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H. Lange-Bertalot; Kurt Krammer:

Achnanthes, eine Monographie der Gattung

Mit Definition der Gattung Cocconeis und Nachträgen zu den Naviculaceae

[Achnanthes - A monograph. With a definition of the family Cocconeis and some addenda to the Naviculaceae]

1989. 393 Seiten, 14x22cm, 810 g
Language: Deutsch

(Bibliotheca Diatomologica, Band 18)

ISBN 978-3-443-57009-5, gebunden, price: 112.00 €

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Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Anders als die vorausgegangenen Bände 9 und 15 ist dieser nicht nur als “kritischer Begleitband” zur “Süßwasserflora” konzipiert. Vielmehr enthält er eine umfangreichere kritische Betrachtung möglichst vieler Taxa der Achnanthaceen. Dies betrifft weniger die vorwiegend im Meer vorkommende Gattung Cocconeis mit den ihr nahestehenden Gattungen als die “Große Gattung” Achnanthes. Sie steht in der Rangfolge der artenreichsten Gattungen an einer der ersten Stellen. Verbreitungs- schwerpunkte liegen im Süßwasser und Brackwasser der Meeresküsten. Identifizierungsprobleme erschweren nicht nur in Einzelfällen die taxonomische Arbeit, sondern wirken sich auch negativ auf nachgeordnete Diziplinen in Wissenschaft und Praxis aus. Abgesehen von der regional beschränkten Flora von Patrick & Reimer (1966), die nur 31 Taxa behandelt, liegt der letzte Versuch einer (Teil) Revision durch Hustedt länger als 55 Jahre zurück. Die Zahl der Taxa hat sich seitdem weiter stark vermehrt. Daraus resultierte ein wachsender Verlust an Übersicht, so daß eine erweiterte Revision dringend erforderlich war. In vielen Fällen glaubten wir, uns auf Protologe und vorausgegangene Bearbeitungen nicht allein verlassen zu dürfen, so daß relativ umfangeiche vergleichende Studien am Typenmaterial nötig und zum großen Teil auch durchgeführt wurden. Soweit es die zahlreichen Taxa Hustedts betrifft, ersetzt dankenswerterweise die photographische Dokumentation von Simonsen (1987) ein direktes Typenstudium in den allermeisten Fällen. Danach bleiben aber doch noch zahlreiche Taxa, besonders von diesbezüglich sehr produktiven Autoren wie z.B. Cleve-Euler, Foged oder Cholnoky zukünftigen Nachforschungen überlassen, zumindest photographische Dokumentationen nach dem Vorbild von Hustedt/Simonsen wären sehr hilfreich. Wie uns Prof. Nils Lundquist vom Naturhistorischen Reichsmuseum Stockholm mitteilte, dürfte der allergrößte Teil der Typen von A. Cleve-Euler (z.T. auch von P.T. Cleve) jedoch unwiederbringbar verloren sein. Danach bleiben zumindest alle ihre merkmalsarmen Taxa faktisch unbewiesene und jetzt unbeweisbare Hypothesen vermuteter Sippen.
Die hier vorgelegte monographische Bearbeitung erreicht somit einen “fortgeschrittenen Zwischenstand”. Wir haben uns dabei besonders konzentriert:
1) auf die Klärung der Identität “klassischer” Taxa, die in der Literatur immer noch am häufigsten genannt werden,
2) auf andere Taxa, die vorwiegend aus europäischen Binnengewässern bekannt sind.
Zusätzlich wurden aber möglichst viele weitere Taxa aus Übersee und aus den Meeren mit in die Diskussion einbezogen. Der begrenzende Faktor in diesem Bemühen war der zeitliche Aufwand und die Kostenfrage im Zusammenhang mit dem Aufsuchen der Typen an ihren verschiedensten Aufbewahrungsorten. Weitergehende Nachforschungen werden noch viele Arbeitsjahre beanspruchen. Wir wollten jedoch den am Zwischenstand interessierten Hydrobiologen die bisher erreichten Ergebnisse nicht vorenthalten. Die hier vorgelegte monographische Bearbeitung ist also ein Kompromiß zwischen Wünschenswertem und Sachzwängen. Es erscheint uns sinnvoll — gleichsam als Sofortmaßnahme — zuerst bei möglichst vielen Gattungen den Großteil der für die Forschung “zugänglichen” Taxa nach dem neuesten Stand der Erkenntnisse kritisch zu überprüfen; gemeint ist, sie “biologisch zu erhärten” oder in Frage zu stellen oder als Synonyme zu demaskieren. Dieses Ziel halten wir für vordringlich im Interesse anderer Forschungsdisziplinen, die auf einer zuverlässigen taxonomischen Basis aufbauen müssen. Erst danach sollten wir uns darauf konzentrieren, die Taxa möglichst vollständig kritisch zu bearbeiten.

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Vorwort 1
Abgrenzung der Gattungen bei den Achnanthaceae 3
1. Allgemeines 3
2. Gruppierung der Achnanthaceae 7
3. Abgrenzung der Gattungen 8
4. Morphologie von Cocconeis scutellum und Achnanthes brevipes 1
5. Achnanthes Bory 1822 14
5.1 Allgemeine Bemerkungen zur Gattung 14
5.2 Ökologisch-pflanzensoziologische Aspekte 17
5.3 Geobotanische Aspekte 18
5.4 Weitere taxonomische und nomenklatorische Aspekte 19
6. Achnanthes-Species und Species-Komplexe (incl. Synonyme) in
alphabetischer Folge 20
7. Neue Cocconeis-Synonyme in der Gattung Achnanthes
(Untergattung Achnanthidium) 156
8. Comphonema (Nachtrag) 158
9. Naricula (Nachträge) 160
Tafeln 1-100 167
Literatur 369
Register 385