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Burkhard Hofmeister:

Stadt- und Kulturraum Angloamerika

1971. VIII, 341 Seiten, 21 Tabellen, 102 Figuren, 21x28cm, 1300 g
Language: Deutsch

ISBN 978-3-443-39074-7, gebunden, price: 49.00 €

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StadtRaumKulturAmerikaurban

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Auch die Städte Angloamerikas sind durch Superlative gekennzeichnet — wie vieles andere in diesem Kulturraum. Die Skyline ihrer Wolkenkratzerzentren ist ihr auffallendstes Merkmal. Weniger geläufig ist ihre Monotonie und — als Folge ihrer kurzen Geschichte ohne epochale gesellschaftliche Umbrüche — ihre geringe funktionale Vielfalt. Aber wie Städte in anderen Erdteilen kennzeichnen sie damit Wesenszüge der Bevölkerung, die sie geschaffen hat und trägt.

Während die Imponierkraft der Größe weltweit zur Nachahmung verleitet hat, ist es aufschlußreich, den Hintergrund einzelner Erscheinungen genauer zu verstehen. Der zum Teil enormen Wirtschaftskraft in den amerikanischen Städten steht im Vergleich zu europäischen Städten ein oft kärgliches Budget der Stadtverwaltungen mit dementsprechend begrenzten kommunalen Leistungen gegenüber. Ähnlich unausgewogen ist das Verhältnis zwischen Arm und Reich, zwischen Glanz, Luxus und Verfall.

Was in der Alten Welt Könige und Adel an städtebaulicher Repräsentation hinterlassen haben, konnten Stiftungen der amerikanischen Plutokratie nur in Ansätzen schaffen oder gar anhaltend mit Leben und eigenständiger Kultur erfüllen. Mühsam nur setzt sich die zwingende Erkenntnis durch, daß Städte nicht nur Instrumente höchster volkswirtschaftlicher Wertschöpfung auf engstem Raum sind, sondern zugleich komplizierte, sensible Sozialwesen mit Problemen, die nur gemeinschaftlich lösbar sind. Verslumung, Bildungsrückstand und Kriminalität werden bekämpft, sind aber nicht bewältigt. Sie sind Symptome ungesunder Urbanität. Die technische Beherrschung des Milieus macht überzeugendere Fortschritte auf dem gleichwohl noch weiten Weg zum Ziel.

Das Werk ist in der Erwartung konzipiert worden, über die Fülle kennzeichnender Details hinweg die langfristig gültigen Wesenszüge und Entwicklungen sichtbar zu machen, die unabhängig vom schnellebigen Tagesgeschehen sind. Das ist gelungen: die Grundlage zu globalen Vergleichen ist gelegt.

Inhaltsverzeichnis top ↑

1. Einleitung 1
1.1 Bedeutung des kultur-genetischen oder Regionaltyps in der Stadtgeographie 1
1.2 Das vorhandene Material zum Thema Städtewesen im angloamerikanischen Kulturerdteil 2
2. Die Rolle der Stadt in Angloamerika 7
2.1 City, Town, Village und die Konzepte „Urbanized Area" und „Standard Metropolitan Statistical Area" 7
2.2 Von Suburbia zu Interurbia: Megalopolis und Strip City 13
2.3 Der Entwicklungsstand der Wirtschaftssektoren und des Städtewesens 18
3. Wesensmerkmale der angloamerikanischen Stadt 23
3.1 Das geringe Alter 23
3.2 Die Verbreitung geometrischer Grundrisse 37
3.3 Die Bedeutung der Holzbauweise 50
3.4 Die City (Downtown) 56
3.5 Die citynahen Wohn-und Gewerbeviertel (Central Belt) 70
3.6 Die Außenzone und Randgemeinden des Metropolitan Ring 90
3.7 Besonderheiten der funktionalen Ausstattung 112
4. Gegenwärtige Strukturwandlungen 127
4.1 Die heutige Situation und die Anzeichen der Wende 127
4.2 Versuche einer Aufwertung von Downtown 131
4.3 Stadterneuerung und Grundstückserschließung im übrigen Stadtgebiet 168
4.4 Das Kraftfeld am Stadtrand 208
5. Ursprünge, Entwicklungsfaktoren und funktionale Differenzierung der Städte Angloamerikas 233
5.1 Der Südwesten der USA, Kalifornien und die
Felsengebirgsstaaten 234
5.2 Der frankokanadische Kernraum und das Ontarioseeufer 249
5.3 Der neuenglisch-mittelatlantische Siedlungsraum 258
5.4 Der Alte Süden der USA 274
5.5 Die Inneren Ebenen der USA 283
5.6 Der Pazifische Nordwesten der USA und der Westen Kanadas 299
6. Rückblick und Ausblick 313
Schrifttum, Verzeichnis der Figuren und Bilder, Register