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Die Pflanzengesellschaften der westpannonischen Zwergstrauchheiden und azidophilen Trockenrasen

Hrsg.: Milan Chytry; Ladislav Mucina; Jiri Vicherek

1997. 108 Seiten, 35 Abbildungen, 9 Tabellen, 14x22cm, 250 g
Language: Deutsch

(Dissertationes Botanicae, Band 277)

ISBN 978-3-443-64189-4, brosch., price: 46.00 €

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Bespr.: Kieler Notizen, Jg. 27/28, 1999/2000, S. 80/8 top ↑

CHYTRY & al. behandeln in ihrer Arbeit insgesamt zehn Assoziationen der Xerothermrasen und - zwergstrauchheiden (Klassen: Calluno-Ulicetea, Koelerio-Corynephoretea und Festuco-Brometea), die im Dreiländereck Österreich - Tschechien - Slowakei vorkommen, darunter gleich sechs neu beschriebene Assoziationen. Die auf fast 400 Vegetationsaufnahmen beruhende Arbeit ist mit sehr übersichtlichen Tabellen, Verbreitungskarten der Gesellschaften und verschiedenen CA-Ordinationen ausgestattet. Besonders erfreulich aus Sicht des Rezensenten ist der Umstand, dass hier im Gegensatz zur Mehrzahl der vegetationskundlichen Arbeiten zur Xerothermvegetation der ehemaligen Tschechoslowakei in den vergangenen Jahrzehnten im überwiegenden Teil der verwendeten Aufnahmen sowohl Kryptogamen sorgfältig bearbeitet als auch wichtige kritische Sippen der Gefäßpflanzenflora (wie das Festuca ovina-Aggregat) differenziert wurden, zumindest soweit es der gegenwärtige taxonomische Kenntnisstand erlaubt. Als problematisch erweist sich dagegen die starke syntaxonornische Aufsplittung auf Assoziationsniveau, die bei Anwendung der Kennartenmethode nicht möglich gewesen wäre und für deren Charakterisierung zu einem ganz erheblichen Teil Arten herhalten müssen, die in den behandelten Syntaxa oftmals unter 20 % Stetigkeit erreichen (mithin auch ein Artefakt der geringen Aufnahmezahl bzw. von "geklumpten" Aufnahmen sein mögen) und zugleich vielfach ihren eigentlichen Schwerpunkt außerhalb der drei fraglichen Klassen haben (Silene alba, ConYza Chinadeesis, Osmium amplexivaule etc.). Und bei der Verwendung des Verbandsnamens "Plantagini-Festucion ovinae Passarge 1964" hätte den Autoren ein genaueres Studium der pflanzensoziologischen Literatur aus dessen Herkunftsgebiet Nordostdeutschland nicht geschadet: Dann wären sie kaum auf die Idee gekomrnen, ihre Rumex acetosella-Fesuca volesiaca-Gesellschaft (mit hochsteter Stipa capillata und Carex Supina!) hier einzuordnen, hätten den Verband auch nicht zur Ordnung Corynephoretalia gestellt und müssten schließlich ernsthaft diskutieren, warum er nicht synonym mit dem von ihnen ebenfalls gebührten Koelerio-Phleion phleioidis Korneck 1974 ist.

Kieler Notizen, Jg. 27/28, 1999/2000, S. 80/81