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Ethnisches Bewusstsein in der Republik Moldau im Jahr 2004
Ethnic Consciousness in the Republic of Moldova in 2004

Karte und Begleitheft deutsch-englisch. Map and accompanying text German-English

Hrsg.: Valeria Heuberger; Peter Jordan; Thede Kahl; Dorin Lozovanu

2010. 79 Seiten, 18 Tabellen, 22x30cm, 450 g
Language: Deutsch

(Atlas Ost- und Südosteuropa, Map 2.10 - MD1)

ISBN 978-3-443-28529-6, brosch., price: 29.80 €

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Republik MoldauethnischAtlasOsteuropaSüdosteuropaVolkszählungRepublic of MoldovaethnicatlasEastern EuropeSoutheastern Europecensus

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Das Heft befasst sich mit der Bevölkerung der Republik Moldau und ihrem ethnischen Bewusstsein. Die Republik Moldau (Republica Moldova) liegt im westlichen Schwarzmeerbecken im östlichen Europa und hat eine Fläche von 33.844 km2. Das Land wird begrenzt durch die Ukraine und Rumänien. Das Territorium der heutigen Republik Moldau war seit der Antike ein Kreuzungspunkt von Handelsstraßen und Heeresverbänden und wies eine große ethnische, sprachliche und religiöse Vielfalt auf.

Content Description top ↑

This issue deals with the population and their ethnic consciousness in the Republic of Moldava. The Republic of Moldava is located in the western Black Sea basin in eastern Europe and covers 33,844 km2. It is bordered by the Ukraine and Romania. Since antiquity, the territory of what is now the Republic of Moldava have been strategically located at the crossroads of several trade and military routes and was characterised by an great ethnic, linguistic and religious diversity.

Bespr.: Zeitschrift für Balkanologie 48 (2012) top ↑

Dieser Atlas enthält einen dt.-engl. Textteil (im Folg. wird nur der dt. Text berücksichtigt) sowie getrennt eine auffaltbare (geograph.) Karte entsprechend der Verwaltungsgliederung von România (östl. Teil mit der Moldau), der Republica Moldova und eines Teils der östl. angrenzenden Ukraïna, Maßstab 1:600.000, mit den "Völker[ n] und ethnische[n] Gruppen (nach dem Bekenntnis)" (Stand 1.3.2004); Kartenredaktion S. Aigner, Th. Kahl, F. Partl, EDV Bearbeitung BI&MA, Bratislava: E. Hrivnáková, Druck: Leukauf, Wien; in Kommission bei Gebr. Borntraeger Verlagsbuchhandlung, Berlin-Stuttgart 2009.

Im einführenden Kapitel "Vorbemerkungen zu Objektivität und Methodik von Karten des nationalen/ethnischen Bewusstseins" (S. 3ff.) wägt P. Jordan zunächst die Kriterien ab, nach denen die Befragten in den offiziellen Erhebungen ihrer subjektiven und auch wechselnden Zuordnungen zu einer bestimmten ethnischen Gruppe erfasst und kartographisch dargestellt werden können, § 1.1 "Subjektive Zuordnung als Objekt der Darstellung"; dies bedeutet im Wesentlichen, dass nationale und ethnische Gruppen keine nach objektiven Merkmalen feststellbare Sachverhalte spiegeln; die individuelle Selbstzuordnung erfolgt zwar oft nach objektiven Merkmalen wie Sprache oder Religion, wird aber auch unter Einfluss der Familientradition, Erziehung, Prestige- oder Opportunitätsdenken durchkreuzt; daher ergeben sich grundsätzlich subjektive Zuordnung nach verschiedenen Gesichtspunkten, die objektiven Merkmalen durchaus widersprechen, wenn politische und gesellschaftliche Umstände sich ändern [dafür ein kleines Beispiel aus der Erfahrung des Rez.: Roma, die bei zufälligem Gespräch in Deutschland einmal nach ihrer Herkunft befragt wurden, bezeichneten sich, im Beisein eines rumän. Kollegen, dessen Identität sie aber nicht erraten konnten, schlicht als "Rumänen"]. Jordan erläutert die Problematik der kartographischen Darstellung der nach dem offiziellen Zensus ausgewerteten (Selbst-) Zuordnungen (§ 1.2) "Filter zwischen Objekt und [demoskopisch-ethnische] Karte [des Atlas]", wo es darum geht, durch eine dreifache Filterung solche [subjektiv motivierten] ethnischen Zuordnungen auszuschließen und das tatsächliche national-ethnische Bewusstsein graphisch darzustellen; folgende Filter sind laut Jordan vorgeschaltet: zunächst die Bereitschaft, das national/ethnische Bewusstsein offen und ehrlich kundzutun - eine Bereitschaft, die "unter repressiven politischen Umständen oder wenn es um die Zuordnung zu wenig angesehenen oder diskriminierten Gruppen geht ..." gering sein kann; zweiter Filter: "die durch die Behörden gewählte Methodik der Zählung und Datenauswertung. Sie kann zwischen den Möglichkeiten der Wahl unter vorgegebenen Zuordnungskategorien und der freien Angabe beliebiger Zuordnungen, zwischen schriftlicher und mündlicher Befragung variieren". Jordan meint, dass unsichere/schwankende Personen - wie bei der in Rumänien üblichen mündlichen Befragung - in die "politisch korrekte" Zuordnung gelenkt werden könnten [einfacher gesagt: der Bürger weiß, welche Antwort er einem Staatsorgan in einer solchen Situation zu geben hat], oder die Behörde fasst bei der Daten-Auswertung einzelne `kleinere` Kategorien zusammen, so die rumän. Praxis, bei der die (exterritorialen) Gruppen der (süddanubischen) Aromunen oder Meglenoromunen als "Rumänen" zusammengefasst würden, eine Praxis, die auch in der Republik Moldau und in der Ukraine üblich sei; dritter Filter: "die Methodik der kartographischen Darstellung"; Karten hätten die Möglichkeit, Daten nach Durchgang durch die beiden ersten Filter - wodurch sie auch verzerrt sein könnten - objektiv und neutral wiederzugeben; Karten seien allerdings immer auch "inhaltlich reduzierte Abbilder der Wirklichkeit. Sie müssen dem Maßstab entsprechend generalisieren und können daher oft kleinste Einheiten und geringfügige Unterschiede nicht erfassen. Das kann sich zum Nachteil mancher nationaler/ethnischer Gruppen auswirken" (S. 3, § 1.2). Prinzipielle Problematik: laut Jordan böten Karten "auch ein weites Feld von Möglichkeiten zur absichtlichen (manipulativen) oder unabsichtlichen (durch nicht fachgerechte oder nachlässige Anwendung der Methodik herbeigeführten) Verzerrungen der verwendeten Datengrundlage". Diese Verzerrungen seien für den Leser der Karten oft nur schwer durchschaubar und umso gefährlicher, als den Karten im Unterschied zu Texten [ist gemeint: der ethno-soziolektalen Beschreibung?] eine "größere Nähe zur `Wirklichkeit`, ein höherer Wahrheitsgehalt zugebilligt wird".

In § 1.3 (S. 3) wägt Jordan die "Stärken und Schwächen der grundlegenden auf ethnische Karten anwendbaren kartographischen Methoden" gegeneinander ab: Flächenmethode, Punktstreuung, Diagrammmethode (S. 4-6); letztere "verbindet als einzige Absolut- mit Relativwertdarstellung. Aus der Größe einer Diagrammfigur (z.B. eines Kreises) und deren Aufteilung in (z.B. farbige) Sektoren kann sowohl die absolute Zahl einer nationalen/ethnischen Gruppe als auch deren Anteil an der Gesamtbevölkerung einer Siedlung oder einer Verwaltungseinheit genau abgelesen werden". Diese Kreise sind hier auf der Karte Ethnisches Bewusstsein 2004 in unterschiedlichem Radius, entsprechend des Bevölkerungsanteils aller Orte, Städte oder kommunalen Einheiten der Republik Moldau, mit Nennung der Ortsnamen, entweder neben oder bei ausreichender Größe innerhalb der Diagrammfigur/Kreis eingezeichnet. Dasselbe gilt für das westlich angrenzende Gebiet Rumäniens, wie auch für die östlich angrenzende Ukraine; in der außerhalb der Karte angelegten Legende ist die Größe der Kreise entsprechend der geogr. Orte/Städte bzw. als Verwaltungseinheiten erfassten Kreise der Gesamtbevölkerung von der kleinsten Diagrammfigur mit 151 erfassten Informanten/Bewohnern bis hin zum größten Kreis der moldawischen Hauptstadt Chisinau mit 712.218 Bewohnern mittels eines "gleitenden Signaturschlüssels" ablesbar; hier hätte sich der in der Kartographie ungeschulte Kartenleser den Hinweis zum Einsatz dieses Schlüssels gewünscht (nach schulerprobter Methode hätte man mittels eines Zirkels den Radius entsprechend der in der Legende eingetragenen Kreisdiagramme abgesteckt); da die Diagrammfigur für Chisinau wegen ihrer im Vergleich zu Balþi, Rîbniþa oder Tîrnauca/Tiraspol (um nur die auf den ersten Blick erkennbar größeren Kreise in Moldawien oder für Iasi, Rumänien, zu nennen) ungleich höheren Bevölkerungszahl einen überproportional großen Kreis verlangt hätte, wurde das Kartensegment für Chisnau außerhalb, an den Rand des topographischen Feldes der Karte gelegt. Das Diagramm Chisinau ist eingeteilt in 5 unterschiedliche Kreissegmente (infra), die proportional die fünf Bevölkerungsgruppen (und damit weitgehend auch die Sprachen) spiegeln: Moldauer, Rumänen, Ukrainer, Russen und Sonstige (laut Legende: "die genannten oder andere Gruppen, wenn sie zusammen den Mindestanteil [scil. der Bevölkerung] von 3% erreichen").

Die Darstellung aller im Bereich der drei Länder erfassten municipiu, oras, comuna (rumän. Singular) in Form von kolorierten Kreisen (einschließlich des proportionalen Anteils ethnischer Minderheiten, ebenfalls in eigener Farbtönung) stellt eine typographische Meisterleistung dar. Dabei überlappen sich, wie etwa im Falle des Großbereiches von Iasi (in der rumän. "Moldau"), mehrere kleinere Kreise wie Miroslava, Redin, Aroneanu, Golaesti, Holboca, Tutora, Tomesti, Bârnova und Ciurea entsprechend ihrer ethnischen Übereinstimmung mit dem Kreis Iasi, reichen dort auch über ihn hinaus, wo sie eigenen Kommunalgrenzen folgen. Dieser Kreis ist, mit Ausnahme der südlichen comuna Ciurea, wo ein kleines Kreis-Segment in dunkelbrauner Farbe (Nr. 12 der Legende) einen kleinen Anteil von Roma (Selbstzuordnung) verzeichnet, ethnisch homogen "Rumänisch"; der auf der Karte erfasste Bereich der rumän. Moldau ist - bis auf drei kleine Kreise mit einem Anteil von Russen/ Lipowanern sowie weiteren Gebieten im Süden mit unterschiedlichem Anteil von Roma - wie Iasi, weitgehend homogen (Farbe Nr. 9, hell-lila für "Rumänen"); eine Ausnahme bildet ein weiteres kleines Segment mit der Farbe 12. Hier stellt der Laie die Frage nach der Quantifizierung/Lesbarkeit eines solchen Kreissegmentes, proportional zum ganzen Kreisinhalt. Im Falle von Ciurea sieht man - rein optisch/ chromatisch - einen relativ schmalen Anteil der Farbe 12, woraus auf einen geringeren Anteil der betreffenden ethnischen Minderheit zu schließen ist; während man in der südlichen Moldau, so in Brahasesti, die Farben 12 : 9 jeweils die Hälfte des (Orts-)Kreises ausmachen, nimmt im Süden, in Slobozia Bradului, die Farbe 12 - geschätzt - fast 3/4 ein. Kehren wir nach Iasi zurück: hier überlappt sich der Kreis über die Nationalgrenze zu Moldawien mit dem Kreis Ungheni, der mit Farbe 10 "Moldauer" (einem hellen Orange gegenüber der lila-rötlichen Nr. 9 der Rumänen) insgesamt für den überwiegenden Teil der Republik leuchtet. Innerhalb des Kreises Ungheni, östlich der Grenze, finden sich zwei Segmente, Nr. 6 (hellblau) "Russen" und 8 (grün) "Ukrainer"; die Farbe Grün deckt weitgehend die ukrain. Kreise; Nr. 8 füllt auch im nördl. Bereich Moldawiens, in den Kreisen wie Mihaileni, Halahora de Sus oder Balcauþi fast den ganzen Kreis aus, wobei Nr. 10, "Moldauer", nur einen geringen Anteil innehat.

Beachtung verdient vor allem der Kreis Chisinau, etwa in der Mitte der Karte durch einen Punkt verortet: rund 3/4 Moldauer (Nr. 10), ein größeres Segment Farbe 6, Russen, etwa die Hälfte im Vergleich zu den Russen umfasst Nr. 8, Ukrainer, dazu Nr. 9 Rumänen, etwa gleichberechtigt mit Nr. 16 "Sonstige". Exemplarisch für die gemischte ethnische Zusammensetzung sollen noch die beiden folgenden Kreise vorgestellt werden: ungefähr im nordwestl. Gebiet das Munizipium (Verwaltungseinheit/ Großstadt) Balþi mit neun, über die Stadt hinausreichenden, kleineren Kreisen, mit Farbe 10 zur Hälfte den Moldauern überlassen, im Südosten des Kreises etwa 1/4 Ukrainer, nordöstl. ein weiteres Viertel Russen und ein nördl. Segment mit "Sonstigen".

Zwei weitere gemischte Bereiche im Südosten zur mold.-ukrain. Grenze hin, links und rechts des Nistru gelegen, heben sich um Tiraspol Nou (Novo-Tirapolski) und Tîrnauc (Ternovka) heraus mit größerem Anteil an Russen, dann Ukrainern, für beide Kreise, vor allem im Westen von Tîrnauc, auch mit einem Anteil an Moldauern; hinzukommen mit Farbe 5 (lindgrün) Bulgaren sowie jeweils ein Segment 15, "nicht deklariert" und 16 Sonstige; gerade das Segment 15 ist für die Hauptstadt Tiraspol und Umgebung der sog. Transnistrischen Region aufgrund ihres politisch-kulturell ungeklärten internationalen Status nicht verwunderlich; es dürfte sich hier um eine größere Bevölkerungsgruppe handeln, die infolge von Herkunft und/oder familiärer Mischung eine genaue ethnische Selbsteinschätzung wie auch die damit verbundene sprachliche Selbstzuordnung im dominanten mold.-ukr. Umfeld nicht treffen wollte bzw. nicht konnte. Die in der Legende angeführte Splittergruppe der Albaner (hellrot, Nr. 1) der "Indogerm. Familie" [zählen die übrigen, wie Rumänen oder Slawen nicht hierzu?] findet man in der südl. Ukraine im Kreis Zovtneve mit etwa 50%, neben Gagausen (Nr. 14) und Bulgaren (Nr. 5) - eine exotische Ansiedlung, ebenso für die Griechen, die im Kreis Veselij Kat (südl. Ukraine) etwa 1/4 des Kreises belegen. Die siedlungspolitischen Besonderheiten, unter denen sich diese Diaspora herausgebildet haben mag, wären (soweit nicht bereits geschehen) vor Ort und Stelle zu klären; aus der vorliegenden Karte sind sie nicht abzulesen. Aus soziolinguistischer Perspektive stellt sich aber - ohne zu spekulieren - die Frage nach der sprachlichen Resistenz beider Sprachen im dominanten Umfeld der Staatsprache. Auf diesen Punkt hatten die Verf. der Karte aber nicht einzugehen.

Entsprechend der nach der o.g. Diagrammmethode dargestellten Relation der ethnischen Zuordnung und deren Benennung nach einem Mindestanteil von 3% wird mit dem schmalen Kreissegment "Sonstige" zweifellos auch der dt. Anteil abgedeckt, der in Tab. 6 "Ethnische Struktur der Dnjestr-Republik" (S. 21) auch genannt wird: der Anteil Deutsch[e] absolut: 2.071 (die Farbe Nr. 11, hellblau für "Deutsche", findet sich auf der Karte im Gebiet der Rep. Moldova nicht) unter Gesamt Einwohnern/ Befragten 555.347 innerhalb Transnistriens (Russen 168.678, Ukrainer 160.069, Moldauer 177.382 u.a.) beträgt in Tiraspol 723 dt. Einwohner, der Rest Dt. verteilt auf sechs weitere Bereiche, unter denen Slobozia mit 496 einen zweiten `Höhepunkt` erreicht (insgesamt sind für Transnistrien, neben Deutsch[en] noch 6.924 "Sonstige" verzeichnet; offizielle Zählung 2004); Deutsche finden wir laut Tab. 8 "Größere national/ ethnische Gruppen in der Ukraine 1989 und 2001" (S. 25) auch in der Ukraine unter Einwohnern insgesamt: 48.052 Mio., Ukrainer 37.541,7 Mio. (= 77,8%), Russen 8.334,1 Mio. (= 17,3%), Weißrussen 275.800 (= 0,6), Moldauer 258.600 (= 0,5) Deutsche 33.300; weiter die in der Legende (Farbe 2, rot) genannten Armenier, Anteil 99.900; weitere Gruppen: Juden 103.600, Georgier 34.200, alle in Anteilen von >1 %; ein letzter Blick gilt dem Südosten Moldawiens mit dem in seinen Grenzen hellrot (Farbe 14) markierten autonomen Gebiet der Altai-Türk-Gruppe der Gagausen (mold. Gagauzia/ türk. Gagauz-yeri/ ukr. Gagauzija); mit der orange-hellen Farbe Nr. 10 der Moldauer und der jenseits der mold.-ukr. Grenze kolorierten Farbe Nr. 8 der Ukrainer kontrastiert das Hellrot der Gagausen in Moldawien in optisch markanter Abtönung; in diesem Gebiet überwiegt das Hellrot der Gagausen zu fast 90% (geschätzt). Die für Rumänien (im Bereich der Moldau), Moldawien und die Ukraine gewählten Farbtöne zur Markierung der ethnischen Bezugseinheiten/Kreise erlauben - wie hier für einige Kreise exemplarisch vorgeführt - eine kontrastive Schau der großräumlichen ethnischen Zuordnung innerhalb der nationalstaatlichen Grenzen; die von den Verf. gewählte aufwendige Kreisdarstellung in differenzierter Chromatik bietet dem (im Kartenlesen) ungeübten Interessenten eine ausgezeichnete Übersicht über die ethnische Verteilung in den untersuchten Gebieten (bezogen auf die demoskopischen Umfragen/Auswertungen des Jahres 2004, innerhalb der Staatsgrenzen vom 1.3.2004), die - nach intuitivem linguistischen Verständnis - zweifelsfrei mit dem Bekenntnis zur sprachlichen Selbstbestimmung korrelieren dürfte. Kommt man als Ausländer zum ersten Mal etwa nach Balþi und hat man die Gelegenheit, mit Moldauern zu sprechen, so hört man dasselbe Moldauisch/Rumänisch, das man westlich des Pruth, etwa in Iasi, schon immer gehört und nachgesprochen hat. Mit Blick auf die (offiziell aufgelistete) demoskopische Verteilung aus dem Jahr 2004 darf man die jahrelange propagierte Pseudo-Erkenntnis einer angeblich neuen "romanischen Sprache", die sich unter russischen Kultureinfluss in der (vormaligen) Sowjetrepublik herausgebildet habe, eine "limba moldoveasca", als eine linguistisch verbrämte Polit- Propaganda bewerten, die sich längst ad absurdum geführt hat; auch konnte die Schreibung von Zeitung und anderen Texten aus dem Alltag der mold. Sowjetrepublik (MSSR) in Kyrillica diesem Phantom kein Leben einhauchen1. Mit dem schlichten Hinweis auf den sprachlichen Alltag in Moldawien hat - umgekehrt - niemand die Existenz oder den Wert der Sprachen der ethnischen Minderheiten in Frage gestellt, schon gar nicht des Russischen.

Nur, welche Sprache spricht ein Moldauer, der neue Staatspräsident (März 2012), wenn er mit einem Fremden spricht, oder wenn er in das Ausland fährt? Spricht er nicht gerade Russisch, heute bevorzugt wohl Englisch, bedarf es dann nicht der Hilfe eines Dolmetschers, um einem Ausländer, der gerade in Chisinau weilt und sein erlerntes Rumänisch `an den Mann bringen will`, jene neue Sprache in das Rumänische zu übersetzen? Sollte man dieses Szenario ernsthaft in Erwägung ziehen, dann besteht Rez. darauf, seine hier anstehenden Sätze in ganzer Österreichischer Sprache zu lesen, um sie dann in das Deutsche übertragen zu lassen!

Man wird bei dieser Gelegenheit den Romanisten Eugenio Coseriu, geboren in Besarabien, als berufenen Verteidiger seiner Muttersprache Rumänisch in ihrer moldauisch- besarabischen Dialektvariante und als vehementen Kritiker jener abstrusen Sprachthese zitieren dürfen:

"A promova sub orice forma o limba moldoveneasca deosebita de limba româna este, din punct de vedere strict lingvistic, ori o greseala naiva, ori o frauda stiinþifica; din punct de vedere istoric si practic, e o absurditate si o utopie; si din punct de vedere politic, e o anulare a identitaþii etnice si culturale a unui popor si, deci, un act de genocid etnico-cultural."2

[Eine wie auch immer vom Rumänischen unterschiedene moldauische Sprache zu fördern, ist unter streng linguistischem Gesichtspunkt entweder ein naiver Fehler, oder eine wissenschaftliche Unterschlagung; in historischer und praktischer Hinsicht ist es eine Absurdität und Utopie, aus politischer Sicht ein Auslöschen der ethnischen und kulturellen Identität eines Volkes und von daher ein ethnisch-kultureller Genozid.]

Auf die allfällige Frage nach dem Einsatz der Umgangssprache in Relation zur jeweiligen ethnischen Selbstbestimmung findet man in der Tab. 5 "Bevölkerungsstruktur nach nationaler/ethnischer Zuordnung und Umgangssprache in der Republik Moldau (außer "Dnjestr-Republik") nach dem amtlichen Zensus der Republik Moldau 2004" (S. 20) interessante Zahlen, die die übliche Annahme nach einer auf ethnisch-sprachlichem Bewusstsein begründeten Identität nicht in vollem Umfang zu bestätigen scheint: unter Gesamt 3.383.332 Mio. Bewohnern finden sich 2.564.849 (ethnische) Moldauer, von denen sich 1.949.318 zu Moldauisch-Sprechern bekennen (von Moldauisch- Sprechern Gesamt 1.988.540, verteilt auf sechs weitere Gruppe wie Ukrainer, Russen, Gagausen, Rumänen, Bulgaren, Sonstige); 128.372 Moldauer geben Russisch (von Russisch Gesamt 540.990) als Umgangssprache an, wobei hier die im familiären, schulischen oder gerade auch im Alltag erworbene wechselseitige bilinguale Kompetenz notiert wird; berücksichtigt man die Umgangssprache Rumänisch, so sind es 475.126 Moldauer (neben den 73.276 Rumänen mit 69.936 Rumänisch-Sprechern), die sich hier eingetragen haben; die genannte Sprachverteilung über (ethnische) Moldauer Gesamt 2.564.849 ist somit - einschließlich Moldauisch-Sprechern (1.949.318), Russisch (128.372) und Rumänisch (475.126) - bis auf minimale Splittergruppen wie Gagausisch, Bulgarisch, Sonstige rein statistisch wieder abgedeckt; nun dürften jene 475.126 Moldauer das soziolinguistische Interesse wecken, die eben "Rumänisch" (wie die Mehrzahl der 73.276 ethn. Rumänen) als Umgangssprache angeben. Man darf davon ausgehen, dass sie diese Angabe in doppelter Hinsicht gewählt haben, einmal im Wissen um die sprachgeschichtliche Identität von "Moldauisch-Rumänisch", was zweitens auch auf die bewusste Ablehnung einer sprachlichen `Besonderheit` des Moldauischen schließen lässt. Im Umkehrschluss kann freilich den 1.949.318 "Moldauisch-Sprechern" nicht die kritiklose Übernahme dieser Sicht unterstellt werden, da hier möglicherweise die Erinnerung an den Namen der Region Moldau in ihrer früheren Ausdehnung immer noch lebendig ist und die schlichte Adjektiv-Ableitung (fem.) "moldoveneasca" von Republica Moldova kein sprachlich-terminologisches Problem darstellte und von daher wohl kaum als eine (politisch) widersprüchliche Bezeichnung empfunden wurde. Die nächst größere Gruppe in Moldawien nach den Moldauern sind die Ukrainer mit Gesamt 282.406 Bewohnern, von denen sich aber weniger als die Hälfte, 118.699, mit Ukrainisch outen (von gesamt 130.144 Ukrainisch- Sprechern); dagegen spricht mehr als die Hälfte der Ukrainer, 141.206, Russisch als Umgangssprache (von Gesamt 540.990 Russisch); wie zu erwarten, erfährt Russisch die höchste ethno-sprachliche Identität: unter 201.218 Russen gesamt bekennen sich 187.526 zu Russisch als Umgangssprache (womit nicht nur die ethn. Abstammung, sondern zugleich auch die politische Bindung/Zugehörigkeit zu Russland demonstriert wird; daraus ist für den Außenstehenden aber kein Einblick in die Motivation für die im Alltag praktizierte bilinguale russ.-mold. Kompetenz abzuleiten, was auch für die Bevorzugung der (ethn.) Ukrainer für das Russische gilt; welche Funktion hat diese Umgangssprache, bei welcher Gelegenheit wird sie verwendet, wie spricht man zuhause? Reklamieren die Sprecher hier bewusst (und aus linguistischer Sicht mit voller Berechtigung) ihre zwei- oder auch mehrsprachige Kompetenz, d.h. Moldauisch als Nationalsprache und Russisch als die Sprache einer (nach wie vor?) politisch-kulturell dominanten Minderheit? Wird damit - unabhängig davon ob gezielt oder unbewusst - auch eine politische Einstellung signalisiert? Nun gilt - laut ethnischer Karte und erwähnten Tabellen - die sprachliche Kombination Mold.- Russ.-Ukr. u.a. bevorzugt in den größeren Ballungsgebieten von Balþi, Rîbniþa, Chisinau oder Tiraspol und wäre damit zugleich auch als politisch-soziales Moment zu werten.

So spiegelt diese Ethnische Karte zweifellos das Ergebnis einer langjährigen Symbiose aus den Jahren der MSSR (ohne dass die Hrsg. ihre Karte auch nur im Ansatz als Basis für sprachpolitische Bewertungen konzipiert hätten; diese hat der Leser/ Interpret zu verantworten). Nach 1945, bis 1989, dürfte eine solche Sprachkompetenz die Voraussetzung für eine politisch-ökonomische Absicherung des Alltagslebens unter der neuen russ. Regierung gewesen sein; oder hat hier nur der Linguist mit der Deutung eines komplexen Zusammenspiels verschiedenster landsmannschaftlichfamiliärer, politisch-kultureller Momente seine Nöte? Von den (mehrsprachigen) Sprechern selbst ist, gerade im Alltag, sicherlich nicht die Kenntnis einer derartigen linguistischen Fragestellung und ihrer Beantwortung zu erwarten. Wie die Karte mit ihrer weiträumigen ethnischen Verteilung der Moldauer (Farbe 10) im Nordosten und im Zentrum der Moldau-Republik zeigt, dürfte dort eine Nachfrage unter der ländlichen und kleinstädtischen Bevölkerung, ob sie "moldauisch" oder "rumänisch" spricht, dagegen auf Unverständnis stoßen. Endlich: die höchste Übereinstimmung von ethischer Zugehörigkeit vs. sprachliche Identität zeigen die Gagausen mit 104.890 zu 102.395 Sprechern.

Als Ergänzung zu der kartographischen Darstellung der ethnischen Zuordnung in den genannten Räumen empfiehlt sich - auch zur Auffrischung bereits bekannter Fakten - die Lektüre des Beitrags von Thede Kahl: "Geographische Grundlagen der Republik Moldau. Lage und Abgrenzung. Naturraum. Bevölkerung und Wirtschaft" (Kap. 2, S. 6-9) sowie von Valeria Heuberger: "Historischer Abriss. Einführung. Die Moldau von der Antike bis zur osmanischen Herrschaft. Von der osmanischen zur russischen Herrschaft. Unter russischer Herrschaft (1812-1918). Unter rumänischer Herrschaft (1918-1940). Der Zweite Weltkrieg" (Kap. 3, S. 9-16); die bereits erwähnten ethnischen Statistiken in dem Kap. 4 "Nationales/ethnisches Bewusstsein in der Republik Moldau und in deren Nachbargebieten" von Dorin Lozovanu/Peter Jordan (S. 17-34) erlauben, gleichsam als historischer Überblick, etwa mit Tab. 2 "Ergebnisse der österreichischen Volkszählungen im Kronland Bukowina" (S. 18) über die Tab. 4 "Nationale/ethnische Struktur der Republik Moldau nach den Volkszählungen der Jahre 1959, 1970, 1979, 1989 und 2004" (S. 19) hinaus und unter Berücksichtigung der Tab. 6 (S. 21), "Ethnische Struktur der Dnjestr-Republik ... 2004" einen durch offizielle Zählungen abgesicherten ethnographisch-demoskopischen Überblick über Geschichte des im vorliegenden Atlas durch aufwändige empirische Untersuchungen beschriebenen Raumes von Ost- und Südosteuropa. So verdient der vorliegende Atlas die uneingeschränkte Anerkennung der an weiteren ethnographischen und soziolinguistischen Detailarbeiten interessierten Fachkollegen. Es muss dabei nicht eigens betont werden, dass die Verf. für ihre Erhebungen ausschließlich die offiziellen nationalen Statistiken eingesetzt haben.

Möglicherweise ließe mit Rückblick auf Puscarius Bd. II seiner Istoria Limbii Române, die Rostirea3, und unter Einbeziehung des Atlasul Lingvistic Moldovenesc4 sowie dialektgeogr. Feldarbeit, der synchrone Bestand des Moldauischen aktualisieren. Quasi als bibliographische Ergänzung zu der umfassenden Bibliographie des Ethn. Atlas (S. 69-78) wird man für die weitere soziolinguistische Arbeit u.a. auch folgende Titel berücksichtigen:

Bochmann, Klaus; Dumbrva, Vasile (edd.): Limba româna vorbita în Moldova istorica, vol. 1, 2002, vol. 2, 2000, Leipzig. Dahmen, Wolfgang: "Rumänisch". In: Nina Janich, Albrecht Greule (Hrsg.): Sprachkulturen in Europa. Ein internationales Handbuch. Tübingen 2002. Schippel, Larissa: "Geschichte von regionalen Varietäten und Stadtsprachen in der Romania: Südromania". In: Gerhard Ernst, Martin-Dietrich Gleßgen, Christian Schmitt, Wolfgang Schweikard (Hrsg.): Romanische Sprachgeschichte/ Histoire linguistique de la Romania, Artikel 216, (HSK 23.3.), Bd. 3. Berlin- New York 2008. 2532-2541. Steinke, Klaus: "Rumänien und Moldau". In: Ulrich Ammon (Hrsg.): Sociolinguistics, International Handbook of the Science of Language and Society, 3. Teilband. Berlin-New York 22006. 1818-1823.

Rudolf Windisch, Berlin

1 Vgl. dazu, einschließl. der russ. Literatur vor 1989: Heitmann, Klaus: "Rumänisch: Moldauisch/ Moldave", in: Lexikon der Romanistischen Linguistik (LRL), Band 3, 1989, § 206, S. 508-521; für die politische Zeitenwende nach 1989 ders.: 1998, Limba si politica în Republica Moldova, Chisinau; s. auch die Bibliographie im Begleitband zur Karte S. 69-78; aus eigener bilingualer mold.-russ. Kompetenz mit dezidierter Kritik an der sowjet. Sprachthese: Bojoga, Eugenia: "Limba "moldoveneasca" si integrare europeana?", in: Contrafort (Chisinau) 7-8 (141-142), iulie-august 2005, Editorial.

2 Coseriu, Eugenio: "Die östliche Latinität", in: H. Förster, H. Fassel (Hrsg.): Kulturdialog und akzeptierte Vielfalt? Rumänien und rumänische Sprachgebiete nach 1918, Stuttgart 1999, S. 197-214, S. 213; zit. nach sintagmele, Revista a Universitaþii de Stat "Alecu Russo" din Balþi, Anul II, nr. 7-10, 2011, p. 24 (Übersetzung Rez.).

3 1959 posthum erschienen in einer Auflage von 250 Exemplaren, mit dem Aufkleber: "Numai pentru uz intern", da die Moldau, Basarabia und Bucovina noch zu Rumänien gehörten und sich die politische Lage nach 1945 grundlegend geändert hatte - was Puscariu (gest. 1948) bei der Konzeption seiner Limba româna, vol. I, Privire generala, Bukarest 1940 (dt. Übersetzung Heinrich Kuen, Leipzig 1944) und der Zeichnung der rumän. Sprachkarten noch nicht ahnen konnte; die Soz. Rep. Rumänien hatte nach 1945 auf der neuen rum.-russ. Freundschaft - unabhängig etwaiger sprachpolitischer Wirklichkeit - aufrichtige Sorge zu zollen; die "Rostirea" ist als unver. Nachdruck 1994 wieder zugänglich.

4 Udler, R.; Kormanitzki, V., Chisinau 1968-1972, 4 Bde. (in Kyrillica); ALR pe regiuni: Basarabia, Nordul Bucovinei, Transnistria, vol. I-II, Chisinau: Stiinþa, 1993, 1998.

Inhalt top ↑

1 Vorbemerkungen zu Objektivität und Methodik von Karten des nationalen/ethnischen Bewusstseins (Peter Jordan) 3
1.1 Subjektive Zuordnungen als Objekt der Darstellung 3
1.2 Filter zwischen Objekt und Karte 3
1.3 Stärken und Schwächen der grundlegenden auf ethnische Karten anwendbaren kartographischen Methoden 3
1.4 Können also ethnische Karten "objektiv" sein? Was rechtfertigt die von uns verwendete Diagrammmethode? 6
2 Geographische Grundlagen der Republik Moldau (Thede Kahl) 6
2.1 Lage und Abgrenzung 6
2.2 Naturraum 7
2.3 Bevölkerung und Wirtschaft 8
Historischer Abriss (Valeria Heuberger)9
3.1 Einführung 9
3.2 Die Moldau von der Antike bis zur osmanischen Herrschaft 10
3.3 Von der osmanischen zur russischen Herrschaft 11
3.4 Unter russischer Herrschaft (1812-1918) 12
3.5 Unter rumänischer Herrschaft (1918-1940) 14
3.6 Der Zweite Weltkrieg 15
Nationales/ethnisches Bewusstsein in der Republik Moldau und in deren
Nachbargebieten
(Dorin Lozovanu, Peter Jordan) 17
4.1 Zur Dokumentation von nationalem/ethnischem Bewusstsein durch ältere
Volkszählungen und ethnische Karten 17
4.2 Zur Darstellung des nationalen/ethnischen Bewusstseins in dieser Karte auf der Grundlage der Volkszählungen der Jahre 2004 (Moldau), 2002 (Rumänien) und
2001 (Ukraine) 18
4.2.1 Moldau 18
4.2.2 Ukraine 25
4.2.3 Rumänien 32
Englische Fassung/English version 35
Bibliographie - Bibliography (Valeria Heuberger, Thede Kahl, Dorin Lozovanu) 69

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1 Introductory remarks on the objectivity and methodology of maps depicting national/ethnic consciousness (Peter Jordan) 37
1.1 Subjective classifications as object of the representation 37
1.2 Filters between object and map 37
1.3 Strengths and Weaknesses of the basic cartographic methods applicable to ethnic maps 37
1.4 Can ethnic maps truly be ,,objective“‘? What justifies the diagram method
employed in this study? 40
2 Geographical outline of the Republic of Moldova (Thede Kahl) 40
2.1 Location and boundaries 40
2.2 Nature 40
2.3 Population and economy 41
3 Historical overview (Valeria Heuberger) 43
3.1 Introduction 43
3.2 Moldova from Antiquity until Ottoman rule 44
3.3 From Ottoman to Russian rule 45
3.4 Under Russian rule (1912—1918) 46
3.5 Under Romanian rule (1918—1940) 48
3.6 World War II 49
4 National ethnic consciousness in the Republic of Moldova and in its neighbouring regions (Dorin Lozovanu, Peter Jordan) 50
4.1 The documentation of national/ethnic consciousness using older censuses and ethnic maps 50
4.2 The representation of national/ethnic consciousness on this map on the basis of the censuses from the years 2004 (Moldova), 2002 (Romania) and 2001 (Ukraine)
4.2.1 Moldova 51
4.2.2 Ukraine 57
4.2.3 Romania 65
Bibliography (Valeria Heuberger, Thede Kahl, Dorin Lozovanu) 69