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Karin Dambach:

Ein Versuch zur Quantifizierung der gerodeten Landoberfläche einzelner Landschaften Mitteleuropas mit Hilfe der Pollenanalyse

2000. XII, 151 Seiten, 69 Abbildungen, 24 Tabellen, 14x22cm, 380 g
Language: Deutsch

(Dissertationes Botanicae, Band 336)

ISBN 978-3-443-64248-8, brosch., price: 61.00 €

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Keywords

PollenAnalyseLandschaftRodungFreilandWald

Contents

Inhaltsbeschreibung top ↑

Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Ermittlung der Größe der waldfreien Fläche verschiedener Untersuchungsgebiete auf pollenanalytischem Wege. Der Anteil des Baumpollens (BP) bzw. des Nichtbaumpollens (NBP) im rezenten Pollenniederschlag wird dazu mit der heutigen Vegetation verglichen. Diese modernen Analoga sollen eine exakte Quantifizierung der anthropogenen Entwaldung seit dem Neolithikum ermöglichen, was paläobotanisch von großer Bedeutung ist. In dieser Arbeit werden Oberflächenproben in Form von Moospolstern aus acht Gebieten untersucht. Drei dieser Gebiete befinden sich in Südwestdeutschland: der Nordschwarzwald, das Donnersberggebiet westlich von Worms und der Bienwald südwestlich von Speyer. In Norddeutschland wurden Proben in vier Gegenden gesammelt: bei Eberswalde (nordöstlich von Berlin), um Rheinsberg (Mark Brandenburg) sowie auf den Ostseeinseln Rügen und Vilm. Ein weiteres Untersuchungsgebiet ist das Waldviertel in Österreich.

Content Description top ↑

The aim of this paper is the evaluation of the surface area cleared of forests by means of pollen analysis in different areas. The share of arboreal pollen (AP) and nonarboreal pollen (NAP), respectively, are compared with the modern vegetation. By the help of these modern analogues the quantification of forest clearances caused by man since Neolithic times shall be made possible, which is of great importance for paleobotanic and paleoecologic problems. In the present paper surface pollen samples from moss polsters from 8 study areas are examined. Three of the sites are in southwestern Germany: the Northern Black Forest, the area around the Donnersberg west of Worms and the Bienwald southwest of Speyer. In northwest Germany, samples were collected in four areas: near Eberswalde (northeast of Berlin), around Rheinsberg (Brandenburg) and on the Islands of Rügen and Vilm in the Baltic Sea. A further study area is situated in the Waldviertel in Austria.

Bespr.: Tuexenia 20 (2000), S. 454 top ↑

Wenn man die heutigen Beziehungen von Nichtbaumpollen (NBP) und gerodeter Flächenanteile, also Offenland, kennt, kann man dies möglicherweise auf frühere Zeiten übertragen. Umgekehrt kann auch nach der Beziehung Baumpollen-Wald gefragt werden. Solchen Problemen geht die Arbeit in 8 Untersuchungsgebieten nach, vom Nordschwarzwald und Waldviertel in Österreich bis nach Rügen. Die Proben für Pollenanalysen wurden in relativ naturnahen Wäldern und auf offenen Flächen aus Moospolstern oder vom obersten Boden entnommen, dazu die aktuelle Vegetation erfaßt. Der Anteil gerodeter Flächen (meist Wiesen) wurde aus Karten ermittelt. Die Darstellung der lokalen Ergebnisse nimmt breiteren Raum ein, gefolgt von Korrelationen aller Pollendaten zu Anteilen von Wald und Offenland in verschiedenen Radien von der Probestelle. Für die Wiedergabe der Vegetationsaufnahmen hätte man sich eine sinnvollere Anordnung (hier in alphabetischer Folge der Arten) vorstellen können. Die Vegetationstypen werden auch nicht näher angesprochen. Die Beziehung von Deckungsanteilen einzelner Baumarten zum Pollenanteil wird errechnet. Außerdem werden Möglichkeiten zur Korrektur der erzielten Daten ausprobiert. Insgesamt zeigen sich die besten Übereinstimmungen im Wald bei Flächen von 50m Radius, im Freiland bei 1 km. Außerdem hängen die Korrelationen u. a. von der Walddichte ab. Damit sind nur teilweise brauchbare Kriterien für Landschaftsrekonstruktionen gegeben. Wie im Titel angedeutet, handelt es sich "nur" um einen Versuch bei einer insgesamt interessanten Fragestellung (120 DM).

H. Dierschke

Tuexenia 20 (2000), S. 454

Inhaltsverzeichnis top ↑

1 Einleitung 1

1.1 Wichtige Schritte in der pollenanalytischen Ermittlung
der ehemaligen Vegetation 1
1.2 Rekonstruktion der heutigen Vegetation anhand des
Pollenniederschlags 2
1.3 Quantifizierung der gerodeten Fläche 3
2 Charakterisierung der Untersuchungsgebiete 6
2.1 Nordschwarzwald 8
2.1.1 Geographie und Geologie 8
2.1.2 Klima und Vegetation 9
2.2 Waldviertel 10
2.2.1 Geographie und Geologie 10
2.2.2 Klima und Vegetation 11
2.3 Donnersberg 13
2.3.1 Geographie und Geologie 13
2.3.2 Klima und Vegetation 13
2.4 Bienwald 15
2.4.1 Geographie und Geologie 15
2.4.2 Klima und Vegetation 15
2.5 Eberswalder Urstromtal 18
2.5.1 Geographie und Geologie 18
2.5.2 Klima und Vegetation 18
2.6 Rheinsberg 20
2.6.1 Geographie und Geologie 20
2.6.2 Klima und Vegetation 21
2.7 Rügen und Vilm 22
2.7.1 Geographie und Geologie 22
2.7.2 Klima und Vegetation 25
3 Material und Methoden 29
3.1 Material 29
3.1.1 Probennahme 29
3.1.2 Chemische Probenaufbereitung 30
3.2 Pollenanalyse 31
3.2.1 Mikroskopische Untersuchungen 31
3.2.2 Zusammensetzung der Pollensumme 32
3.2.3 Ermittlung der gerodeten Fläche 32
3.3 Darstellung der Ergebnisse 33
4 Ergebnisse 34
4.1 Vergleich zwischen lokaler Vegetation und Nichtbaumpollenanteil in
den Oberflächenspektren 34
4.1.1 Nordschwarzwald 34
4.1.2 Waldviertel 42

4.1.3 Donnersberg 45
4.1.4 Bienwald 48
4.1.5 Eberswalde 51
4.1.6 Rheinsberg 54
4.1.7 Insel Rügen 58
4.1.8 Insel Vilm 61
4.2 Verhältnis zwischen Vegetation und Pollenniederschlag
bei größeren Radien 63
4.2.1 Möglichkeiten zur Korrektur des BP 73
4.2.1.1 Pinus-Pollen 73
4.2.1.2 R/P-Wert (R-value) und Korrekturfaktoren 74
4.2.2 Möglichkeiten zur Korrektur der Vegetationsdaten,
Beispiel Rheinsberg 76
4.2.2.1 Anteil der mannbaren und nicht-mannbaren Bäume 76
4.3 Korrelation zwischen Pollenniederschlag und Vegetation 78
4.3.1 Rodungsflächen 82
4.3.2 Waldproben 86
4.3.3 Vergleich der Deckung einzelner Baumgattungen
mit ihrem Pollenprozentwert 87
4.3.3.1 Fagus 89
4.3.3.2 Quercus 89
4.3.3.3 Pinus 91
4.3.3.4 Picea 92
4.3.3.5 Vergleich der Deckung einzelner Baumgattungen mit ihrem
Pollenprozentwert im Gebiet Rheinsberg 93
4.4 Abschätzung der Offenheit des Geländes anhand des NBP 95
5 Diskussion 96
5.1 Charakterisierung von Proben aus dem Wald bzw. offenem Gelände
nach HEIM 96
5.2 Auswahl des Untersuchungsmaterials 96
5.2.1 Art der Pollenproben 96
5.2.2 Größe der Untersuchungsflächen 97
5.3 Kartenmaterial 98
5.4 Rodungsflächen 99
5.4.1 Größe 99

5.4.2 Feuchtigkeitsverhältnisse 100
5.4.3 Feuchtezeiger und Gramineae 101
5.5 Wälder 102
5.5.1 Dichte des Waldes 102

5.5.2 Ständiger NBP-Anteil in Wäldern ("Hintergrundrauschen") 103
5.5.3 Krautschicht 104
5.5.4 Anteil der nicht-mannbaren Bäume 104
5.6 Korrektur der Pollenprozentwerte 105
5.7 Schlußfolgerungen 105
6 Zusammenfassung 107

Summary 109
7 Literatur 111
8 Anhang 117
Erläuterungen zu Tab. 16 145
Erläuterungen zu Tab.17 146
Erläuterungen zu Tab. 18 147
Erläuterungen zu Tab. 19 148
Erläuterungen zu Tab. 20 148
Erläuterungen zu Tab. 21 149
Erläuterungen zu Tab. 22 150
Erläuterungen zu Tab. 23 150
Erläuterungen zu Tab. 24 151
Beilagen
Abb.62: Pollenspektren der Rodungsflächen
Abb.63: Pollenspektren der Fagus-Wälder
Tab.16: Vegetationsaufnahmen auf Rodungsflächen (Wiesen)
Tab.17: Vegetationsaufnahmen auf Rodungsflächen (sonstige)
Tab.18: Vegetationsaufnahmen in Fagus-Wäldern