeit „Geomorphology of the Canale di Pirro Karst Polje (Apulia, Southern Italy)“ (M. Parise) behandelt deskriptiv ein deutlich strukturgebundenes Polje südöstlich von Bari im apulischen Karst, das mit 12 km Längserstreckung beachtliche Ausmaße erreicht. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die genannten Artikel einen breitgestreuten Querschnitt durch derzeit laufende Forschungsarbeiten im Bereich der Karstmorphologie bzw. Geospeläologie bieten und das beigelegte Kartenmaterial eine weitere Bereicherung der schon bisher erschienenen Blätter des Internationalen Atlas der Karstphänomene darstellt. Ralf Benischke Zusammenhang mit Hebungsphasen im Küstenbereich nachgewiesen werden konnten.

Die Arbeit „Geomorphology of the Canale di Pirro Karst Polje (Apulia, Southern Italy)“ (M. Parise) behandelt deskriptiv ein deutlich strukturgebundenes Polje südöstlich von Bari im apulischen Karst, das mit 12 km Längserstreckung beachtliche Ausmaße erreicht.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die genannten Artikel einen breitgestreuten Querschnitt durch derzeit laufende Forschungsarbeiten im Bereich der Karstmorphologie bzw. Geospeläologie bieten und das beigelegte Kartenmaterial eine weitere Bereicherung der schon bisher erschienenen Blätter des Internationalen Atlas der Karstphänomene darstellt.

Ralf Benischke

Beiträge zur Hydrogeologie Jahrgang 2007/2008 S. 239-240

Contents top ↑

International Atlas of Karst Phenomena V
Williams, P.W. & Ford, D.C.: Global distribution of carbonate rocks (with
1 figure) 1-2
Häuselmann, P.: Symbols for karst surfaces: The UIS list (with 3 figures) 3-7
International Atlas of Karst Phenomena
Sheets 18-21
Laimer, H.J.: Karst groundwater vulnerability assessment in a pre-alpine
fluviokarst system (with 8 figures) 9-27
Plan, L. & Decker, K.: Quantitative karst morphology of the Hochschwab plateau,
Eastern Alps, Austria (with 18 figures and 2 tables) 29-54
Bräker, S.: Landschaftsentwicklung und Landschaftsprozesse in einem alpinen
Hochtal der Nördlichen Kalkalpen (Oberjoch/Allgäuer Alpen) (mit 14
Abbildungen) 55-76
Pfeffer, K.-H. & Yongvanit, S.: The Karst Region Khon San in Northeast
Thailand (with 14 figures and 4 tables) 77-106
International Association of Geomorphologists
6th International Conference, Zaragoza 2005 - Karst papers
De Waele J. & Forti, P.: A new hypogean karst form: the oxidation vent
(with 12 figures and 1 table) 107-127
Jiménez-Sánchez, M., Bischoff, J.L., Stoll, H. & Aranburu, A.: A geochrono-
logical approach for cave evolution in the Cantabrian Coast (Pindal Cave, NW
Spain) (with 5 figures and 2 tables) 129-141
Parise, M.: Geomorphology of the Canale di Pirro Karst Polje (Apulia,
Southern Italy) (with 10 figures and 1 table) 143-158