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Andreas Schumacher:

Die Ökologie der Moose in mitteleuropäischen Buchenwäldern unter dem Einfluss der Forstwirtschaft

[Mosses in Central European beech forests: their ecology and the effects of forestry on them]

2000. XII, 176 Seiten, 54 Abbildungen, 33 Tabellen, 14x22cm, 380 g
Language: Deutsch

(Dissertationes Botanicae, Band 331)

ISBN 978-3-443-64243-3, brosch., price: 46.00 €

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Keywords

ÖkologieBucheForstwirtschaftWaldMitteleuropaMoos

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Die Nutzung der Natur durch den Menschen hat mttlerweile alle Ökosysteme der Erde erfaßt. Vor diesem Hintergrund wird der Einfluß der Forstwirtschaft auf die Buchenwälder in Mitteleuropa am Beispiel der Moose untersucht. Damit soll ein Beitrag zur Bewertung der Naturnähe unterschiedlich genutzter Bestände geleistet werden, mit Hilfe der Ökologie der laubwaldtypischen Moosvegetation. Es wurden vier verschiedene Typen von Buchenwaldbeständen in die Untersuchung einbezogen: Naturwälder, Dauerwälder (konstant mit alten Bäumen während der letzte 200 Jahre) und Altersklassenwälder im Alter von 140 und 70 Jahren. Der Datenanalyse wurde die Hypothese zugrundegelegt, daß die Naturnähe der Waldbestände in Reihenfolge der oben genannten Typen abnimmt und sich in der Diversität der Moose widerspiegelt.

Content Description top ↑

The utilization of nature by mankind to this day has affected all ecosystems on earth. This scenario provides the framework for a study on the effects of forest utilization on the beech forests in central Europe. The aim is to contribute to both the evaluation of naturalness of differently managed beech forests and the ecology of the bryophyte vegetation typical to those forests. Four types of beech forest are featured in the investigation: natural forests, permanent forests (always with some mature trees during the last 200 years) and even-aged forests of about 70 and 140 years. The data analysis is based on the hypothesis that all the naturalness of the stands of those four forest types decreases and reflects the diversity of the bryophytes along the sequence mentioned above.

Bespr.: Naturschutz-Info 3/2000, S. 43 top ↑

Die Buchenwälder Mitteleuropas werden vom Menschen genutzt, seitdem sich die Buche nach der Eiszeit wieder in Mitteleuropa ansiedeln konnte. Jedoch erst durch die im 19. Jahrhundert einsetzende Intensivierung der forstlichen Nutzung griff der Mensch verstärkt in den Naturhaushalt ein. Heute stellt sich die Frage nach einer umweltverträglichen Nutzung der Buchenwälder um so dringender. Allerdings liegen bislang nur ungenügend Daten zur Auswirkung verschiedener Nutzungssysteme auf das Waldökosystem vor. Moose (Bryophyta) sind als Organismen, die die unterschiedlichsten Substrate eines Waldes, u. a. auch Totholzstrukturen besiedeln, sehr gut geeignet, die Auswirkungen forstlicher Nutzung auf Wälder zu bewerten.

Der Autor untersucht anhand ausgewählter Buchenwaldbestände in Deutschland, Österreich und der Slowakei die Auswirkung unterschiedlicher Waldnutzungsintensität auf die Waldstruktur und Moosvegetation. Dabei zeigt sich u. a., dass gering bzw. nicht genutzte Bestände als Refugien zahlreicher seltener Arten gelten können und die Artenzahl auch mit der Größe und somit dem Alter der Bäume, Stämme und Stümpfe zunimmt. Die Fülle der gewonnen Erkenntnisse spricht für eine Anwendung der Moosvegetation als Indikator zur Beurteilung der Naturnähe eines mitteleuropäischen Buchenwaldbestandes. Gerade diese Indikatorfunktion von Moosen im Waldökosystem Buchenwald lässt sich in ein bryologisches Bewertungssystem umsetzen, zu dessen Aufstellung das Buch wertvolle Ansätze leistet.

Die aus einer Doktorarbeit hervorgegangene wissenschaftliche Veröffentlichung richtet sich insbesondere an Forstwissenschaftler, Botaniker und alle, die sich näher mit Moosen und deren Schutz im naturnahen Waldbau auseinandersetzen.

Jochen Dümas, LfU, Ref. 24

Naturschutz-Info 3/2000, S. 43

Bespr.: Tuexenia 20 (2000), S. 452 top ↑

Die Arbeit (90 DM) beschäftigt sich mit dem Einfluß forstlicher Nutzungssysteme auf Wälder, vom Naturwald bis zum Altersklassenwald, unter der Frage, ob die Moosvegetation eine Abschätzung des Natürlichkeitsgrades von Buchenwäldern ermöglicht. Als Grundlage dienen großräumige Vergleiche solcher Wälder in Mittel- und Süddeutschland, Österreich und der Slowakei mit insgesamt 51 Probeflächen. Schwerpunkte der Untersuchungen sind Waldstruktur, Moosvegetation auf Bäumen und Baumresten sowie weniger detailliert am Boden und auf Steinen. Die ökologischen Verhältnisse werden vorwiegend nur durch Zeigewerte der Moosarten analysiert. Die deutlichsten Unterschiede zeigen die Buchenwälder der Slowakei, wo ein breites Spektrum vom Urwald bis zu stärker forstlich beeinflußten Beständen vorliegt. Die Einzelerfassungen sind nicht genauer dokumentiert sondern über verschiedene statistische und multivariate Verfahren ausgewertet. Leider erfährt man nichts über die Zugehörigkeit der Waldbestände zu Pflanzengesellschaften.

H. Dierschke

Tuexenia 20 (2000), S. 452

Inhaltsverzeichnis top ↑

A. EINFÜHRUNG 1
1. PROBLEMATIK 1
2. ZIELE DER ARBEIT 3
B. UNTERSUCHUNGSGEBIETE 5
1. NATURRÄUMLICHE LAGE 5
2. KLIMA 6
3. GEOLOGIE UND BÖDEN 7
4. HISTORISCHER UND AKTUELLER ZUSTAND DER WÄLDER 8
5. VEGETATION DER LOKALITÄTEN 11
5.1. Slowakei 12
5.2. Deutschland 13
6. LUFTVERSCHMUTZUNG 14
C. MATERIAL UND METHODEN 16
1. DIE AUSWAHL DER PROBEWÄLDER 16

2. AUSWAHL DER PROBEFLÄCHEN 19
3. STANDORTPARAMETER 19
4. UNTERSUCHUNG DER WALDSTRUKTUR 20
4.1. Struktur der Baumschicht 20
4.2. Zerfallsgrad toter Baumobjekte 22
5. VEGETATIONSAUFNAHMEN 22
5.1. Moosvegetation 22
5.1.1. Baumrinde und -holz 22
5.1.2. Boden und Stein 26
5.2. Geophyten 27
7. DATENERHEBUNG ZUR AUTÖKOLOGIE DER ARTEN 28
7.1. Einzelne autökologische Parameter 28
7.2. Zuordnung von Lebensstrategietypen 28
8. ANALYSE DER DATEN 29
8.1. Uni- und bivariate Analyse 29
8.2. Multivariate Analyse 30
8.3. Verteilungsmuster der Moosarten in der Landschaft 31
9. BESTIMMUNG UND NOMENKLATUR DER ARTEN 32
D. ERGEBNISSE 33
1. DIE PROBEFLÄCHEN 33
1.1. Standortfaktoren 33
1.1.1. Resultate 33
1.1.2. Bewertung zur Analyse der Moosartengemeinschaft 38
1.1.2.1. Säuregehalt des Bodens 38
1.1.2.2. Luftfeuchte 38
1.2. Waldstruktur 39

1.2.1. Resultate 39
1.2.2. Bewertung zur Analyse der Moosartengemeinschaft 42
2. ÖKOLOGIE DER MOOSARTENGEMEINSCHAFT 43
2.1. Allgemeine autoökologische Angaben 43
2.2. Vergleich der Regionen 48
2.3. Vergleich der Substrate 54
2.3.1. Alle Substrate 54
2.3.1.1. Diversität und Artenspektrum 54
2.3.1.2. Ökologische Aspekte 55
2.3.2. Epiphyten verschiedener Baumarten 61
2.3.3. Buchenrinde 62
2.3.4. Buchenholz 64
2.3.5. Buchenrinde und -holz im Vergleich 69

2.3.6. Boden 70
2.3.7. Ökologische Gruppen der Moosarten 72
2.4. Verteilungsmuster der Arten in der Landschaft 73
2.5. Diasporenbank der Moose 76
3. VERGLEICH DER NUTZUNGSTYPEN DES BUCHENWALDES 78

3.1. Moosartengemeinschaften der 49 Probewälder 78

3.1.1. Ökologische Situation 78
3.1.2. Artenvielfalt 81
3.1.3. Vergleich auf der Basis der Moosarten 82
3.1.3.1. Statistischer Test 83
3. 1 .3 .2. Die Dominanzspektren 86
3.1.4. Vergleich auf der Basis der Probeflächen 94
3.1.5. Vergleich auf der Basis einzelner Objekte 96
3.2. Moosartengemeinschaft der zusätzlich untersuchten Probewälder 106
3.3. Geophyten 109
E. DISKUSSION 111
1. WALDSTRUKTUR ALS KRITERIUM DER NATURNÄHE 111
2. ÖKOLOGIE DER MOOSARTENGEMEINSCHAFT 112
2.1. Ökologische Grundlagen 112

2.1.1. Von den Arten abgeleitete Standortfaktoren 113
2.1.2. Großgruppen 113
2.1.3. Lebensstrategietypen der Moose 114
2.2. Das Artenspektrum 1 17
2.2.1. Epiphyten 1 17
2.2.2. Epixyle 119
2.3. Gefährdung der Moosflora in Buchenwäldern 120
2.4. Vergleich der Substrate 121
2.4.1. Verfügbarkeit und Qualität der Substrate 121
2.4.2. Rinde und Holz verschiedener Baumarten 122
2.4.3. Dominanzstruktur und Ökologie der vier Substrattypen 122
2.4.4. Dominanzstruktur und Ökologie in Relation zum
Zersetzungsgrad des Holzes 124
2.5. Verteilungsmuster in der Landschaft 125

2.6. Diasporenbank der Moose 128
3. EINFLUß DER FORSTWIRTSCHAFT BZW. NUTZUNGSGESCHICHTE 129

3.1. Veränderung der Qualität des Lebensraumes für Moose 129
3.2. Verarmung der Moosartengemeinschaften in Buchenwäldern 132
3.3. Naturschutzfachliche Schlußfolgerungen 138
F. LITERATUR 141
G. ZUSAMMENFASSUNG 154
H. SUMMARY 158
J. ANHANG 160