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Georg Tischler:

Allgemeine Pflanzenkaryologie

Ergänzungsband: Angewandte Pflanzenkaryologie. 6 Lieferungen.

Fortgeführt von: Heinz Diedrich Wulff

1963. 1227 Seiten, 127 Abbildungen, 17x24cm, 3400 g
Language: Deutsch

(Encyclopedia of Plant Anatomy, Band II)

ISBN 978-3-443-39002-0, brosch., price: 166.00 €

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EnzyklopädiePflanzeKaryologieAnatomiePflanze

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Karyologie ist die Wissenschaft vom Zellkern und von den in ihm enthaltenen Chromosomen.
Bereits Roux (1883) hatte intuitiv erkannt, daß die während jeder Mitose vollzogene Längsspaltung der Chromosomen ein Indicium dafür abgibt, daß die aufeinanderfolgenden Chromosomenabschnitte qualitativ ungleich sein müssen oder aber, in unsere heutige Sprache übersetzt, andere Gene enthalten. Dabei dürfen wir nicht vergessen, daß damals noch gar nicht einmal die Bedeutung des Kerns für die Vererbung gesichert war. Zwar hatte bereits Haeckel (1866, S. 288) auf solche Möglichkeit hingewiesen, aber ein positiver Beweis wurde erst ungefähr zwei Jahrzehnte später angebahnt, als Strasburger (1884). O. Hertwig (1884), Nussbaum (1884). Weismann (1885) und Kölliker (1885, 1886) bewiesen hatten, daß die Befruchtung eine Vereinigung zweier Gametenkerne als Basis hat und daß in vielen Fällen das Cytoplasma ganz zurücktreten, vielleicht völlig fehlen könne. so daß dann nur die Kernsubstanzen in die Eizelle übergeführt werden. Trotzdem zeigten Hybridisierungsversuche, daß die Erbanlagen meist in den 8 und 9 Gameten in gleichen Quantitäten vorhanden sein müssen und nur in relativ seltenen Fällen die Vererbungsrichtung mehr von der Mutter als vom Vater bestimmt wird. Während Weismann aber selbst noch 1892 (S. 43) für jede Zellart ein besonderes „Idioplasma“ annahm, hat Kölliker, soweit ich sehe, als erster klar ausgesprochen, daß die Kernsubstanzen in allen Geweben eines Organismus qualitativ gleich sein müssen.
Namentlich an zoologischen Objekten trat in der Folgezeit die Bedeutung des Kerns für die Übertragung der Erbeigenschaften immer deutlicher hervor. So ließ sich durch Experimente bei disperm befruchteten Eizellen von Echinodermen die qualitative Ungleichheit der einzelnen Chromosomen erschließen (Boveri 1902, 1905, 1914). Bei Bastardbefruchtung konnte der Kern des einen Elters dem des anderen an Größe oder Chromatinmenge unterlegen sein, ja selbst ganz aus dem Kopulationsakt ausgeschaltet werden. Auch während der Furchungsteilungen war Ausstoßung der Kernanteile eines Elters möglich, so daß die Vererbungsrichtung einseitig verschoben wurde (Herbst 1909, 1914, Baltzer 1910, O. Koehler 1912 u. a.).

Inhaltsverzeichnis top ↑

Vorwort von G. TISCHLER V
Nachtrag zum Vorwort von H. D. WULFF VII
1. Allgemeines über die Beziehungen der Karyologie zur Genetik. Die Meiose
als Grundlage der Wendelspaltung 1
2. Cherilismus und Mechanik der Chromosomen, besonders in bezug auf
Natur und Lage der Gene 19
3. Phänogenetische Ausblicke 104
4. Die Genom-Mutation 127
a) Die Haploidrassen 127
b) Die Polypleidrassen 145
c) Die Aneuploidrassen 277
d) Die dysploiden Species 310
e) Die Mixoploidie 321
5. Die Chromosomen-Mutationen 342
6. Die permanenten Hybriden 400
7. Die Euhybriden und ihre Sterilitätsphänomene 417
8. Das Burdonen-Problem 501
9. Die Entstehung neuer Arten und Gattungen 504
10. Die Bedeutung der Chromosomenforschung für die Phylogenie 564
Anhang: Beziehungen zwischen Karyologie und Embryologie 631
11. Die Beziehungen der Karyologie zur Ökologie und Geobotanik 635
Nachträgliche Zusätze 705
Zitierte Literatur 776
Verzeichnis der aufgefundenen Druckfehler und sonstigen Unrichtigkeiten 1122
Register der Stellen in Bd. I. auf die in Bd. III Bezug genommen wird 1133
Register der Stellen in Bd. II, auf die in Bd. III Bezug genommen wird 1134
Autorenregister 1140
Register der aufgeführten Pflanzen- und Tierklassen, -Ordnungen, -familien,
-triben und -gattungen 1171
Sachregister 1192