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Harro Passarge:

Pflanzengesellschaften Nordostdeutschlands II

Helocyperosa und Caespitosa

[Plant communities of North-Eastern Germany, Vol. II. Helocyperosa and Caespitosa]

1999. XIII, 451 Seiten, 95 Tabellen, 17x24cm, 1080 g
Language: Deutsch

ISBN 978-3-443-50025-2, brosch., price: 28.00 €

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PflanzeHelocyperosaCaespitosaDeutschland

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Dieser zweite Band soll wie bereits der erste möglichst alle bis 1998 in der Natur erkannten beziehungsweise erkennbaren aus Nordostdeutschland hinreichend belegten Pflanzengesellschaften übersichtlich geordnet zusammentragen und kurz durch wissenswerte Fakten charakterisieren und erläutern.

Ausgangspunkt sind wiederum publizierte Vegetationsanalysen und zugehörige ökologische Angaben zahlreicher Bearbeiter. Meine jahrzehntelangen eigenen vegetationskundlichen Erhebungen in allen Bereichen des Gebietes und darüber hinaus führten zu vertieftem Naturverständnis und Vertrautwerden mit wichtigen Gesetzmäßigkeiten der uns umgebenden Lebewelt.

Bespr.:Verhandlungen d. Bot. Ver. v. Berlin u. Brandenburg top ↑

Nur drei Jahre nach dem ersten ist der zweite Band der neuen Übersicht über die Pflanzengesellschaften des nordostdeutschen Tieflands erschienen. Wie im ersten werden Assoziationen und übergeordnete syntaxonomische Einheiten knapp, aber anschaulich mit einem je etwa halbseitigen Text und in Stetigkeitstabellen vorgestellt. Der Text enthält Angaben zur Artenzusammensetzung einschließlich Mengenverhältnissen der wichtigen Arten, zur Ökologie und Verbreitung der Gesellschaften sowie iher Unterteilung nach standörtlichen und geographischen Gesichtspunkten. Dazu kommt eine Einschätzung ihrer Gefährdung. Neu sind Übersichtstabellen über ganze Verbände neben Teilübersichten, die jeweils nur einige Assoziationen umfassen, die dafür standörtlich in Untereinheiten gegliedert sind (in der Regel in Subassoziationen). Das Register am Ende des Bandes listet die beschriebenen Syntaxa sowie fast alle erwähnten Pflanzenarten auf (im ersten Band waren es noch zwei getrennte Register).

Die Assoziationen werden von Passarge wie gewohnt eng gefasst und außer durch die Artenzusammensetzung auch durch die Artmächtigkeit (Deckung) der charakteristischen Arten definiert und gegeneinander abgegrenzt. Die Liste von Assoziationen wird durch diese Vorgehensweise erheblich länger als bei entsprechenden Übersichten aus anderer Hand. Auch in vorliegendem Band werden wieder zahlreiche Gesellschaften neu beschrieben, altbekannte emendiert, also in ihrer inhaltlichen Fassung verändert, die Assoziationen schließlich in Assoziationsgruppen zusammengefasst. Der allgemeine Teil am Anfang ist mit 8 statt vorher 6 Seiten nur geringfügig ausführlicher geraten als im ersten Band, immer noch vermisst werden besonders Hinweise auf grundlegende Arbeiten der "Eberswalder Schule" der Pflanzensoziologie, deren wichtigster noch lebender Vertreter H. Passarge ist. Man hat den Eindruck, ihm sind die beträchtlichen Unterschiede seiner Arbeitsweise zu der großen Mehrzahl seiner Kolleginnen in Mittel- und Westeuropa gar nicht bewusst, da er sich ebenso wie jene auf die "Klassiker" der Pflanzensoziologie beruft (BRAUN-BLANQUET; TÜXEN), deren Unterschiede zu seiner Auffassung (zum Teil sind sie beträchtlich) aber kaum benennt und diskutiert. Und wie andere Adepten der "klassischen Lehre" beruft sich auch Passarge zwar hinsichtlich der Benennungsregeln von Pflanzengesellschaften auf den "Code der pflanzensoziologischen Nomenklatur", befolgt ihn aber im Einzelfall dann oft doch nicht. Gelegentlich fehlt leider die Begründung für syntaxonomische Entscheidungen, etwa diejenige, Großseggenriede als eigene Klasse zu behandeln, statt sie nur auf Ordnungsebene abzutrennen wie sonst üblich. Wie im ersten Band gibt es auch im zweiten schließlich wieder ein gerüttelt Maß an Flüchtigkeits- bzw. Lektoratsfehlern zu bemängeln: Autoren werden nicht richtig geschrieben, Literaturangaben fehlen im Verzeichnis (z. B. LANGER 1994 über Trittrasen, der in Tab. 134 zitiert wird).

Trotz der genannten Mängel ist das Erscheinen des Bandes sehr zu begrüßen; für alle vegetationskundlichen Fragen kommt man im nordostdeutschen Tiefland am "PASSARGE" nicht mehr vorbei. Die Fülle des zusammengestellten Materials ist überaus beeindruckend, und im Hinblick auf ein derartiges Arbeitspensum sind die Flüchtigkeitsfehler und grundsätzlichesn Schwächen des Werks zwar zu bedauern, aber zu verschmerzen. Positiv hervorzuheben ist darüber hinaus wie schon im ersten Band die Aufnahme von Pflanzenarten in das Register, die den Zugriff auf die Vegetationseinheiten und -tabellen ermöglicht, in denen interessierende Arten tatsächlich vorkommen, sowie die neuen Verbandsübersichten, die den direkten Vergleich von Gesellschaften wenigstens auf dieser Ebene ermöglichen (im ersten Band fehlt das; Ordnungs- und Klassenübersichten gibt es aber leider auch jetzt noch nicht). Nicht zuletzt ist der Preis für den Umfang des Buches als recht günstig zu bezeichnen und sicherlich dazu angetan, ihm den gebührenden Platz in den Regalen unteschiedlicher Interessenten zu sichern, von Landschaftsplanern und anderen Praktikern über Hobbybotaniker und Wissenschaftler bis hin zu fortgeschrittenen Studierenden, die sich mit der Vegetation Nordostdeutschlands beschäftigen wollen oder müssen.

Dr. Michael Burkart

Verhandlungendes Botanischen Vereins von Berlin und Brandenburg

Bespr.:Naturschutz im Land Sachsen-Anhalt,37.Jg,H1,2000,S.65 top ↑

Dem im Jahre 1996 erschienenen ersten Band der "Pflanzengesellschaften Nordostdeutschlands" lässt der Autor, der die Entwicklung der Vegetationskunde in diesem Raum über Jahrzehnte entscheidend geprägt hat, nun den zweiten Band folgen.

Hier werden die Cyperaceen-reichen Ufer-Gesellschaften, Röhrichte und Riede (Helocyperosa) sowie die terrestrischen Rasengesellschaften (Caespitosa) beschrieben. Die Begriffe Helocyperosa und Caespitosa stehen für nach Physiognomischen und ökologischen Merkmalen abgegrenzte Pflanzenformationen, die der Autor den floristisch-soziologischen Klassen als sogenannte Coenoformationen überordnet. Bei der Gliederung der Klassen und Verbände findet der mit anderen pflanzensoziologischen Systemen vertraute Leser Bekanntes, aber auch manche Abweichungen. Die Assoziationen sind unter strikter Beachtung des inneren Zusammenhaltes der Artenkombination, der Homotonität nach NORDHAGEN, und damit in der Regel sehr eng gefasst. Die aufgeführten Assoziationen werden durch Stetigkeitstabellen, seltener durch Einzelaufnahmen, näher charakterisiert. Kurze, stets klare und treffende Beschreibungen der Assoziationen, vom Bestandescharakter über Standort, geographische Verbreitung (auch über das unmittelbare Bearbeitungsgebiet hinaus) bis zu Schutzwürdigkeit und Gefährdung vermitteln weitere wertvolle Informationen. Die konsequent enge Fassung der Assoziationen ermöglicht vielfach eine relativ leichte Einordnung vieler konkret im Gelände vorgefundener Pflanzenbestände, allerdings um den Preis eines sehr komplexen Gesamtsystems. Damit steht der Autor im Gegensatz zum derzeit in der Pflanzensoziologie zu beobachtenden Trend zu relativ weit gefassten Assoziationen und weniger diffizilen Systemen. Welche der Vorgehensweisen besser geeignet ist, die Realität abzubilden und praktischen Zwecken zu dienen, wird sich erweisen. Das Werk berücksichtigt neben Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg auch den Nordteil Sachsen-Anhalts, speziell die Altmark sowie die Niederungen von Havel und Elbe.

Es ist jedem an pflanzensoziologischen Fragestellungen Interessierten wärmstens zu empfehlen. Das Buch ist zu einem Preis von 54,00 DM über den Buchhandel zu beziehen.

J. Peterson

Naturschutz im Land Sachsen-Anhalt, 37.Jg, H1, 2000, S.65

Naturschutzarb.inMecklenburg Vorpommern,43.Jg.,H.1,2000,S.47 top ↑

Mit dem vorliegenden Band hat der Autor, welcher ein ausgezeichneter Kenner der Flora und Vegetation Nordostdeutschlands ist, sich der Systematik der Pflanzengesellschaften der Sumpf- und Graslandschaften gewidmet. PASSARGE definiert diese Gruppe von ökologisch-pflanzengeografisch begründeten Vegetationseinheiten als "Coenoformationen". Nach Band I (therophytenreiche Pioniergesellschaften) befasst sich der Autor nun mit den "Helocyperosa" und "Caespitosa".
Eine eigene Systematik der Pflanzengesellschaften verwendend, ist das beachtliche Werk nur teilweise mit der Systematik von POTT (Die Pflanzengesellschaften Deutschlands) oder RUNGE (Die Pflanzengesellschaften Mitteleuropas) vergleichbar. PASSARGE differenziert insbesondere auf Assoziationsebene tiefgründig und stärker auf die Flora des Untersuchungs-Gebietes bezogen (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Nordteil von Sachsen-Anhalt).
Auch wenn seiner Systematik mehr mathematisch-statistische Berechnungen (relative Stetigkeiten von Kenn- und Trennarten) als ökologisch-dynamische Faktoren zugrunde liegen, sind die meisten der definierten Vegetationseinheiten durch Beschreibungen gut nachvollziehbar dargestellt.
Wohltuend sind auch die zahlreichen Vegetationstabellen unter Angabe der Quelldaten. Der Band lädt zum kritischen und vergleichenden Studium der vorgestellten Pflanzengesellschaften ein und bietet auch dem interessierten Hobby-Floristen vielfältige Einblicke in das spezielle Thema der Pflanzensoziologie.
NILS MEYER
Naturschutzarbeit in Mecklenburg Vorpommern, 43. Jg., H.1, 2000, S. 47

Bespr.: Gleditschia, Bd. 28 (2000), No. 1-2, S. 146/147 top ↑

Nach dem 1996 erschienen ersten Band (Hydro- und Therophytosa) ist nun der zweite Band der Pflanzengesellschaften Nordostdeutschlands erschienen. Dieses mehrbändig angelegte Werk ist eine Neubearbeitung der 1964 bzw. 1968 erschienenen "Pflanzengesellschaften des nordostdeutschen Flachlandes" und knüpft an dessen Methodik pflanzensoziologischer Gliederung an. Auch der zweite Teil enthält zwei von acht "Coenoformationen", hinter denen sich die Littorelletea, Isoeto-Nanojuncetea, Phragmitetea, Phragmito-Magnocaricetea, Scheuchzerio-Caricetea, Montio-Cardaminetea, Ammophiletea, Honckenyo-Elymetea Asteretea tripolii, Plantaginetea majoris, Molinio-Arrhenatheretea, Agropyretea repentis, Asplenietea trichomanis und die (in Nordostdeutschland allerdings fehlenden) Parietarietea judaicae verbergen. Auch in der Neubearbeitung verfolgt PASSARGE sein vom sonst in Mitteleuropa praktizierten BRAUN-BLANQUET-Systcm abweichendes syntaxonomisches Konzept, nämlich eine Vegetationsgliederung nach soziologischen Artengruppen unter Aufgabe des Kennarten-Prinzips. Die Nomenklatur ist jedoch mit dem BRAuN-BLANQUET-System identisch. Nach einer sehr knappen Einführung in das Bearbeitungsgebiet und die Methode werden alle Assoziationen und die höherranzigen Syntaxa kurz und stichwortartig beschrieben, mit Angaben zu Struktur, Standort, Verbreitung, regionaler und standörtlicher Untergliederung, Kontakigesellschaften und Gefährdungsgrad. Die Darstellung der Assoziationen und ihrer Untereinheiten erfolgt überwiegend mittels Spalten in Übersichtstabellen mit Stetigkeitsklassen und Deckungsgradspannen. Innerhalb der 14 bearbeiteten Klassen werden 22 Ordnungen, 51 Verbände, 303 Assoziationen, die zu 194 Assoziationsgruppen zusammengefasst sind, sowie eine Reihe von Gesellschaften beschrieben wobei unklar bleibt, wann von Assoziationen und wann von Gesellschaften gesprochen wird. Dabei gelingt es Passarge, 93 Assoziationen neu zu beschreiben, was nach ca. 70 Jahren recht intensiver vegetationskundlicher Erforschung Nordostdeutschlands und angesichts rückläufiger Standorts- und Biodiversität verwundert. Diese Ausrichtung steht im Gegensatz zur übrigen mitteleuropäischen Syntaxonomie, die sich seit Anfang der 90er-Jahre erfolgreich bemüht, die Beschreibung neuer Syntaxa einzudämmen und die unübersehbare Zahl der beschriebenen regionalen Einheiten zu wenigen, klar abgegrenzten und daher nachvollziehbaren Assoziationen zusammenzufassen (s. z.B. Synopsis der Pflanzengesellschaften Deutschlands). Der eigentliche Sinn des pflanzensoziologischen Systems, eine leicht überschaubare Gliederung, die die realen Vegetationsverhältnisse übersichtlich abbildet, geht dagegen bei Passarge abermals verloren. Dass auch Gesellschaften aufgeführt sind, die in Nordostdeutschland nicht vorkommen, zeigt, dass die Liebe zum System gegenüber dem o. g. zentralen Ziel einer Vegetationsübersicht überwog.

Trotz der genannten Kritikpunkte ist das Werk als sehr reichhaltige Materialsammlung, in der die regionale pflanzensoziologische Literatur bis in die zweite Hälfte der 90er-Jahre einbezogen ist, auch über Nordostdeutschland hinaus zu empfehlen.

T. HEINKEN, Berlin

Gleditschia, Bd. 28 (2000), No. 1-2, S. 146/147

Bespr.:Flora, vol.195,no.4,Dec.2000,p. 195/196 top ↑

PASSARGE legt hiermit den zweiten Band seiner 1996 begonnenen Übersicht über die Pflanzengesellschaften Nordost deutschlande vor. Während im ersten. mit 298 S. etwas dünneren Band die "Hydro- und Therophytosa", also die Wasserpflanzen- und die Therophytengesellschaften, behandelt wurden, sind Gegenstand des vorliegenden Bandes die Ufer-, Röhricht-, Sumpf- und Moorgesellschaften sowie die terrestrischen Rasengesellschaften (allerdings ohne die Trockenrasen) Das Untersuchungsgebiet - Ost-Elbien im Diktum des Verfassers - umfaßt die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin, sowie den nördlichen Teil von Sachsen-Anhalt. Auf wenige einführende Seiten folgt der Hauptteil, in welchem die Vegetationseinheiten nach einem hierarchischen System abgehandelt werden. Zu jedem Verband gibt es eine Übersichtstabelle, darüberhinaus dokumentieren genauere Tabellen geographische und standortsabhängige Abwandlungen. Dabei handelt es sich jeweils um vollständige Stetigkeitstabellen mit zusätzlicherAngabe der mittleren Mengenspanne. Der Autor hat allein für diesen Band mehrere tausend, wenn nicht sogar über zehntausend Vegetationsaufnahmen zusammengetragen, geordnet und diskutiert - eine gewaltige Leistung! Der Wert dieses Werkes beruht in hohem Maße auf der zusammenfassenden Darstellung einer so großen Zahl bzgl. der Autoren und der räumlichen Herkunft breit gestreuter Vegetation.saufnahmen. Damit ist eine hervorragende Übersicht über die Vegetation Nordostdeutschlands gegeben. Jeder Interessierte kann sich zugleich für einene Arbeiten sehr rasch einen Uberblicli Siber Literaturquellen mit Original-Vegetationstabellen verschaffen. Der Text zu den einzelnen Assoziationen ist knapp gefaßt: der Autor benennt die bezeichnenden Arten und beschreibt die Bestandes-Physiognomie; es folgen Hinweise auf Untergliederungen in geographischer und standörtlicher Hinsicht. sowie eine Einschätzung der Gefährdungssituation. Einige der vorgestellten Assoziationen und viele der Subassoziationen werden hier neu vom Autor beschrieben und durch Angabe eines nomenklatorischen Typus validisiert. Bei dem vorliegenden Werk handelt es sich um eine stark ergänzte und ausgebaute Neuauflage. denn bereits 1964/1968 erschienen die "Pflanzengesellschaften des nordostdeutschen Flachlandes" "I" und "II" als Bd. 13/16 der Reihe Pflanzensoziologie mit PASSARGE als alleinigem bzw. als erstem Autor. Während damals gut 660 Seiten ausreichten. um die aus dem Untersuchungsgebiet belegten Vegetationseinheiten tabellarisch darzustellen undzu beschreiben, ist diese Seitenzahl mit den beiden neuen Bänden schon deutlich überschritten, obwohl erst gut die Hälfte des Stoffes abgedeckt ist. 1964 wurde z.B. die Klasse der Phragmitetea auf 20 Seiten abgehandelt, 1999 widmet PASSARGE ihr (nun aufgespalten in 2 Klassen) 108 Seiten, ohne daß der Text ausschweifender geworden wäre. Zweifellos hat die erste zusammenfassende Darstellung der Pflanzengesellschaften Nordostdeutschlands zu vegetationskundlichen Studien angeregt, so daß nunmehr ein sehr viel umfangreicheres und umfassenderes Aufnahmematerial für eine Synopse zur Verfügung steht.

Bei einem Blick in das Inhaltsverzeichnis des zu besprechenden Bandes fällt sofort eine Besonderheit in der pflanzensoziologischen Nomenklatur auf: die angeführten Gesellschaftsnamen sind nicht wie üblich zumeist aus 2 Artnamen zusammengesetzt, sondern leiten sich von dem Namen nur einer Art ab. Beim weiteren Nachlesen stellt man fest. daß diese Namen Assoziationsgruppen bezeichnen. Dabei entspricht die Zahl der Assoziationsgruppen etwa der Zahl der gewöhnlich akzeptierten Assoziationen. So führt R. POTT (1995: Die Pflanzengesellschaften Deutschlands. Stuttgart: Ulmer Verlag) in der Klasse der Littorelletea 13 Assoziationen und Gesellschaften. während PASSARGE für sein viel kleineres Arbeitsgebiet 11 Assoziationsgruppen in l9 Assoziationen unterteilt. Dahinter steckt eine ganz eigene Grundidee der Synsystematik. Das in weiten Kreisen akzeptierte pflanzensoziologische System baut auf Charakterarten auf welche über ihren Treuegrad definiert sind. Die Zahl der Assoziationen ist auf ein überschaubares Maß begrenzt, indem jede Assoziation (außer der Zentralassoziation eines Verbandes) mindestens eine Art aufweisen muß. die dort ihren Vorkom mensschwerpunkt besitzt. PASSARGE hingegen argumentiert, daß die pflanzensoziologische Grundeinheit der Assoziation sich durch eine hohe Homotonität (Anteil der gemeinsamen Arten) auszeichnen sollte und daß auch der Bauwert der Arten bei der Synsystematik zu berücksichtigen sei. Er sieht es als Vorzug seines Systems. daß damit eine viel größere Anzahl an Assoziationen beschrieben werden bannt Tatsächlich ist mit der Angabe einer .Assoziation nach PASSARGE eine sehr genaue Aussage über die vorzufindende Artenkombination getroffen. Aber die Anzahl der Grundeinheiten ist so groß. daß es selbst für versierte Vegetationskundler schwer sein dürfte. den Überblick nicht zu verlieren. Die größere Breite der auf Charakterarten basierenden Assoziation ist für eine genaue vegetationskundliche Einordnung insofern kein Hindernis. als ja eine beliebige Unterteilung in homotonere Untereinheiten möglich ist. Wenn sich auch bei dem auf Charakterarten aufbauenden System immer wieder Ungereimtheiten ergeben. besitzt es doch den großen Vorzur vergleichsweise überschaubar und damit anwendungsfreundlich zu sein. Jeder Versuch mit einem hierarchischen System die realeVegetationsvielfalt zu beschreiben. muß zwangsläufig an Grenzen stoßen. Der Außenwirkung und damit der praktischen Bedeutung der Pflanzensoziologie käme dennoch eine Einigung auf ein (wenn auch immer unvollkommenes) System mit Sicherheit zugute!

Die Tabellen PASSARGES sind horizontal nach Artengruppen gegliedert. Bei diesen Artengruppen sind Arten ähnlichen ökologisch-soziologischen Verhaltens- zusammengestellt. Die Artengruppen sind nicht fest definiert und variieren selbst zwischen den Tabellen eines Verbandes (z.B. bilden Molinia caerulea und Callunna vulgaris in Tab. 113 und 114 eine Artengruppe während sie in Tab. 115 verschiedenen Artengruppen zugeteilt sind). Die Artengruppen werden nicht benannt oder näher erklärt. und es gibt auch keine Literaturverweise. Andererseits kommen die Artengruppen auch dem Vegetationskundler sehr bekannt vor der normalerweise mit dem auf Charakterarten basierenden System umgeht - die Artgruppierungen überschneiden sich weitestgehend.

Die Interpretation der Tabellen ist recht mühsam, da die differenzierenden Artengruppen weder zusammengestellt noch optisch hervorgehoben sind. Für ein häufig in den Übersichtstabellen anstelle einer Stetigkeitsangabe stehendes "d" konnte die Rezensentin keine Erläuterung finden. Eine Anfrage beim Verfasser ergab, daß hiermit Arten gekennzeichnet wurden, die nur in einer von 2 oder mehreren Subassoziationen vorkommen.

Alles in allem ist es sehr erfreulich, daß hier wiederum eine aktuelle und grLindliche vegetationskundliche Übersicht für einen großen Teil Deutschlands entsteht. Alle an der Vegetationskunde Interessierten hoffen mit Sicherheit darauf, daß das Werk in naher Zukunft durch die noch fehlende Übersicht über die Trockenrasen, die Kraut- und Staudengesellschaften. sowie die Zwergstrauch-, Gebüsch- und Waldgesellschaften ergänzt werden wird.

A. GRÜTTNER, Halle (Saale)

Flora, vol.195,no.4,Dec.2000,p. 195/196

Bespr:Berichte d.Bayerischen Botanischen Gesellsch., Band 71, Juli 2001 top ↑

In Band 69/70 unserer Berichte war bereits der erste Band dieser völligen Neubearbeitung derPflanzengesellschaften des Nordostdeutschen Flachlandes besprochen worden. Er behandelt dieCoenoformationen (Gruppen von Vegetationsklassen mit ähnlichen Wuchs- und Lebensformen) der Helocyperosa und Caespitosa, d.h. an Cyperaceen und anderen Grasartigen reiche Ufer- und Sumpfpflanzen-Gesellschaften sowie terrestrische Grasfluren und Rasengesellschaften. Folgende Klassen weisen im bearbeiteten Gebiet (im Text von PASSARGE oftOstelbien genannt) größeren Umfang auf, nehmen also im Buch größeren Raum ein: Phragmitetea (die Magnocaricetea werden als eigene Klasse geführt), Scheuchzerio-Caricetea, Plantaginetea majoris (inklusive der Agrostietalia stoloniferae), Molinio-Arrhenatheretea und Agropyretea repentis. Aufmachung und Umfang der Darstellung sind mit der in Band I nahezu identisch: Die differenzierenden Arten(-gruppen) werden genannt, die geographische und standörtliche Variabilität, teilweise auch über Ostelbien hinaus geschildert, und Anmerkungen zu Kontaktgesellschaften und zur Gefährdungssituation gemacht. Die Stetigkeitstabellen fassen ähnliche Assoziationsgruppen zusammen, differenziert bis zu geographischen Rassen und Subassoziationen. Zusammenfassend reichen die Tabellen allerdings nur bis zur Ebene der Verbände, sodaß man sich den Überblick über z.B. eine gesamte Klasse selbst erarbeiten muß. Die Knappheit des Textes führt manchmal zu miß-, selten auch zu unverständlichen Sätzen.

Auch wenn der Verfasser für das Gebiet jeweils nur eine einzige seiner sehr eng gefaßten Assoziationen unterscheidet, führt er eine übergeordnete, ebenfalls als Assoziation benannteAssoziations-Gruppe an. Zahlreiche Assoziationen werden neu beschrieben; die Gültigkeit von Namen wie Sparganio erecti-Typhetum latifoliae Schmidt 81 ass. nov. ex hoc. loc. bleibt allerdings nachzuprüfen. Für das ebenfalls neu beschriebene Thalictro flavi-Hierochloëtum odoratae (Klemm et König 93) ass. nov. z.B. wird der vom Code verlangte Holotypus nicht angegeben.

Einige bei der flüchtigen Durchsicht entdeckte Kleinigkeiten schmälern den Gebrauchswert des Bandes kaum: Das in manchen Übersichts-Tabellen anstelle eines Stetigkeitswertes auftauchende d wird nicht erklärt, vermutlich heißt es differenzierende Art. Daß die Vegetationsunterschiede zwischen Sphagnum cuspidatum- und S. fallax-Decken sehr gering seien (S. 178), läßt sich aus süddeutscher Sicht nicht recht nachvollziehen. Auf S. 223 wird für das Parnassio-Caricetum pulicaris von Schwarzwald und Erzgebirge ein Hieracium auriculatum genannt, gemeint ist sicher H. lactucella. Die auf S. 6 genannte, numerische objektive Bemessungsgrundlage (Abweichungen von ca. 5% der mittleren Artenzahl - Variante bzw. geographische Rasse, von etwa 10% - Subassoziation oder geographische Vikariante, von um 25% - vikariierende Assoziation) dürfte in dieser Form wohl zu schematisch sein.

Wie im ersten Band ist das Register der Arten, das jedes Vorkommen in Tabellen oder in Einzelaufnahmen im Text erschließt, für den Benützer besonders wertvoll. Ich kann nur mit den gleichen Sätzen wie bei der Besprechung des ersten Bandes schließen: Auch wer mit dem Arbeitsansatz und den Gliederungsvorschlägen des Verfassers im einzelnen nicht übereinstimmt, wird das Buch mit Gewinn nutzen können und sei es nur die große Fülle des vorgelegten Aufnahmematerials. Es ist zu wünschen, daß weitere Bände in rascher Folge erscheinen können.
F. Schuhwerk
Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft, Band 71, Juli 2001

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Inhaltsverzeichnis
Vorwort V
Erläuterungen zu Abkürzungen und Tabellen XIII
Untersuchungsgebiet 1
Pflanzengesellschaften 4

Coenoformation: Helocyperosa 8
Klasse: Littorelletea 9
Verband:Littorellion uniflorae 10
Littorelletum uniflorae 10
Verband:Eleocharition acicularis 13
Eleocharitetum acicularis 14
Alismatetum graminei 17
Eleocharitetum parvulae 18
Pilularietum globuliferae 18
Apietum inundati 20
Isolepidetum fluitantis 21
Verband: Eleocharition multicaulis 22
Eleocharitetum multicaulis 22
Deschampsietum setaceae 25
Verband: Hydrocotylo-Baldellion 26
Baldellietum ranunculoidis 26
Juncetum bulbosi 28
Klasse: Isoeto-Nanojuncetea 30
Verband: Elatino-Eleocharition ovatae 30
Caricetum bohemicae 32
Juncetum tenageiae 34
Gypsophiletum muralis 35
Limoselletum aquaticae 38
Schoenoplectetum supini 40
Peplidetum portulae 41
Verband: Nanocyperion 42
Cyperetum fusci 44
Juncetum bufonii 45
Verband: Radiolion linoidis 48
Radioletum linoidis 48
Cicendietum filiformis 49
Centunculetum minimi 52
Illecebretum verticillati 52
Hypericetum humifusi 53
Isolepidetum setaceae 54
Klasse: Phragmitetea 58
Verband: Phragmition australis 59
Schoenoplectetum lacustris 59
Schoenoplectetum tabernaemontani 63
Typhetum latifoliae 64
Typhetum angustiloliae 66
Phragmitetum australis 67
Cladietum marisci 72
Verband: Cicution virosae 73
Caricetum pseudocyperi 73
Calletum palustris 75
Menyanthetum trifoliatae 77
Verband: Equisetion fluviatilis 78
Equisetetum fluviatilis 78
Eleocharitetum palustris 79
Hippuridetum vulgaris 82
Oenanthetum fistulosae 83
Eleocharitetum mamillatae 83
Verband: Bolboschoenion maritimi 84
Bolboschoenetum maritimi 86
Schoenoplectetum tabernaemontani 90
Verband: Bolboschoeno-Eleocharition uniglumis 91
Eleocharitetum uniglumis 91
Hippuridetum vulgaris 93
Caricetum distichae 94
Verband: Phalarido-Glycerion maximae 95
Glycerietum maximae 95
Acoretum calami 101
Sparganietum erecti 103
Verband: Glycerio-Sparganion 104
Glycerietum fluitantis 105
Leersietum oryzoidis 107
Sparganietum neglecti 109
Catabrosetum aquaticae 110
Glycerietum notatae 111
Nasturtietum microphylli 111
Beruletum erectae 113
Veronicetum anagallidis-aquaticae 115
Verband: Oenanthion aquaticae 116
Oenanthetum aquaticae 116
Rorippetum amphibiae 118
Sietum latifolii 120
Alismatetum plantaginis-aquaticae 121
Verband: Eleocharito-Sagittarion 121
Sparganietum emersi 122
Butometum umbellati 124
Klasse: Phragmito-Magnocaricetea 125
Verband: Caricion gracilis 125
Phalaridetum arundinaceae 128
Scirpetum radicantis 131
Scolochloetum festucaceae 132
Caricetum vulpinae 133
Caricetum gracilis 134
Caricetum distichae 135
Caricetum vesicariae 138
Caricetum atherodis 139
Caricetum acutiformis 140
Caricetum ripariae 144
Verband: Magnocaricion 145
Caricetum elatae 148
Caricetum paniculatae 152
Caricetum appropinquatae 153
Caricetum rostratae 157
Calamagrostietum canescentis 161
Caricetum lasiocarpae 162
Cladietum marisci 163
Klasse: Scheuchzerio-Caricetea 167
Verband: Rhynchosporion 167
Rhynchosporetum albae 169
Rhynchosporetum fuscae 171
Scheuchzerietum palustris 171
Caricetum limosae 174
Lycopodielletum in undatae 175
Juncetum bulbosi 177
Eriophoretum angustifolii 178
Verband: Caricion lasiocarpae 179
Caricetum chordorrhizae 179
Caricetum diandrae 184
Caricetum lasiocarpae 185
Caricetum rostratae 187
Caricetum elatae 189
Calletum palustris 190
Verband: Caricion nigrae 190
Caricetum paniceae 191
Caricetum nigrae 194
Caricetum canescentis 195
Caricetum hartmanii 197
Verband: Comaro-Juncion 197
Juncetum acutiflori 199
Juncetum effusi 200
Juncetum filiformis 203
Calamagrostietum canescentis 204
Verband: Caricion davallianae 205
Calamagrostietum strictae 208
Caricetum lepidocarpae 209
Caricetum serotinae 212
Eleocharitetum quinqueflorae 216
Juncetum subnodulosi 216
Juncetum alpini 218
Caricetum dioicae 219
Caricetum buxbaumii 222
Caricetum pulicaris 223
Schoenetum nigricantis 224
Schoenetum ferruginei 225
Klasse: Montio-Cardaminetea 227
Verband: Cardamino-Montion 227
Cardaminetum amarae 227
Chrysosplenietum oppositifolii 230
Verband: Cratoneurion 230
Cratoneuretum commutati 231
Coenoformation: Cespitosae 232
Klasse: Ammophiletea 232
Verband: Agropyro-Honckenyion 233
Agropyretum juncei 233
Verband: Ammophilion 235
Ammophiletum arenariae 235
Klasse: Honckenyo-Elymetea 237
Verband: Honckenyo-Elymenion 237
Honckenyetum peploidis 237
Agropyretum acuti 238
Agropyretum obtusciusculi 238
Crambetum maritimae 239
Klasse: Asteretea tripolii 241
Verband: Puccinellion maritimae 241
Puccinellietum maritimae 242
Limonietum vulgaris 244
Verband: Puccinellio-Spergularion 244
Puccinellietum distantis 245
Juncetum ranarii 246
Verband: Armerion maritimae 247
Festucetum salinae 247
Artemisietum maritimae 249
Juncetum gerardii 250
Blysmetum rufi 253
Verband: Glauco-Juncion maritimi 254
Juncetum maritimi 255
Caricetum extensae 257
Verband: Loto-Trifolion fragiferi 258
Caricetum distantis 258
Trifolietum fragiferi 261
K]asse: Plantaginetea majoris 262
Verband: Lolio-Plantaginion 262
Lolietum perennis 264
Cichorietum intybi 265
Poetum compressae 266
Agrostietum tenuis 266
Juncetum tenuis 269
Verband: Plantagini-Prunellion 270

Potentilletum reptantis 271
Prunelletum vulgaris 271
Verband: Potentillion anserinae 273
Agrostietum stoloniferae 273
Alopecuretum geniculati 277
Glycerietum fluitantis 280
Inuletum britannicae 281
Juncetum inflexi 281
Juncetum compressi 284
Apietum repentis 285
Menthetum suaveolentis 287
Odontitetum volgaris 288
Potentilletum anserinae 288
Ranunculetum repentis 289
Gratioletum officinalis 290
Rumicetum obtusifolii 290
Juncus atratus-Ges 292
Verband: Glauco-Festucion arundinaceae 293
Festucetum arundinaceae 293
Hordeetum secalini 295
Poetum subcaeruleae 298
Puccinellietum distantis 299
Klasse: Molinio-Arrhenatheretea 303
Verband: Calthion palustris 303
Cirsietum oleracei 306
Cirsietum rivularis 307
Hierochloetum odoratae 310
Juncetum subnodulosi 311
Caricetum cespitosae 314
Holcetum lanati 315
Brometum racemosi 316
Juncetum acutiflori 317
Juncetum filiformis 320

Juncetum effusi 320
Scirpetum sylvatici 321
Verband: Molinioncaeruleae 324
Eu-Molinietum caeruleae 324
Parnassietum palustris 332
Junco-Molinietum 336

Verband: Deschampsion cespitosae 341
Deschampsietum cespitosae 341
Cirsietum cani 344
Verband: Alopecurion pratensis 345
Alopecuretum pratensis 346
Verband: Agrostio-Festucion rubrae 351
Festucetum rubrae 351
Verband: Arrhenatherion 353
Arrhenatheretum elatioris 356
Verband: Cynosurion cristati 359
Cynosuretum cristati 359
Bellidetum perennis 364
Klasse: Agropyretea repentis 366
Verband: Convolvulo-Agropyrion 366
Agropyretum repentis 368
Caricetum hirtae 370
Petasitetum spurii 375
Brometum inermis 376
Verband: Falcario-Poion angustifoliae 376
Chondrilletum junceae 377
Poetum angustifoliae 377
Melicetum transsilvanicae 382
Poetum compressae 386
Tussilaginetum farfarae 388
Verband: Gageo-Allion 388
Allietum vinealis 389
Allietum oleracei 391
Allietum scorodoprasi 392
Allietum schoenoprasi 393
Klasse: Asplenietea trichomanis 394
Verband: Cystopteridion 394
Cystopteridetum fragilis 394
Verband: Cymbalario-Aplenion 395
Asplenietum rutae-murariae 395
Corydaletum luteae 396
Cymbalarietum muralis 397
Verband: Hypno-Polypodion 397
Klasse: Parietarietea judaicae 398
Verband: Centrantho-Parietarion 398
Literatur 399
Register der botanischen Sippen und Syntaxa 432