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Burghard Wittig:

Vegetationskundliche und ökologische Untersuchungen über nordwestdeutsche Kleinseggen-Sümpfe insbesondere im Hinblick auf Gefährdung und Regenerationspotentiale

[A study of the ecology of small sedges communities of Northwest-Germany: potential threats and regeneration potential]

1999. 1. Auflage, XIV, 207 Seiten, 35 Abbildungen, 65 Tabellen, 14x22cm, 490 g
Language: Deutsch

(Dissertationes Botanicae, Band 310)

ISBN 978-3-443-64222-8, brosch., price: 56.00 €

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Contents

Bespr.: Tuexenia 20 (2000), S. 448 top ↑

Im Rahmen dieser an der Universität Bremen erarbeiteten Dissertation werden die Ergebnisse vegetationskundlicher und ökologischer Untersuchungen in nordwestdeutschen Kleinseggensümpfen im Bereich des Elbe-Weser-Dreieckes vorgelegt. Kleinseggensümpfe sind durch diverse menschliche Eingriffe (nicht nur) in Nordwestdeutschland sehr selten geworden. Dementsprechend formuliert der Autor als Ziel seiner Arbeit neben der vegetationskundlichen Gliederung der Kleinseggensümpfe auch die Entwicklung eines Schutzkonzeptes für die Bestände im nordwestdeutschen Tiefland. Die Basis der synsystematischen Bearbeitung bilden jeweils rund 300 eigene und der Literatur entnommene Vegetationsaufnahmen. Auf ausgewählten Flächen erfolgten zusätzlich verschiedene standörtliche Untersuchungen.

Insgesamt behandelt die Arbeit acht Pflanzengesellschaften, die den Verbänden Caricion lasiocartue, Caricion fesche und Caricion davallianae angehören. Alle Gesellschaften werden unter Berücksichtigung synökologischer und syndynamischer Aspekte beschrieben, dazu kommen jeweils die Erläuterung von Gefährdung und Schutzmöglichkeiten und - soweit möglich - ein historischer Vergleich. Der Wert dieser umfassenden Darstellung wird dadurch ein wenig geschmälert, daß die synsystematische Gliederung teilweise etwas unübersichtlich ist; allerdings ist die Gliederung von Kleinseggensümpfen aufgrund ihres haufig nur kleinflächigen Vorkommens und der daraus resultierenden Vermischung mit ihren Kontaktgesellschaften bzw. ihrer nur fragmentarischen Ausbildung generell nicht unproblematisch.

Ein gesondertes Kapitel wird der zusammenfassenden Betrachtung der Standortfaktoren gewidmet. Für die untersuchten Gesellschaften werden Ökogramme hinsichtlich Feuchte und Basengehalt des Bodens entwickelt und daraus ökologische Gruppen abgeleitet. Aufgrund des nur geringen Stichprobenumfanges insbesondere bei den hydrologischen Untersuchungen und des Verzichtes auf eine statistische Absicherung kommt diesen Darstellungen allerdings nur grob orientierender Charakter zu.

Aspekte des angewandten Naturschutzes werden schließlich im Kapitel "Erhaltung und Wiederherstellung von Kleinseggensompfen" behandelt. Hier präsentiert der Autor Ergebnisse syndynamischer Untersuchungen, mit denen die Chancen der Regeneration brachgefallener Kleinseggensümpfe durch Wiederaufnahme der Nutzung überprüft werden sollen. Die (positiven) Ergebnisse dieser Dauerflächenuntersuchungen sind für den angewandten Naturschutz von großem Interesse, da in der Praxis ein entsprechendes Monitoring nur sehr selten erfolgt. Auch die Analyse der regionalen Gefährdung typischer Sippen sowie der untersuchten Gesellschaften der Kleinseggensümpfe und die Erläuterung sinnvoller Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen machen den großen Wert der Arbeit für den Naturschutz aus. Das Buch ist für 110 DM über den Buchhandel erhältlich.

H. Dierschke

Tuexenia 20 (2000), S. 448

Inhaltsverzeichnis top ↑

1. Einleitung und Zielsetzung 1
2. Das Untersuchungsgebiet 3
2.1 Lage und Abgrenzung 3
2.2 Geologische Verhältnisse (nach HÖFLE 1976, 1980, 1988) 3
2.3 Klima 6
2.4 Böden 6
3. Allgemeine Aspekte 8
3.1 Grundlegende Bemerkungen über die untersuchten Gesellschaften 8
3.2 Vegetationsgeschichtliche Aspekte 8
3.3 Ursachen des starken Rückganges und Verschwindens von
Kleinseggengesellschaften in der heutigen Zeit 9
4. Methoden 11
4.1 Vegetationsaufnahmen 11
4.2 Pflanzensoziologische Auswertung der Vegetationsaufnahmen 12
4.3 Einordnung der Gesellschaften in Naturlichkeitsgrade 15
4.4 Methoden zur Charakterisierung der Standorte 16
4.4.1 Bodenansprache 16
4.4.2 pH-Werte und pflanzenverfügbare Gehalte von P, K und Ca im Boden 16
4.4.3 C/N-Verhältnis und organische Substanz 17
4.4.4 Grundwassermessungen 18
4.4.5 Zeigerwerte nach ELLENBERG 18
4.5 Methoden zur Untersuchung der Dauerflächen 18
4.6 Verbreitungskarten einiger seltener Arten sowie der behandelten
Gesellschaften 19
4.7 Historische floristische Angaben 19
4.8 Verwendete EDV-Programme 20
5. Kennzeichnung der Vegetationstypen im Untersuchungsgebiet 21
5.1 Caricion lasiocarpae VANDEN BERGHEN ap. LEBRUN et al. 1949 21
5.1.1.1 Allgemeine Beschreibung 22 5.1.4.5
5.1.1.2 Untereinheiten 26 5.1.5
5.1.1.3 Synökologie 25 5.2
5.1.1.4 Syndynamik 3( 5.2.1
5.1.1.5 Vergleich mit historischen Vegetationsaufnahmen 30
5.1.1.6 Natürlichkeitsgrade 32
5.1.1.7 Gefährdung 32
5.1.1.8 Schutzmöglichkeiten 33
5.1.1.9 Überregionaler syntaxonomischer Vergleich 34
5.1.2 Caricetum rostratae RÜBEL 1912 36
5.1.2.1 Allgemeine Beschreibung 36
5.1.2.2 Untereinheiten 37
5.1.2.3 Synökologie 41
5.1.2.4 Syndynamik 42
5.1.2.5 Vergleich mit historischen Vegetationsaufnahmen 43
5.1.2.6 Natürlichkeitsgrade 43
5.1.2.7 Gefährdung 43
5.1.2.8 Schutzmöglichkeiten 46
5.1.2.9 Überregionaler syntaxonomischer Vergleich 46
5.1.3 Caricetum apropinquatae SOO' 1938 50
5.1.3.1 Allgemeine Beschreibung 50
5.1.3.2 Untereinheiten 51
5.1.3.3 Synökologie 54
5.1.3.4 Syndynamik 55
5.1.3.5 Natürlichkeitsgrade 55
5.1.3.6 Gefährdung 55
5.1.3.7 Schutzmöglichkeiten 55
5.1.3.8 Überregionaler syntaxonomischer Vergleich 57
5.1.4 Potentilla palustris-Verbandsgesellschaft 58
5.1.4.1 Allgemeine Beschreibung 58
5.1.4.2 Synökologie 58
5.1.4.3 Syndynamik 58
5.1.4.4 Natürlichkeitsgrade 60
5.1.4.5 Gefährdung und Schutzmöglichkeiten 60
5.1.5 Menyanthes trifoliata-Verbandsgesellschaft 61
5.2 Caricion fuscae KOCH 1926 em. NORDH. 1936 62
5.2.1 Caricetum fuscae BRAUN 1915 63
5.2.1.1 Allgemeine Beschreibung 63
5.2.1.2 Untereinheiten 65
5.2.1.3 Synökologie 69
5.2.1.4 Nutzung 73
5.2.1.5 Syndynamik 74
5.2.1.6 Vergleich mit historischen Vegetationsaufnahmen 75
5.2.1.7 Natürlichkeitsgrade 78
5.2.1.8 Gefährdung 79
5.2.1.9 Schutzmöglichkeiten 79
5.2.1.10 Überregionaler syntaxonomischer Vergleich 80
5.2.2 Carex panicea-Gesellschaft 81
5.2.2.1 Allgemeine Beschreibung 81
5.2.2.2 Untereinheiten 82
5.2.2.3 Synökologie 83
5.2.2.4 Nutzung 89
5.2.2.5 Syndynamik 89
5.2.2.6 Vergleich mit historischen Vegetationsaufnahmen 89
5.2.2.7 Natürlichkeitsgrade 92
5.2.2.8 Gefährdung und Schutzmöglichkeiten 92
5.3 Caricion davallianae KLIKA 1934 93
5.3.1 Parnassio-Caricetum pulicaris PHILIPPI 1963 94
5.3.1.1 Allgemeine Beschreibung 94
5.3.1.2 Untereinheiten 100
5.3.1.3 Synökologie 100
5.3.1.4 Nutzung 103
5.3.1.5 Syndynamik 104
5.3.1.6 Vergleich mit historischen Vegetationsaufnahmen 106
5.3.1.7 Natürlichkeitsgrade 108
5.3.1.8 Gefährdung 109
5.3.1.9 Schutzmöglichkeiten 109
5.3.1.10 Überregionaler syntaxonomischer Vergleich 112
5.3.2 Eleocharitetum quinqueflorae LÜDI 1921 113
6. Bemerkungen zur Abgrenzung der Kleinseggengesellschaften der
Scheuchzerio-Caricetea fuscae von den Calthion-Gesellschaften 115
7. Zusammenfassende Ubersicht und Vergleich der untersuchten
Gesellschaften
7.1 Syntaxonomischer Vergleich 116
7.2 Synökologischer Vergleich 117
7.2.1 Bodentypen und Humusgehalte 117
7.2.2 C/N-Verhältnisse 122
7.2.3 pH-Werte 122
7.2.4 Ca-Gehalte 124
7.2.5 K- und P- Gehalte 124
7.2.6 Grundwasserverhältnisse 126
7.3 Zusammenfassende Betrachtung der Standortsfaktoren und deren
Ausdruck in ökologischen Gruppen 131
7.4 Natürlichkeitsgrade 134
8. Erhaltung und Wiederherstellung von Kleinseggensümpfen 135
8.1 Ergebnisse eigener syndynamischer Untersuchungen 135
8.1.1 Quellhang Scharnhorst 135
8.1.1.1 Pflegemaßnahmen 137
8.1.1.2 Kurzcharakteristik der Dauerflächen 138
8.1.1.3 Ergebnisse der DauerLächenuntersuchungen 138
8.1.1.4 Diskussion der Ergebnisse 143
8.1.2 Hühnermoor 145
8.1.2.1 Dauerfläche mit Beweidung 147
8.1.2.2 Dauerfläche mit Mahd 148
8.2 Diskussion von Erhaltung und Regeneration 152
8.2.1 Erhaltung und Regeneration durch Mahd 152
8.2.2 Erhaltung und Regeneration bei Beweidung 153
8.2.3 Erhaltung und Regeneration nutzungsunabhängiger Bestände 154
8.3 Bedeutung bestimmter Lebenseigenschaften wichtiger Arten für
Erhaltung und Regeneration 155
8.3.1 Samenbank 155
8.3.2 Vermehrungsbiologie und Konkurrenz 158
8.3.3 (Fern-) Ausbreitungsbiologie 160
9. Naturschutz 162
9.1 Aktuelle Naturschutz-Situation 162
9.1.1 Gefährdung einzelner Sippen 162
9.1.2 Gefährdung der Gesellschaften 166
9.2 Naturschutzmaßnahmen 170
9.2.1 Schutzmöglichkeiten 170
9.2.2 Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen 171
9.3 Perpektiven für die Zukunft 175
10. Zusammenfassung 177
11. Summary 179
11. Literatur 181
Anhang 192