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Andreas Sundermeier:

Zur Vegetationsdichte der Xerothermrasen nordwestlich von Halle/Saale

Erfassungsmethoden, strukturelle Vegetationstypen und der Einfluß der Vegetationsdichte auf das reproduktive Potential von Xerothermrasenarten

1999. VIII, 194 Seiten, 61 Abbildungen, 25 Tabellen, 14x22cm, 460 g
Language: Deutsch

(Dissertationes Botanicae, Band 316)

ISBN 978-3-443-64228-0, brosch., price: 62.00 €

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Contents

Bespr.: Tuexenia 20 (2000), S. 448 top ↑

Im Rahmen dieser an der Universität Bremen erarbeiteten Dissertation werden die Ergebnisse vegetationskundlicher und ökologischer Untersuchungen in nordwestdeutschen Kleinseggensümpfen im Bereich des Elbe-Weser-Dreieckes vorgelegt. Kleinseggensümpfe sind durch diverse menschliche Eingriffe (nicht nur) in Nordwestdeutschland sehr selten geworden. Dementsprechend formuliert der Autor als Ziel seiner Arbeit neben der vegetationskundlichen Gliederung der Kleinseggensümpfe auch die Entwicklung eines Schutzkonzeptes für die Bestände im nordwestdeutschen Tiefland. Die Basis der synsystematischen Bearbeitung bilden jeweils rund 300 eigene und der Literatur entnommene Vegetationsaufnahmen. Auf ausgewählten Flächen erfolgten zusätzlich verschiedene standörtliche Untersuchungen.

Insgesamt behandelt die Arbeit acht Pflanzengesellschaften, die den Verbänden Caricion lasiocartue, Caricion fesche und Caricion davallianae angehören. Alle Gesellschaften werden unter Berücksichtigung synökologischer und syndynamischer Aspekte beschrieben, dazu kommen jeweils die Erläuterung von Gefährdung und Schutzmöglichkeiten und - soweit möglich - ein historischer Vergleich. Der Wert dieser umfassenden Darstellung wird dadurch ein wenig geschmälert, daß die synsystematische Gliederung teilweise etwas unübersichtlich ist; allerdings ist die Gliederung von Kleinseggensümpfen aufgrund ihres haufig nur kleinflächigen Vorkommens und der daraus resultierenden Vermischung mit ihren Kontaktgesellschaften bzw. ihrer nur fragmentarischen Ausbildung generell nicht unproblematisch.

Ein gesondertes Kapitel wird der zusammenfassenden Betrachtung der Standortfaktoren gewidmet. Für die untersuchten Gesellschaften werden Ökogramme hinsichtlich Feuchte und Basengehalt des Bodens entwickelt und daraus ökologische Gruppen abgeleitet. Aufgrund des nur geringen Stichprobenumfanges insbesondere bei den hydrologischen Untersuchungen und des Verzichtes auf eine statistische Absicherung kommt diesen Darstellungen allerdings nur grob orientierender Charakter zu.

Aspekte des angewandten Naturschutzes werden schließlich im Kapitel "Erhaltung und Wiederherstellung von Kleinseggensompfen" behandelt. Hier präsentiert der Autor Ergebnisse syndynamischer Untersuchungen, mit denen die Chancen der Regeneration brachgefallener Kleinseggensümpfe durch Wiederaufnahme der Nutzung überprüft werden sollen. Die (positiven) Ergebnisse dieser Dauerflächenuntersuchungen sind für den angewandten Naturschutz von großem Interesse, da in der Praxis ein entsprechendes Monitoring nur sehr selten erfolgt. Auch die Analyse der regionalen Gefährdung typischer Sippen sowie der untersuchten Gesellschaften der Kleinseggensümpfe und die Erläuterung sinnvoller Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen machen den großen Wert der Arbeit für den Naturschutz aus. Das Buch ist für 110 DM über den Buchhandel erhältlich.

H. Dierschke

Tuexenia 20 (2000), S. 448

Bespr.: Zeitschrift für Ökologie und Naturschutz 9 (2001) 4 top ↑

Der Titel der Arbeit läSt schon die Blickrichtungen erkennen. Im Mittelpunkt steht die horizontale Bestandesbichte und deren Bestimmung, also ein strukturelles Kriterium. In einem Methodenvergleich werden 10 gängige Verfahren getestet, die gewonnenen Daten mit der geernteten Phytomasse und dem Bestandesklima in Beziehung gesetzt. Nach Genauigkeit, Stichprobenumfang, Zeitaufwand u.a. ergaben sich jeweils Vor- und Nachteile einzelner Methoden. Als eigenes Verfahren wurde eine Strukturmeßröhre entwickelt, die in den Bestand geschoben wird und über einen Spiegel eine genaue, schichtweise Erfassung ermöglicht. Mit ihr wurden spezielle Tests durchgeführt und die Ergebnisse ausführlich dargestellt. In einem weiteren Abschnitt geht es um jahresrhythmische Strukturveranderungen verschiedener Xerothermrasen. Dann werden strukturelle und floristische Erhebungen mit multivariaten Verfahren ausgewertet. Wahrend die floristische Gliederung gut aßgrenzbare Gesellschaften ergibt, bilden die Strukturtypen eher ein Kontinuum und lassen sich nicht gesellschaftsspezifisch zuordnen. Andererseits haben manche Arten in bestimmten Strukturtypen ihren Schwerpunkt und können in gewissem Maße als Strukturzeiger fungieren. Schließlich wird noch der Einfluß der Struktur auf den Bluherfolg einzelner Arten erörtert. Insgesamt ergibt die Arbeit viele interessante methodische Ansätze, die in der Vegetationskunde noch wenig berücksichtigt worden sind.

Hartmut Dierschke

Zeitschrift für Ökologie und Naturschutz 9 (2001) 4, S. 188

Inhaltsverzeichnis top ↑

Teil I: Allgemeine Einführung 1
1 Einleitung 1
2 Definitionen zur Vegetationsdichte, Vegetationsstruktur und zum
floristisch-strukturellen Vegetationstyp 4
3 Untersuchungsgebiet 7
3.1 Lage 7
3.2 Geologie, Geomorphologie, Böden 8
3.3 Klima und Witterung 12

3.4 Flora, Vegetation, Landnutzung 14
Teil II: Methodentest 17
4 Ein Vergleich von Methoden zur Erfassung der Vegetationsdichte 17
4.1 Einführung 17
4.2 Methodik 17
4.2.1 Datenerhebung für den Methodenvergleich 17
4.2.2 Datenanalyse 20
4.3 Ergebnisse 23
4.3.1 Erfahrungen mit den Methoden 23
4.3.1.1 Erntemethode 24
4.3.1.2 Lichtmethoden 26
4.3.1.2.1 Lichtmessung mit einem punktförmigen Sensor 26
4.3.1.2.2 Lichtmessung mit einem stabförmigen Sensor (Sunfleck-Ceptometer) 28
4.3.1.2.3 Das Laser-Densitometer nach Gerstberger & Ziegler (1993) 30
4.3.1.3 Schätzmethoden 34
4.3.1.3.1 Vorbemerkungen zur Methodik 34
4.3.1.3.2 Vegetationsdichteprofile nach Van der Maarel (1970, verändert) 35
4.3.1.3.3 Strukturmeßröhre nach Sundermeier & Meißner 36
4.3.1.3.4 Strukturanalyse nach Barkman (1988) 39
4.3.1.3.5 Planar-Intersect-Methode (Brown 1971 w a.) 42
4.3.1.4 Photomethode nach Roebertsen et al. (1988, verändert) 42
4.3.1.5 Zählmethoden 45
4.3.1.5.1 Punktfrequenzmethode 45
4.3.1.5.2 "Vegetationshürde" nach Mühlenberg (1993) 48
4.3.2 Genauigkeit der Methoden 48
4.3.3 Stichprobenumfang 54
4.3.4 Zeitaufwand 57
4.4 Zusammenfassende Bewertung 58
4.5 Diskussion 61
5 Spezielle Tests mit der Strukturmeßröhre in Xerothermvegetation 65
5.1 Einführung 65
5.2 Methodik 66
5.3 Ergebnisse 69
5.3.1 Repräsentative Erfassung des Arteninventars 69
5.3.2 Korrelation zwischen Dichte und Trockenmasse verschiedener Fraktionen 70
5.3.3 Bewertung der Londo-Skala 70
5.3.4 Mikroklima, Vegetationsdichte und Trockenmasse 74
5.3.5 Standardfehler des Dichtemedians einzelner Schichten 76
5.4 Diskussion 77
Teil III Symmorphologie der untersuchten Xerothermvegetation 82
6 Jahreszeitliche Dynamik der Vegetationsdichte 82
6.1 Einführung 82
6.2 Methodik 82
6.3 Ergebnisse 83
6 4 Diskussion 87
7 Floristisch-strukturelle Vegetationstypen des Xerothermrasenkomplexes 89
7.1 Einführung 89
7.2 Material und Methoden 89
7.2.1 Auswahl der Untersuchungsflächen 89
7.2.2 Erhebung von floristischen und strukturellen Daten:
Vegetationsaufnahmen und Dichtebestimmungen 91
7.2.3 Standortkundliche Erhebungen 92
7.2.4 Datenanalyse: Klassifikation und Ordination der floristischen
Daten und der Dichtedaten 94
7.2.4.1 Klassifikation und Ordination 94
7.2.4.2 Klassifikation der floristischen Daten 94
7.2.4.3 Klassifikation der Dichtedaten 97

7.2.4.4 Ordination von floristischen und strukturellen Daten 99
7.2.5 Einnischung von Arten im Vegetationsstrukturgradienten 101
7.2 6 Reproduzierbarkeit der Dichteschätzungen 103
7.3 Ergebnisse 103
7.3.1 Floristisch-strukturelle Typen des Xerothermrasenkomplexes 103
7.3.1.1 Floristische Typen 103
7.3.1.2 Strukturelle Typen 111
7.3.1.3 Floristisch-strukturelle Typen 123
7.3.2 Einnischung von Arten entlang des Vegetationsdichtegradienten 128
7.3.3 Unterschiede in den Untersuchungsjahren und Reproduzierbarkeit
der Ergebnisse 137
7.4 Diskussion 143
Teil IV: Ein Fallbeispiel zur Nutzung von Vegetationsdichtedaten in
populationsökologischen Studien 151
8 Der Einfluß horizontaler und vertikaler Vegetationsdichte auf den
Blüherfolg von Xerothermrasenarten 151
8.1 Einführung 151
8.2 Methodik 152
8.2.1 Phänologische Methoden und Mahdexperiment 152
8.2.2 Datenanalyse 153
8.3 Ergebnisse 154
8.3.1 Generatives und vegetatives Reproduktionspotential der
untersuchten Arten 154
8.3.2 Mahdexperiment 157
8.4 Diskussion 158
Teil V: Schluß 162
9 Schlußfolgerungen, Ausblick und Naturschutzrelevanz 162
10 Zusammenfassung 170

11 Summary 173
12 Literatur 176
13 Software 188
14 Anhang 189