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Bernard Hachmöller:

Vegetation, Schutz und Regeneration von Bergwiesen im Osterzgebirge

Eine Fallstudie zu Entwicklung und Dynamik montaner Grünlandgesellschaften

[Vegetation, protection and regeneration of mountain meadows of the Eastern Erzgebirge Mtns, (Germany). A case study of the developmental dynamics of meadow communities]

2000. XIII, 300 Seiten, 59 Abbildungen, 54 Tabellen, 14x22cm, 650 g
Language: Deutsch

(Dissertationes Botanicae, Band 338)

ISBN 978-3-443-64250-1, brosch., price: 61.00 €

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Keywords

VegetationRegenerationBergwieseGrünlandErzgebirgeBraunkohle

Contents

Synopsis top ↑

Die Dissertation beinhaltet eine umfassende floristisch-vegetationskundliche Bestandsaufnahme, einen Vergleich mit Ergebnissen älterer Vegetationskartierungen und Vegetationsaufnahmen und fünfjährige Dauerbeobachtungs-untersuchungen auf ausgewählten Grünland-Regenerationsflächen in Schutzgebieten des sächsischen Osterzgebirges.

Anhand der floristisch-vegetationskundlichen Bestandsaufnahme und dem Vergleich mit älteren Untersuchungen werden die Pflanzengesellschaften des Osterzgebirges beschrieben und Veränderungen in den letzten Jahrzehnten in Vorkommen und Zustand der Pflanzengesellschaften sowie der Bestandssituation ausgewählter Pflanzenarten aufgezeigt. Dabei werden die Einflüsse von Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung, vor allem durch intensive Beweidung, sowie von Brachfallen oder Aufforstung abgeschätzt. Diskutiert werden auch mögliche Einflüsse von benachbarten, intensiv genutzter landwirtschaftlicher Flächen und von Luftschadstoffen auf artenreiche Bergwiesen.

Anhand der Dauerbeobachtungsuntersuchungen werden die Auswirkungen der Wiederaufnahme der Mahd auf ehemalige Brachflächen oder Aufforstungen, ehemalige Weideflächen und das ehemaligen Intensivgrünland dargestellt und analysiert. Dabei wird geprüft, inwieweit eine Mahd zur Erhaltung und Regeneration artenreicher Berg- und Feuchtwiesen sowie Borstgrasrasen beitragen kann. Die Notwendigkeit weiterer Schutz- und Pflegemaßnahmen zum Schutz der Grünlandgesellschaften wird ebenfalls diskutiert.

Bespr.: Tuexenia 21, 2001, S. 307 top ↑

Die Intensivierung der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten hat sich auch auf das Grünland des Osterzgebirges stark ausgewirkt, was in dieser Arbeit deutlich wird. Das vorliegende Buch liefert eine floristisch-vegetationskundliche Bestandsaufnahme der Gebiete Gimmlitztal, Geisingberg und Gelsen. Die Ergebnisse werden mit Angaben aus den fünfziger und sechziger Jahren verglichen, um die Entwicklung der Pflanzengesellschaften und der Bestände seltener Arten aufzuzeigen. Besonders große Veränderungen waren bei Orchideenarten zu verzeichnen, die an vielen ehemaligen Fundorten nicht mehr nachgewiesen werden konnten. Als Hauptgrund wird die Bodenversauerung angegeben, die in erster Linie auf böhmische Braunkohlekraftwerke zurückgeht. Hier wird deutlich, dass Naturschutz auch von Umweltschutzmaßnahmen abhängig ist, die nur länderübergreifend zu regeln sind.

Durch vier- bis fünfjährige vegetationskundliche Untersuchungen auf 51 Dauerbeobachtungsflächen, seit 1990 zum Zweck der Regeneration extensiv bewirtschaftet, werden weitere Daten zur Dynamik der Grünlandgesellschaften geliefert. Ob eine Entwicklung zur Zielgesellschaft stattfand, wurde statistisch mit einem Ordinationsverfahren (DCA) geprüft. Es wird betont, dass grundsätzlich nach 5 Jahren Nutzungsänderung nur Entwicklungstendenzen sichtbar luverden und eine abschließende Beurteilung erst nach Jahrzehnten möglich ist. Dennoch konnte an brachgefallenen Standorten des Polygalo-Nardetum und der Carex panicea-Calthion-Gcsellschaft eine relativ schnelle Regeneration festgestellt werden. Bei ausgewählten Arten wurde zusätzlich die Entwicklung einzelner Sprosse verfolgt. Aus den umfangreichen Ergebnissen werden Pflegehinweise für die unterschiedlichen Pflanzengesellschaften der Bergwiesen des Untersuchungsgebietes abgeleitet. Weiterhin werden Angaben zu Möglichkeiten der Wiederherstellung artenreichen Grünlandes geliefert.

Diese Arbeit ist für Schutz und Erhaltung des montanen Grünlandes im gesamten Mittelgebirgsraum Öl Deutschlands von großer Bedeutung. Insbesondere die Ergebnisse der mehrjährigen Dauerbeobachtungen geben wichuge Hinweise für Pflegemaßnahmen. Sie können Naturschutzbehörden und weiteren, mit Fragen der Grünlandregeneration befassten Einrichtungen als sinnvolle Anleitung dienen.

G. Waesch

Tuexenia 21, 2001, S. 307

Inhaltsverzeichnis top ↑

1 Einleitung 1
2 Charakterisierung der Untersuchungsgebiete 3
2.1 Lage, Größe, naturräumliche Einordnung 3
2.2 Abiotische Verhältnisse 5
2.2.1 Geologie, Geomorphologie, Relief 7
2.2.2 Böden 12
2.2.3 Klima 15
2.2.4 Nutzungsgeschichte 17
2.2.5 Naturschutz 18
2.2.6 Potentielle natürliche Vegetation 20
3 Methodik der vogetationskundlichen und standortkundlichen
Untersuchungen 21
3.1 Vegetationsaufnahmen 21
3.1.1 Aufnahmemethode 21
3.1.2 Nomenklatur der Arten und Bestimmung kritischer Arten 22
3.1.3 Zuordnung der Vegetationsaufnahmen zu Pflanzengesellschaften und
deren Untereinheiten 23
3.2 Direkte und indirekte Erfassung der Standortparameter 25
3.2.1 Bodenkundliche Untersuchungen 25
3.2.1.1 Durchführung der Untersuchungen 25
3.2.1.2 Analyse der Bodenproben 25
3.2.1.3 Gehaltsklassen 26
3.2.2 Zeigerwerte 26
3.3 Statistische Auswertung 28
3.3.1 Transformation der Daten 28
3.3.2 Non-parametrische Tests 28
3.3.3 Ordination 29
3.3.3.1 Allgemeines 29
3.3.3.2 Berechnung der Ordination (Detrended correspondence analysis) 29
3.3.3.3 Interpretation der Ergebnisse 30
3.4 Charakterisierung der Arten 31
3.4.1 Lebens- und Wuchsform 31
3.4.2 Diasporenbank 31
3.4.3 Diasporenausbreitung 32
3.4.4 Ökologische Strategietypen 33
4 Pflanzengesellschaften des Grünlandes am Geisingberg, im Oelsener
Gebiet und im Gimmlitztal 34
4.1 Synsystematische Ubersicht der Grünlandgesellschaften der
Untersuchungsgebiete 34
4.2 Verband Polygono-Trisetion: Geranie (sylvatici)-Trisetetum 40
4.3 Verband Arrhenatherion 49
4.3.1 Poa pratensis-Trisetum flavescens-Gesellschaft 49
4.3.2 Festuca rubra-Agrostis tenuis-Gesellschaft 49
4.4 Verband Violo-Nardion 53
4.4.1 Polygalo-Nardetum 55
4.4.2 Violion-Basalgesellschaft 56
4.4.3 Juncetum squarrosi 57
4.5 Verband Molinion: Molinietum caeruleae 58
4.6 Verband Calthion palustris 60
4.6.1 Angelico-Cirsietum oleracei, montane Höhenform
(incl. Polygonum bistorta-Gesellschaft) 60
4.6.2 Crepido-Juncetum acutiflori 64
4.6.3 Carex panicca-Calthion - Gesellschaft 65
4.6.4 Scirpetum sylvatici 62
4.6.5 Juncus effusus-Gesellschaft 68
4.6.6 Juncus filiformis-Gesellschaft 69
4.7 Gesellschaften des ehemaligen Intensivgrünlands: Alopecurus
pratensis-Gesellschaft 70
4.8 Verband Caricion fuscae 73

4.8.1 Caricetum fuscae 73
4.8.2 Parnassio-Caricetum fuscae 77
4.9 Verband Caricion davallianae 78
5 Standortkundlich-ökologische Charakterisierung der
Grünlandgesellschaften 86
5.1 Vorbemerkungen 86
5.1.1 Auswahl der Probeflächen für die bodenkundlichen Untersuchungen 86
5.1.2 Interpretation der Ergebnisse der bodenkundlichen Untersuchungen 86
5.1.3 Interpretation der Zeigerwerte 86
5.2 Ergebnisse und Diskussion 86
5.2.1 Bodentextur 86
5.2.2 pH-Werte 89
5.2.3 Kalium 89
5.2.4 Phosphat 89
5.2.5 Magnesium 90
5.2.6 Humusgehalt, organischer Kohlenstoff 90
5.2.7 C/N-Verhältnis 90
5.2.8 Nitrat und Ammonium 91
5.2.9 Ökologische Zeigerwerte 91
5.2.10 Artenzahlen 95
5.2.11 Korrelation zwischen pH-Werten, Reaktionszahlen und Artenzahlen
der Bergwiesen und Borstgrasrasen 96
5.2.12 Gefährdete Pflanzenarten 99
6 Vegetationsvergleiche 104
6.1 Allgemeines 104
6.2 Nutzungsänderungen und weitere Ursachen der Vegetations-
veränderungen l05
6.2.1 Methodik 105
6.2.2 Landwirtschaft 105
6.2.3 Forstwirtschaft 110
6.2.4 Nutzungsaufgabe (Sukzession) 110
6.2.5 Luftverschmutzung 112
6.3 Veränderungen der Bodenparameter 113
6.3.1 Methodik 113
6.3.2 Ergebnisse 113
6.4 Grünlandgesellschaften in der Umgebung des Geisingbergs: Vergleich
der aktuellen Vegetationskartierung (1996) mit der Kartierung von
HUNDT (1963/64) 115
6.4.1 Methodik 115
6.4.2 Ergebnisse und Diskussion 116
6.5 Vergleich der Vegetationsaufnahrnen 120
6.5.1 Methodik 120
6.5.1.1 Das Konzept der "standorthomologen Quasi-Dauerflächen" 120
6.5.1.2 Vegetationsaufnahmen aus den 1950er und 1960er Jahren 120
6.5.1.3 Vergleichbarkeit der Aufnahmemethode 122
6.5.2 Auswertung der Ergebnisse 123
6.5.2.1 Zeigerwerte 123
6.5.2.2 Tabellenvergleich 123
6.5.2.3 Statistische Auswertung 124
6.5.3 Ergebnisse und Diskussion 124
6.5.3.1 Veränderung der Gesamtartenzahlen (Gefäßpflanzen) im
Geranio-Trisetetum am Geisingberg 124
6.5.3.2 Veränderungen im Familienspektrum des Geranio-Trisetetum am
Geisingberg und im Oelsener Gebiet 125
6.5.3.3 Veränderungen der mittleren Zeigerwerte in den
Vegetationsaufnahmen des Geranio-Trisetetum am Geisingberg 127
6.5.3.4 Vergleich der Zeigerwertspekken in den Vegetationsaufnahmen des
Geranio-Trisetetum am Geisingberg und im Oelsener Gebiet 128
6.5.3.5 Arten mit deutlichen Stetigkeitsveränderungen (Abnahme oder
Zunahme) im Vergleich der Vegetationsaufnahmen 130
6.5.3.6 Ordination der Vegetationsaufnahmen des Geranio-Trisetetum am
Geisingberg 133
6.5.3.7 Zusammenfassung der Veränderungen in den Vegetationsaufnahmen
des Geranio-Trisetetum am Geisingberg und im Oelsener Gebiet 135
6.6 Veränderungen im Bestand seltener Pflanzenarten 136
6.6.1 Verschollene Arten am Geisingberg und im Oelsener Gebiet 136
6.6.1.1 Methodik 136
6.6.1.2 Ergebnisse und Diskussion 136
6.6.2 Entwicklung der Standorte ausgewählter Arten im Oelsener Gebiet 138
6.6.2.1 Methodik 138
6.6.2.2 Ergebnisse und Diskussion 140
7 Vegetationsentwicklung auf Dauerbeobachtungsflächen 1993-1997
7.1 Methodik 164
7.1.1 Auswahl der Untersuchungsflächen 164
7.1.2 Durchführung der Untersuchungen 168
7.1.3 Beschreibung der Dauerbeobachtungsflächen 169
7.1.3.1 Brachflächen (Flächen A und B) 169
7.1.3.2 Ehemals beweidete, nicht intensiv gedüngte Flächen (Flächen C und
D) 170
7.1.3.3 Ehemaliges Intensivgrünland (Fläche E) 172
7.1.3.4 Ehemalige Aufforstungsflächen (Fläche F) 173
7.2 Auswertung der Ergebnisse 174
7.2.1 Tabellenvergleich 174
7.2.2 Statistische Auswertung 174
7.2.3 Ordination 174
7.3 Ergebnisse 175
7.3.1 Vegetationsentwicklung auf Brachflächen 175
7.3.1.1 Ehemalige, seit 1993 einschürig gemähte Brachfläche (Fläche A) 175
7.3.1.2 Brachfläche (Fläche B, bis 1997 ungenutzt) 179
7.3.2 Vegetationsentwicklung auf ehemaligen, nicht intensiv Bedüngten
Weiden 180
7.3.2.1 Ehemals beweidete, jetzt einschürig gemähte Bergwiesen am
Geisingberg (Fläche C) 180
7.3.2.2 Ehemals beweidete, jetzt einschürig gemähte Quellsümpfe im
Oelsener Gebiet (Flächen DI-D7) 183
7.3.3 Vegetationsentwicklung auf ehemaligem Intensivgrünland nach
zweischüriger Mahd am Geisingberg (Fläche E) 187
7.3.4 Vegetationsentwicklung einer gerodeten Aufforstung im
Oelsener Gebiet nach einschüriger Mahd (Fläche FIFA) 189
7.3.5 VegetationsentwicklungaufdenKontrollflächen l91
7.3.6 Zusammenfassung der Vegetationsentwicklung auf
Dauerbeobachtungsflächen 192
7.4 Entwicklung der Sproßzahlen ausgewählter Arten und ihrer
Frequenz auf 1 m2-Dauerbeobachtungsflächen 196
7.4.1 Methodik 196
7.4.1.1 Auswahl der Untersuchungsflächen 196
7.4.1.2 Durchführung der Untersuchungen 196
7.4.2 Auswertung der Ergebnisse 197
7.4.3 Ergebnisse 198
7.4.3.1 Ponceae und Juncaceue 198
7.4.3.2 Kraulpflanzen und Zwergsträucher 201
7.4.3.3 Entwicklung ausgewählter Arten auf SxS cm-Rastern innerhalb der
lm2-Dauerquadrate 203
8 Zusammenfassende Diskussion 205
8.1 Auswirkungen von Nutzungsänderungen und Standortveränderungen auf
die montanen Grünlandgesellschaften am Beispiel der
Untersuchungsgebiete "Geisingberg" und "Oelsen" 205
8.1.1 Auswirkungen der Intensivierung (Düngung, Entwässerung,
Grünlandumbruch) 205
8.1.2 Auswirkungen der Beweidung 205
8.1.3 Auswirkungen der Brache 209
8.1.4 Auswirkungen von Standortsveränderungen durch Sukzession der
Randbereiche, Schadstoffeinträge aus der Luft oder Eintrag von
Dünger aus benachbarten Flächen 211
8.2 Erhaltung der montanen Grünlandgesellschaften in den NSG
Geisingwiesen und Oelsen 215
8.2.1 Erhaltung der Pflanzengesellschaften 215
8.2.2 Erhaltung der Pflanzenarten 216
8.2.2.1 Erhaltung der seltenen und gefährdeten Pflanzenarten 216
8.2.3 Bewertung der Erhaltung von Pflanzengesellschaften und -arten
in den Naturschutzgebieten Geisingwiesen und Oelsen 218
8.3 Regeneration montaner Grünlandgesellschaften am Geisingberg
und im Oelsener Gebiet durch Pflegemaßnahmen 219
8.3.1 Allgemeines 219
8.3.2 Abiotische Faktoren 220
8.3.3 Regeneration von Brachflächen und Aufforstungen (Flächen A und
FIFA) 220
8.3.4 Regeneration ehemaliger Weiden 222
8.3.4.1 Regeneration ehemals beweidetet Bergwiesen (Fläche C) 222
8.3.4.2 Regeneration ehemals beweidetet Feuchtwiesen und Quellsümpfe
(Flächen Dl-D7) 224
8.3.4.3 Vegetationsentwicklung von ehemaligem Intensivgrünland
(Fläche E) 225
8.3.5 Zusammenfassende Wertung der bisher beobachteten Regeneration
montaner Grünlandgesellschaften am Geisingberg und im Oelsener
Gebiet durch Mahd 226
8.4 Schlußfolgerungen für den Schutz und die Regeneration montaner
Grünlandgesellschaften am Beispiel der Geisingwiesen und des
Oelsener Gebietes 231
8.5 Forschungsdefizite 235
8.6 Bewertung zusätzlicher Pflegemaßnahmen neben der Mahd 236
9 Zusammenfassung 239
Summary 242
10 Literatur 245
Anhang (Vegetationstabellen) 262